Kay Richert
Kay Richert
Seit Mai diesen Jahres ist die FDP-Fraktion mit neuer Besetzung in der Flensburger Ratsversammlung vertreten. Meike Bruhns, die die Fraktion über Jahre umsichtig geführt hatte, zog leider nicht mehr in das Kommunalparlament ein. Glücklicherweise unterstützt sie uns aber als eines von zwölf bürgerschaftlichen Mitgliedern und ist als Erfahrungsträgerin eine wertvolle Stütze.

Der FDP ist es wichtig, nachhaltig zu arbeiten. Obwohl dieses Wort in Mode gekommen ist, kann kaum jemand seine Bedeutung erklären – auch und gerade im politischen Betrieb kennen viele die Bedeutung offenbar nicht. Nachhaltigkeit bedeutet so zu arbeiten, dass der Wohlstand für alle sich vermehrt. Nicht nachhaltig ist es, heute das Geld mit beiden Händen aus dem Fenster zu werfen.







Für die FDP steht am Anfang eines Aufschwungs eine gesunde Wirtschaft. Die Zeichen für die Flensburger stehen gut. Die Standortfaktoren – Dinge, die Betriebe für ihr wirtschaften brauchen – sind herausragend: Hafen und Autobahn, Uni, FH und Fachschulen, Grenzlage und Flugplatz, sogar ein eigenes Kraftwerk. Flensburg hat das Potential, seine vorhandenen Betriebe zu entwickeln und neue zu gewinnen. Das ist wichtig für uns, denn gesunde Betriebe bringen der Stadt Steuereinnahmen und den Bürgern Arbeitsplätze. Derzeit bestimmen die Interessen einzelner die Entwicklung, wir verlieren uns im Klein-Klein und erreichen wenig. Ich möchte das Klein-Klein überwinden. Es geht, andere machen es uns vor.

Flensburg ist eine Bildungsstadt. Nicht nur Universität und Fachhochschule, sondern gleich mehrere Fachschulen zeugen von der Exzellenz der Flensburger Bildungslandschaft. Politik und Gesellschaft setzen sich für diese Einrichtungen ein, aus den Hochschulen und Fachschulen fließt eine Rendite zurück in die Stadt: Wissenstransfer, Ausgründungen und studentisches Wohnen sind wohl die offensichtlichsten Effekte. Das ist gut für Flensburg, Sorgen bereiten mir eher andere: Gerade viele Kinder und Jugendliche nehmen auch in Flensburg nicht am Bildungsgang teil. Das ist doppelt schlimm: Zum einen für die jungen Menschen, deren restliches Leben von der Vernachlässigung der ersten Jahre geprägt sein wird. Zum Anderen tut auch die Gesellschaft sich keinen Gefallen, Teile der nachkommenden Generation der Verwahrlosung preiszugeben. Armut drückt sich bei uns nicht durch Hunger aus, sondern durch Vernachlässigung und ein ungesundes Leben. Leider sind die vorherrschenden Strukturen so angelegt, dass sich an diesem Zustand nichts ändert – hier müssen wir umdenken und versuchen, neue Wege zu gehen.

Dass ich der Auffassung bin, Harrislee, Handewitt und Glücksburg sollten mit Flensburg fusionieren, ist kein Geheimnis: Bereits seit Jahren steht diese Forderung in allen Wahlprogrammen der Flensburger FDP. Dahinter steht nicht nur die Einsicht, dass man eine Wirtschaftsregion politisch aufteilen kann: Zusammen mit den Umlandgemeinden sind wir bereits eine Großstadt, unsere Strahlkraft und unser Gewicht werden sich vergrößern. Mittlerweile sind auch die meisten Skeptiker in der Ratsversammlung dieser Ansicht, einen Plan scheint es aber nicht zu geben. Natürlich haben die Gemeinden im Flensburger Speckgürtel Bedenken, wenn sie an einen Zusammenschluss denken, schließlich ist Flensburg als arm bekannt. Behutsames Vorgehen und Verhandlungen auf Augenhöhe sind daher angezeigt. Die FDP wird hierzu die Initiative ergreifen und versuchen, ein gemeinsames Vorgehen zu erreichen.

Auch Flensburg selber entwickelt sich: Neubaugebiete werden erschlossen, Baulücken werden geschlossen und bestehende Zentren werden entwickelt. Im Großen und Ganzen begrüße ich diese Entwicklung und freue mich über die vorausschauende Entwicklungsplanung. Am Paradebeispiel der Gartenstadt kann man deutlich sehen, wie solche Projekte einen ganzen Stadtteil aufwerten können: Auch außerhalb des eigentlichen Baugebiets ist Weiche deutlich attraktiver geworden. Es kann aber auch vorkommen, dass die betroffenen Anwohner im Stadtteil in einzelnen Bereichen vehement Einspruch erheben; hier sind wir gut beraten, die Bürger ernstzunehmen und nicht arrogant zu werden. Natürlich gibt es auch unberechtigte Eingaben, aber nicht jeder Beschwerdeführer ist ein Querulant. Hier sieht die FDP Flensburg noch Verbesserungsmöglichkeiten.

Die FDP wird weiterhin versuchen, die Geschicke der Stadt Flensburg im Sinne von Vernunft und Nachhaltigkeit zu beeinflussen. Leider gelingt das nicht immer; die Diskussion um E-Rat oder die Verkehrsführung in der Heinrichstraße haben das deutlich gezeigt. Dennoch: Es ist unser Selbstverständnis, Anwalt der Bürger im politischen Prozess zu sein. Sollten Sie den Austausch suchen, sind wir gerne für Sie da.

Kay Richert

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