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	<title>Kulturfokus Archive - Flensburgjournal</title>
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	<description>Dein Magazin für Flensburg und Umgebung</description>
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		<title>AUFGEFALLEN!Aus der Sicht einer Journal-Leserin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Nov 2022 23:22:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kulturfokus]]></category>
		<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>
		<category><![CDATA[Broschmann & Finke Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Dritter Frühling]]></category>
		<category><![CDATA[Premiere]]></category>
		<category><![CDATA[theater]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dritter Frühling – Premiere: ein Theaterstück mit Nachhaltigkeitseffekt Das Stück wurde getragen von dem Ensemble der Broschmann &#38; Finke Theater Company: Frau Dorsch-Persch „Das Leben ist Hardcore!“ Herr Wemper „Was denn?“, Herr Christophersen „Shake your booty in the beigefarbene Hose“, Frau Sturmfelder „Wo bin ich?“, Herr Magnussen „Ist gut Schatz“, am Klavier Herr Nordmann „Uöhäaje“, [&#8230;]</p>
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<h2 class="wp-block-heading">Dritter Frühling – Premiere: ein Theaterstück mit Nachhaltigkeitseffekt</h2>



<p>Das Stück wurde getragen von dem Ensemble der <a href="https://www.finke-broschmann.de/BF2WP/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Broschmann &amp; Finke Theater Company</a>: Frau Dorsch-Persch „Das Leben ist Hardcore!“ Herr Wemper „Was denn?“, Herr Christophersen „Shake your booty in the beigefarbene Hose“, Frau Sturmfelder „Wo bin ich?“, Herr Magnussen „Ist gut Schatz“, am Klavier Herr Nordmann „Uöhäaje“, und Schwester Alina „Ich liebe Sie doch alle“ (aus dem Flyer).</p>



<p>Zum Inhalt: Sechs Schauspieler/-innen werden nach einem Feuer in ihrem Seniorenheim von der Pflegerin, Schwester Alina, im Kulissenlager des benachbarten Theaters untergebracht. Schnell versetzen sie sich in ihr altes Leben und zelebrieren: „The Show must go on“. Das führt zu komischen, originellen, humorvollen und teilweise traurigen Geschichten und Turbulenzen. Während der kleineren und größeren Scharmützel und mit skurrilen Theateranekdoten wurden Songs aus der guten alten Zeit zum Besten gegeben (z. B. Born to be wild, von Steppenwolf, Carbonara von Spliff; Have I told you lately that I love you? von Rod Stewart). Frivolitäten und Überschätzungen des eigenen Egos waren gut gezeichnet und sorgten für manchen Zwischenapplaus.</p>



<p>Ein rasantes Stück mit viel schwarzem Humor und tragischer Komik und was mir zu Beginn zu viel war hat sich im Verlaufe des Stückes relativiert. Die eigentliche Tragik war die Erkenntnis der Alten „wir sind nicht systemrelevant“. Ein Schlagwort ehemals aus der Finanzwelt, das inzwischen für viele Berufe, die unser Gemeinwesen betreffen, gilt.</p>



<p>Alles in allem war es ein gelungener Theaterabend. Die Schauspieler haben sich gegenseitig gepusht und zu Höchstleistung animiert. Sprache und Gesang toll eingesetzt. Jeder hat auf seine eigene Weise dazu beigetragen, dass es ein gelungener Abend wurde. Ihr seid „systemrelevant“! Gerade in dieser Zeit brauchen wir mehr Kultur, die uns berührt und damit Kraft gibt.</p>



<p><em>Brigitte Wolff</em></p>
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		<title>Kulturvereinbarung  Sønderjylland-Schleswig 2021-2024</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Feb 2021 00:07:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kulturfokus]]></category>
		<category><![CDATA[grenzüberschreitende Gemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturvereinbarung]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturvereinbarung Sønderjylland-Schleswig 2021-2024]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Sønderjylland-Schleswig]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Kulturvereinbarung arbeitet mit vereinten Kräften für die Kulturentwicklung über die deutsch-dänische Grenze hinweg und mit Schwerpunkt Kinder und Jugendliche. Die Partner der Kulturvereinbarung 2021-24 sind die Kommunen Haderslev, Tønder, Sønderborg und Aabenraa, die Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg, die Stadt Flensburg, die Region Syddanmark, das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein sowie [&#8230;]</p>
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<p>Die Kulturvereinbarung arbeitet mit vereinten Kräften für die Kulturentwicklung über die deutsch-dänische Grenze hinweg und mit  Schwerpunkt Kinder und Jugendliche. Die Partner der Kulturvereinbarung 2021-24 sind die Kommunen Haderslev, Tønder,  Sønderborg und Aabenraa, die Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg, die Stadt Flensburg, die Region Syddanmark, das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein sowie das dänische Kulturministerium. Die  Vereinbarung hat einen finanziellen Rahmen von insgesamt knapp 2,65 Mio. Euro. Zum dritten Mal seit 2013 einigt sich der Partnerkreis auf eine gemeinsame deutsch-dänische Kulturvereinbarung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schwerpunkte Musik, kulturelles Erbe und grenzüberschreitende Gemeinschaften</h2>



<p>Die Kulturvereinbarung hat einen besonderen Schwerpunkt auf Kinder und Jugendliche, die über Kunst, Kultur und Bewegung in  Interessengemeinschaften zusammengebracht werden und die Möglichkeiten des Grenzlandes erleben sollen. Kreative Gemeinschaften und gemeinsames Kulturerbe sind die Hauptthemen, die die neue vierjährige Kulturvereinbarung prägen werden.  Obwohl Kinder und Jugendliche eine zentrale Rolle bei den Aktivitäten der Kulturvereinbarung spielen, sind Erwachsene ebenfalls  eine wichtige Zielgruppe. Kinder und Jugendliche haben das Bedürfnis, sich im Engagement der Erwachsenen zu spiegeln und sollen von ihnen lernen, es als natürlich anzusehen, die Grenze zu überqueren um Kultur zu erleben. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwei Handlungsfelder mit jeweils eigenem Schwerpunkt </h2>



<p>Die Kulturvereinbarung hat zwei Handlungsfelder, die gute Möglichkeiten für die kreative Entfaltung und  kulturelle Zusammenarbeit über die Grenze hinweg geben.<br><em><strong>1. Raum für Gemeinschaft</strong></em><br>Das Handlungsfeld wird Aktivitäten enthalten, so dass sich insbesondere Kinder und Jugendliche aus dem Grenzland treffen und an  kulturellen, kreativen und bürgernahen Gemeinschaften teilnehmen können. Dies wird im Rahmen von kulturellen Treffpunkten, Bibliotheken und Museen geschehen, aber auch Bildungseinrichtungen werden wichtige Mitspieler sein. Es wird im Bereich Musik und  Bewegung Maßnahmen zur Talentförderung geben. </p>



<p><strong>Ziele des Handlungsfeldes:</strong><br><em><strong>1. Die Kulturvereinbarung als Plattform für kreative Netzwerke</strong></em><br>Existierende und neue Netzwerke und Aktivitäten für, mit und von Einwohner*innen auf beiden Seiten der Grenze sollen gefördert  werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen.</p>



<p><strong><em>2. Aktive bürgernahe Gemeinschaften</em></strong><br>Die Projekte sollen die Kenntnis und die Lust zur Teilnahme an Kultur- und Bewegungsangeboten bei Einwohner*innen,  insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, steigern. Dabei steht die Förderung der mentalen und körperlichen Gesundheit im Vordergrund.</p>



<p><strong><em>3. Musikalische Gemeinschaften</em></strong><br>Die Projekte des Handlungsfeldes sollen einen entwicklungsorientierten Rahmen schaffen, um Kinder, Jugendliche und Erwachsene  in musikalischen Gemeinschaften zusammenzubringen. Dabei werden Musikakteur*innen von beiden Seiten der Grenze sowohl die  Talent- als auch die Breitenförderung stärken und neue Arten der Interaktion im gemeinsamen Netzwerk und mit dem Publikum im Grenzland entwickeln.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gemeinsames Kulturerbe</h2>



<p>Das Handlungsfeld wird Initiativen zur kulturellen Bildung, sowie zur Förderung des Wissens und des Engagements in der  Geschichte und Kultur des Grenzlandes umfassen. Insbesondere wird sich mit dem gemeinsamen kulturellen Erbe, der sprachlichen Vielfalt, sowie Architektur und Design beschäftigt werden. Die Art der Vermittlung soll innovativ gedacht werden und so dazu  beitragen, dass sich Kinder und Jugendliche in den Themen engagieren.</p>



<p>Ziele des Handlungsfeldes:<br><strong><em>1. Kenntnis der Geschichte des Grenzlandes und Vermittlung des gemeinsamen Kulturerbes</em></strong><br>Entwicklung neuer Formate und Projekte, die die kulturelle Bildung und aktive Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen fördern.  Künstler<em>innen, </em>lokalhistorische Vereine und andere Kulturakteur innen werden dazu aufgefordert, neue Vermittlungsformen für das  kulturelle Erbe zu entwickeln. <br>Die Kooperation kultureller Bildungsträger in der Grenzregion ermöglicht innovative, niedrigschwellige Vermittlungsprojekte zum gemeinsamen materiellen und immateriellen Kulturerbe.</p>



<p><strong><em>2. Sprachliche Vielfalt</em></strong><br>Kinder und Jugendliche im Grenzland entwickeln durch Kulturerbe-Projekte ein Bewusstsein für die sprachliche Vielfalt.</p>



<p><strong><em>3. Musikalisches Kulturerbe</em></strong><br>In Kooperation mit Künstler*innen, lokalhistorischen Vereinen und anderen Trägern musikalischer Bildung werden neue Ansätze in  Bezug auf das musikalische Kulturerbe des Grenzlandes entwickelt, die Kinder und Jugendliche aktiv in die Vermittlung einbeziehen.</p>



<p><strong><em>4. Architektur und Design im Grenzland</em></strong><br>Durch die Einbeziehung von Akteur<em>innen </em>aus dem Bereich Design und Architektur werden Rahmenbedingungen für Kinder,  Jugendliche und Erwachsene geschaffen, die eine reflektierte Auseinandersetzung mit Design und Architektur des Grenzlandes und  deren Weiterentwicklung ermöglichen. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Projektaktivitäten füllen die Handlungsfelder mit Inhalt </h2>



<p><strong><em>Hauptprojekte</em></strong><br>Im Rahmen der  Kulturvereinbarung werden zwei Hauptprojekte durchgeführt, die alle sieben Partnerkommunen berücksichtigen sollen. Das  Kulturvereinbarungssekretariat koordiniert diese Projekte. Die konkreten Projekte werden von den Projektpartnern in der ersten  Hälfte von 2021 festgelegt. Kulturverwaltungen, Politikerinnen und ausgewählte Kulturakteur*innen erhalten die  Möglichkeit, mit Ideen zu den Projekten beizutragen.<br><strong><em>Musikzusammenarbeit</em></strong><br>Unter der Überschrift „Musikzusammenarbeit” werden deutsche und dänische Musikschulen sowie das folkBALTICA Ensemble die  Talent- und Breitenförderung im Bereich Musik im Grenzland weiterentwickeln.<br><strong><em>Talent und Bewegung</em></strong><br>Durch die Aktivität sollen insbesondere Kinder und Jugendliche mehr Kenntnis über Kultur- und Bewegungsangebote im Grenzland  erlangen, die die psychische und körperliche Gesundheit fördern. Außerdem sollen die Kinder und Jugendlichen Lust dazu  bekommen, an diesen Angeboten teilzunehmen. U. a. wird es um die Möglichkeiten der Kinder und Jugendlichen gehen, ihr Talent  in Bezug auf Sportaktivitäten im deutsch-dänischen Grenzland weiterzuentwickeln, und um die Wichtigkeit der Gemeinschaft für die Talententwicklung. Ein zentrales Element ist darüber hinaus die Stärkung der Kooperation mit Schulen. <br><strong><em>Lokale Versuchsprojekte</em></strong><br>Jede der sieben Partnerkommunen soll ein lokales Versuchsprojekt durchführen. Der jeweilige Partner beschließt selbst das Projekt, aber es ist eine Voraussetzung für die Förderung, dass das Projekt experimentierend ist, eine grenzüberschreitende Dimension hat  und zur Inspiration des übrigen Partnerkreises dient.</p>



<p><em>Text: Angela Jensen, Regionskontor</em></p>
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		<title>Flensburger Musiker: Martin Wind</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Dec 2020 11:09:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kulturfokus]]></category>
		<category><![CDATA[Coming Home Concerts]]></category>
		<category><![CDATA[Jazz]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Wind Coming Home]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Wind Quartet]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die neue Flensburger Musik-Initiative „ComingHome Concerts“ wurde in Corona-Zeiten gegründet, um Musiker*innen aus Flensburg, die heute in anderen Städten leben und arbeiten, emotional und materiell zu helfen. Der Verein organisiert in der Heimatstadt Live-Auftritte vor Publikum im Museum von Robbe&#38;Berking und an anderen Spielorten. Zum fulminanten Eröffnungskonzert am 21. Oktober begrüßte Bürgermeister Henning Brüggemann das [&#8230;]</p>
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<p>Die neue Flensburger Musik-Initiative „ComingHome Concerts“ wurde in Corona-Zeiten gegründet, um Musiker*innen aus Flensburg, die heute in anderen Städten leben und arbeiten, emotional und materiell zu helfen. Der Verein organisiert in der Heimatstadt Live-Auftritte vor Publikum im Museum von Robbe&amp;Berking und an anderen Spielorten. Zum fulminanten Eröffnungskonzert am 21. Oktober begrüßte Bürgermeister Henning Brüggemann das „Ulf Meyer/Martin Wind Quartet“.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Martin Wind wurde 1968 in der Flensburger Diakonissenanstalt geboren</h2>



<p>Er lebte mit seinen Eltern und seiner Schwester zunächst in der Nähe des Mühlenfriedhofs, bevor sie in eine große Altbauwohnung in den Marienhölzungsweg zogen.<br>„Ich hatte ein riesiges Zimmer für mich und konnte im Flur Fussball spielen“, sagt Martin, der in die Waldschule eingeschult wurde. Er verbrachte viel Zeit draußen auf dem Fußballplatz und spielte beim TSV Nord-Harrislee Handball.<br>Als er 13 Jahre alt war, zog die Familie in ein Haus unweit vom Ostseebad. An der Küste und im Wald ging er dann jahrelang täglich mit dem Labrador „Jule“ spazieren. Oft fuhr die Familie Wind im Sommer auch mit ihrem VW-Käfer nach Holnis, diesem damals wie heute beliebten Ausflugsort.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Anfänge als Musiker</h2>



<p>In Martins Zuhause gab es eine ausgewogene Plattensammlung mit Sinfonien von Beethoven und Brahms bis zu den typischen Hits der Siebziger Jahre von ABBA oder The Rubettes. Sein Vater spielte Flöte und ermutigte den 12-jährigen, Gitarrenunterrricht im Jugendtreff Exe zu nehmen. Diese Anfänge haben sich eingeprägt.<br>„Ich werde nie das erste Spiritual ‚He’s got the whole world in his hands“ vergessen, welches wir am Anfang lernten“, meint Martin zu dem damals noch nicht absehbaren Beginn seiner Musikerlaufbahn. Das musikalische Talent war unüberhörbar und so wurde er wie viele andere Musiker auf dem Alten Gymnasium von seinem Musiklehrer Hans Letschert gefördert, der ihm die Position des E-Bassisten in der Jugendbigband anbot.<br>Das war Martins Instrument! Er interessierte sich für Funk- und Popbands wie Earth, Wind and Fire, Mezzoforte oder Level 42 und durfte neben der Bigband auch im Orchester mitspielen. Von 1987-1989 gehörte er dem Marinemusikkorps Ostsee an.<br>Später beginnt Martin mit dem „ordentlichen“ Studium des Akustischen Basses in Köln, das er 1996 als „Diplom Orchestermusiker“ abschließt. Und der junge Musiker träumt von einem Aufenthalt in New York, einer der wichtigsten und einflussreichsten Jazz-Metropolen der Welt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hinaus in die Welt – eine erfolgreiche Karriere</h2>



<p>Es dauert nicht lange, da wird der Traum mit einem Stipendium des DAAD Wirklichkeit. Martin geht zunächst für ein akademisches Jahr an die New York University. Schon nach dem ersten Semester als Graduate Student wird er als Lehrkraft angeheuert und verliebt sich prompt in eine temperamentvolle „echte“ New Yorkerin, Tochter eines griechischen Vaters und einer armenischen Mutter. Sie heiraten und bekommen zwei Söhne, die heute beide schon über 20 Jahre alt sind. Seit 2003 wohnt die Familie in ihrem Haus in Teaneck/New Jersey, einem typischen Vorort ca. 30 Minuten von Manhattan entfernt. Auf die Frage, wie Musiker in Amerika leben, antwortet Martin: „Grundsätzlich herrscht in den USA die Freie und nicht die Soziale Marktwirtschaft wie in Deutschland. Das bedeutet z. B., daß es hier keine Künstlersozialkasse oder gesetzliche Krankenversicherung gibt.<br>Diverse meiner Musikerfreunde und -freundinnen können sich keine private Krankenversicherung leisten, und auch Altersarmut ist ein Problem. Aber in einer Metropole und Medienstadt wie NYC gibt es immer Arbeit auch für Musiker, die im Vergleich mit Deutschland, bzw. Europa recht anständig bezahlt wird. Auch hier müssen die meisten Jazz-Musiker sich neben ihren Konzerttätigkeiten alternative Einnahmequellen erschließen, wie z. B. Lehrtätigkeiten oder Engagements an Broadway Shows. Ich habe es glücklicherweise geschafft, mich über die lokale NY Jazz Szene auch national zu etablieren und genieße es, auf diesem Wege dieses nach wie vor faszinierende Land zu entdecken.“<br></p>



<h2 class="wp-block-heading">Zuhause zwischen Flensburg und New York</h2>



<p>Normalerweise fliegt Martin 2-4mal im Jahr nach Deutschland, auch um seine Familie und Freunde zu besuchen. Seine Mutter und Schwester leben in Flensburg, der Vater wohnt in Schuby. Und Ulf Meyer, Martins langjähriger musikalischer Partner und bester Freund ist in Felde bei Kiel sesshaft. Bei den Abitreffen im Fünfjahresrhythmus ist Martin dabei und ein Besuch beim ehemaligen Musiklehrer und Leiter der Bigband am Alten Gymnasium, Hans Letschert ist immer drin.<br>„Nach all den Jahren fühle ich mich in den Staaten auch zu Hause, aber ich bin hier natürlich nicht so verwurzelt wie in Flensburg und der Förderegion. Es wird immer etwas Besonderes sein, meine Familie und Freunde, sowie die Stätten meiner Kindheit und Jugend zu besuchen. Als ich im Oktober anlässlich der „Coming Home“ Konzerte in Flensburg war, bin ich manchmal einfach für eine halbe Stunde durch die Stadt gefahren, und für einen Besuch an der Förde musste auch Zeit übrig sein. Aber ich freue mich auch immer wieder auf meine eigene Familie und meine vielen Freunde in den USA, unser Haus und natürlich die einmalige Jazz Community hier. Ich habe mich daran gewöhnt, ein gewisses Maß an Sehnsucht zu empfinden, egal auf welcher Seite des Atlantiks ich mich gerade befinde.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Musikerleben in Corona-Zeiten</h2>



<p>Im Jahr 2020 hat Martin Glück im Unglück. Zwar sind komplett alle Konzerte, Tourneen und Aufnahme-Projekte ausgefallen, doch er kann zumindest weiterhin seinen Lehrtätigkeiten an zwei Universitäten nachgehen und somit ein Gehalt beziehen. Seine Frau ist im medizinischen Bereich eingespannt und beide haben sich mit ihren Söhnen, die wieder eingezogen sind, während des Lockdowns häufig im großen Garten aufgehalten.<br>Im Oktober konnte er mit dem „Ulf Meyer / Martin Wind Quartett“ eine 5-tägige Live-Tour durch Schleswig-Holstein in ausverkauften Häusern spielen.<br>Das Eröffnungskonzert der von Stefanie Oeding neu gegründeten Live-Musikreihe „ComingHome Concerts“ wurde von mehr als 100 Zuhörern bejubelt.<br>Der NDR sendete gleich zweimal ein Musiker-Porträt vor der Flensburger Hafenkulisse und dem Spielort Robbe &amp; Berking-Museum im Fernsehen und schickte zusätzlich ein Interview mit Martin über den NDR1 Welle Nord. Auch das ausverkaufte Zusatzkonzert geriet für viele Flensburger zu einem kulturellen Highlight vor dem nächsten Lockdown, der schon wenige Tage später verhängt wurde.<br>Nun ist Martin wieder in New York und schmiedet neue Pläne: „Wenn ich im nächsten Jahr in Europa, und natürlich auch in Norddeutschland auftreten will, muss ich mich jetzt darum kümmern: Veranstalter ansprechen, Touren und Zeiträume koordinieren.<br>Es wird nie langweilig bei mir, aber genauso mag ich es! Ich bin ein unverbesserlicher Optimist und glaube immer daran, daß sich die Dinge letztendlich zum Guten wenden werden.<br>2020 war ein schlimmes Jahr, und es kann ja wirklich nur besser werden. Trotzdem gibt es Lichtblicke: Ich glaube, dass die Erfahrungen der Corona Epidemie uns gelehrt haben, dass weder Soziale Medien, noch die perfektesten Zoom-Calls oder Online-Chats das Erlebnis eines richtigen Live-Konzerts oder einer Unterrichtsstunde mit einem Studenten werden ersetzen können. Ich finde es schön und beruhigend, daß sich gewisse Dinge eben NICHT ändern werden.“</p>



<p><em>Text: Stefanie Oeding</em></p>



<p></p>
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