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	<title>Flensburger Köpfe Archive - Flensburgjournal</title>
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	<description>Dein Magazin für Flensburg und Umgebung</description>
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		<title>Olaf Cord Dielewicz – einst Flensburgs Oberbürgermeister</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Sep 2026 08:19:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am Stadtrand befindet sich ein Haus, von dem man einst die Förde und sogar Dänemark sehen konnte. Inzwischen verdecken Bäume die herrliche Aussicht. Ein angrenzendes Waldstück verleiht dafür die Atmosphäre einer Wohlfühloase. Und vor allem der farbenfrohe Garten mit dem Teich. An den Goldfischen erfreuen sich Reiher und Ringelnatter. Keine Frage: Der einstige Flensburger Oberbürgermeister [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/olaf-cord-dielewicz-einst-flensburgs-oberbuergermeister/">Olaf Cord Dielewicz – einst Flensburgs Oberbürgermeister</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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<p>Am Stadtrand befindet sich ein Haus, von dem man einst die Förde und sogar Dänemark sehen konnte. Inzwischen verdecken Bäume die herrliche Aussicht. Ein angrenzendes Waldstück verleiht dafür die Atmosphäre einer Wohlfühloase. Und vor allem der farbenfrohe Garten mit dem Teich. An den Goldfischen erfreuen sich Reiher und Ringelnatter. Keine Frage: Der einstige Flensburger Oberbürgermeister Olaf Cord Dielewicz und seine Frau Ingar fühlen sich in ihrem Zuhause wohl. Auf dem Tisch liegt ein dickes Buch. Es heißt „Wegmarken. Ein persönlicher Bericht“. Aus den 570 Seiten sprudelt schon beim Querlesen eine umfangreiche Vita hervor und beinhaltet viele spannende Kapitel.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="800" height="500" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/02.1.jpg" alt="Flensburger Kopf: Olaf Cord Dielewicz – einst Flensburgs Oberbürgermeister" class="wp-image-87966" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/02.1.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/02.1-300x188.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/02.1-768x480.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/02.1-672x420.jpg 672w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/02.1-696x435.jpg 696w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mutter und Sohn kommen nach Hause zu Vater und Großmutter</figcaption></figure></div>


<p>Geboren wurde Olaf Cord Dielewicz 435 Kilometer von Flensburg entfernt: in Erfurt, und zwar 1942. Die ersten konkreten Kindheitserinnerungen sind aber mit dem niedersächsischen Wittenburg verbunden, wo der Großvater mütterlicherseits herstammte. „Das sind doch Ilses Kinder“, hieß es dort. Eine Aussage, die dem Jungen und dem Mädchen der übergesiedelten Familie eine gewisse Narrenfreiheit und Geborgenheit garantierte. Zwischen Hühnerstall, Pferden und Ackerfrüchten entstand der recht lang gehegte Wunsch, einmal selbst in der Landwirtschaft tätig zu sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wittenburg, Hannover, Karlsruhe, München</h2>



<p>1950 zog die Familie in eine Vier-Zimmer-Wohnung in der Südstadt von Hannover. Der Vater, von Beruf Diplom-Ingenieur, hatte einen guten Job als Produktionsleiter. Weitere Umzüge folgten: Karlsruhe und schließlich München. „Ein Weltdorf mit Herz und 800.000 Einwohnern“, schwärmt Olaf Cord Dielewicz von der Bayern-Metropole in den 1950er Jahren. „Mit Fahrrad und Straßenbahn kam man überall gut hin. München erstickte noch nicht im Verkehr und war die Kulturhauptstadt Deutschlands, deren Angebote die gesamte Familie intensiv nutzte.“ Er selbst trat mit 16 Jahren den „Jungen Europäischen Föderalisten“ bei, was die kosmopolitische Prägung des Elternhauses weiter förderte.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img decoding="async" width="618" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/04.1-618x1024.jpg" alt="Flensburger Kopf: Olaf Cord Dielewicz – einst Flensburgs Oberbürgermeister" class="wp-image-87967" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/04.1-618x1024.jpg 618w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/04.1-181x300.jpg 181w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/04.1-768x1272.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/04.1-254x420.jpg 254w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/04.1-696x1153.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/04.1.jpg 800w" sizes="(max-width: 618px) 100vw, 618px" /><figcaption class="wp-element-caption">Geschwisterliebe</figcaption></figure></div>


<p>Nach dem Abitur an einem humanistischen Gymnasium entschied sich der junge Mann für die Bundesmarine und eine 18 Monate dauernde Reservisten-Offiziersausbildung. Während der Grundausbildung war er in Glückstadt an der Elbe. Es war der dritte Kontakt mit Schleswig-Holstein, nachdem zwei Familienurlaube in Grömitz an der Ostsee und in Kampen auf Sylt genossen worden waren. Während der Marinezeit fuhr Olaf Cord Dielewicz mit einem Schulgeschwader bis zu den Färöern und der Atlantikküste Spaniens. Einmal lief er in eine Förde ganz im Norden Deutschlands ein, wo an der Marineschule Mürwik festgemacht wurde. „Auf dem Seeweg habe ich mich zum ersten Mal überhaupt Flensburg genähert“, schmunzelt der heute 84-Jährige. Die dramatischste Phase des Wehrdienstes sollte er in Bremerhaven erleben, als während der schweren Sturmflut 1962 eine ganze Nacht lang der Damm am Weserkniep zusammen mit den US-Amerikanern verteidigt werden musste. Eine Katastrophe konnte verhindert werden.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img decoding="async" width="787" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/07.2-787x1024.jpg" alt="Flensburger Kopf: Olaf Cord Dielewicz – einst Flensburgs Oberbürgermeister" class="wp-image-87968" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/07.2-787x1024.jpg 787w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/07.2-231x300.jpg 231w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/07.2-768x999.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/07.2-323x420.jpg 323w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/07.2-696x906.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/07.2.jpg 800w" sizes="(max-width: 787px) 100vw, 787px" /><figcaption class="wp-element-caption">Abitur am Wilhelmsgymnasium in München </figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Wegen des Jura-Studiums nach Göttingen</h2>



<p>Olaf Cord Dielewicz nahm in München ein Studium auf: Jura, Politikwissenschaft und Soziologie. Ganz konsequent waren die Bemühungen zunächst nicht, da die oberbayrischen Seen beim Segeln oder die kulturellen Angebote zu viel Ablenkung boten. Nach drei Semestern erfolgte der Wechsel nach Göttingen, in „eine Universitätsstadt zum Lernen“. Im Mai 1965 kam es im Auditorium Maximum zu einer folgenreichen Begegnung. Seinerzeit befanden sich unter den 800 Jura-Studenten nur sieben Frauen. Eine von ihnen war die Göttingerin Ingar, die im Treppenhaus dem zugereisten Kommilitonen sofort auffiel. Gemeinsam machten sie sich an den BGB-Schein, führten Streitgespräche auf dem Göttinger Altstadtwall oder in Cafés. „Was vertreten Sie denn für Ansichten!“, wunderte sich die junge Frau bisweilen. Doch schon bald prägte das vertrauliche Du den Alltag des jungen Paares.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="540" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/IMG_3931.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Olaf Cord Dielewicz – einst Flensburgs Oberbürgermeister" class="wp-image-87979" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/IMG_3931.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/IMG_3931-300x203.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/IMG_3931-768x518.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/IMG_3931-622x420.jpeg 622w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/IMG_3931-696x470.jpeg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Drachensteigen mit Vater und Schwester</figcaption></figure></div>


<p>Olaf Cord Dielewicz entschied sich nach einem sehr guten Abschluss zunächst für die wissenschaftliche Schiene. Als Assistent nahm er die Studentenunruhen von 1968 aus einem anderen Blickwinkel wahr. Er musste häufiger die Vorlesungen gegen aggressive Studenten schützen. Einmal forderte eine Protestgruppe zügigen Einlass in einen überfüllten Hörsaal. „Ich will hier rein“, polterte der lautstarke Anführer. Diesen kannte Olaf Cord Dielewicz von den Jusos. Der Eindringling war aber einen Kopf kleiner und ließ sich von der Präsenz des Assistenten einschüchtern. Schimpfend zog dieser von dannen: „Warte nur, bis wir dran sind, dann schaffen wir Leute wie euch ab.“ Das war Gerhard Schröder, der 30 Jahre später Bundeskanzler werden sollte.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="687" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/IMG_3932-687x1024.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Olaf Cord Dielewicz – einst Flensburgs Oberbürgermeister" class="wp-image-87980" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/IMG_3932-687x1024.jpeg 687w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/IMG_3932-201x300.jpeg 201w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/IMG_3932-768x1144.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/IMG_3932-282x420.jpeg 282w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/IMG_3932-696x1037.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/IMG_3932.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 687px) 100vw, 687px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ingar, 1965</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der Weg in die Kommunalverwaltung</h2>



<p>Die Universität empfand Olaf Cord Dielewicz doch nicht als die Berufung. Aber auch eine klassische Juristen-Laufbahn behagte ihm nicht. Deshalb fing er 1973 in der Kommunalverwaltung von Northeim, einem Städtchen nördlich von Göttingen, an. „Man war nah an den Menschen, selbst an den Entscheidungen beteiligt und bearbeitete eine große Vielfalt an Themen“, schildert der 84-Jährige seine damaligen Beweggründe. Nach zwei Jahren war die neugebildete Kommune Osterholz-Scharmbeck das neue Betätigungsfeld. Olaf Cord Dielewicz war nun Stadtdirektor, was in etwa dem Bürgermeisteramt in Schleswig-Holstein entsprach. Das Thema, das alles andere überstrahlte, war die Verlegung einer großen US-Division in seine Stadt. Die Stadtverwaltung unterstützte dieses Anliegen, wünschte sich aber nicht nur Soldaten, sondern auch die Ansiedlung von Familien. Dabei hatte auch Ehefrau Ingar eine wichtige Rolle. Sie gründete einen deutsch-amerikanischen Club und lud sieben Frauen zu einem Kaffeekränzchen ein, überzeugte diese von der notwendigen Betreuung der US-Familien und initiierte ein Schneeball-System, sodass in relativ kurzer Zeit 1750 deutsch-amerikanische Patenschaften geschlossen werden konnten.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="776" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/07.3.jpg" alt="Flensburger Kopf: Olaf Cord Dielewicz – einst Flensburgs Oberbürgermeister" class="wp-image-87969" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/07.3.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/07.3-300x291.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/07.3-768x745.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/07.3-433x420.jpg 433w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/07.3-696x675.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit der Familie, 1961</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Bewerbung in Flensburg</h2>



<p>Der Zufall wollte es, dass der Stadtdirektor aus Niedersachsen im Jahr 1981 auf einer Konferenz Bodo Richter traf. Dieser war damals der Oberbürgermeister von Flensburg. „In vielen Punkten befanden wir uns auf einer Wellenlänge“, erzählt Olaf Cord Dielewicz. „Er sagte mir: Flensburg ist eine schöne Stadt, für die solltest du dich interessieren, wenn ich mal weggehe.“ Rund ein Jahr später fand sich tatsächlich eine Stellenausschreibung in der Zeitung: Im November 1982 sollte die Flensburger Ratsversammlung einen neuen Oberbürgermeister auf neun Jahre wählen. Das Interesse war geweckt. Bodo Richter, den es nach Wuppertal zog, ging ans Telefon. „Auf deinen Anruf hatte ich gewartet“, schmunzelte er und erklärte seinem potenziellen Nachfolger die Flensburger Gepflogenheiten: „Die SPD ist derzeit nicht die stärkste Fraktion, aber der SSW stimmt normalerweise im dritten Wahlgang für den SPD-Mann.“ So kam es auch: Zwei Mal lag der CDU-Kandidat vorne. Vor dem letzten Durchgang schied der SSW-Vertreter aus. Seine Parteikollegen votierten fast alle für Olaf Cord Dielewicz.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="528" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/20.1.jpg" alt="Flensburger Kopf: Olaf Cord Dielewicz – einst Flensburgs Oberbürgermeister" class="wp-image-87970" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/20.1.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/20.1-300x198.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/20.1-768x507.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/20.1-636x420.jpg 636w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/20.1-696x459.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Amtseinführung in der Bürgerhalle im Rathaus, 31. Januar 1983</figcaption></figure></div>


<p>Der „Neue“ wurde am 1. Februar 1983 mit einem Schiffshorn begrüßt. Von seinem Büro hatte er nur kurze Wege zur Bürgerhalle und in den Ratssaal. Wilhelm Petersen, als „Willy Zeremonie“ die Koryphäe des Hauptamtes, verschob seinen Ruhestand, um den neuen Bürgermeister ein Jahr lang einzuarbeiten. Dieser wohnte zunächst in einer kleinen Dachgeschosswohnung am Friesischen Berg und ging oft zu Fuß zum Rathaus. Im November zog die Familie nach – neben Ehefrau Ingar auch die beiden Söhne Lars (1972) und Jan (1976). Im Fokus befand sich zunächst ein Baugebiet in Tarup, aber dann reizte am Stadtrand ein erst fünf Jahre altes Haus. Die Lage war herrlich, inzwischen sind es 43 Jahre.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das große Stadtjubiläum und handfeste Krisen</h2>



<p>1984 brachte viel Glanz nach Flensburg. Die Stadt feierte ihre 700-jähriges Jubiläum. Schon der erstmals ausgerichtete Neujahrsempfang sprengte alle Erwartungen und den Rahmen der Bürgerhalle. Festakt, Festball, Stadtfest oder ein kilometerlanger Festumzug – die Feierlaune der Nordlichter begeisterte den noch frischen Oberbürgermeister, der in den Kontakt mit vielen Menschen kam. „Es war ein Fest der Flensburgerinnen und Flensburger für Flensburger und Flensburgerinnen“, bilanziert er heute und erzählt eine Anekdote: „Die Flensburger Gastronomie hat einen Flensburger Teller kreiert, und das ganze Jahr tanzten die Löwen im Stadtwappen – bei Augenbrauen runzelnder Duldung durch Historiker und Heraldiker.“ Dank zahlreicher Spenden und Flensburger Sachleistungen belastete das Jubiläum den Stadthaushalt nur mit 660.000 D-Mark und erzeugte eine riesige Werbewirkung.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="655" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/60.3.jpg" alt="Flensburger Kopf: Olaf Cord Dielewicz – einst Flensburgs Oberbürgermeister" class="wp-image-87972" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/60.3.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/60.3-300x246.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/60.3-768x629.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/60.3-513x420.jpg 513w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/60.3-696x570.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Verleihung des Danebrog-Ordens zur Anerkennung der
„Verdienste um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit“</figcaption></figure>



<p>Friede, Freude, Eierkuchen herrschte aber keineswegs im hohen Norden. 1986 schoss die Arbeitslosenquote in Flensburg auf 20 Prozent. Unternehmen meldeten Konkurs an, und auch die Werft geriet in kritisches Fahrwasser. Die Stadt besaß damals ein großes Aktienpaket. Deshalb war auch Olaf Cord Dielewicz voll in das Rettungsprogramm involviert. Er feilte in vier Jahren an einem Dutzend Lösungsvorschlägen, schließlich übernahm die Lübecker Werft Oldendorff den Flensburger Traditionsbetrieb – auf Vermittlung von Ministerpräsident Björn Engholm.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="541" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/36.1.jpg" alt="Flensburger Kopf: Olaf Cord Dielewicz – einst Flensburgs Oberbürgermeister" class="wp-image-87971" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/36.1.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/36.1-300x203.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/36.1-768x519.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/36.1-621x420.jpg 621w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/36.1-696x471.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Die Sitzungen in den städtischen Gremien hatten seit der Kommunalwahl 1986 einen anderen Charakter. Die „Grünen“ waren noch eine junge Partei. „Sie hatten damals einen ideologisch-dogmatisch übersteigerten Redebedarf“, erinnert sich Olaf Cord Dielewicz ungern. „Die Sitzungen waren nun alle zwei bis drei Mal so lang wie vorher.“ Ein anderer ewiger Nährboden für Diskussionen war die Flensburger Krankenhauslandschaft. Neben den beiden konfessionellen Trägern war auch die Stadt eine direkte Akteurin, die im Mai 1986 endlich den ersten Spatenstich ihrer neuen Frauen- und Kinderklinik registrierte. Die Einrichtung im Marienhölzungsweg blieb nur wenige Jahre eigenständig.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="545" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/62.3.jpg" alt="Flensburger Kopf: Olaf Cord Dielewicz – einst Flensburgs Oberbürgermeister" class="wp-image-87973" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/62.3.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/62.3-300x204.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/62.3-768x523.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/62.3-617x420.jpg 617w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/62.3-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/62.3-696x474.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Flensburg in einem veränderten Europa</h2>



<p>Die Großwetterlage änderte sich. Seit September 1987 befanden sich Olaf Cord Dielewicz und weitere Vertreter des Rathauses im Austausch mit einer Delegation aus Neubrandenburg. Wenige Wochen später erfolgte der angemeldete Gegenbesuch in einem Kleinbus. Die merkwürdig vertäfelten Hotelwände und die riesigen Fotografen-Objektive bereiteten den Gästen aus dem Westen ein Unbehagen, dennoch dominierte das Wohlwollen auf beiden Seiten. Noch im November 1987 wurde der Partnerschaftsvertrag unterzeichnet. Zwei Jahre später fiel die Mauer. Neubrandenburg und Flensburg gehörten sehr bald demselben Staat an. Am 3. Oktober 1991 reiste Olaf Cord Dielewicz zur Festveranstaltung in der Partnerstadt. „Viele Westdeutsche müssen lernen, statt sich in Egoismus, Geiz und Besserwisserei gegenüber den Ostdeutschen abzukapseln, auf sie in Hilfsbereitschaft, Opferbereitschaft und menschlicher Zugewandtheit zuzugehen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="538" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/64.5.jpg" alt="Flensburger Kopf: Olaf Cord Dielewicz – einst Flensburgs Oberbürgermeister" class="wp-image-87975" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/64.5.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/64.5-300x202.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/64.5-768x516.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/64.5-625x420.jpg 625w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/64.5-696x468.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Der Oberbürgermeister selbst war da gerade erst wiedergewählt worden – mit großer Mehrheit in der Ratsversammlung. Die zweite Amtszeit prägten der Abzug der Bundeswehr, die Expansion des Mobilfunkunternehmens „Motorola“ oder der Aufbau der Wirtschaftskooperation mit der Flächengemeinde Handewitt. Ein internes Thema war die Wandlung des Rathauses von der Behörde zum Dienstleistungsunternehmen. „Kostendenken ist teilweise noch wenig entwickelt, und oft fehlt das Bewusstsein, Leistungen gegenüber Kunden zu erbringen“, stellte Olaf Cord Dielewicz fest. Er selbst zog 1995 in die 13. Etage. In den unteren Stockwerken sollten das Bürgerbüro und andere viel frequentierte Abteilungen einziehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sparkassen- und Giroverband statt Rathaus</h2>



<p>Die Arbeitswochen mit 60 bis 80 Stunden schlauchten durchaus. Auf eine dritte Amtszeit ließ sich Olaf Cord Dielewicz nicht mehr ein. Er schied sogar etwas früher aus als geplant. Am 30. September 1999 um punkt 23.59 Uhr verließ er das Flensburger Rathaus. Keine zehn Stunden später wurde er in Kiel als „Herr Präsident“ gegrüßt. Olaf Cord Dielewicz hatte seit 1988 verschiedene Ehrenämter im Sparkassen- und Giroverband, leitete auch mehrmals die Verbandsversammlung und saß im Aufsichtsrat der Landesbank. Nun war er der neue Präsident, unterstützt von 120 hauptamtlichen Mitarbeitern.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="528" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/72.3.jpg" alt="Flensburger Kopf: Olaf Cord Dielewicz – einst Flensburgs Oberbürgermeister" class="wp-image-87976" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/72.3.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/72.3-300x198.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/72.3-768x507.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/72.3-636x420.jpg 636w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/72.3-696x459.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Heide Simonis und Dietrich Hoppenstedt (SGVSH)</figcaption></figure></div>


<p>Gut sechs Jahre war nun das Verbandsgebäude in Kiel-Mettenhof der berufliche Bezugspunkt. Die Suche in Kiel und Umgebung nach einem Haus blieb erfolglos, sodass das Haus am Fördewald der Wohnsitz bleiben konnte. Für gelegentliche Übernachtungen genügte ein Dozentenzimmer in der Sparkassen-Akademie. Kontaktpflege zur Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie die Außendarstellung gehörten zu den wesentlichen Aufgaben des Präsidenten. Das Sponsoring hatte einen Schwerpunkt: das Schleswig-Holstein Musik-Festival. Der Leonard Bernstein Award wurde für Nachwuchssolisten gespendet. Olaf Cord Dielewicz überreichte die Auszeichnung persönlich – vor einem Konzert. Der erste Preisträger war Lang Lang. Die ersten Takte verfolgte er noch im Backstage-Bereich, ehe er verschwand. Einem Hörsturz, der Anfang der 1990er Jahre zu spät erkannt wurde, folgten weitere gesundheitliche Sorgen. Ein Tinnitus nervt unermüdlich. „Man meidet alles, was laut ist, und man ist nicht mehr so gesellig“, verrät der 84-Jährige. „Am schönsten ist es an der See, denn dort ist die Brandung lauter als der Tinnitus mit seinem Zischen und Pfeifen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/62.4.jpg" alt="Flensburger Kopf: Olaf Cord Dielewicz – einst Flensburgs Oberbürgermeister" class="wp-image-87974" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/62.4.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/62.4-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/62.4-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/62.4-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/62.4-696x463.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">„Motorola-City“; Foto Marcus Dewanger</figcaption></figure></div>


<p>Nach seinem dritten Hörsturz im Januar 2005 reifte der Entschluss schon mit Ende des Jahres vorzeitig mit knapp 64 Jahren in Rente zu gehen. Reisen und Golf waren nun die größten Hobbys. Mit der alten Segel-Passion war es schon zur Jahrtausendwende vorbei, nachdem die Söhne „abgeheuert“ hatten. Sie leben heute mit ihren Familien in Elms­horn und am Bodensee. Die vier Enkel sind zwischen 12 und 16 Jahre alt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Erinnerungen und der Lebensabend</h2>



<p>Vor zehn Jahren begann noch einmal ein großes Projekt. Olaf Cord Dielewicz hatte viele Reden und Unterlagen gesammelt und wollte diese für die Gesellschaft für Stadtgeschichte zusammenstellen. Ihr Geschäftsführer Broder Schwensen schlug ein Erinnerungsband vor. 2019, pünktlich 20 Jahre nach dem Ausscheiden aus dem Amt des Oberbürgermeisters, erschien der Wälzer. „Es ist etwas anders geworden als ursprünglich geplant“, erklärt der Autor. „Ich habe mich sehr genau an Fakten, den Quellen im Stadtarchiv und öffentlich zugängigen Unterlagen orientiert.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/DSC_3971.jpg" alt="Flensburger Kopf: Olaf Cord Dielewicz – einst Flensburgs Oberbürgermeister" class="wp-image-87978" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/DSC_3971.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/DSC_3971-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/DSC_3971-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/DSC_3971-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/09/DSC_3971-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Im heimischen Garten</figcaption></figure></div>


<p>Der Alltag ist ruhig geworden. Im letzten Februar reisten Olaf Cord Dielewicz und seine Ehefrau Ingar noch einmal nach Amrum, jetzt erleben sie ihr Zuhause „wie eine Ferienwohnung“. Sie lesen viel, gehen bei Holnis und Glücksburg an der Förde entlang und erfreuen sich am Garten, den sie mit Unterstützung eines Gärtners in Schuss halten. „Wir sind für jeden Tag dankbar“, sagt sie. Er lächelt: „61 Jahre hält Ingar es nun schon mit mir aus.“</p>



<p><em>Mit Olaf Cord Dielewicz sprach Jan Kirschner<br>Fotos: Jan Kirschner, privat </em>   </p>
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		<title>Heiko Ewen – Geschäftsführer des technischen Betriebszentrums</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Aug 2026 09:09:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
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<p>In der Schleswiger Straße 76 steht eine rostfarbene Säule, in die drei große Buchstaben eingraviert sind: TBZ. Das ist die Abkürzung für das Technische Betriebszentrum in Flensburg. Wenige Meter weiter öffnet sich an einem Gewerbegebäude eine automatische Schiebetür. Nach der Begrüßung am Empfangstresen stellt sich eine Frage: Fahrstuhl oder Treppenhaus? Es geht in den zweiten Stock, zum Büro von Heiko Ewen. Er ist seit 2014 Geschäftsführer beim zentralen Dienstleister Flensburgs, der über 600 Mitarbeitende zählt. Zu den vielschichtigen Aufgaben gehören die Gebäudereinigung von Schulen und Verwaltungstrakten, die Straßensäuberung, der Winterdienst, die Grünflächenpflege, das Klärwerk und die Abfallwirtschaft.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/DSC_3439.jpg" alt="Heiko Ewen – Geschäftsführer des technischen Betriebszentrums" class="wp-image-87658" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/DSC_3439.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/DSC_3439-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/DSC_3439-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/DSC_3439-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/DSC_3439-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Vor der Zentrale des TBZ</figcaption></figure></div>


<p>Im Büro hängt ein querformatiges Foto mit der Silhouette der Flensburger Hafenspitze und eine großformatige Karte, die sofort Heimatgefühle wecken. Für Heiko Ewen ist die Stadt im hohen Norden Deutschlands „nur“ der Schwerpunkt seines beruflichen Alltags. Aufgewachsen ist der 55-Jährige in Rhauderfehn, einer 18.000-Einwohner-Gemeinde in Ostfriesland – zwischen Leer und Papenburg gelegen. Nach der mittleren Reife begann er eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner in Oldenburg. Eine Entscheidung, die familiär geprägt war. Denn seine Eltern besaßen ein 15-köpfiges Unternehmen im Garten- und Landschaftsbau. Ein zukünftiger Generationswechsel war angedacht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Landschaftsarchitektur und privates Unternehmen</h2>



<p>Heiko Ewen zog 1990 erst einmal nach Osnabrück, wo er die Fachhochschulreife erreichte. Zurück in Oldenburg folgte der 15 Monate dauernde Zivildienst, bei dem er mit dem Rettungswagen der Malteser unterwegs war. Dann war wieder Osnabrück an der Reihe: ein Studium der Landschaftsarchitektur. Die Schwerpunkte setzte er auf Landschaftsbau und Betriebswirtschaft, was genau zur familiären Unternehmensnachfolge passte. Als der junge Mann sein Diplom in der Tasche hatte, erfüllte er sich einen kleinen Traum und ging für vier Monate mit dem Traditionssegler „Thor Heyerdahl“ auf Reisen. Er war ein Mitglied der Mannschaft, während unter Deck Lehrer in einem provisorischen Klassenzimmer unterrichteten. „Von klein auf war ich immer auf dem Wasser“, verrät Heiko Ewen. „Meine Eltern hatten ein Motorboot, und unterstützten beim Erlernen des Segel-Einmaleins.“ Ems und Leda bildeten das Revier. Später reizte das Windsurfen auf der frischen Nordsee.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="537" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/Segeltoern-mit-der-Thor-Heyerdahl-ueber-den-Atlantik.jpg" alt="Heiko Ewen – Geschäftsführer des technischen Betriebszentrums" class="wp-image-87661" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/Segeltoern-mit-der-Thor-Heyerdahl-ueber-den-Atlantik.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/Segeltoern-mit-der-Thor-Heyerdahl-ueber-den-Atlantik-300x201.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/Segeltoern-mit-der-Thor-Heyerdahl-ueber-den-Atlantik-768x516.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/Segeltoern-mit-der-Thor-Heyerdahl-ueber-den-Atlantik-626x420.jpg 626w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/Segeltoern-mit-der-Thor-Heyerdahl-ueber-den-Atlantik-696x467.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Segeltörn mit der Thor Heyerdahl über den Atlantik</figcaption></figure></div>


<p>Im Anschluss stieg er in das elterliche Geschäft ein – als Betriebsleiter. Allzu lange währte diese Phase aber nicht: Zweifel packten den Diplom-Landschaftsarchitekten. „Ich wollte etwas anderes machen“, erzählt er kurz und knapp. „Da ich den Betrieb nicht übernehmen wollte, wurde er schließlich verkauft.“ Statt in Ostfriesland lebte Heiko Ewen zur Jahrtausendwende in Hamburg, um ein zweites Diplom anzugreifen: das als Wirtschaftsingenieur. Den persönlichen Rahmen in der maritimen Millionenstadt bildeten die Wohngemeinschaft in Eppendorf und die Nordsee, wo er ab und an auf einem Traditionssegler unterwegs war. Zur Crew gehörte auch Angelika, eine gebürtige Münchnerin, die es wegen ihrer Segel-Leidenschaft nach Kiel verschlagen hatte. Die beiden lernten sich kennen und lieben, gründeten recht schnell eine Familie: 2002, 2005 und 2008 kam jeweils ein Kind zur Welt. „Als ich das Diplom hatte, war klar, dass ich mich nach Schleswig-Holstein orientieren würde“, erklärt Heiko Ewen. Das junge Paar bezog eine Wohnung in der Kieler Innenstadt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Auf Plön folgte Kiel</h2>



<p>Für seine erste Stelle pendelte er täglich 30 Kilometer – hin und zurück. Er war nun Werkleiter des Baubetriebshofs von Plön. Der Eigenbetrieb des 9000-Einwohner-Städtchen hatte mit der Grünflächenpflege, der Straßenreinigung und dem Klärwerk sehr vielfältige Aufgaben. Nach fünf Jahren in der Holsteinischen Schweiz ergab sich die Chance, zum Abfallwirtschaftsbetrieb Kiel zu wechseln – als stellvertretender Werkleiter und kaufmännische Führungskraft. In der Landeshauptstadt begegneten Heiko Ewen ganz andere Dimensionen. Statt bislang 40 standen nun 400 Menschen auf der Gehaltsliste. Als besondere Herausforderung erwies sich der Winter 2010, als die Straßen fast drei Monate lang glatt und vereist waren und das Streusalz zu Neige ging. In der Abfallwirtschaft griff er kommunalpolitische Themen auf und setzte neue Recyclinghöfe um.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="449" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/heiko-ewen-tbz-und-jrgen-mller-sbv-bei-der-pflanzung-im-volkspark.jpg" alt="Heiko Ewen – Geschäftsführer des technischen Betriebszentrums" class="wp-image-87660" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/heiko-ewen-tbz-und-jrgen-mller-sbv-bei-der-pflanzung-im-volkspark.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/heiko-ewen-tbz-und-jrgen-mller-sbv-bei-der-pflanzung-im-volkspark-300x168.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/heiko-ewen-tbz-und-jrgen-mller-sbv-bei-der-pflanzung-im-volkspark-768x431.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/heiko-ewen-tbz-und-jrgen-mller-sbv-bei-der-pflanzung-im-volkspark-748x420.jpg 748w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/heiko-ewen-tbz-und-jrgen-mller-sbv-bei-der-pflanzung-im-volkspark-696x391.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Baumpflanzen im Volkspark mit Jürgen Möller vom SBV</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Eine Bewerbung und ihre Folgen</h2>



<p>Als sich das Jahr 2013 seinem Ende näherte, entdeckte Heiko Ewen bei der Samstagslektüre der Zeitung eine Stellenanzeige: Flensburg suchte einen Geschäftsführer für sein TBZ. „Ich war nicht aktiv auf der Suche, aber diese Stelle klang wegen der Leitungsfunktion sehr interessant“, erinnert er sich. „Mich sprach außerdem an, dass im Gegensatz zu Kiel auch das Klärwerk und die Landschaftspflege zu den Aufgaben zählten, ebenso die Organisationsform als Anstalt öffentlichen Rechts.“ Sehr bald kam eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch mit TBZ-Interimsgeschäftsführer Maik Render und mit Arne Rüstemeier vom TBZ-Verwaltungsrat. Die Referenzen überzeugten offenbar. Heiko Ewen hatte technischen Hintergrund, hatte ein privates Unternehmen geleitet und besaß zwei passende Diplome. Da war es auch kein Problem, dass er beschloss in Kiel wohnen zu bleiben, wo die Familie Wurzeln geschlagen hatte. Seine Frau hatte einen Job, die Kinder gingen zur Schule und zusammen hatten sie ein schönes Haus in der Innenstadt erworben, das von 1874 stammt – eher ungewöhnlich für die Landeshauptstadt.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="898" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/TdoT_2024_.jpg" alt="Heiko Ewen – Geschäftsführer des technischen Betriebszentrums" class="wp-image-87664" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/TdoT_2024_.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/TdoT_2024_-267x300.jpg 267w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/TdoT_2024_-768x862.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/TdoT_2024_-374x420.jpg 374w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/TdoT_2024_-696x781.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Tag der offenen Tür, 2024</figcaption></figure></div>


<p>Manchmal hat Heiko Ewen auch in Kiel zu tun und fährt dann zum Ministerium auch mal mit dem Fahrrad. Im Normalfall pendelt er vier Tage die Woche nach Flensburg. „Ich brauche unter einer Stunde – etwa 50 Minuten, mit Baustelle 55 Minuten“, berichtet er. „Ich habe den Vorteil antizyklisch fahren zu können, also aus Kiel heraus, wenn alle hineinfahren – und umgekehrt. Und in Flensburg liegt das TBZ fast am Stadtrand, man ist schnell auf der Autobahn.“ Einige Jahre hatte er die Bahn gewählt und unterwegs gearbeitet. „Vom Betriebssitz sind es nur acht Minuten zum Bahnhof und in Kiel benötige ich zehn Minuten mit dem Fahrrad“, weiß der 55-Jährige. Er verspricht: „Wenn die Brücke in Lindaunis im nächsten Jahr saniert ist, fahre ich wieder mehr mit dem Zug.“</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/TdoT_2024-4-768x1024.jpg" alt="Heiko Ewen – Geschäftsführer des technischen Betriebszentrums" class="wp-image-87663" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/TdoT_2024-4-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/TdoT_2024-4-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/TdoT_2024-4-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/TdoT_2024-4-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/TdoT_2024-4.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Arbeitsbeginn und erste Aufgaben als TBZ-Geschäftsführer</h2>



<p>Der 1. Juli 2014 war der erste Tag in Flensburg. Eine „städtische Schwester“ sorgte für die erste große Aufgabe am neuen Arbeitsplatz. Die Stadtwerke pochten damals auf ein „Netz aus einer Hand“ und schlugen vor, sich neben der Trinkwasserversorgung auch um das Abwasser samt Klärwerk zu kümmern. Heiko Ewen argumentierte erfolgreich, warum diese Infrastruktur besser beim TBZ angesiedelt wäre. In seinen ersten Monaten wurde viel an inneren Abläufen gefeilt, das Berichtswesen weiterentwickelt und Organigramme erarbeitet. Das TBZ hatte eine Phase häufiger personeller Wechsel hinter sich, womit auch der neue Geschäftsführer bisweilen konfrontiert wurde. „Da kommt bestimmt bald wieder jemand anders“, hieß es nicht nur einmal. Heiko Ewen fehlte 2016 mehrere Monate aus gesundheitlichen Gründen, ist inzwischen aber bereits seit zwölf Jahren dabei.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="738" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/TdoT_2024-2-Kopie-738x1024.jpg" alt="Heiko Ewen – Geschäftsführer des technischen Betriebszentrums" class="wp-image-87662" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/TdoT_2024-2-Kopie-738x1024.jpg 738w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/TdoT_2024-2-Kopie-216x300.jpg 216w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/TdoT_2024-2-Kopie-768x1066.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/TdoT_2024-2-Kopie-303x420.jpg 303w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/TdoT_2024-2-Kopie-696x966.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/TdoT_2024-2-Kopie.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 738px) 100vw, 738px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fahrzeugtest am Tag der offenen Tür</figcaption></figure></div>


<p>In jener Zeit wurde das Image des TBZ geschärft. An vielen Stellen im Verwaltungsgebäude hängen Schwarz-Weiß-Fotos mit Flensburger Ansichten, auf denen ein leuchtendes Orange, das Branding der Fahrzeuge, ins Auge fällt. Alle zwei Jahre stellt sich der zentrale Flensburger Dienstleister einem überregionalen Vergleich mit gleichartigen Betrieben, um die eigene Qualität stets zu überprüfen. Kundenbefragungen gehören zum guten Ton. „90 Prozent wählen bei der generellen Frage die Antworten von sehr bis eher zufrieden“, erzählt Heiko Ewen. Immer wiederkehrende Klagen beziehen sich auf Hundekot oder wilde Müllablagerungen. Seit einigen Monaten sind „Waste-Watcher“ in den Flensburger Straßen und Parks unterwegs, um nach dem Rechten zu sehen und zu prüfen, ob die Mülltonnen richtig befüllt werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Umweltbildung und Baustellen-Management</h2>



<p>Besonders stolz ist Heiko Ewen darauf, dass in den letzten Jahren der Bereich der Umweltbildung ausgebaut wurde. Kinder gehen auf eine Abfall-Rallye und erfahren, wie getrennt wird, was wohin gehört oder wie man Müll am besten vermeidet. Für fortgeschrittene Teenager werden eher nüchterne Infos über Elektroschrott als unterhaltsame Rätselstunde organisiert. Dabei verwandelt sich das Klassenzimmer in einen „Escape-Room“. Und Klärwerk-Führungen stehen allen offen – oft in Kooperation mit der Volkshochschule.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/2025-05-21_green_kajak-3581-2.jpg" alt="Heiko Ewen – Geschäftsführer des technischen Betriebszentrums" class="wp-image-87656" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/2025-05-21_green_kajak-3581-2.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/2025-05-21_green_kajak-3581-2-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/2025-05-21_green_kajak-3581-2-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/2025-05-21_green_kajak-3581-2-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/2025-05-21_green_kajak-3581-2-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Im Einsatz für die Umwelt</figcaption></figure></div>


<p>Eine sehr öffentlichkeitswirksame Aufgabe ist das Baustellen-Management. Da die Flensburger Verkehrsbehörde an das TBZ angedockt ist, kann jeden Freitag ein Baustellen-Ticker an alle Interessierten verschickt werden. „Wir sind längst nicht für alle Baustellen verantwortlich, aber achten darauf, dass der Verkehr trotz aller Hindernisse noch fließt“, erklärt Heiko Ewen. Gerade erst wurde wegen einer neuen Stromleitung die Harrisleer Straße aufgerissen, dafür aber eine Baustelle am nahen Katharinenhof unterbrochen. Und eine Maßnahme in der Bahnhofsstraße wurde verschoben, da es im Munketoft bei der Flensburger Brauerei etwas länger dauert als gedacht.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/2024-03-10_Thomas-Stengel-Heiko-Ewen-Fabian-Geyer_Fruehjahrsputz.jpg" alt="Heiko Ewen – Geschäftsführer des technischen Betriebszentrums" class="wp-image-87654" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/2024-03-10_Thomas-Stengel-Heiko-Ewen-Fabian-Geyer_Fruehjahrsputz.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/2024-03-10_Thomas-Stengel-Heiko-Ewen-Fabian-Geyer_Fruehjahrsputz-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/2024-03-10_Thomas-Stengel-Heiko-Ewen-Fabian-Geyer_Fruehjahrsputz-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/2024-03-10_Thomas-Stengel-Heiko-Ewen-Fabian-Geyer_Fruehjahrsputz-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/2024-03-10_Thomas-Stengel-Heiko-Ewen-Fabian-Geyer_Fruehjahrsputz-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Thomas Stengel und OB Fabian Geyer beim Frühjahrsputz, 2024</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Kaikante: Ein dickes Brett</h2>



<p>Das dickste Brett, das zu bohren gilt, ist sicherlich die beschädigte Kaikante im Flensburger Hafen. Für die Gestaltung werden von der Stadtverwaltung und der Kommunalpolitik weitere Vorgaben kommen, als Bauherr des Sanierungsvorhabens wird aber das TBZ auftreten. „Dort gibt es schwierige Bodenverhältnisse und ein drückendes Grundwasser, das sofort heraussprudelt, wenn man die falsche Stelle erwischt“, weiß Heiko Ewen. Seit Ende 2023 beschäftigt man sich mit diesem Projekt. Nach der Schadensanalyse mit umfangreichen Untersuchungen wird derzeit die neue Kaikante geplant. Mit Kosten von über 20 Millionen Euro muss man rechnen. Es ist das mit Abstand größte Einzelvorhaben des TBZ. Zehn-Jahres-Verträge für die Entsorgung von Abfall oder Klärschlamm dringen allerdings in noch größere Finanzvolumen vor.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/2025-03-14_Fruehjahrsputz.jpg" alt="Heiko Ewen – Geschäftsführer des technischen Betriebszentrums" class="wp-image-87655" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/2025-03-14_Fruehjahrsputz.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/2025-03-14_Fruehjahrsputz-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/2025-03-14_Fruehjahrsputz-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/2025-03-14_Fruehjahrsputz-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/2025-03-14_Fruehjahrsputz-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Frühjahrsputz-Urkunde für die Kindertagesstätte Kapernaum, 2025</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Hockey, Segeln und Nordseeinseln</h2>



<p>Beruflich ist Heiko Ewen voll auf Flensburg fokussiert, der private Lebensmittelpunkt befindet sich in Kiel, wo er mit seiner Frau und der jüngeren Tochter wohnt. Die beiden anderen Kinder sind inzwischen aus dem Haus. Der Sohn hat den Vater sportlich beeinflusst. „Als er Hockey im Kieler HTC spielte, bin ich der Elternmannschaft beigetreten – und ich fing mit 37 Jahren mit diesem Sport an“, schmunzelt Heiko Ewen. Ab und an wird mal ein Freundschaftsspiel in Flensburg oder Hamburg ausgetragen. Sonst dominiert der Trainingsspaß.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="800" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/Beim-Segeln-am-Wind.jpg" alt="Heiko Ewen – Geschäftsführer des technischen Betriebszentrums" class="wp-image-87657" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/Beim-Segeln-am-Wind.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/Beim-Segeln-am-Wind-300x300.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/Beim-Segeln-am-Wind-150x150.jpg 150w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/Beim-Segeln-am-Wind-768x768.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/Beim-Segeln-am-Wind-420x420.jpg 420w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/Beim-Segeln-am-Wind-696x696.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Das größte Familienereignis ist der dreiwöchige Segeltörn im Sommer. Oft geht es in die dänische Südsee oder auf einen Trip in die Nordsee – über Nord-Ostsee-Kanal und Eider. Auch an einem normalen Wochenende befindet sich Heiko Ewen gerne auf dem Wasser. Eine Segel-Saison dauert von April bis Oktober. Dann kommt das Boot aufs Land. „Man entdeckt eigentlich immer etwas, woran man basteln kann“, schmunzelt der „Kapitän“.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/„Segeln-bei-Flaute-768x1024.jpg" alt="Heiko Ewen – Geschäftsführer des technischen Betriebszentrums" class="wp-image-87653" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/„Segeln-bei-Flaute-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/„Segeln-bei-Flaute-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/„Segeln-bei-Flaute-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/„Segeln-bei-Flaute-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/08/„Segeln-bei-Flaute.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Segeln bei Flaute</figcaption></figure></div>


<p>Mindestens eine Woche im Jahr liegt das Segelschiff an der Flensburger Hafenspitze. Dann wird nicht gependelt, sondern an Bord genächtigt. „Die Flensburger Förde ist ein wunderschönes Revier mit den beiden Ochseninseln und der sehr bewaldeten Küste“, erzählt Heiko Ewen. „Auf der Kieler Förde muss man wesentlich aufmerksamer sein, da dort auch größere Fähren und Kreuzfahrtschiffe unterwegs sind.“ Ohne schwimmenden Untersatz hat er zwei nordfriesische Inseln für Tagesausflüge entdeckt. „Langeness ist einfach perfekt zum Entschleunigen – so ruhig und ein herrlicher Blick auf das Wattenmeer“, sagt er. „Und Föhr hat eine schöne Mischung aus etwas Stadt, Landschaft und Museum, in der man sehr gut Radfahren und Wandern kann.“ Reiseziele, die für eine Bodenständigkeit sprechen. Beim TBZ möchte Heiko Ewen langfristig bleiben. „Mit 55 Jahren ist man ruhiger, und mir gefällt es hier sehr gut.“</p>



<p><em>Text und Fotos: Jan Kirschner    </em></p>
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		<title>Kianusch Stender –Mittendrin in Flensburg</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Jul 2026 22:35:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Wege sind bilderbuchhaft. Wenn Kianusch Stender von seiner Innenstadt-Wohnung zum SPD-Büro am Hafermarkt soll, ist er zu Fuß an der Hafenspitze unterwegs. Zu anderen Terminen benutzt er bevorzugt das Fahrrad und tritt in die Pedalen, um die Fördehänge zu bewältigen. Schnell ist der 32-Jährige auch am Wochenmarkt und beim Bäcker. Dort kommt er oft [&#8230;]</p>
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<p>Die Wege sind bilderbuchhaft. Wenn Kianusch Stender von seiner Innenstadt-Wohnung zum SPD-Büro am Hafermarkt soll, ist er zu Fuß an der Hafenspitze unterwegs. Zu anderen Terminen benutzt er bevorzugt das Fahrrad und tritt in die Pedalen, um die Fördehänge zu bewältigen. Schnell ist der 32-Jährige auch am Wochenmarkt und beim Bäcker. Dort kommt er oft mit Leuten ins Gespräch. „Da kann ich meine Arbeit gut reflektieren“, sagt er. Er spricht als Landtagsabgeordneter, der sich für die Plenarsitzungen ein Hotel in Kiel nimmt, sonst aber das Flair seines Wahlkreises in vollen Zügen fühlt und genießt. Mittendrin in Flensburg.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Portraet-2025-Foto-von-Jasper-Graetsch-683x1024.jpg" alt="Kianusch Stender –Mittendrin in Flensburg" class="wp-image-87401" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Portraet-2025-Foto-von-Jasper-Graetsch-683x1024.jpg 683w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Portraet-2025-Foto-von-Jasper-Graetsch-200x300.jpg 200w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Portraet-2025-Foto-von-Jasper-Graetsch-768x1152.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Portraet-2025-Foto-von-Jasper-Graetsch-280x420.jpg 280w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Portraet-2025-Foto-von-Jasper-Graetsch-696x1044.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Portraet-2025-Foto-von-Jasper-Graetsch.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Dithmarschen und ein Freiwilliges Soziales Jahr in Flensburg</h2>



<p>Angesichts von so viel Lokalkolorit könnte man meinen, dass Kianusch Stender schon immer in der Fördestadt lebte. Dem ist nicht so. Geboren wurde er in Husum. In der kleinen Gemeinde Tensbüttel-Röst wuchs er auf. „Da gab es mehr Kühe als Einwohner und direkt gegenüber von meinem Zuhause einen Fußballplatz – das war eine schöne Kindheit“, erzählt der heutige Berufspolitiker. Neben der Mutter, den beiden Geschwistern und der Schule – zunächst die Grundschule in Albersdorf, dann das Gymnasium in Heide – bildete der örtliche Sportverein den Orbit des Jungen. Der SV Tensbüttel-Röst hatte eine komplette Fußballabteilung – von den Kleinsten bis zu den Männern. „Und als einmal die A-Jugend um den Aufstieg spielte, kam das gesamte Dorf zur Unterstützung“, berichtet Kianusch Stender von einer besonderen Dorfgemeinschaft.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Kindheitsbild-aus-dem-Jahr-2000-768x1024.jpg" alt="Kianusch Stender –Mittendrin in Flensburg" class="wp-image-87392" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Kindheitsbild-aus-dem-Jahr-2000-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Kindheitsbild-aus-dem-Jahr-2000-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Kindheitsbild-aus-dem-Jahr-2000-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Kindheitsbild-aus-dem-Jahr-2000-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Kindheitsbild-aus-dem-Jahr-2000.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kindheitsbilder aus dem Jahr 2000 und &#8230;</figcaption></figure></div>


<p>Der Trainer-Schein und die Sportbegeisterung waren die Schlüsselfaktoren für den Umzug nach Flensburg. Der junge Mann hatte sich entschieden, nach dem Abitur ein Freiwilliges Soziales Jahr einzulegen. Der TSB Flensburg bot eine Stelle. Dort betreute er zwei Mädchen-Teams, eine Jungen-Mannschaft und eine Kindergruppe. Am Vormittag drehte sich in der Offenen Ganztagsschule der Comenius-Schule viel um Ballsport. Beim TSB kickte Kianusch Stender in der zweiten Mannschaft, später in der „Dritten“ – bis diese Mannschaft aufgelöst wurde. „Es fehlt mir der Teamsport“, sagt er und verrät, dass er zuletzt bei zwei Vereinen ein Training bestritten hat. Nach der Sommerpause möchte er wieder aktiv sein. Nicht nur beim FC Landtag, der eher sporadisch zu Benefiz-Veranstaltungen antritt. Demnächst soll eine Partie gegen die „All Stars“ von Holstein Kiel angepfiffen werden.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Kindheitsbild-aus-dem-Jahr-2004-768x1024.jpg" alt="Kianusch Stender –Mittendrin in Flensburg" class="wp-image-87393" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Kindheitsbild-aus-dem-Jahr-2004-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Kindheitsbild-aus-dem-Jahr-2004-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Kindheitsbild-aus-dem-Jahr-2004-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Kindheitsbild-aus-dem-Jahr-2004-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Kindheitsbild-aus-dem-Jahr-2004.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">&#8230;2004</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Vom Studenten zum Pressesprecher</h2>



<p>Kianusch Stender freundete sich schnell mit Flensburg an – auch wenn er sich an andere Tagesabläufe gewöhnen musste. „Ich komme ja von einem ganz kleinen Dorf“, verrät er. „Da musste man eine Stunde im Auto sitzen, nur um eine Hose zu kaufen. Jetzt musste ich nur noch in die Fußgängerzone gehen.“ Dieses echte Stadtleben paarte sich mit schnellen Abstechern ins nahe Dänemark und einem direkten Zugang zum Meer. 2015 begann der Neubürger einen Doppel-Studiengang: An der Universität Flensburg studierte er „International Management“, in Sonderburg „Business, Language and Culture“. Zwei Tage die Woche pendelte Kianusch Stender zum Campus Alsion, und er lernte Dänisch. 2020 steckte der Master-Abschluss in der Tasche – inmitten der Corona-Pandemie. Die geplante Feier musste abgesagt werden.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1200" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-als-Grillmeister-beim-Tag-der-Arbeit-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch.jpg" alt="Kianusch Stender –Mittendrin in Flensburg" class="wp-image-87394" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-als-Grillmeister-beim-Tag-der-Arbeit-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-als-Grillmeister-beim-Tag-der-Arbeit-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch-200x300.jpg 200w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-als-Grillmeister-beim-Tag-der-Arbeit-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch-683x1024.jpg 683w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-als-Grillmeister-beim-Tag-der-Arbeit-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch-768x1152.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-als-Grillmeister-beim-Tag-der-Arbeit-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch-280x420.jpg 280w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-als-Grillmeister-beim-Tag-der-Arbeit-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch-696x1044.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Jasper Grätsch</figcaption></figure></div>


<p>Nahtlos klappte der Übergang ins Berufsleben. Kianusch Stender fing bei einem Klebematerial-Hersteller in Norderstedt an, sattelte dann schnell auf ein Trainee-Programm der Landeshauptstadt Kiel um. Bei über 500 Bewerbern zu den 25 Auserwählten zu gehören – das machte ihn durchaus stolz. Praktisch war es, dass viel Home-Office möglich war. So konnte der junge Mann in Flensburg wohnen bleiben. Nach zwölf Monaten wechselte er in Kiel ins Wirtschaftsreferat und wurde dann stellvertretender Leiter für Strategie und Kommunikation. Schließlich bot sich im März 2023 die Chance, bei der SPD-Landtagsfraktion als stellvertretender Pressesprecher anzuheuern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Politik zunächst als Ehrenamt</h2>



<p>Die Politik war nun Beruf und nicht mehr ein Ehrenamt. 2014 war Kianusch Stender in die SPD eingetreten. Damals hatte er bei der Benefiz-Aktion „Mädchen kicken cooler“ ein Team betreut. Auch der Landtag stellte zusammen mit der Flensburger Ratsversammlung eine Mannschaft. Simone Lange, damals die Flensburger SPD-Landtagsabgeordnete, war dabei. Sie kam mit dem jungen Mann ins Gespräch und warb ihn an. „Ich war da schon politisiert“, erklärt Kianusch Stender. „Mit den Werten der SPD konnte ich mich am besten identifizieren.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-bei-der-FSG-im-Maerz-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch.jpg" alt="Kianusch Stender –Mittendrin in Flensburg" class="wp-image-87397" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-bei-der-FSG-im-Maerz-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-bei-der-FSG-im-Maerz-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-bei-der-FSG-im-Maerz-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-bei-der-FSG-im-Maerz-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-bei-der-FSG-im-Maerz-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bei der FSG, 2026;  Foto: Jasper Grätsch</figcaption></figure></div>


<p>Zwei Entwicklungen vergrößerten sein Engagement. Zur Landtagswahl 2017 trat Heiner Dunckel als SPD-Kandidat an. „Er war ja einer unserer Universitätsprofessoren“, erzählt Kianusch Stender. „Da bin ich nach der Vorlesung hin und unterstützte ihn dann im Wahlkampf.“ Auch im Kreisverband und bei den „Jusos“ tauchte er auf. Anfang 2020 regte ihn sehr auf, dass sich in Thüringen ein FDP-Politiker mit den Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten wählen ließ. Das wollte Kianusch Stender nicht nur verbal ablehnen. 2021 wurde er für zwei Jahre zum Vorsitzenden der „Jusos“ auf Landesebene gewählt. In dieser Funktion arbeitete der Flensburger am Wahlprogramm für die Landtagswahl 2022 mit und landete auf Listenplatz 13. Im Anschluss übernahm Kianusch Stender neue Ämter: Beisitzer im Landesvorstand der Mutterpartei und SPD-Kreisvorsitzender von Flensburg.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Weg in den Landtag</h2>



<p>Bei der Landtagswahl 2022 hatte er es mit einer Direkt-Kandidatur versucht, konnte dem ungünstigen Landestrend allerdings nicht trotzen. Die SPD erhielt nur zwölf Mandate. Kianusch Stender hatte sich zunächst mit einer Beobachterrolle anzufreunden. Anfang April 2024 war Listenplatz 13 doch noch Gold wert. Der einstige SPD-Spitzenkandidat Thomas Losse-Müller schied aus, der Flensburger Genosse rückte nach. Einen großen Umzug musste Kianusch Stender nicht managen. Als stellvertretender Pressesprecher der Fraktion hatte er schon ein Büro im dritten Stock des Landtags, das neue lag nur vier Meter entfernt – mit dem Zusatz „MdL“ auf dem Schild.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="534" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-am-Redepult-im-Landtag-2026-Foto-von-Soenke-Ehlers.jpg" alt="Kianusch Stender –Mittendrin in Flensburg" class="wp-image-87395" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-am-Redepult-im-Landtag-2026-Foto-von-Soenke-Ehlers.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-am-Redepult-im-Landtag-2026-Foto-von-Soenke-Ehlers-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-am-Redepult-im-Landtag-2026-Foto-von-Soenke-Ehlers-768x513.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-am-Redepult-im-Landtag-2026-Foto-von-Soenke-Ehlers-629x420.jpg 629w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-am-Redepult-im-Landtag-2026-Foto-von-Soenke-Ehlers-696x465.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Sönke Ehlers</figcaption></figure></div>


<p>Jeden Dienstagnachmittag trifft sich die zwölfköpfige SPD-Fraktion zu einer internen Sitzung. Sie dient der Vorbereitung der Woche. Es werden Anträge vorbereitet, Verantwortlichkeiten verteilt, Reden vergeben und Presseberichte besprochen. Kianusch Stender ist Sprecher der SPD-Fraktion für Wirtschaft, Digitales und Sport. Außerdem sitzt er im Wirtschaftsausschuss, der alle zwei Wochen zusammentritt. In der Regel geht es mit dem Auto nach Kiel – aus ganz praktischen Erwägungen. Die Fahrt dauert gut eine Stunde, mit der Bahn wären es derzeit wegen der Unterbrechung in Lindaunis rund drei Stunden. Für Termine, die zu seinen Themenschwerpunkten passen, ist der SPD-Abgeordnete in ganz Schleswig-Holstein unterwegs. Er fährt selbst. „Inzwischen habe ich es so geregelt, dass ich die Zeit dank einer Freisprechanlage gut für Telefonate nutzen kann“, verrät er.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-in-der-Flensburger-Malteser-Kita-im-April-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch.jpg" alt="Kianusch Stender –Mittendrin in Flensburg" class="wp-image-87399" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-in-der-Flensburger-Malteser-Kita-im-April-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-in-der-Flensburger-Malteser-Kita-im-April-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-in-der-Flensburger-Malteser-Kita-im-April-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-in-der-Flensburger-Malteser-Kita-im-April-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-in-der-Flensburger-Malteser-Kita-im-April-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">In der Flensburger Malteser-Kita, 2026; Foto: Jasper Grätsch</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Sitzungswoche in Kiel</h2>



<p>Etwa einmal im Monat hat der Landtag seine Sitzungswoche. Mittwochs und donnerstags wird von 10 bis 18 Uhr getagt – mit Mittagspause. Der Freitag fällt etwas kürzer aus. Die Präsenz wird großgeschrieben. Die Abgeordneten sitzen meist nur dann nicht auf ihrem Platz, wenn sie mal Gäste im Publikum aufsuchen oder sich für einen kurzen Austausch außerhalb des Plenarsaals treffen. Kianusch Stender hält im Schnitt eine Rede pro Tag für die SPD, für die zahlenmäßig stärkste Oppositionspartei. Das Nordlicht thematisierte zuletzt die trotz etlicher Subventionsmillionen ausgebliebene Northvolt-Ansiedlung bei Heide („Ein Desaster der Regierung“), den Bürokratie-Abbau und die Schwimmstätten-Förderung. Der SPD-Abgeordnete schreibt seine Beiträge selbst, wie er betont: „Man ist so besser in die Materie eingearbeitet. Eine KI verwende ich nur gelegentlich zur Unterstützung, zum Beispiel um einen Einstieg zu optimieren.“</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-im-Interview-mit-RTL-im-August-2025-Foto-von-Maximilian-Reimers-683x1024.jpg" alt="Kianusch Stender –Mittendrin in Flensburg" class="wp-image-87398" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-im-Interview-mit-RTL-im-August-2025-Foto-von-Maximilian-Reimers-683x1024.jpg 683w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-im-Interview-mit-RTL-im-August-2025-Foto-von-Maximilian-Reimers-200x300.jpg 200w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-im-Interview-mit-RTL-im-August-2025-Foto-von-Maximilian-Reimers-768x1152.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-im-Interview-mit-RTL-im-August-2025-Foto-von-Maximilian-Reimers-280x420.jpg 280w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-im-Interview-mit-RTL-im-August-2025-Foto-von-Maximilian-Reimers-696x1044.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-im-Interview-mit-RTL-im-August-2025-Foto-von-Maximilian-Reimers.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption">Im Interview mit RTL, 2025; Foto: Maximilian Reimers</figcaption></figure></div>


<p>An den Abenden folgen weitere Termine in Kiel. Häufig werden sogenannte parlamentarische Abende veranstaltet – meist zusammen mit Verbänden. Neulich etwa war die DLRG ins Landeshaus eingeladen, um über die Wasserkompetenz der jungen Generation und nötige Investitionen in die Schwimmstätten-Infrastruktur zu sprechen. Kianusch Stender ist stolz, dass es gelungen ist, viereinhalb Millionen Euro für das Flensburger Campusbad aus dem Sondervermögen des Bundes über das Land zu bekommen. Andere Male wird sich mit der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer oder dem Landessportverband ausgetauscht. Und einmalig fand im Kieler Schloss ein Festakt „80 Jahre Schleswig-Holstein“ statt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Am Puls der Bevölkerung</h2>



<p>Wenn er mehrere Tage am Stück in der Landeshauptstadt zu verweilen hat, nimmt sich Kianusch Stender ein Hotel. Sonst möchte er sich aber möglichst viel im vertrauten Flensburg aufhalten und den Puls der Bevölkerung fühlen. Deshalb hat er es sich zur Angewohnheit gemacht, ein bis zwei Mal im Monat eine Straße auszusuchen und einen Nachmittag lang Haustür-Gespräche durchzuführen. Manch einer soll verwundert sein, wenn plötzlich ein Landtagsabgeordneter vor dem privaten Eingang steht: „Ist etwa schon wieder Wahl?“ Kianusch Stender möchte auch abseits des Wahlkampfs die Themen abgreifen, die die Menschen bewegen.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-bei-der-Demo-gegen-die-AfD-im-September-2024-in-Flensburg-Foto-von-Jasper-Graetsch-683x1024.jpg" alt="Kianusch Stender –Mittendrin in Flensburg" class="wp-image-87396" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-bei-der-Demo-gegen-die-AfD-im-September-2024-in-Flensburg-Foto-von-Jasper-Graetsch-683x1024.jpg 683w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-bei-der-Demo-gegen-die-AfD-im-September-2024-in-Flensburg-Foto-von-Jasper-Graetsch-200x300.jpg 200w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-bei-der-Demo-gegen-die-AfD-im-September-2024-in-Flensburg-Foto-von-Jasper-Graetsch-768x1152.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-bei-der-Demo-gegen-die-AfD-im-September-2024-in-Flensburg-Foto-von-Jasper-Graetsch-280x420.jpg 280w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-bei-der-Demo-gegen-die-AfD-im-September-2024-in-Flensburg-Foto-von-Jasper-Graetsch-696x1044.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-bei-der-Demo-gegen-die-AfD-im-September-2024-in-Flensburg-Foto-von-Jasper-Graetsch.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption">Demo gegen die AfD, 2024 in Flensburg</figcaption></figure></div>


<p>In eine ähnliche Richtung gehen einige Betriebspraktika. Der junge Politiker war schon einen Tag im Kindergarten und ein paar Stunden „auf Streife“ mit der Polizei. Als nächstes sind ein Sportevent-Veranstalter und die Handwerkskammer an der Reihe. Als ein weiterer Anker für die gewisse Bodenhaftung kann auch sein Ehrenamt angesehen werden: Kianusch Stender ist weiterhin der Vorsitzende des Flensburger SPD-Kreisverbandes mit seinen 300 Mitgliedern. Ein kurzer Draht zur Kommunalpolitik in Flensburg ist so garantiert. Gekoppelt mit seinem Job als Landtagsabgeordneter ergeben sich sogenannte Synergieeffekte, die über die gemeinsame Nutzung des Büros am Hafermarkt hinausgehen. Er selbst beschäftigt über eine Landespauschale eine 20-Stunden-Kraft und erhält Support bei Plakat-Aktionen, Social Media und der Pressearbeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Musik, Sport und die nächsten Themen</h2>



<p>In seiner Freizeit geht es Kianusch Stender gerne sportlich an. Er läuft um die Hafenspitze bis Sonwik, dann zurück und bis zum Ostseebad, ehe er nach Hause rennt. Er hat sich an einer Fischbrötchenbude auch schon einem Lauftreff angeschlossen, um in geselliger Runde die Kilometer in Angriff zu nehmen. Mit dem Fahrrad ist er häufiger mit Freunden unterwegs, durchquert dänische Dörfer und den Kollunder Wald, ehe er die Tour mit einem Hot Dog in Sonderhavn krönt. Eine andere Leidenschaft ist die Musik: Schon mit elf Jahren spielte Kianusch Stender auf der Trompete. Jetzt zupft er zu Hause gerne die Akustik-Gitarre und singt dazu. Er liebt Konzerte und war zuletzt dabei, als die Indie-Rock-Band „Madsen“ auf der Sylt-Fähre auftrumpfte. Häufiger sieht man ihn bei der „Friday Night“ im Volksbad.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="800" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-in-der-Sommerpause-2024-Foro-von-Mattias-Jonsson.jpg" alt="Kianusch Stender –Mittendrin in Flensburg" class="wp-image-87400" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-in-der-Sommerpause-2024-Foro-von-Mattias-Jonsson.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-in-der-Sommerpause-2024-Foro-von-Mattias-Jonsson-300x300.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-in-der-Sommerpause-2024-Foro-von-Mattias-Jonsson-150x150.jpg 150w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-in-der-Sommerpause-2024-Foro-von-Mattias-Jonsson-768x768.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-in-der-Sommerpause-2024-Foro-von-Mattias-Jonsson-420x420.jpg 420w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-in-der-Sommerpause-2024-Foro-von-Mattias-Jonsson-696x696.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Mattias Jonsson</figcaption></figure></div>


<p>Dort trifft man viele Leute. Und manchmal drehen sich die Gespräche auch um die Themen, die nach der Sommerpause wieder auf der politischen Tagesordnung stehen werden. Zusammen mit dem SSW-Landtagsabgeordneten Christian Dirschauer möchte sich Kianusch Stender intensiv für den Schutz der Flensburger Förde einsetzen. „Es geht um Nitrateinflüsse, Muschelfischerei und Sauerstoffmangel“, betont der SPD-Politiker. „Wir müssen aufpassen, dass unsere Förde nicht irgendwann umkippt.“ Für die offene Frage der Schwangerschaftsabbrüche in Flensburg, die das zukünftige Malteser-Krankenhaus nicht übernehmen möchte, deutet sich ein medizinisches Versorgungszentrum für Frauengesundheit an – auf demselben Gelände, aber mit einem anderen Träger. Ein anderer Schwerpunkt: die Mobilität. Die Bemühungen um den Fernhaltepunkt in Weiche sind so zu lenken, dass die Fördersummen nicht auf andere Gleise vorbeilaufen. Einige Impulse werden aus Kiel kommen, weiß Kianusch Stender, der als Landtagsabgeordneter die politischen Weichenstellungen begleiten möchte.</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner    </em></p>
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		<title>Martin Lorenzen – stets im „Dienst der dänischen Minderheit“</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Jun 2026 22:58:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Flensborghus ist schon seit 300 Jahren ein Prachtbau in Backstein-Optik und dürfte jedem Besucher der Norderstraße sofort ins Auge fallen. Seit einem guten Jahrhundert pulsiert an dieser Stelle der Hotspot der dänischen Minderheit. Unter einem Dach finden sich mehrere Vereine und Institutionen. Dazu gehört auch der Südschleswigsche Wählerverband. Seit 1996 arbeitet und engagiert sich [&#8230;]</p>
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<p>Das Flensborghus ist schon seit 300 Jahren ein Prachtbau in Backstein-Optik und dürfte jedem Besucher der Norderstraße sofort ins Auge fallen. Seit einem guten Jahrhundert pulsiert an dieser Stelle der Hotspot der dänischen Minderheit. Unter einem Dach finden sich mehrere Vereine und Institutionen. Dazu gehört auch der Südschleswigsche Wählerverband. Seit 1996 arbeitet und engagiert sich Martin Lorenzen für den SSW. Fast sein halbes Leben. Kürzlich feierte der 62-Jährige sein 30-jähriges Dienstjubiläum. Sein Büro hat er im Erdgeschoss des Flensborghus, wo er hauptsächlich anzutreffen ist. Der Landesgeschäftsführer taucht aber auch in den SSW-Außenstellen Husum, Schleswig und Eckernförde auf und begleitet die Landtagssitzungen in Kiel.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DSC_6791.jpg" alt="Martin Lorenzen – stets im „Dienst der dänischen Minderheit“" class="wp-image-87087" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DSC_6791.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DSC_6791-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DSC_6791-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DSC_6791-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DSC_6791-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Er hat auch deutsche Ahnen, etwa einen ehemaligen Flensburger Polizisten, es dominieren aber die dänischen Vorfahren. So ist überliefert, dass Sievert Lorenzen, ein Ururgroßvater, um 1850 herum von Tondern in die Fördestadt zog und in der Nähe des Nordermarktes eine Schlachterei eröffnete. Martin Lorenzen hingegen wuchs nicht in Flensburgs Innenstadt auf, sondern in Harrislee auf. Er wie auch seine Schwester besuchten den dänischen Kindergarten und die dänische Schule. „Ich hatte eine behütete Kindheit in Harrislee, wo man sich in einer starken dänischen Minderheit kannte und gegenseitig unterstützte“, erzählt er. Ein logischer Schritt war eine jugendliche Handball-Karriere bei HKUF. Später war Martin Lorenzen auch Trainer und gehörte dem Vorstand an. Einige trifft er nun wieder, wenn er zur SG in die „Hölle Nord“ pilgert. Seit 15 Jahren hat der Handball-Fan eine Dauerkarte. Ein beliebtes Ziel ist auch Herning, wo die dänische Nationalmannschaft häufiger auftrumpft.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="563" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/3075983532.jpg" alt="Martin Lorenzen – stets im „Dienst der dänischen Minderheit“" class="wp-image-87083" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/3075983532.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/3075983532-300x211.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/3075983532-768x540.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/3075983532-597x420.jpg 597w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/3075983532-696x490.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/3075983532-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Im Landtagsbüro des SSW, 1997</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Abitur am dänischen Gymnasium, Studium in Dänemark</h2>



<p>Mitte der 1970er Jahre wechselte Martin Lorenzen auf die Duborg-Skolen. „Ich war der erste aus unserer Familie, der aufs Gymnasium kam“, erzählte er. „Ich verdanke dem guten Schulsystem und den vielen guten Lehrern in der dänischen Minderheit, dass ich auf das Gymnasium gehen konnte, obwohl ich aus sehr einfachen Verhältnisse komme.“ Sein Vater beispielsweise war als „Mappenmann“, als Zusteller im Lesezirkel, in der Region unterwegs.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/1.mai-2008mitLudwigHeckerMeinSchwiegervater-768x1024.jpg" alt="Martin Lorenzen – stets im „Dienst der dänischen Minderheit“" class="wp-image-87077" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/1.mai-2008mitLudwigHeckerMeinSchwiegervater-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/1.mai-2008mitLudwigHeckerMeinSchwiegervater-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/1.mai-2008mitLudwigHeckerMeinSchwiegervater-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/1.mai-2008mitLudwigHeckerMeinSchwiegervater-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/1.mai-2008mitLudwigHeckerMeinSchwiegervater.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">1. Mai 2008-Demo mit Schwiegervater Ludvig Hecker, Vorsitzende des Bund der Antifaschisten</figcaption></figure></div>


<p>1983 hatte Martin Lorenzen das Abitur in der Tasche. Zunächst blieb er südlich der deutsch-dänischen Grenze, da er sich HKUF sehr verbunden fühlte. Er war gleichzeitig Spieler der ersten Mannschaft, Trainer im Jugendbereich und Vorstandsmitglied. Der junge Mann begann eine Ausbildung beim früheren Harrisleer Klebeband-Klassiker „Nopi“ als Indus­triekaufmann. Die ehemalige dänische Firma war inzwischen von „Beiersdorf“ geschluckt worden und erhielt eine neue Führungsriege aus Hamburg. „Ich konnte den betrieblichen Ablauf eines großen Unternehmens kennenlernen und sammelte dadurch wertvolle berufliche Erfahrungen“, meint Martin Lorenzen rückblickend.</p>



<p>Nach den obligatorischen drei Jahren zog es ihn nach Aarhus zum Studium der Betriebswirtschaft. Besonders faszinierte ihn der neue Studiengang „Umweltlehre“. Er engagierte sich auch für die dänische Minderheit, indem er in Aarhus einen südschleswigschen Studentenverein gründete. Nebenbei verdingte er sich als Übersetzer und als Buchhalter. Ganz andere Einblicke ermöglichte eine Wohngemeinschaft auf einem Bauernhof.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="653" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/3075041618.jpg" alt="Martin Lorenzen – stets im „Dienst der dänischen Minderheit“" class="wp-image-87082" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/3075041618.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/3075041618-300x245.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/3075041618-768x627.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/3075041618-515x420.jpg 515w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/3075041618-696x568.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die SSW-Abgeordnete Anke Spoorendonk (Dritte von links) im Hof von Aktivitetshuset, 1999, mit ihrem damaligen Mitarbeiterstab – Martin Lorenzen ganz rechts</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Erste Berufserfahrungen bei Aarhus, Rückkehr nach Flensburg</h2>



<p>Nach dem Studium erfolgte der Berufseinstieg bei einem kleinen Betrieb in der Umgebung von Aarhus. „Diese Firma setzte zu mehr als 90 Prozent auf den Export, besonders nach Deutschland“, berichtet Martin Lorenzen. „Ich war beeindruckt, wie man in der dänischen Wirtschaft mit flachen Hierarchien zum gemeinsamen Wohl zusammenarbeitete.“ Heute ist er sich sicher, dass er durch seine insgesamt zehn Jahre in Dänemark die dänische Mentalität und den skandinavischen Pragmatismus schätzen gelernt hat. „Vor allem das Zielbewusstsein, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und selbst Verantwortung für sein Handeln und sein Leben zu übernehmen“, betont der Flensburger.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DKFLUSSW-Martin-Lorenzen-8.jpg" alt="Martin Lorenzen – stets im „Dienst der dänischen Minderheit“" class="wp-image-87086" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DKFLUSSW-Martin-Lorenzen-8.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DKFLUSSW-Martin-Lorenzen-8-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DKFLUSSW-Martin-Lorenzen-8-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DKFLUSSW-Martin-Lorenzen-8-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DKFLUSSW-Martin-Lorenzen-8-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Lars Salomonsen</figcaption></figure></div>


<p>1996 war er bereits mit seiner Jugendliebe Brita zusammenzogen. Die Heirat stand kurz bevor. Eines Tages meldete sich seine ehemalige Lehrerin Anke Spoorendonk. Einst hatte sie „sehr inspirierend“ Geschichte unterrichtet. Nun war sie SSW-Landtagsabgeordnete und suchte einen Ökonomen für ihren Stab. „Wir waren keine Sekunde im Zweifel“, erinnert sich Martin Lorenzen. „Uns zog es zurück ins deutsch-dänische Grenzland und zurück in die Hauptstadt der dänischen Minderheit – nach Flensburg“. Nach der erfolgreichen Landtagswahl wurde er als wissenschaftlicher Mitarbeiter vom SSW eingestellt. „Während Brita als Bibliothekarin jeden Tag nach Haderslev fuhr, ging es für mich viele Jahre nach Kiel.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Beruf und Ehrenamt beim SSW</h2>



<p>1998 übernahm Martin Lorenzen die Geschäftsführung der Landtagsfraktion. Die Strukturen waren ihm vertraut. „Beim SSW gab es nach dänischem Vorbild eine flache Hierarchie“, erklärt er. „Die Mitarbeiter arbeiteten auf Augenhöhe mit den Landtagsabgeordneten zusammen. Mit Anke Spoorendonk, Lars Harms, Silke Hinrichsen und einigen Kollegen organisierte Martin Lorenzen den politischen Alltag, aber auch die Wahlkämpfe, die sehr wechselnde Ergebnisse brachten. Auf das Hoch von 2000 folgte das Tief von 2005. Unvergessen der Versuch der Ministerpräsidentin Heide Simonis, sich mit den Stimmen des SSW erneut wählen zu lassen. Vier Mal gab es keine Mehrheit. „Wir wurden von vielen für unsere Unterstützung angefeindet, unsere Abgeordneten brauchten sogar Leibwächter“, erinnert sich Martin Lorenzen. „In der SSW-Fraktion, in der Minderheit und in unserer Partei hielten wir zusammen, so dass wir aus dieser Situation gestärkt hervorgingen“, meint Martin Lorenzen.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/7ed51838-e229-4077-9635-e5c1839ceb1f.jpg" alt="Martin Lorenzen – stets im „Dienst der dänischen Minderheit“" class="wp-image-87078" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/7ed51838-e229-4077-9635-e5c1839ceb1f.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/7ed51838-e229-4077-9635-e5c1839ceb1f-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/7ed51838-e229-4077-9635-e5c1839ceb1f-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/7ed51838-e229-4077-9635-e5c1839ceb1f-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/7ed51838-e229-4077-9635-e5c1839ceb1f-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/7ed51838-e229-4077-9635-e5c1839ceb1f-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/7ed51838-e229-4077-9635-e5c1839ceb1f-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit seinen ehemaligen Chefs Anke Spoorendonk und Flemming Meyer im Jahr 2021 zum 70. Geburtstag von Flemming Meyer</figcaption></figure></div>


<p>Er war seit 2001 auch ehrenamtlich für seine Partei in Flensburg aktiv. „Meine Motivation, mich direkt im SSW zu engagieren, war die kulturelle und ökonomische Gleichstellung der Minderheiten, wobei es damals in Flensburg doch einige Defizite gab. Aber vor allem wollte ich den Menschen in Flensburg eine Stimme geben, die genau wie ich nicht mit dem goldenen Löffel geboren wurden und wie meine Eltern mit harter Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienen müssen.“</p>



<p>Damals sah Martin Lorenzen die soziale Linie des SSW in Flensburg in Gefahr. Das führte durchaus zu Konflikten mit der damaligen Fraktionsspitze. „Ich und meine Mistreiter aus dem Umfeld der neuen Kreisvorsitzenden Birgit Seidler und der Landtagsabgeordneten Silke Hinrichsen begannen uns politisch zu positionieren“, erinnert sich der 62-Jährige. „Wir warben für Gerhard Bethge als neuen Fraktionsvorsitzenden.“&nbsp; 2005 war diese Personalie geklärt. Martin Lorenzen selbst trat 2008 zum ersten Mal als Kandidat zur Kommunalwahl an und wurde im Wahlkreis Rude direkt gewählt.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/781c5617-e02e-4068-ac2f-47deb0765895-768x1024.jpg" alt="Martin Lorenzen – stets im „Dienst der dänischen Minderheit“" class="wp-image-87079" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/781c5617-e02e-4068-ac2f-47deb0765895-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/781c5617-e02e-4068-ac2f-47deb0765895-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/781c5617-e02e-4068-ac2f-47deb0765895-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/781c5617-e02e-4068-ac2f-47deb0765895-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/781c5617-e02e-4068-ac2f-47deb0765895.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Beim Empfang im Schloss Bellevue mit Bundespräsident Steinmeier, 2025</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ein neuer SSW-Landesgeschäftsführer</h2>



<p>Das Jahr 2008 erwies sich auch als berufliche Zäsur. Als der damalige Landesgeschäftsführer Dieter Lenz in den Ruhestand ging, entschloss sich Martin Lorenzen als Nachfolger zu bewerben. Als Fraktionsgeschäftsführer in Kiel hatte er eng mit dem ausscheidenden Funktionär zusammengearbeitet und kannte seine Aufgaben. „Es war sehr verlockend nicht mehr in Kiel zu arbeiten, sondern im Flensborghus, im Zentrum der dänischen Minderheit und nur wenige hundert Meter von unserer Wohnung entfernt“, erzählt er.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/20250222_131427.jpg" alt="Martin Lorenzen – stets im „Dienst der dänischen Minderheit“" class="wp-image-87081" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/20250222_131427.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/20250222_131427-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/20250222_131427-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/20250222_131427-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/20250222_131427-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/20250222_131427-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/20250222_131427-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Auf dem Holm in Flensburg im SSW-Wahlkampf um Stefan Seidler bei der Bundestagswahl 2025</figcaption></figure></div>


<p>Die Bewerbung fruchtete. „Ich wollte die Partei mit zentralen Wahlkämpfen modernisieren, aber gleichzeitig mehr dezentral Mitarbeiter einstellen, um die Kreisverbände zu stärken“, erklärt der noch immer amtierende Landesgeschäftsführer. „Politisch sollte der SSW ein klareres und deutlicheres Profil als soziale, regionale Minderheitenpartei bekommen – mit Inspiration aus Skandinavien.“ Anfangs hatte Martin Lorenzen nur drei Mitarbeiter, heute ist es ein elfköpfiges Team. Es entstand eine enge Zusammenarbeit mit den SSW-Landesvorsitzenden: lange Zeit Flemming Meyer, dann Christian Dirschauer und jetzt Sybilla Nitsch.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Siege und Niederlagen bei den Wahlen</h2>



<p>Die SSW-Zentrale hatte seit 2008 zwölf Wahlkämpfe auf der Agenda. „Diese sind für uns als kleine Minderheitenpartei mit etwas über 3000 Mitgliedern immer eine große Herausforderung“, erklärt der Landesgeschäftsführer. „Wir sind nicht viele, aber dafür umso motivierter.“ Bei der Landtagswahl 2009 erreichte der SSW zum ersten Mal seit Ende der 1940er Jahre vier Mandate und Fraktionsstatus. Nach der Landtagswahl 2012 war der SSW zum ersten Mal in der Geschichte ein Teil einer Landesregierung. In der folgenden Legislaturperiode wurde eine hundertprozentige Gleichstellung für die dänischen Schulen oder die Anerkennung von Dänisch und Friesisch als Amtssprachen im nördlichen Landesteil erreicht. „Obwohl der SSW fast alle seine Wahlforderungen umsetzen konnte, wurde die Regierungsbeteiligung nicht belohnt“, meint Martin Lorenzen. Bei der Landtagswahl 2017 verlor der SSW viele Stimmen.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="601" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-09-um-14.13.25.jpg" alt="Martin Lorenzen – stets im „Dienst der dänischen Minderheit“" class="wp-image-87084" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-09-um-14.13.25.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-09-um-14.13.25-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-09-um-14.13.25-768x577.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-09-um-14.13.25-559x420.jpg 559w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-09-um-14.13.25-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-09-um-14.13.25-696x523.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-09-um-14.13.25-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit SSW-Landesvorsitzender Sybilla Nitsch zur Demonstration vor dem Rathaus in Kiel, 2024</figcaption></figure></div>


<p>In Flensburg war dem SSW 2010 ein Überraschungscoup geglückt. Sein Kandidat Simon Faber wurde Oberbürgermeister. Martin Lorenzen war als Ratsmitglied und Landesgeschäftsführer Organisator des Wahlkampfes gewesen. „Es war eine fantastische Kampagne mit einem sympathischen Kandidaten, wir unterschätzten aber die Reaktion unserer politischen Konkurrenten“, erinnert er sich. „Ich selbst musste leider aus Zeitmangel mein Ratsmandat zurückgeben und war nur noch als bürgerliches Mitglied im Finanz- und Kulturausschuss tätig.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwischen Kommunal- und Bundestagswahl</h2>



<p>Simon Faber wurde 2016 übrigens nicht wiedergewählt. Überhaupt lief es für den SSW die kommenden Jahre weniger gut. Die Wende kam, als die Minderheitspartei 2021 zum ersten Mal seit Ewigkeiten zur Bundestagswahl antrat und mit Stefan Seidler zum ersten Mal seit 1953 einen Abgeordneten im Bundestag hatte. „Durch seine erfolgreiche politische Arbeit in Berlin und aufgrund einer starken Landtagsfraktion in Kiel bekam der SSW noch mehr öffentliche Aufmerksamkeit“, meint Martin Lorenzen. Er verweist auf die 250 Mandate bei den Kommunalwahlen 2023 und auf das besonders gute Abschneiden in Flensburg als stärkste Kraft. Mit Susanne Schäfer-Quäck stellt der SSW seitdem die Stadtpräsidentin. Martin Lorenzen selbst kehrte in die Flensburger Ratsversammlung zurück. Im Wahlkreis „Waldschule“ lag er exakt drei Stimmen vor der Grünen-Kandidatin. „Während des Wahlkampfs habe ich mit vielen Leuten gesprochen und Kaffee getrunken“, verrät Martin Lorenzen.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG-20250427-WA0060-1-768x1024.jpg" alt="Martin Lorenzen – stets im „Dienst der dänischen Minderheit“" class="wp-image-87089" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG-20250427-WA0060-1-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG-20250427-WA0060-1-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG-20250427-WA0060-1-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG-20250427-WA0060-1-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG-20250427-WA0060-1.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Brita und Neffe Bjarke beim FC Liverpool an der Anfield Road, 2025</figcaption></figure></div>


<p>Dennoch war der SSW am Wahlabend etwas ratlos, da sich unter den ausnahmslos direkt gewählten Kandidaten viele Neulinge befanden. Wer soll nun die Flensburger Fraktionsführung übernehmen?&nbsp; „Die Wahl fiel auf mich“, schmunzelt Martin Lorenzen. „Man meinte, dass ich mit meiner langen Erfahrung und als Landesgeschäftsführer diese Aufgabe am ehesten wahrnehmen konnte.“ Er sagte zu und behielt dieses Amt für zweieinhalb Jahre. „Ich bin im Dezember 2025 als Fraktionsvorsitzender zurückgetreten, weil der Zeitaufwand zu groß wurde“, erklärt der Landesgeschäftsführer. „Der SSW steht 2027, 2028 und 2029 vor drei wichtigen Wahlen. Und angesichts der nächsten Kommunalwahl ist es auch wichtig, dass ich als 62-Jähriger den Generationswechsel voranbringe.“</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/20190705_115006-768x1024.jpg" alt="Martin Lorenzen – stets im „Dienst der dänischen Minderheit“" class="wp-image-87080" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/20190705_115006-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/20190705_115006-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/20190705_115006-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/20190705_115006-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/20190705_115006.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Ehefrau Brita Hecker in John o‘ Groats, Schottland, 2019</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Lokalpolitik und Freizeit</h2>



<p>Als einfaches Ratsmitglied hat Martin Lorenzen das lokalpolitische Geschehen natürlich weiterhin im Blick. „Flensburg hat leider zurzeit ernsthafte Herausforderungen, die zum Teil noch von vielen Altlasten herstammen“, findet er. „Schulen, Kaimauern oder Kultureinrichtungen sind marode und müssen saniert werden. Wir haben rekordverdächtige Investitionen in die Flensburger Infrastruktur beschlossen, die allerdings erst in einigen Jahren wirken werden.“ Den Hafen-Ost als Wirtschaftshafen mit Wohnbebauung oder die Verkehrspolitik mit einem Fernhaltepunkt in Weiche und einem Innenstadtbahnhof sieht er auf einem guten Weg. „Die Zusammenarbeit in der Ratsversammlung ist zwischen den Parteien viel besser geworden“, beobachtet Martin Lorenzen. „Es hapert aber immer noch in Zusammenspiel zwischen Verwaltungsspitze und den Ratsfraktionen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="540" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DKFLU_SSWlandsmoede026TR20211023-.jpg" alt="Martin Lorenzen – stets im „Dienst der dänischen Minderheit“" class="wp-image-87085" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DKFLU_SSWlandsmoede026TR20211023-.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DKFLU_SSWlandsmoede026TR20211023--300x203.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DKFLU_SSWlandsmoede026TR20211023--768x518.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DKFLU_SSWlandsmoede026TR20211023--622x420.jpg 622w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DKFLU_SSWlandsmoede026TR20211023--696x470.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">SSW landsmøde 2021 i Hotel des Nordens, Harrislee. Foto: Tim Riediger</figcaption></figure></div>


<p>Als Landesgeschäftsführer oder als ehrenamtlicher Politiker opfert er sehr viel Zeit und braucht die Unterstützung seines privaten Umfeldes. „Ohne meine fantastische Frau, die als Bibliothekarin der dänischen Bibliothek in Flensburg beruflich auch sehr eingespannt ist, und ohne meine herrliche Familie und meine Freunde wäre das nicht möglich“, weiß Martin Lorenzen. „Sie haben mir auch geholfen, dass ich nicht nur als Politikwahnsinniger durch das Leben laufe.“ Es blieb Zeit für viele weitere Interessen. Der Flensburger reist gerne. Er wandert durch die Berge im englischen Lake District oder in Schottland. Er radelt durch Dänemark, Holland oder Frankreich. Er schätzt die Sommerhaus-Aufenthalte in Dänemark oder verfolgt das Sportgeschehen. Bei der SG ist er regelmäßiger Gast, er war aber auch schon beim FC St. Pauli und an der Anfield Road in Liverpool. „Auch privat habe ich mich nie zurückgehalten und mein Leben zusammen mit meiner Frau und meinen Liebsten in vollen Zügen genossen“, sagt Martin Lorenzen mit einem glücklichen Unterton.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner<br>Fotos: Jan Kirschner, privat</em>    </p>
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		<title>Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr</title>
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		<pubDate>Fri, 29 May 2026 15:59:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
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<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/carsten-herzog-chef-der-flensburger-berufsfeuerwehr/">Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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<p>Wenige Meter entfernt von der Bushaltestelle an der Bahnhofstraße durchbricht eine kleine Gartenpforte einen sonst regelmäßigen Zaun. Öffnet man diese und geht ein paar Schritte weiter, kommt man direkt auf den Haupteingang eines größeren Gebäudes. An der Fassade hängt ein Schild: „Berufsfeuerwehr Flensburg“. Nach Betätigung eines Klingelknopfs erscheint ein Feuerwehrmann, der den Besuch über eine Wendeltreppe in den ersten Stock führt und dann durch einen längeren Bürotrakt begleitet. Der Besuch bekommt eine Ahnung: In diesem etwas verschachtelten Gebäude sind nicht weniger als 210 Personen beschäftigt. Wenn man endlich in der hintersten Ecke angekommen ist, steht man – zumindest wenn man angemeldet ist – vor Carsten Herzog, dem Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr. Das Fenster vor dem Schreibtisch ermöglicht einen guten Überblick über einen größeren Innenhof, der an einer üppig besetzten Fahrzeughalle endet.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5963.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86776" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5963.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5963-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5963-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5963-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5963-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">In der Fahrzeughalle der Hauptfeuerwache</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Kindheit und Jugend in Berlin</h2>



<p>Der Gesprächspartner war nicht immer im hohen Norden ansässig, und mit der Feuerwehr hatte er zunächst gar nichts zu tun. Carsten Herzog wurde in Neumünster geboren, wuchs aber in Berlin auf. Zu einer Zeit, als es Mauer, vier Sektoren und Transitstrecken noch gab. „Berlin war der einzige Ort in Deutschland, bei dem alle Himmelsrichtungen nach Osten führten“, schmunzelt der 58-Jährige heute. Damals lebte er im Westteil der Stadt, war aber häufiger in Ost-Berlin, wenn er eine Tante besuchte. Als Grundschüler war er in den Ferien sogar mal drei Wochen am Stück in der Hauptstadt der DDR.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="900" height="598" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040116_Carsten_01.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86765" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040116_Carsten_01.jpg 900w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040116_Carsten_01-300x199.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040116_Carsten_01-768x510.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040116_Carsten_01-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040116_Carsten_01-696x462.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /><figcaption class="wp-element-caption">2004: Als Wachvorsteher bei der Berufsfeuerwehr</figcaption></figure></div>


<p>In der Friedrichstraße wechselte der Junior stets vom Westen in den Ostblock. Der eigenwillige Geruch der Grenzübergänge verankerte sich so tief im Gedächtnis, dass er bei Stippvisiten in den neuen Bundesländern immer noch anschlägt. „Irgendwie“, erklärt Carsten Herzog, „gab es in der DDR nur ein Bohnerwachs als Reinigungsmittel, das offenbar so intensiv in die Gebäudestruktur eindrang, dass man es noch immer riechen kann.“ Was sich auch einprägte, war der Zwangsumtausch, der langfristig ein Sparbuch füllte. „Man tauschte immer 25 West in Ost-Mark, von denen man sich aber fast nichts kaufen konnte“, erinnert sich der Wahl-Flensburger. Als 15-Jähriger wollte er mal bei einem Schulausflug mit einigen Kumpels etwas auf den Putz hauen. „In einer Kneipe bekamen wir aber nur jeweils eine Fassbrause“, erzählt er mit einem Grinsen. „Am Alex­anderplatz haben wir es dann geschafft, etwas Bier zu organisieren. Dennoch hatte am Ende des Abends jeder von uns noch immer über 20 Ost-Mark in der Tasche.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="530" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/19970927_BF_VolluebungDangerex_16_CarstenHerzogPeterSamuelsen.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86764" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/19970927_BF_VolluebungDangerex_16_CarstenHerzogPeterSamuelsen.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/19970927_BF_VolluebungDangerex_16_CarstenHerzogPeterSamuelsen-300x199.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/19970927_BF_VolluebungDangerex_16_CarstenHerzogPeterSamuelsen-768x509.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/19970927_BF_VolluebungDangerex_16_CarstenHerzogPeterSamuelsen-634x420.jpg 634w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/19970927_BF_VolluebungDangerex_16_CarstenHerzogPeterSamuelsen-696x461.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Katastrophenschutzübung DanGerEx in Weiche</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ausbildung und Studium in der Werkstofftechnik</h2>



<p>Auf der Realschule hatten sich Chemie und Physik als persönliche Neigung herauskristallisiert. Als das damalige Berliner Arbeitsamt eine Berufsinformation in der Schule organisierte, landete Carsten Herzog in der Gruppe für die Naturwissenschaften. Mehrere Berufsbilder wurden präsentiert, darunter das des Werkstoffprüfers. „Sich mit Kunststoffen und Metallen beschäftigen, Materialeigenschaften bestätigen oder Schadensstellen feststellen – das klang alles spannend“, erzählt er. „Und es reichte tatsächlich, eine einzige Bewerbung abzuschicken.“ Die ging an die in Berlin ansässige Bundesanstalt für Materialforschung (BAM). Ab 1984 der Standort für eine dreijährige Ausbildung.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5971.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86777" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5971.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5971-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5971-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5971-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5971-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Carsten Herzog bearbeitete Material und nahm Messungen vor, stieß aber auch an die Grenzen dieses Berufs. „Man war der Messdiener des Ingenieurs“, sagt er. „Ich wollte nicht mein Leben lang nur Werte ermitteln, sondern diese auch bewerten.“ Für ihn stand rasch fest, die Fachhochschulreife anzustreben und dann zu studieren. Allerdings gab es in der damaligen Bundesrepublik nur drei Fachhochschulen, die ein Studium der Werkstofftechnik anboten. Da Carsten Herzog eine Freundin in Berlin hatte, entschied er sich für die Möglichkeit mit der kürzesten Anreise: Osnabrück, immerhin 440 Kilometer entfernt. „Ich fuhr immer mit dem Zug, da ich Student war und kein Geld verdiente“, erinnert er sich. „Meine damalige Freundin arbeitete als Physiklaborantin und besuchte mich mit dem Auto.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Annonce der Stadt Flensburg</h2>



<p>Das Diplom war nach der Wiedervereinigung in der Tasche – kein so günstiger Zeitpunkt. „Es war die erste Rezessionsphase nach dem Mauerfall“, berichtet Carsten Herzog. „Zwei Semester vor mir wurden die Absolventen von der Studienbank weg für den Job verpflichtet. Als ich fertig war, suchten Maschinen-, Auto- oder Flugzeugbau wesentlich weniger Personal.“ Er schrieb rund neun Monate lang eifrig Bewerbungen, aber es tat sich nichts. In der „Berliner Morgenpost“ entdeckte er eine Annonce der Stadt Flensburg, die eine Feuerwehr-Ausbildung im gehobenen Dienst versprach. „Von der Feuerwehr hatte ich keine Ahnung, aber ich war offen für alles“, verrät er. Mit dankenden Worten ergänzt er: „Das Schicksal hat mich in die richtige Richtung gelenkt.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="544" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040811_Buchpraesentation_CarstenHerzogGerdHansenSachaMuenster_FotoPrivat.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86766" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040811_Buchpraesentation_CarstenHerzogGerdHansenSachaMuenster_FotoPrivat.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040811_Buchpraesentation_CarstenHerzogGerdHansenSachaMuenster_FotoPrivat-300x204.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040811_Buchpraesentation_CarstenHerzogGerdHansenSachaMuenster_FotoPrivat-768x522.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040811_Buchpraesentation_CarstenHerzogGerdHansenSachaMuenster_FotoPrivat-618x420.jpg 618w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040811_Buchpraesentation_CarstenHerzogGerdHansenSachaMuenster_FotoPrivat-696x473.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">2004: Buchpräsentation „Wo is dat Füer?“ am Holm</figcaption></figure></div>


<p>Nach den Sommerferien 1992 kam Carsten Herzog das zweite Mal in seinem Leben nach Flensburg. Bei seiner Premiere war er als Jugendlicher mit dem Zug gekommen, um dann mit dem Fahrrad und einigen Kumpels im südlichen Dänemark zu radeln und zu zelten. Nun traf er wieder am Bahnhof ein und genoss die kurzen Wege. „In der Schleswiger Straße gegenüber der Brauerei gab es damals sogar ein Hotel“, erzählt er. „Ich kannte mich allerdings überhaupt nicht aus und lief den Berg hoch statt runter, als ich in die Innenstadt wollte.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86767" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Vorm Einsatzleitwagen der Berufsfeuerwehr</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Anwärter-Bezüge und Feuerwehr-Virus</h2>



<p>Die diversen Einstellungstests liefen weit besser. Carsten Herzog konnte eine zweijährige Ausbildung mit Anwärter-Bezügen beginnen, war aber fast gar nicht in Schleswig-Holstein, sondern an der Landesfeuerwehrschule Hamburg oder in Abschnitten in Salzgitter, in Berlin und in Heyrothsberge, der Landesfeuerwehrschule von Sachsen-Anhalt, wo noch mit alten DDR-Autos geübt wurde. Das Feuerwehr-Virus packte den Novizen. Bald werkelte er an kleinen Feuerwehrmodellen und sammelte Fachliteratur. 2004 schließlich ging er selbst unter die Autoren und erstellte zusammen mit zwei Mitstreitern eine Chronik über die Flensburger Feuerwehr.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="589" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20130503_SportfestBerufsfeuerwehren.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86769" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20130503_SportfestBerufsfeuerwehren.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20130503_SportfestBerufsfeuerwehren-300x221.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20130503_SportfestBerufsfeuerwehren-768x565.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20130503_SportfestBerufsfeuerwehren-570x420.jpg 570w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20130503_SportfestBerufsfeuerwehren-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20130503_SportfestBerufsfeuerwehren-696x512.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Beim Sportfest der Berufsfeuerwehren in Flensburg 2013</figcaption></figure></div>


<p>Mit Abschluss der Ausbildung zum gehobenen Dienst war Carsten Herzog Brandoberinspektor und übernahm eine der drei Flensburger Wachabteilungen. „Ich hatte etwas Glück, dass in Flensburg viele der Führungskräfte schon sehr bald in den Ruhestand gingen “, blickt er zurück. Schon 1998 war er Wachvorsteher und bekleidete damit die zentrale Funktion für die Organisation des Einsatzdienstes. „So schnell konnte ich gar nicht befördert werden“, erinnert er sich. „Zunächst einmal musste ich ja auf Lebenszeit verbeamtet werden.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Teddybaeren_20160007_BenjaminNolte.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86778" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Teddybaeren_20160007_BenjaminNolte.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Teddybaeren_20160007_BenjaminNolte-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Teddybaeren_20160007_BenjaminNolte-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Teddybaeren_20160007_BenjaminNolte-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Teddybaeren_20160007_BenjaminNolte-696x463.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">2016: Mit „Trösterbärchen“, die bei Rettungsdiensteinsätzen an kleine Patienten verteilt werden</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Aufstieg in die Leitungsgruppe und zum Feuerwehrchef</h2>



<p>Als Wachvorsteher gehörte die Führungskraft erstmals zu einer fünfköpfigen Leitungsgruppe. „Parallel zum Büroalltag hatte ich alle fünf Tage einen 24-Stunden-Dienst“, berichtet Carsten Herzog. „Freitag, Samstag und Sonntag blockten wir so, dass jeder nur alle fünf Wochen ein komplettes Wochenende opfern musste.“ Heute ist man während des Dienstes ständig auf der Wache und kann sich gegebenenfalls in einen der Ruheräume begeben. Damals durfte man mit einem kleinen Einsatzfahrzeug zu Hause oder an einer zentralen Stelle in Flensburg in Bereitschaft bleiben. Wenn dann Kinder das Auto und den Feuerwehrmann erblickten, waren diese hellauf begeistert – vor allem wenn sie Stiefel oder Helm anprobieren durften. Einmal mähte Carsten Herzog während der Bereitschaft den Rasen und hörte beim Leeren des Fangkorbes, wie eine Familie das Einsatzfahrzeug registrierte: „Hier wohnt der Notarzt!“ Der Feuerwehrmann war etwas erschrocken. „Ich hoffte“, erinnert er sich, „dass niemals jemand an der Haustür klingeln würde, um medizinische Hilfe einzufordern.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131209_DankFuerSturmeinsatz_MitOBFaber.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86771" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131209_DankFuerSturmeinsatz_MitOBFaber.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131209_DankFuerSturmeinsatz_MitOBFaber-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131209_DankFuerSturmeinsatz_MitOBFaber-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131209_DankFuerSturmeinsatz_MitOBFaber-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131209_DankFuerSturmeinsatz_MitOBFaber-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dezember 2013: Mit Oberbürgermeister Faber bei einer Dankesfeier</figcaption></figure></div>


<p>Er selbst kletterte in der Hierarchie der Flensburger Feuerwehr bald weiter nach oben. Im Juni 2008 ging der bisherige leitende Branddirektor Rudolf März in den Ruhestand: Frühzeitig zeichnete sich ab, dass Carsten Herzog der Nachfolger werden würde. Für den Aufstieg in den höheren Dienst waren allerdings eine ergänzende Ausbildung und eine Laufbahnprüfung nötig. Für ein Jahr war er abgeordnet und kaum in Flensburg. Zumindest der praktische Teil konnte in Schleswig-Holstein absolviert werden, nämlich bei der Feuerwehr und der Landespolizei in Kiel. Dann kam ein schöner Sommerabend. Rudolf März hatte zu seinem Abschied auf den Hof der Berufsfeuerwehr eingeladen: Weggefährten, Kollegen und Bürgermeister Henning Brüggemann. Letzterer hatte die Urkunden mit; um Mitternacht wechselte die Leitung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Brandschutz, Katastrophenschutz, Rettungsdienst und Verwaltungsaufgaben</h2>



<p>Seitdem ist Carsten Herzog der Chef des großen Ganzen. In seiner Verantwortung liegen Brandschutz, Katas­trophenschutz und zu zwei Dritteln die Fahrten des Rettungsdienstes, ebenso der vorbeugende Brandschutz und der Verwaltungssektor. Unter dem Dach der Berufsfeuerwehr befinden sich auch Spezialbereiche wie Tauchgruppe, Höhenrettung oder Gefahrenstoffbekämpfung – und ein Fuhrpark mit gut 100 Kennzeichen. Viele Fahrzeuge stehen allerdings an anderen Standorten. Auf dem Betriebsgelände in der Bahnhofstraße sind sechs Werkstätten für unterschiedliche Teile der Ausrüstung und eine Kleiderkammer lokalisiert.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20150918_KS_FluechtlingslageBahnhof_05.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86772" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20150918_KS_FluechtlingslageBahnhof_05.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20150918_KS_FluechtlingslageBahnhof_05-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20150918_KS_FluechtlingslageBahnhof_05-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20150918_KS_FluechtlingslageBahnhof_05-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20150918_KS_FluechtlingslageBahnhof_05-696x463.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Feuerwehrchef Carsten Herzog im Gespräch mit Helfern Per Dittrich und Lennart am Bahnhof. Wer ist zuständig für die Betreuung von Asylbeantragern?</figcaption></figure></div>


<p>Der Alltag ist jeden Tag anders. „Zu 50 Prozent vertrete ich die Berufsfeuerwehr nach außen“, erklärt Carsten Herzog. „Praktisch jeden zweiten Tag bin ich im Rathaus unterwegs, um mit Verwaltungsvorstand, Politik und verschiedenen Fachabteilungen diverse Themen zu erörtern und zu klären.“ Zu managen ist auch die Zusammenarbeit mit den sechs Freiwilligen Feuerwehren im Stadtgebiet, anderen Hilfsorganisationen und der Polizei.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wandel bei den Einsätzen und Sonderlagen</h2>



<p>Einen Dienst im Monat übernimmt der Feuerwehrchef weiterhin. Er sitzt dann in seinem Büro und begibt sich irgendwann zwischen 20 und 22 Uhr in den Ruheraum. Im Hinterkopf sitzt stets ein möglicher Einsatz. „Mir ist der Dienst wichtig, um im Kontakt zur Basis und am Puls der Zeit zu bleiben“, erklärt er. „Die Einsätze verändern sich, da in den Wohnungen viel mehr Kunststoffe verbaut sind, die anders brennen, oder die Zahl der Akku-Brände zugenommen hat.“ Bei den größeren Einsätzen ist Carsten Herzog normalerweise nicht sofort am Einsatzort, dafür aber in der Nachbereitung und in der Kommunikation besonders gefordert. Ein Beispiel: Nach einem tragischen Brandunglück in der Harrisleer Straße im Mai 2023 lud Oberbürgermeister Fabian Geyer zu einer Pressekonferenz. Carsten Herzog gab mehreren Zeitungen Interviews und nahm an einer Einwohnerversammlung als Vertreter der Feuerwehr teil. Sein Fazit: „Wir hatten die Rechtsvorgaben erfüllt, waren aber nicht rechtzeitig da, um zwei Menschenleben zu retten.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86773" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">2016: Beim Tag der offenen Tür auf der Hauptfeuerwache</figcaption></figure></div>


<p>Zumindest gefühlt gab es in den letzten Jahren eine Zunahme von Sonderlagen, die besondere Anforderungen an die Hilfsorganisationen stellen. 2015 strandeten infolge von Wanderungsbewegungen nach Skandinavien sehr viele Menschen über Nacht im Flensburger Bahnhof. Die Berufsfeuerwehr nutzte ihre Kata­­strophenschutz-Strukturen, um für einige Monate genug Übernachtungsmöglichkeiten in Turnhallen vorzuhalten. 2022 waren ähnliche Prozesse nötig, als viele Menschen aus der Ukraine eintrafen. 2023 dann die Oktober-Sturmflut. „Es war das einzige Mal, dass wir in Flensburg Einsatzkräfte aus anderen Kreisen benötigten“, erwähnt Carsten Herzog. „Zum einen musste das Wasser im Hafengebiet zurückgedrängt werden, zum anderen löste der Sturm viele weitere Einsätze aus – wie entwurzelte Bäume oder heruntergewehte Dachziegel.“</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="750" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20080630_AmtsuebergabeLeitungBF_RudolfMaerzHenningBrueggemannCarstenHerzog_FotoKarstenSoerensen-750x1024.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86768" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20080630_AmtsuebergabeLeitungBF_RudolfMaerzHenningBrueggemannCarstenHerzog_FotoKarstenSoerensen-750x1024.jpg 750w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20080630_AmtsuebergabeLeitungBF_RudolfMaerzHenningBrueggemannCarstenHerzog_FotoKarstenSoerensen-220x300.jpg 220w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20080630_AmtsuebergabeLeitungBF_RudolfMaerzHenningBrueggemannCarstenHerzog_FotoKarstenSoerensen-768x1048.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20080630_AmtsuebergabeLeitungBF_RudolfMaerzHenningBrueggemannCarstenHerzog_FotoKarstenSoerensen-308x420.jpg 308w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20080630_AmtsuebergabeLeitungBF_RudolfMaerzHenningBrueggemannCarstenHerzog_FotoKarstenSoerensen-696x950.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20080630_AmtsuebergabeLeitungBF_RudolfMaerzHenningBrueggemannCarstenHerzog_FotoKarstenSoerensen.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption class="wp-element-caption">Amtsübergabe durch Bürgermeister Brüggemann an Carsten Herzog
Foto: Karsten Sörensen</figcaption></figure>



<p>Ein ganz eigenes Kapitel war die Corona-Pandemie. Für eine zuverlässige Einsatzbereitschaft musste die Zahl gleichzeitiger Erkrankungen überschaubar gehalten werden. Innerhalb der Flensburger Berufsfeuerwehr wurden Kleingruppen gebildet und in Ferienwohnungen externe Mini-Feuerwachen installiert. Carsten Herzog selbst gehörte 2020 und 2021 dem Krisenstab der Stadt Flensburg an und war parallel dazu mit Lieferengpässen von Handschuhen oder Masken konfrontiert. Mitten in dieser denkwürdigen Phase wurde ein Weltkriegsblindgänger unter dem Eckener Platz entdeckt. Nach den Regeln der Pandemie musste eine Evakuierung von 16.000 Menschen gelenkt werden.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86770" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">2013: Mit dem ehem. Stadtbrandmeister Jürgen Sievers</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Eigener Ruhestand und die Standortfrage</h2>



<p>Inzwischen ist Carsten Herzog seit 18 Jahren der leitende Branddirektor der Stadt Flensburg. Der eigene Ruhestand rückt unweigerlich näher. In der Regel wäre schon mit 60 Jahren Schluss. „Derzeit steht es 51 zu 49, dass ich um drei Jahre verlängern werde“, verrät der 58-Jährige. „Es gibt ein Projekt, dass ich unbedingt noch weiter auf den Weg bringen möchte.“ Es geht um die Standortfrage der Berufsfeuerwehr. Der Sitz am Munketoft platzt nämlich aus allen Nähten. Einige Büros wurden bereits auf die andere Straßenseite verlegt. Die Fahrzeuge werden immer größer, sodass die vorgeschriebenen Abstände in den Hallen und Garagen nicht mehr einzuhalten sind. Zudem hat sich die Zahl der Einsätze erhöht. „Als ich 1992 nach Flensburg kam, gab es im Rettungsdienst 10.000 Einsätze, nun sind es drei Mal so viel“, verdeutlicht Carsten Herzog.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20210518_BombenraeumungWaehrendCoronaMitOBLange_BF-768x1024.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86774" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20210518_BombenraeumungWaehrendCoronaMitOBLange_BF-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20210518_BombenraeumungWaehrendCoronaMitOBLange_BF-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20210518_BombenraeumungWaehrendCoronaMitOBLange_BF-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20210518_BombenraeumungWaehrendCoronaMitOBLange_BF-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20210518_BombenraeumungWaehrendCoronaMitOBLange_BF.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">2021: Während Corona mit OB Simone Lange</figcaption></figure></div>


<p>Die Kommunalpolitik hat bereits beschlossen, den bisherigen Standort der Berufsfeuerwehr aufzugeben und zukünftig auf eine Zwei-Wachen-Variante zu setzen. Die Wache am Adelbyer Kirchenweg soll schon 2029 fertiggestellt sein. Für die zweite auf der Westlichen Höhe gibt es bereits erste Baupläne, aber noch keinen konkreten Zeitplan. Die interne Ausbildung ist bereits auf die neue Struktur ausgerichtet. „Zukünftig werden wir bis zu 50 Menschen mehr beschäftigen“, skizziert Carsten Herzog. „Die neuen Wachen werden eine Mischung aus Hotel, Spedition und Verwaltungsgebäude sein.“ Ruheräume, Fuhrpark und Organisation müssen berücksichtigt werden. Und es muss an jede Sekunde gedacht werden, um bei Einsätzen wertvolle Zeit nicht schon auf dem eigenen Gelände zu vergeuden.</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner         <br>Fotos: Jan Kirschner, privat</em></p>
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		<title>Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2026 15:27:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
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<p>Das Handy meldet: „Herzlich willkommen in Dänemark!“ Diese Textnachricht ist nicht unüblich in Meierwik. Man ist zwar nicht ganz in Skandinavien, aber der Blick reicht an diesem sonnigen Tag bis auf die andere Seite der Flensburger Förde, wo sich der dänische Küstenstreifen vom blauen Himmel abhebt. Unweigerlich denkt der Besucher: Das hier ist doch ein idealer Standort für das Fünf-Sterne-Hotel „Alter Meierhof“. Der Frischeingetroffene nimmt in der Lobby-Bar kurz Platz, sitzt zwischen Flügel und Kamin. Bei diesem herrlichen Wetter drängt alles nach draußen, und es lassen sich zur Mittagszeit eher weniger Gäste als sonst verwöhnen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/DSC_3043.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86457" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/DSC_3043.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/DSC_3043-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/DSC_3043-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/DSC_3043-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/DSC_3043-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dirk Luther in seinem „Wohnzimmer“ im Alten Meierhof</figcaption></figure></div>


<p>Dirk Luther kümmert sich um das Dessert: ein Minzsorbet. Dann verlässt der renommierte Koch die Küche. Er führt einen Small-Talk mit einem Ehepaar, dann nähert er sich dem Journalisten. Nach einer kurzen Begrüßung gehen die beiden auf die andere Seite des Hotels und gelangen zu einem Ort, der jetzt ausgesprochen ruhig ist und das schönste Panorama bietet: das Restaurant, das seinen Namen trägt – die „Meierei Dirk Luther“.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine 20 Jahre währende erfolgreiche Symbiose</h2>



<p>Es sind inzwischen 20 Jahre, die diese gastronomische Ehe andauert. Der „Alte Meierhof“ und das kulinarische Gefühl von Dirk Luther sind 2006 eine erfolgreiche Symbiose eingegangen, die sich weit über Glücksburg und Flensburg herumgesprochen hat. Auch viele Dänen gehören zu den Stammgästen. „Es muss jeden Tag gleich sein“, mit diesem einfachen aber inhaltlich anspruchsvollem Satz beschreibt Dirk Luther sein handwerkliches Verständnis von Qualität und der Wahl bester Produkte. Dieser Anspruch mündete bislang in zwei Michelin-Sternen und vier Hauben von „Gault&amp;Millau“ – es sind die prestigeträchtigsten Auszeichnungen in der gehobenen Gastronomie.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="603" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-Ausbildung-im-Anglo-German-Club-Hamburg.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86454" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-Ausbildung-im-Anglo-German-Club-Hamburg.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-Ausbildung-im-Anglo-German-Club-Hamburg-300x226.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-Ausbildung-im-Anglo-German-Club-Hamburg-768x579.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-Ausbildung-im-Anglo-German-Club-Hamburg-557x420.jpg 557w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-Ausbildung-im-Anglo-German-Club-Hamburg-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-Ausbildung-im-Anglo-German-Club-Hamburg-696x525.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ausbildung im Anglo German Club Hamburg</figcaption></figure></div>


<p>Das 20-jährige Jubiläum wurde im März gleich doppelt gefeiert. Einmal kam am Privatsitz von Dirk Luther ein Bus vorgefahren. Das Team vom „Alten Meierhof“ entführte den Spitzenkoch in sein Eckernförder Lieblingslokal. Diesem internen Highlight vorausgegangen war ein offizieller Akt, der zugleich als Einweihung gedacht war. Das Hotel hat einen umfangreichen Umbau hinter sich und war im Winter 2024/25 sogar sechs Monate komplett geschlossen. Und dann dauerte es noch eine Weile, bis fast alle Bereiche im gewünschten Glanz vorzeigbar waren. Schließlich erlebten rund 250 Gäste, darunter Spitzenköche und langjährige Weggefährten, ein kulinarisches Event.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="573" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-und-Thomas-Martin-im-Hotel-Louis-C.-Jakob-Hamburg.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86455" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-und-Thomas-Martin-im-Hotel-Louis-C.-Jakob-Hamburg.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-und-Thomas-Martin-im-Hotel-Louis-C.-Jakob-Hamburg-300x215.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-und-Thomas-Martin-im-Hotel-Louis-C.-Jakob-Hamburg-768x550.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-und-Thomas-Martin-im-Hotel-Louis-C.-Jakob-Hamburg-586x420.jpg 586w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-und-Thomas-Martin-im-Hotel-Louis-C.-Jakob-Hamburg-696x499.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Thomas Martin im Hotel Louis C. Jakob Hamburg</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Leidenschaft für die Produkte der Natur seit der Kindheit</h2>



<p>Dirk Luther ist inzwischen 56 Jahre alt und kann auf eine fast ebenso lange Erfahrung in seiner Domäne zurückgreifen. Denn seine Leidenschaft für das Essen, das Trinken und vor allem für die Natur ist schon in der Kindheit erwacht. Sie wurde ihm – obwohl er in der Millionenstadt Hamburg geboren wurde – praktisch in die Wiege gelegt. Der Vater war Koch, der Großvater hatte einen Schrebergarten in Wandsbek. Dieser existiert noch immer in den schönsten Erinnerungen, die sich um die Ernte von Kartoffeln, Erdbeeren oder Gemüse legt. Es wurde Apfelsaft gepresst, Bohnen und Kirschen eingeweckt. Früh reifte das Gespür für die Produkte des Gartens. Schon vor der Mittleren Reife war für Dirk Luther klar: „Ich werde Koch“.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86453" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Rebschnitt in der Champagne</figcaption></figure></div>


<p>Seine berufliche Laufbahn begann in einer denkmalgeschützten Villa an der Außenalster: Der „Anglo-German Club“ in Hamburg war seine Ausbildungsstätte. „Diese drei Jahre waren eine unheimlich schöne Zeit mit einem sehr hohen Wert“, erzählt er. „Ich habe eine tolle handwerkliche Ausbildung genossen.“ Aus dem Elternhaus hatte er die gutbürgerliche Küche mitgenommen, die sich nun mit neuen Erfahrungen paarte – und mit einem besonderen Aha-Erlebnis. Ein Freund arbeitete in einem Sterne-Betrieb und gab ein paar inspirierende Einblicke. Auch rund 40 Jahre danach hat Dirk Luther noch genau vor Augen, wie Gemüse-Crêpes mit Garnelen und ein Früchtespiegel entstanden. Er war beeindruckt, ja fasziniert. Er fasste einen richtungsweisenden Beschluss: Sein Fokus sollte fortan auf die gehobene Küchenkunst gerichtet sein. „Schon damals war es für mich eine Freude, andere Menschen zu begeistern und Gerichte von höchster Qualität zuzubereiten“, verrät er.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420262-768x1024.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86452" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420262-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420262-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420262-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420262-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420262.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fang des Tages: Heilbutt</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Stationen in München, Frankreich und Hamburg</h2>



<p>Eine Unterbrechung des beabsichtigten Weges brachte der Wehrdienst. Als der Einberufungsbescheid bereits vorlag, war Dirk Luther noch etwas als Geselle im Ausbildungsbetrieb tätig. Dann war er in Lübeck-Blankensee stationiert. In der Truppenküche kümmerte er sich um die Versorgung der Kameraden, um direkt im Anschluss eine fachliche Veränderung wie Tag und Nacht zu erleben. Er tauschte den Kantinen-Charakter mit dem Hamburger Luxus-Hotel „Vier Jahreszeiten“. Der Standort am Jungfernstieg zählte zu Beginn der 1990er Jahre – wie auch heute – zu einer der führenden Adressen weltweit. Dirk Luther war einer von 78 Köchen. Sein Metier: die kalte Küche und der Fischposten.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="535" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/79.-Dirk-Luther-Produktion-1.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86464" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/79.-Dirk-Luther-Produktion-1.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/79.-Dirk-Luther-Produktion-1-300x201.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/79.-Dirk-Luther-Produktion-1-768x514.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/79.-Dirk-Luther-Produktion-1-628x420.jpg 628w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/79.-Dirk-Luther-Produktion-1-696x465.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Im „Vier Jahreszeiten“ verbrachte er eine Saison von 14 Monaten. Es folgten das Restaurant „Patrizierhof in Wolfratshausen, südlich von München, und der „Deichgraf“, ein maritimes Lokal unweit des Hamburger Hafens. „Damals war es so, dass man als junger Koch an keiner Station viel länger als ein Jahr geblieben ist“, erklärt Dirk Luther. „Es geht darum, viel Input zu bekommen, verschiedene Chefs und ihre Philosophien kennenzulernen – um schließlich ein eigenes Profil herauszubilden.“ Das hatte sich 1998 gefestigt – mit einem mehrmonatigen Austausch im Hotel „La Côte Saint-Jacques“ im Burgund. Danach lautete die persönliche Prämisse: „Klassische französische Küche mit regionalen und mediterranen Einflüssen“.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Feinschmecker-768x1024.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86458" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Feinschmecker-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Feinschmecker-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Feinschmecker-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Feinschmecker-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Feinschmecker.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Zum 50. Geburtstag des Magazins „Der Feinschmecker“</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Erste Führungsaufgaben, erste Auszeichnungen und ein neuer Kontakt</h2>



<p>In Hamburg hatte Dirk Luther seine erste längerfristige Beschäftigung angetreten – erstmals als stellvertretender Küchenchef. Das Hotel „Louis C. Jacob“ war ein neues Mitglied am Firmament der Premiumklasse – samt herrlichem Panorama am Elbufer. 2000 übernahm Dirk Luther erstmals die erste Position in einer Küche. Zugleich bewegte er sich gen Norden. Das „Seehotel Töpferhaus“ bestach schon damals mit seiner Lage am Bistensee in den Hüttener Bergen und hatte eine französisch ausgerichtete Küche. Es hatte einen Stern und wurde 2004 im „Guide Michelin“ erstmals mit einem zweiten geführt. Für diesen Aufstieg war Dirk Luther die entscheidende Person, sein persönlicher Stern stieg auch.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR.jpeg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86462" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">TV-Koch bei den Dreharbeiten für das NDR Schleswig-Holstein Magazin</figcaption></figure></div>


<p>Es war irgendwann im Herbst 2005, als die Familie Theilen den gebürtigen Hamburger kontaktierte. Ihr war sehr daran gelegen, ihr erst wenige Jahre altes Hotel „Alter Meierhof“ weiterzuentwickeln. Dirk Luther war bald erstmals vor Ort. Sein erster Eindruck: „ein Rohdiamant, der eine unheimlich schöne Lage und ein sehr gutes Potenzial hat“. Der Spitzenkoch war dann mehrmals in Glücksburg, übernachtete dort und merkte, dass sich sein anfängliches Gefühl mehr und mehr bestätigte. „Es ist wie in einer Partnerschaft“, erklärt er. „Es muss einfach alles passen.“ Auch die private Seite musste betrachtet werden. Dirk Luther hatte eine junge Familie, die in Kropp ein Eigenheim frischbezogen hatte. Und seine Frau hatte eine interessante Stellung als Kita-Leiterin.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Luther_TOP50.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86460" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Luther_TOP50.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Luther_TOP50-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Luther_TOP50-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Luther_TOP50-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Luther_TOP50-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dirk Luther bei der Busche-Gala TOP50 Köche in Deutschland</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Perfekter Start im „Alten Meierhof“</h2>



<p>Der Gastronom entschied sich schließlich gegen einen Umzug, aber für einen beruflichen Wechsel, für den er das tägliche Pendeln gerne in Kauf nahm. Im „Alten Meierhof“ hatte das Restaurant sofort ein individuelles Branding: „Meierei Dirk Luther“. Auf Anhieb regnete es Prämierungen: ein erster Michelin-Stern und 17 Punkte im Restaurantführer von „Gault&amp;Millau“. Die Experten lobten „die präzise Verarbeitung bester Produkte in harmonischer Verbindung mit modernen Elementen“. Seit 2008 sind es im „Guide Michelin“ fast schon traditionelle zwei Sterne. Dirk Luther selbst wurde im August jenes Jahres von einem Fachmagazin als „Koch des Monats“ ausgezeichnet. Seine Medienpräsenz hält bis heute an, da er regelmäßig als TV-Koch für den Norddeutschen Rundfunk aktiv ist. In der Mediathek findet sich eine eigene Plattform mit etlichen Video-Rezepten – anschaulich und humorvoll erklärt.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/ZDF-Kuechenschlacht.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86463" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/ZDF-Kuechenschlacht.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/ZDF-Kuechenschlacht-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/ZDF-Kuechenschlacht-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/ZDF-Kuechenschlacht-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/ZDF-Kuechenschlacht-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dirk Luther als Juror bei der Küchenschlacht Koch-Show im ZDF</figcaption></figure></div>


<p>Dirk Luther baute die Tischkultur des Hotels aus und zählt heute zu den besten Köchen der Republik. Viele weitere Auszeichnungen konnte er für den „Alten Meierhof“ gewinnen, darunter die vier schwarzen Hauben im „Gault&amp;Millau“ und zehn Pfannen im Gusto-Restaurantführer als Höchstauszeichnung. Für Dirk Luther ist Kochen kein erlerntes Handwerk, sondern ein lebenslanger Prozess, der nie endet. Es ist die ständige Suche nach neuen Aromen, Geschmackserlebnissen und Zubereitungstechniken. „Kochen ist Leidenschaft und ständige Disziplin“, betont er. „Konstanz ist keine Option, sondern kompromisslose Verpflichtung. Jeder Teller verlässt die Küche mit derselben Sorgfalt wie am ersten Tag.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86461" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Beim großen Spendentag der Benefizaktion „Hand in Hand für Norddeutschland“</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Organisation und Administration in einem 365-Tage-Betrieb</h2>



<p>Ein selbstkreiertes Champagner-Duo wird im „Alten Meierhof“ exklusiv serviert. Manchmal auch von Dirk Luther persönlich, der seit 2014 in Personal­union in weitere Rollen schlüpft. Er ist Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef. Längst gehören zu seinen Aufgaben auch viele administrative Dinge, die anfallen, wenn ein Betrieb an 365 Tagen im Jahr läuft. In der Küche herrscht von 4 bis 23 Uhr Bewegung. Im Schichtsystem werden Frühstück, Mittagsmenüs, Abend-Restaurant und die Nachtkarte besetzt. Ein Team von 22 Köchen samt Azubis ist zu dirigieren. Küchenchef Sebastian Buchta ist in den letzten 18 Jahren unter den Fittichen von Dirk Luther gereift. Der Chef packt selbst mit an. Gerade aus seinem Faible für Fisch macht er keinen Hehl, zeigt sich aber auch besorgt. „Wir bekommen noch genug geliefert“, erzählt er. „Man merkt aber, dass die Weltmeere überfischt sind und Plastik wie auch Umweltverschmutzung ein echtes Problem darstellen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/2025-11-09_martin_luther_rueffer-0807.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86451" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/2025-11-09_martin_luther_rueffer-0807.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/2025-11-09_martin_luther_rueffer-0807-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/2025-11-09_martin_luther_rueffer-0807-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/2025-11-09_martin_luther_rueffer-0807-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/2025-11-09_martin_luther_rueffer-0807-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Thomas Martin, Dirk Luther und Christoph Rüffer bei der großen Sterne-Gourmet-Gala im Alten Meierhof</figcaption></figure></div>


<p>Der „Alte Meierhof“, der jährlich 30.000 Gäste begrüßt, ist inzwischen wieder auf Normalniveau hochgefahren. Die 1999 errichtete Immobilie war in die Jahre gekommen und durchschritt einen großen Umbau – eine mehrmonatige Schließung inklusive. Der Hotelbereich erhielt einen Anbau und wurde dadurch auf 60 Zimmer aufgestockt. Ebenso die Plätze im Restaurant. Im Herzen befindet sich die Küche mit Show-Elementen. „Die Hardware ist geblieben, die Software ist komplett neu“, drückt es Dirk Luther plakativ aus. Einige ungewohnte Tage liegen hinter ihm. Statt um Rezepte und Speisekarten ging es um die Auswahl von Stoffen und Materialien. Ein Kapitel, das nun abgeschlossen ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Zuhause und die knappe Freizeit eines Spitzenkochs</h2>



<p>Ein normaler Tag beginnt mit Joggen, Duschen und einer Autofahrt. Dirk Luther hat das Pendeln beibehalten und ist mit seinen Lieben sogar noch etwas weiter weggezogen. In Fockbek wurde der Traum vom Haus am See erfüllt. Im Zentrum breitet sich eine große Wohnküche aus. Keine Frage: Seinen Beruf versteht er als Berufung. „Ich mag es unheimlich gern, mit Menschen gemeinsam zu kochen, zu essen, und dabei viel miteinander zu sprechen“, sagt Dirk Luther. Seine Kinder sieht er auch in Glücksburg. Das gilt vor allem für den Sohn, der im Hamburger „Vier Jahreszeiten“ gelernt hat und nun im „Alten Meierhof“ als Hotelfachmann tätig ist. Die Tochter studiert mittlerweile in Kiel Jura, ist aber auch noch als Aushilfe tätig.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="555" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86459" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon-300x208.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon-768x533.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon-605x420.jpg 605w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon-696x483.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dirk Luther beim Flensburg liebt dich Marathon</figcaption></figure></div>


<p>Familie, Freunde und Golf prägen die knappe Freizeit. Im Urlaub bevorzugt Dirk Luther Spanien und Frankreich – Besuche in ansprechenden Restaurants gehören dazu. „Ich bin immer neugierig und möchte mich inspirieren lassen“, sagt er. „Kochen ist für mich die Würze des Lebens.“ Und auch die Gartenarbeit gehört zu seinen Hobbys. Obst und Gemüse wachsen im heimischen Kleinod allerdings nicht. Für Pflege und Ernte fehlt es schlicht an Zeit. Eine Frage muss Dirk Luther zum Abschluss beantworten: Was ist sein Lieblingsgericht? Die Antwort: Rindertafelspitz mit Meerrettichsauce und Bouillonkartoffeln.</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner<br>Fotos: Jan Kirscher, privat   </em></p>
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		<title>Flensburger Kopf: Heiko Frost</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Mar 2026 16:12:00 +0000</pubDate>
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<p>Im Wohnzimmer liegen Fotoalben aus mehreren Jahrzehnten auf dem Tisch. Einige Familienbilder hängen an der Wand und bilden den Rahmen für ein Gespräch, das für eine Biografie bis zu fünf Dekaden zurückgehen wird. Es ist eigentlich eine Vier-Augen-Konversation. Doch plötzlich kommt ein Dackel hereingeweht und legt sich unter den Tisch. „Willi wills wissen“, lacht Heiko Frost. Umringt von Frühlingsblumen und einem Teller mit vielen bunten Ostereiern starten wir in ein buntes Leben, das Privates, aber auch viel Beruf und Ehrenamt bietet.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_2473.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86193" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_2473.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_2473-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_2473-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_2473-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_2473-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Die Hauptperson ist im Oktober 1967 in Kiel geboren, aber aufgewachsen in Felde (Westensee) in einem eher konservativen Elternhaus. Der Vater war Verwaltungsjurist im Kieler Sozialministerium, die Mutter Lehrerin und Organistin. Zwei ältere Geschwister verstärkten den Eindruck, dass der kleine Heiko etwas anders ist. Er brachte schon aus der Grundschule nicht so prickelnde Noten mit nach Hause und wechselte in der dritten Klasse zur Waldorfschule in Rendsburg. Da lief es etwas besser, der Junge hinterfragte aber stets, warum denn nicht Wichtigeres in der Schule vermittelt werden würde.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="703" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_mit-22-703x1024.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86201" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_mit-22-703x1024.jpg 703w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_mit-22-206x300.jpg 206w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_mit-22-768x1118.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_mit-22-288x420.jpg 288w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_mit-22-696x1014.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_mit-22.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 703px) 100vw, 703px" /><figcaption class="wp-element-caption">Heiko mit 22</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Naturschutz und Landwirtschaft</h2>



<p>Heiko Frost war kein destruktiver Heranwachsender, eher etwas aufmüpfig – und vor allem ein Idealist. Ihm genügte es nicht mit Trompete und Gitarre zu musizieren, er engagierte sich für politische Themen. Schon als Elfjähriger trat er „Amnesty International“ bei und verteilte Flugblätter in Felde. Nicht viel später gründete er mit einigen Mitstreitern eine Art Verein, um sich für Natur und Umwelt einzusetzen – damit sich das beschauliche Felde nicht in eine „Betonwüste“ verwandeln würde.&nbsp; „Wie sich der Kreis schließt“, schmunzelt Heiko Frost. Gerade ist er Vorsitzender vom Flensburger „Klimapakt“ geworden.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="708" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Baltic-Sea-Race-1991-708x1024.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86198" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Baltic-Sea-Race-1991-708x1024.jpg 708w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Baltic-Sea-Race-1991-207x300.jpg 207w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Baltic-Sea-Race-1991-768x1111.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Baltic-Sea-Race-1991-290x420.jpg 290w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Baltic-Sea-Race-1991-696x1007.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Baltic-Sea-Race-1991.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 708px) 100vw, 708px" /><figcaption class="wp-element-caption">Baltic Sea Race, 1989</figcaption></figure></div>


<p>Seine Eltern waren geschockt, als er mit der elften Klasse und dem Realschulabschluss seine schulische Bildungslaufbahn beendete. „Der Heiko lebt von Luft und Liebe“, hieß es. „Mein Gott will, dass ich fröhlich bin“, dachte der Filius. Er hatte längst einen Plan und startete mit einer Ausbildung zum Landwirt, zunächst zwei Jahre in Ostenfeld, dann ein Jahr in Groß Vollstedt. Danach wollte Heiko Frost sein „Faible für Landwirtschaft mit der Pädagogik verbinden“. Als Trittbrett diente ausgerechnet der Zivildienst. Nachdem er im Kreiswehrersatzamt die Anhörungen überstanden hatte und er als Kriegsdienstverweigerer anerkannt war, lag ihm eine Liste möglicher Stellen vor. Ins Auge fiel der Flensburger Holländerhof. Die Arbeit mit behinderten Menschen interessierte ihn, zumal einige Pfadfinder-Kameraden auch gen Norden abwanderten.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="550" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86197" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992-300x206.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992-768x528.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992-611x420.jpg 611w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992-696x479.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Heiko Frost, 1992</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Wohnung in Flensburg und Segeltörns</h2>



<p>Ende der 1980er Jahre war Heiko Frost das einzige Mal in seinem Leben in Flensburg gemeldet. Seine Unterkunft befand sich in der Glücksburger Straße. Eingebrannt hat sich bei ihm das triste Industriegebiet am Hafen. Die Gegenwart gefällt ihm besser. „Flensburg ist sexy geworden“, findet der ehemalige Zivildienstleistende. „Die Stadt profitiert von der Lage an der Grenze und hat eine so tolle Silhouette, wenn man nachts das Ostufer entlangfährt.“ Damals war er häufiger in der Disco „Roxy“. Er war nicht allein, sondern hatte ein Motorrad, mit dem er viel in der Umgebung unterwegs war – auch nach Dänemark. Der Reiz dieses skandinavischen Landes ließ ihn nie los.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="526" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Bruder-Soenke-Vater-Gerd-1991.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86199" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Bruder-Soenke-Vater-Gerd-1991.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Bruder-Soenke-Vater-Gerd-1991-300x197.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Bruder-Soenke-Vater-Gerd-1991-768x505.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Bruder-Soenke-Vater-Gerd-1991-639x420.jpg 639w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Bruder-Soenke-Vater-Gerd-1991-696x458.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Bruder-Soenke-Vater-Gerd-1991-741x486.jpg 741w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Heiko Frost (rechts) mit Bruder Sönke und Vater Gerd (links), 1991</figcaption></figure></div>


<p>Die spektakulärsten Abenteuer ließen sich mit einem Kumpel erleben, der einen Traditionssegler unterhielt und häufiger Tagestörns organisierte. Heiko Frost, der bis dahin nur mit einem Paddelboot auf Eider oder Westensee unterwegs war, kam nun mit einer ganz anderen Gewässerkategorie in Berührung: dem offenen Meer. 1989 war er sogar Teilnehmer der Regatta „Baltic Sea Race“. Es ging einmal um die Ostsee. „Im Sturm mussten wir nach Helsinki, weil der Kulturattaché von Luxemburg dort an Bord wollte, um ein profitables Projekt zu besprechen“, erinnert sich Heiko Frost. „Was daraus geworden ist, weiß ich nicht.“</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="688" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Hochzeit-1997-688x1024.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86200" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Hochzeit-1997-688x1024.jpg 688w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Hochzeit-1997-202x300.jpg 202w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Hochzeit-1997-768x1142.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Hochzeit-1997-282x420.jpg 282w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Hochzeit-1997-696x1035.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Hochzeit-1997.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 688px) 100vw, 688px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hochzeit, 1997</figcaption></figure></div>


<p>Denn noch dramatischer war es im Baltikum. Damals ein Unruheherd in der noch existierenden Sowjetunion. Bei einem Landgang in Tallin wurde der Gast aus Deutschland plötzlich in ein Haus gezogen. „Jetzt ist es zu gefährlich, sich auf der Straße aufzuhalten“, meinten die Bewohner. Draußen rasten Fahrzeuge mit Sirenen vorbei. Weiter ging es in Richtung Litauen. „Vor Klaipeda kam uns eine Jacht entgegen, deren Besatzung uns davon berichtete, dass auf sie geschossen worden wäre“, erzählt Heiko Frost. Er selbst kam heil nach Hause und war auf den Geschmack gekommen. Bald erwarb er den Gaffelkutter „Hanta Yo“. Das Liebhaber-Stück stand einige Jahre in Büdelsdorf. „Vier Stunden waren es bis zur Holtenauer Schleuse, dann war man auf der Ostsee“, verrät Heiko Frost. Nach einigen Jahren verkaufte er das Schiff an einen Holländer. Jetzt besitzt er eine kleine Jolle, die am Limfjord vor Anker liegt.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="547" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_NOK-mit-Annika_2002.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86202" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_NOK-mit-Annika_2002.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_NOK-mit-Annika_2002-300x205.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_NOK-mit-Annika_2002-768x525.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_NOK-mit-Annika_2002-614x420.jpg 614w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_NOK-mit-Annika_2002-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_NOK-mit-Annika_2002-696x476.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Auf dem Nord-Ostsee-Kanal mit Annika, 2002</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Hamburg, Bauernhof und Familiengründung</h2>



<p>Relativ schnell nach dem 18-monatigen Zivildienst verließ der heute 58-Jährige Flensburg. In Hamburg startete er eine Ausbildung zum Erzieher, holte das Abitur nach und wurde zum Schulsprecher gewählt. Er beschäftigte sich mit politischer Bildungsarbeit und hatte 1993 einen ersten Job: bei einer Jugendhilfe auf der Halbinsel Schwansen. Der Liebe wegen landete er auf einem Bauernhof vor den Toren Flensburgs. Sein Schwiegervater war Landwirt. Zusammen mit seiner damaligen Frau hütete Heiko Frost 35 Schafe und züchtete Pferde. Gerade war eine Holsteinische Stute prämiert worden, da zerbrach die Ehe.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="695" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Rueterhof-Haby-Nachwuchs-bei-unseren-Schafen-2003-695x1024.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86203" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Rueterhof-Haby-Nachwuchs-bei-unseren-Schafen-2003-695x1024.jpg 695w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Rueterhof-Haby-Nachwuchs-bei-unseren-Schafen-2003-204x300.jpg 204w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Rueterhof-Haby-Nachwuchs-bei-unseren-Schafen-2003-768x1132.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Rueterhof-Haby-Nachwuchs-bei-unseren-Schafen-2003-285x420.jpg 285w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Rueterhof-Haby-Nachwuchs-bei-unseren-Schafen-2003-696x1026.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Rueterhof-Haby-Nachwuchs-bei-unseren-Schafen-2003.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 695px) 100vw, 695px" /><figcaption class="wp-element-caption">Rüterhof Haby Nachwuchs bei den Schafen 2003</figcaption></figure></div>


<p>Heiko Frost musste auf andere Gedanken kommen und wechselte zu einem privaten Träger nach Kiel. Wie es der Zufall so wollte, lernte er sehr bald eine ehemalige Arbeitskollegin besser kennen: seine heutige Frau Jeannette. Sie heirateten 1997 und wurden Eltern von drei Kindern: Finja, Annika und Robin. Der Familienvater war für das Diakonische Werk und eine Sozialtherapie in Eckernförde tätig. Nebenbei absolvierte er ein Qualifizierungsstudium der Betriebswirtschaftslehre. Der Titel der Diplomarbeit: „Vergleichende Studie über die sozialpsychiatrische Arbeit in Schleswig-Holstein und Süd-Dänemark.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86214" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Familie, Besuchsreise bei dt. Minderheiten in Rumänien, 2004</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Bullerbü und Gemeinderat</h2>



<p>Die Familie wohnte damals auf dem „Rüterhof“ in Haby, unweit vom Wittensee. Der Eigentümer war nicht nur der Vermieter, sondern auch einer der Nachbarn. Es war eine Gemeinschaft aus sieben Familien. „Wir sind gemeinsam in den Urlaub gefahren und haben Weihnachten oder Ostern zusammengefeiert“, erzählt Heiko Frost. „Es war ein Stück Bullerbü für unsere Kids.“ Der Vermieter gehörte zu den emsigen Zeitgenossen. Unter anderem gründete er einen Senioren-Förderverein ,,Reisen in Gemeinschaft“, der Tagestouren, zehntägige Reisen oder Ferntrips für Menschen organisiert, die sonst kaum verreisen könnten. Derzeit versucht Heiko Frost dieses Angebot in seinem heutigen Wohnort Schafflund zu etablieren. Im April ist ein nächstes Treffen geplant.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86204" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Besuch im Sozialministerium mit Kolleg*innen anlässlich Übernachtungsangebot in Kita</figcaption></figure></div>


<p>2002 trat er in die SPD ein. „Wenn ich etwas zu meckern habe, dann muss ich auch etwas einbringen“, sagt der 58-Jährige. Damals gehörte er dem Gemeinderat von Haby an. Es ging um den Aufbau eines Kindergartens und die Einrichtung eines Jugendraumes. Die eigenen Kinder besuchten bald eine dänische Schule. „Wenn man so dicht bei Dänemark wohnt, dann sollten die Kinder etwas von der dänischen Sprache und Kultur mitkriegen“, erklärt Heiko Frost.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86213" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Vorstandssitzung Förderverein Knivsberg, 2010</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der „geliebte“ Knivsberg</h2>



<p>Vielleicht war es eine weise Voraussicht. Denn der nächste Umzug überschritt die Grenze. 2007 übernahm Heiko Frost die Leitung der Bildungsstätte auf dem Knivsberg, dem Hotspot der deutschen Minderheit in Dänemark. In den nächsten Jahren baute er das Angebot kontinuierlich aus. Kreativ­freizeiten, Musikfestivals und Literaturabende gehörten zum Programm, hinter den Kulissen wurde an einer stärkeren Partizipation der Jugend und an europäischen Projekten gearbeitet. Die Zahl der Übernachtungen stieg binnen weniger Jahre von 7000 auf 20.000 Übernachtungen, während im Gegenzug die Jugendlichen nach Osteuropa reisten und andere deutsche Minderheiten trafen. Ein Austausch, der von Heiko Frost organisiert wurde.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86210" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Russland / Asowo, Kita Rübenstein, Präsentation der inklusiven Arbeit</figcaption></figure></div>


<p>In seiner Leitungsfunktion hatte er häufiger mit dänischen Medien zu tun, als er gedacht hätte. Immer mal wieder wurden in Archiven Dokumente ausgegraben, die auch die Gedenkstätte betrafen. „Wenn es belegt war, dass derjenige etwas Schlimmes getan hat, dann schleiften wir den eingravierten Namen“, berichtet Heiko Frost. Als im Sommer 2012 bei der Fußball-Europameisterschaft die dänischen und deutschen Teams gegeneinander spielten, veranstaltete der Knivsberg ein Public-Viewing. 350 Menschen erschienen und feierten ein Volksfest – entweder mit einem gemalten Danebrog im Gesicht oder einer Deutschland-Fahne in der Hand. Ein dänischer TV-Sender drehte. Am nächsten Tag wunderte sich Heiko Frost, dass der Beitrag überwiegend Szenen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs verwendete. „Da sitzt in der Chefredaktion jemand, der noch nicht so weit ist“, mutmaßte Peter Iver Johannsen, der Generalsekretär der deutschen Minderheit.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86208" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Delegation aus Sibirien, zum Austausch bei Stadtpräsidentin Krätzschmar 2017</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Austausch der Schullandheime und Bildungsstätten</h2>



<p>Heiko Frost hatte Kontakte nach Berlin, da dem Innenministerium die Unterstützung der deutschen Minderheiten in den Nachbarländern am Herzen lag. Er pflegte ein Netzwerk, das weit verzweigt war. So saß er als Knivsberg-Chef mit anderen Bildungsstätten der Grenzregion zusammen. Ein Austausch, den auch die Landespolitik begleitete. Teilnehmer der CDU war der heutige Ministerpräsident Daniel Günther.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/fpr-frost-3707.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86195" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/fpr-frost-3707.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/fpr-frost-3707-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/fpr-frost-3707-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/fpr-frost-3707-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/fpr-frost-3707-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Verleihung Bundesverdienstorden, 2025Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner aus.</figcaption></figure></div>


<p>2008 machte sich Heiko Frost auf den Weg, um in Klietz (Sachsen-Anhalt) einer Jahresversammlung des Bundesverbandes für Schullandheime beizuwohnen. Eigentlich hatte er den Mitgliedsbeitrag schon auf einer Streichliste notiert, doch vor Ort genoss er nicht nur die netten Gespräche, sondern erkannte auch die Sinnhaftigkeit einer Vertretung für 240 Schullandheime. „Sie haben nicht einfach nur Betten für Jugendgruppen, sondern im Haus auch immer ein pädagogisches Konzept“, erklärt Heiko Frost. Sehr bald wurde er Landesvorsitzender und fungiert seit 2016 sogar als Bundesvorsitzender, obwohl er sich da schon beruflich neuorientiert und seinen „geliebten Knivsberg“ verlassen hatte.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSCF4631.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86194" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSCF4631.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSCF4631-300x200.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSCF4631-768x512.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSCF4631-630x420.jpeg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSCF4631-696x464.jpeg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Henning Brüggemann, 50 Jahre Kita Preesterbarg, 2025</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Neue Aufgabe in Flensburg, Umzug nach Schafflund</h2>



<p>2014 hatte ihn der „Rechtsruck“ in Dänemark schockiert. Zudem hatte er das Gefühl, dass er manchen Mitstreitern zu aktiv wäre und an zu vielen Projekten arbeiten würde. Die Gedanken an eine Auswanderung wurden häufiger. Der Zufall wollte es, dass bei einer Veranstaltung auf dem Knivsberg auch ein ehemaliger Leiter auftauchte: Nis-Edwin List-Petersen. Im Gespräch ergab sich, dass seine Ehefrau Brigitte Handler als Geschäftsführerin der Flensburger Kinder- und Jugendinstitution „Adelby 1“ bald ausscheiden würde. Die Nachfolge musste geregelt werden.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="644" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/7ccb7e4a-0f7e-4c91-9741-1f4534b9fa84-644x1024.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86189" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/7ccb7e4a-0f7e-4c91-9741-1f4534b9fa84-644x1024.jpeg 644w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/7ccb7e4a-0f7e-4c91-9741-1f4534b9fa84-189x300.jpeg 189w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/7ccb7e4a-0f7e-4c91-9741-1f4534b9fa84-768x1221.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/7ccb7e4a-0f7e-4c91-9741-1f4534b9fa84-264x420.jpeg 264w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/7ccb7e4a-0f7e-4c91-9741-1f4534b9fa84-696x1107.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/7ccb7e4a-0f7e-4c91-9741-1f4534b9fa84.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 644px) 100vw, 644px" /><figcaption class="wp-element-caption">Jubiläum, 10 Jahre Adelby1, 2025</figcaption></figure></div>


<p>Auch Heiko Frost bewarb sich, wähnte sich gut im Rennen, bis ein Mitbewerber die besseren Karten besaß. Zwei weitere Optionen tauchten auf: die Nordsee-Akademie in Leck ähnelte aber zu sehr dem Profil vom Knivsberg und wirkte nicht wie der Ort einer beruflichen Veränderung. Sehr interessant erschien die Aufgabe, in Gifhorn zwei Kirchenkreise zu fusionieren. Doch für einen Umzug nach Niedersachsen fehlte die Rückendeckung der Familie. Plötzlich meldete sich „Adelby1“. Der Wunschkandidat stand doch nicht zur Verfügung, die vermeintlich zweite Wahl wurde zur Dauerlösung. Die war praktisch mit Antritt der Geschäftsführung mit einem nicht kostendeckenden Betrieb konfrontiert und häufiger Gast in den Krisenabteilungen der Banken. „Ich bin unschön aufgewacht“, erzählt Heiko Frost. „Es steckte viel Arbeit dahinter, das Jahr 2015 noch zu einem positiven Abschluss zu bringen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86205" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Präsentation Schullandheime, anlässlich Bürgerfest des Bundespräsidenten, 2025</figcaption></figure></div>


<p>Auch privat hatte der Wechsel von Knivsberg nach Flensburg seine hektischen Begleiterscheinungen. Das Leitungshaus mit Blick auf Wald­rand und Ostsee war zu räumen. In Wallsbüll stand ein Traumhaus mit Teich und Bäumen. „Ich hatte schon vor Augen, wie ich mit meinem Sohn ein Baumhaus errichte“, verrät Heiko Frost. Doch zwei Termine beim Notar platzten – und dann auch der Kauf. Unter Zeitdruck geriet eine Immobilie in Schafflund in den Fokus. „Eigentlich ein Bratwurst-Grundstück, bei dem jeder auf deinen Grill schauen kann“, dachte er damals. Nach einer Dekade freut sich der Schafflunder über die „hohe Lebensqualität“ seiner neuen Wahlheimat.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0022.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86190" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0022.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0022-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0022-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0022-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0022-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Aminata Toure zu Besuch bzgl. Inklusionsmodelle, 2025</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Inklusion vor Ort, national und international</h2>



<p>Viel Abwechslung bietet der Geschäftsführer-Posten von „Adelby 1“. Der Betrieb – 740 Beschäftigte, 30 Millionen Euro Umsatz – steht für weit mehr als nur für bekannte Kindergärten. Der Oberbegriff ist die Inklusion, die sich nicht auf Behinderte beschränkt, sondern eine gerechte Teilhabe für alle bei den Bildungsprofilen fordert. „Auch Hochbegabte benötigen für sie passende Angebote“, erklärt der Geschäftsführer. „Ebenso müssen sprachliche und kulturelle Barrieren für Migranten abgebaut werden.“ Modelle für frühkindliche und schulische Bildung begleiten seinen Alltag.&nbsp;</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="531" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0097.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86191" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0097.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0097-300x199.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0097-768x510.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0097-633x420.jpeg 633w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0097-696x462.jpeg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Standorganisation Jugendreisen SH durch Heiko, ITB, 2012</figcaption></figure></div>


<p>Schon etwa zehn Jahre ist es her, dass zwei Praktikanten vom Knivsberg bei „Adelby 1“ hospitierten. Sie stammten aus Russland. Es war der Beginn eines pädagogischen Austausches, der in internationalen Konferenzen zur Inklusion und Fortbildungen am ethnokulturellen Institut von Moskau mündeten. Heiko Frost reiste sogar nach Sibirien, um „über den Tellerrand zu schauen, wertneutral zu beobachten und nicht aus westeuropäischer Sicht zu erklären, was man besser machen kann“. Inzwischen ist diese Zusammenarbeit von der politischen Großwetterlage überholt worden.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86212" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hannelore und Jörg Grötzner, Vorstand Verband Schullandheime, Archivarbeit</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Wahlkampf eines Bildungsexperten</h2>



<p>2015 wurde der Schafflunder vom Bundesbildungsministerium in das „Fachforum Schule“ berufen. Es ging um eine systematische Umsetzung der Inklusion im deutschen Bildungssystem. „Nonformales Lernen und außerschulische Lernorte wären Lösungen für bessere Pisa-Ergebnisse“, ist Heiko Frost überzeugt. „Es ist genug Geld im System, niemand müsste für Bildung sparen, wenn sich getraut würde, die richtigen Prioritäten zu setzen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="534" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_01.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86196" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_01.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_01-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_01-768x513.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_01-629x420.jpg 629w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_01-696x465.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Familie Frost, Hochzeit Finja, 2025</figcaption></figure></div>


<p>Er gilt längst als Bildungsexperte und warf im Sommer 2020 seinen Hut für eine SPD-Kandidatur zum Bundestag in den Ring. Nach einigen Monaten der Rückzug: Die Corona-Pandemie erwies sich für „Adelby1“ als zu herausfordernd, um parallel einen Wahlkampf stemmen zu können. 2022 hatte sich die Lage weitgehend normalisiert, doch die Landtagswahl brachte nicht den gewünschten Erfolg. „Ich habe aber nie bereut, diese Erfahrung zu machen und so dicht an der Bevölkerung zu sein“, sagt Heiko Frost im Rückblick. Im letzten September überreichte ihm Ministerpräsident Daniel Günther das Bundesverdienstkreuz am Bande – für seine zahlreichen Tätigkeiten in der Inklusion und für den internationalen Jugendaustausch.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86207" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Familie der Schwester, Skiurlaub Neukirchen, 2026</figcaption></figure></div>


<p><em>Text: Jan Kirschner <br>Fotos: Jan Kirschner, privat   </em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/flensburger-kopf-heiko-frost/">Flensburger Kopf: Heiko Frost</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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		<title>Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Feb 2026 16:58:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
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<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/joachim-pohl-journalist-musiker-buchautor/">Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Auf dem Wohnzimmer-Tisch liegen Bücher und Zeitschriften, die einen Ruhestand dokumentieren, der gar keiner ist. Joachim Pohl war über Jahrzehnte Redakteur bei einer Tageszeitung, nun ist er offiziell Rentner, aber weiterhin als freier Mitarbeiter journalistisch tätig. Er arbeitet im Vorstand der Flensburger Hofkultur mit, ist aktives Mitglied im Deutschen Alpenverein und pflegt seine Musik-Passion in mehreren Variationen. Dazu gesellen sich die eine oder andere Reise.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="529" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85846" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024-300x198.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024-768x508.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024-635x420.jpg 635w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024-696x460.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Flens zum Abschluss der Hofkultur 2024</figcaption></figure></div>


<p>Joachim Pohl ist ein eingefleischter Flensburger Kopf, aber kein wasch­echter. Er wurde 1955 in Schleswig geboren und wuchs in Husum auf. Friesisch gehört bis heute in Teilen der weit verzweigten Familie zum guten Ton. Nach dem Abitur 1974 an der Hermann-Tast-Schule kam er erstmals mit Flensburg in Berührung: Die Briesen-Kaserne in Weiche war der Schauplatz für die dreimonatige Grundausbildung der Bundeswehr. Nach dem Wehrdienst entschied sich der junge Mann für ein Lehramtsstudium in Kiel: Geografie und Englisch. 1982 hatte er das erste Staatsexamen in der Tasche, 1984 das zweite. Dazwischen lag das Referendariat in Husum – auch an der früheren Schule.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="544" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85859" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03-300x204.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03-768x522.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03-618x420.jpg 618w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03-696x473.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Mutter und Großmutter vor dem Fährkrog, 1986</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Berufseinstieg in Flensburg</h2>



<p>So einfach war es damals nicht, eine passende Stelle zu ergattern. Die beste Möglichkeit bot Flensburg: eine Anstellung am Abendgymnasium, das schon damals im Förde-Gymnasium untergebracht war. Der Schulleiter hieß auch Pohl, war mit dem Junglehrer aber weder verwandt noch verschwägert. Der fuhr zunächst zwischen, zog jedoch nach wenigen Monaten auf die Westliche Höhe. Dennoch lag der Arbeitsplatz nun 27 Kilometer entfernt. Die deutsche Nachschule (Efterskole) in Tingleff, getragen von der deutschen Minderheit, war der neue Lehrort. Der Schwerpunkt: Deutsch. Aber auch das war nur ein kurzes Intermezzo. Joachim Pohl übernahm dann in Flensburg einen Lehr-Job in der Berufsqualifikation und arbeitete mit arbeitslosen Jugendlichen, die oftmals keinen Hauptschulabschluss hatten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="538" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85860" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04-300x202.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04-768x516.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04-625x420.jpg 625w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04-696x468.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Führerschein, 1993 Mit der alternativen Stadtzeitung Hallimasch, 1987</figcaption></figure></div>


<p>Nebenbei hatte der Pädagoge eine freie Mitarbeit bei der Tageszeitung etabliert. Schon als Referendar hatte er für die „Husumer Nachrichten“ geschrieben. Nach seinem Umzug gen Ostsee war das „Flensburger Tageblatt“ der Auftraggeber. Das Steckenpferd war die Musik. 20 Jahre zuvor war „Rubber Soul“ von den Beatles das erste gekaufte Album gewesen. Rolling Stones, Chicago und Cream waren weitere Lieblinge der Jugend. Und ein legendärer Gitarrist und Sänger. „Auf meinem Husumer Zimmer hatte ich ein kleines Radio“, erinnert sich Joachim Pohl. „Als die Nachricht kam, dass Jimi Hendrix in London gestorben ist, brach für mich eine Welt zusammen.“ Das war 1970.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="549" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85861" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-300x206.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-768x527.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-612x420.jpg 612w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-696x478.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Im Rathaus mit Stadtpräsident Rautenberg (zweiter von rechts), 1991</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Musik mit der Band und als Journalist</h2>



<p>Natürlich drehte sich die Erde weiter. Joachim Pohl hatte nun eine eigene Gitarre – und sehr bald auch einen E-Bass. Den brauchte seine erste Band in Husum damals noch. Als Redakteur einer Schülerzeitung lernte er die nordfriesische Musik-Szene kennen. Einmal kam Udo Lindenberg, ein neuer Komet am deutschen Rocker-Himmel, für ein Konzert nach Husum. Und plötzlich bot sich Joachim Pohl die Chance für ein Interview. „Ich war so aufgeregt, dass ich gar nicht wusste, was ich fragen sollte“, schmunzelt er heute und versichert: „Ein Bericht ist entstanden.“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="529" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85862" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993-300x198.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993-768x508.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993-635x420.jpg 635w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993-696x460.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Führerschein, 1993</figcaption></figure></div>


<p>Mit dem Studium hatte er das Musizieren vernachlässigt, die Musik war aber der Schwerpunkt der Berichterstattung. In den späten 1980er Jahren war der freie Mitarbeiter des „Flensburger Tageblatts“ häufiger bei Konzerten in der „Galerie“ am Holm, im „Roxy“ in der Norderstraße oder im „Lagerhaus“ an der Segelmacherstraße. Und das „Volksbad“ entwickelte sich immer mehr zu einem Kulturzentrum.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchauto" class="wp-image-85863" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit dem SG-Pokal, 2004</figcaption></figure></div>


<p>Joachim Pohl hatte offenbar eine gute Schreibe. Zumindest bot der Verlag ihm im Oktober 1988 ein Volontariat an. „Dieses Angebot habe ich als gute Chance gesehen“, erzählt er. „Mir brachte der Journalismus Spaß – und die Job-Aussichten waren gut.“ Der Neueinsteiger wanderte die nächsten beiden Jahre durch die Redaktionen. Allein ein halbes Jahr arbeitete er für das Wochenend-Magazin des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages. Dort hatte er bald eine eigene Rubrik: „Pohls Pop-Piste“. Ein hübsches Wortspielchen, denn Pop war nicht nur die Thematik, sondern auch sein Spitzname und Kürzel, unter dem unzählige Berichte erschienen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85858" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Sohn Peter bei der Tour de France in Dinan, Juli 2004</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ein Redakteur der Flensburger Lokalredaktion</h2>



<p>Zum 1. Oktober 1990 war das Volontariat abgeschlossen – und eine Übernahme als Redakteur war sicher. Der damalige Chefredakteur fragte im Einstellungsgespräch, wo er denn am liebsten arbeiten würde. Joachim Pohl antwortete: „In der Flensburger Lokalredaktion.“ So geschah es. Die Arbeit eines Journalisten war noch eine ganz andere. Zwar tippte nur noch eine Kollegin die Texte auf einer Schreibmaschine, die diese dann mit in den Ruhestand nahm, aber die Computer-Anwendungen befanden sich vor 35 Jahren in der Steinzeit. Die Redaktion saß in der Holm-Passage, eine andere Abteilung auf der anderen Straßenseite gestaltete die Zeitung. Die Druckerei war gerade nach Rendsburg abgewandert. In den 1990er Jahre erreichte das Internet allmählich den Berufsalltag. In Fortbildungen wurden die Journalisten für neue Redaktionssysteme geschult, mit denen sie selbst die Seiten „bauten“.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" data-id="85850" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025-768x1024.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85850" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hofkultur, 2025</figcaption></figure>
</figure>



<p>Privat ist Joachim Pohl mehrmals in der Region umgezogen. Eine Zeit lang wohnte er zur Miete in der Norderstraße – fußläufig zum „Volksbad“. Er gründete eine Familie, Sohn Peter kam zur Welt. Kurz danach erfolgte der Umzug in ein Eigenheim. In Mürwik entstand Mitte der 1990er Jahre Flensburgs erste Öko-Siedlung, die einen besonderen Energiestandard hatte und auf deren Dächer das Gras wuchs. Die Eigentümergemeinschaft kümmerte sich um den gemeinsamen Innenhof und die Carports. Joachim Pohl saß jahrelang im Beirat und schätzt noch immer die Konstanz in der Nachbarschaft: Viele Pioniere leben seit gut drei Dekaden in der Siedlung.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85848" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hofkultur 2022</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der Schreibtisch in der Holm-Passage</h2>



<p>Beruflich gab es mehr Veränderungen. In der Flensburger Lokalredaktion arbeitete der Journalist bis 2018 mit vier verschiedenen Ressortleitern zusammen: zunächst mit Thomas Schunck, dann Gerhard Nowc sowie Helge Matthiesen und schließlich Carlo Jolly. Joachim Pohl berichtete über Kultur und Musik, aber auch sehr viel über Bauprojekte und Stadtentwicklung. Er war dabei, als die Osttangente 2001 dem Verkehr übergeben oder die Schiffbrücke aufwändig umgebaut wurde, sah aber auch manch hochtrabendes Vorhaben platzen – sei es ein großes Hotel am Hafen oder ein Spielcasino im Deutschen Haus.&nbsp; „Uns wurde immer eingebläut, nicht mit dem Rathaus zusammenzuarbeiten“, erklärt der langjährige Redakteur. „Wir sollten der Stadtverwaltung und der Kommunalpolitik auf die Finger schauen, sie kontrollieren und Konflikte nicht scheuen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="535" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85852" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2-300x201.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2-768x514.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2-628x420.jpg 628w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2-696x465.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Jubiläumsfeier mit Thomas Frahm, 2024</figcaption></figure></div>


<p>Die bis 2013 währende Innenstadtlage des Lokalressorts hatte durchaus ihre Vorteile. „In der Mittagspause traf man eigentlich immer Leute, sodass man viel erfahren konnte“, erzählt Joachim Pohl. „Man war schnell im Rathaus, bei den Stadtwerken, den Gewerkschaften oder den Museen.“ Der Umbau des ZOB vollzog sich Ende der 1990er Jahre praktisch vor dem Schreibtisch. Und manchmal rollte auf dem Bahndamm ein Zug, der zum Stadtfest sollte oder mit Panzern beladen war.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="531" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85854" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023-300x199.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023-768x510.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023-633x420.jpg 633w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023-696x462.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Band Engines, 2023</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Musik-Highlights in Flensburg, Hamburg und Dänemark</h2>



<p>Die Einweihung der Campushalle Ende 2001 brachte bis dahin ungeahnte musikalische Highlights nach Flensburg. Einmal konnte der Journalist Rick Parfitt, den Sänger von Status Quo, interviewen. Ein anderes Mal probte Peter Maffay die letzte Woche vor dem Tournee-Start in der Fördestadt. Joachim Pohl schaute spontan in der Halle vorbei, hatte ein ebenso spontanes wie lockeres Gespräch mit dem Musiker und hatte eine spannende Idee: In Flensburg gab es einen Lehrer, der einst im rumänischen Siebenbürgen mit Peter Maffay zur Schule gegangen war. Direkt vor dem ersten Konzert – auch in der Campushalle – kam es tatsächlich zum Treffen der Schulfreunde. Die beiden vertieften sich in Erinnerungen, bis sich die Musik-Legende erhob: „Jetzt muss ich ja wirklich auf die Bühne.“ Joachim Pohl erlebte diesen Tour-Auftakt im Backstage-Bereich.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-683x1024.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85840" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-683x1024.jpg 683w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-200x300.jpg 200w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-768x1152.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-280x420.jpg 280w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-696x1044.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption">Als Ansager bei der Hofkultur</figcaption></figure></div>


<p>Für andere Gigs fuhr er weiterhin nach Hamburg. David Bowie, Eric Clapton, Mark Knopfler oder Simply Red – Künstler aus dem obersten Regal. „Abends war ich oft mit einem Fotografen los und nach dem Konzert ging es wieder zurück nach Flensburg“, erzählt Joachim Pohl. „Am nächsten Morgen schrieb ich als erstes den Bericht, dann ging es wieder an die Lokalberichterstattung.“ Ein besonderes Kapitel waren die Ros­kilde-Festivals, von denen er in den 1990er Jahren mehrfach berichtete. Auf dem riesigen Gelände stand auch ein Journalisten-Zelt, in dem Computer aufgestellt waren. Die geschriebenen Texte wurden dann ausgedruckt und gefaxt. E-Mails gab es noch nicht. „Einmal habe ich auch in der Redaktion angerufen und meinen Bericht diktiert“, grinst der Flensburger.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25.jpeg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85855" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit den Geschwistern in Tangermünde, Mai 2025</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Berufliche Umzüge in die Fördestraße und nach Schleswig</h2>



<p>2013 zogen große Teile des Verlages, darunter auch das Lokalressort, an die Fördestraße. Joachim Pohl hatte vom eigenen Zuhause zum Großraumbüro nun einen sehr kurzen Weg. Eines Tages gruppierten sich ein paar Kollegen vor seinem Schreibtisch. Den Abend zuvor hatten sie beschlossen, eine Band zu gründen. „Pohl, du spielst doch Bass?“, fragte einer. Der Angesprochene reagierte zunächst zögerlich: „Das ist aber sehr lange her!“ Für die Kollegen war das so etwas wie eine Zusage. „Was man einmal gelernt hat, verlernt man doch nicht“, meinten sie. Joachim Pohl lieh sich vom Flensburger Musiker Niklas Heitmann einen E-Bass und probierte ihn aus. Ja, es ging wirklich. Also erwarb er bei der lokalen Musik-Legende „Cuddel“ Jensen ein Instrument und verstärkte die „Engines“. Sie trafen sich einmal die Woche im Proberaum und traten gelegentlich auf. Zuletzt ging bei einem Benefizkonzert in der Bergmühle der Hut herum für soziale Projekte in der Nordstadt. Die „Engines“ bereicherten aber auch schon das Flensburger Dampf-Rundum oder das Schleswiger Stadtfest. Auf der Setliste standen Rock- und Pop-Klassiker.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85853" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Matt in den Bergen, Sommer 2019</figcaption></figure></div>


<p>2018 wechselte Joachim Pohl eher unfreiwillig in die Schleswiger Stadtredaktion. In seiner Geburtsstadt gewöhnte er sich aber schnell ein. Drei Jahre lang fuhr er zwischen, dann begann das Rentner-Dasein, das gewiss kein Ruhestand ist. Der 70-Jährige ist weiterhin auch als Journalist tätig. Hauptsächlich in Flensburg und Schleswig – gelegentlich auch in Eckernförde oder Angeln – nimmt er Termine wahr und berichtet auf Honorar-Basis.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85841" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Am Kreuzbergpass, 2020</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">LPs, Hofkultur und Oluf-Samson-Gang</h2>



<p>Der Musik-Leidenschaft kann nun ausgiebiger ausgekostet werden. Mit sieben Leuten hat Joachim Pohl eine Vinyl-Gruppe gegründet, die sich Langspielplatten oder Singles anhört und dabei in die Musikgeschichte abschweift. Gerne besucht der langjährige Redakteur die Konzerte unbekannter Bands im Ex-Sultan-Markt oder die „Folk Baltica“. Die „Flensburger Hofkultur“ hat sich für ihn zu einem echten Projekt entwickelt. Jahrelang hatte er über dieses Sommerereignis berichtet und befand sich mit Organisator Thomas Frahm im regen Austausch. Mit dem Ausscheiden als Redakteur bestand kein Interessenskonflikt mehr: Joachim Pohl bot seine aktive Mitarbeit an. Es war kein einfacher Einstieg. 2021 war das Format wegen der Corona-Pandemie begrenzt. Dann zog sich das Flensburger Kulturbüro von der Veranstaltung zurück. Der Verein „Flensburger Hofkultur“ organisiert seitdem das Programm in Eigenregie und stellte einen Geschäftsführer ein.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85842" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Auf dem Gipfel des Jebel Toubkal, Oktober 2021</figcaption></figure></div>


<p>Joachim Pohl gehört als zweiter Vorsitzender dem Vorstand an und war mit einigen Mitstreitern Ende Januar für ein paar Tage in Freiburg. Bei der Internationalen Kulturbörse fahndeten die Nordlichter nach möglichen Künstlern für die Hofkultur. Das Motto lautete: anhören und buchen! Der Auftakt der 2026er Auflage war jedoch schon vorher fix. Am 24. Juli gastiert die Latin-Swing-Formation „Ayom“ im Hof des Schifffahrtsmuseums, wo 700 Leute Platz finden.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="525" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-525x1024.jpeg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85843" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-525x1024.jpeg 525w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-154x300.jpeg 154w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-768x1497.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-788x1536.jpeg 788w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-216x420.jpeg 216w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-696x1356.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px" /><figcaption class="wp-element-caption">Auf Schokofahrt mit Beate Falkenberg, April 2024</figcaption></figure></div>


<p>Vor zwei Jahren verfasste Joachim Pohl einen umfangreichen Rückblick auf die 30-jährige Geschichte der „Flensburger Hofkultur“, der sogar als Buch erschien. Der Titel: „Die Altstadt als Bühne“. Dieses Werk ist bei Weitem nicht das einzige publizistische Erzeugnis aus seiner Feder. Seit einigen Jahren arbeitet er an dem jährlich erscheinenden Magazin für das Norden-Festival in Schleswig mit. Im letzten Jahr recherchierte er gemeinsam mit Eiko Wenzel und Martin Müller zum Oluf-Samson-Gang. Der Journalist skizzierte die Entwicklung von der Rotlicht-Meile zur gutbürgerlichen Gasse. Dafür recherchierte er in alten Zeitungen und Akten und interviewte eine ehemalige Prostituierte, die viel erzählen konnte.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24.jpeg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85847" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Goldenes Abi-Jubiläum in Husum, September 2024</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Familie und ein Herzensverein</h2>



<p>Eine große Bedeutung hat die Familie. Seine drei Geschwister wohnen in Regensburg, Hamburg und England. Väterlicherseits gibt es häufiger ein Familientreffen mit Kusinen und Cousins. Derzeit plant er seine vierte Reise nach Namibia. Sein Sohn Peter lebt seit einigen Jahren mit seiner Tochter in der Hauptstadt Windhoek. Der Gast aus Deutschland fühlte sich bei der Tour durch die Wüsten Kalahari und Namib zur Hafenstadt Swakopmund wie in einem Road-Movie.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25.jpeg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85857" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Holger Heitmann beim Wandern auf Mallorca, März 2025</figcaption></figure></div>


<p>Der Sohn hatte einige Jahre im Nachwuchs der SG Flensburg-Handewitt gespielt, was das Interesse am Handball vergrößerte. Die eigentliche sportliche Liebe ist allerdings „grün-weiß“: Werder Bremen. Als Kind war Joachim Pohl einmal mit seinem Vater in der Hansestadt, da dieser bei seinem Arbeitgeber „Jacobs Kaffee“ einen Kleinbus abzuholen hatte. Es ging mit dem Zug in die Stadt des deutschen Meisters von 1965 und mit der Straßenbahn am Weserstadion vorbei. Seither schlug das Sportherz „grün-weiß“, was einige Besuche in Kino-Sportbars auslöste, heutzutage aber hauptsächlich mit Radio und Fernseher befriedigt wird.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="761" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-761x1024.jpeg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85856" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-761x1024.jpeg 761w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-223x300.jpeg 223w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-768x1034.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-312x420.jpeg 312w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-696x937.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Enkeltochter Zoë in Swakopmund/Namibia, Dezember 2023</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Bergwanderungen und Radtouren</h2>



<p>Seit 2021 gehört Joachim Pohl dem „Deutschen Alpenverein“, dem Fachverband fürs Klettern und Wandern, an. Die Flensburger Sektion ist die nördlichste, mit 1100 Mitgliedern aber gewiss nicht die kleinste. Der Journalist war kurzzeitig Klimaschutz-Referent und stellt das Vereinsheft „Bergblick“ zusammen. Für den Mai organisiert er eine Fahrt nach Oberhausen – eine Ausstellung im Gasometer zum Thema „Wald“. Häufiger gibt es Wanderungen in der Region – vom Mauseloch nach Solitüde, in die Fröruper Berge oder rund um den Westensee. Manchmal geht es auch wesentlich weiter. Im nordafrikanischen Atlasgebirge musste der 4100 Meter hohe Jbel Toubkal gemeistert werden. „Die Luft wird oben immer dünner“, berichtet Joachim Pohl. „Man kommt schwer atmend auf dem Gipfel an und blickt dann auf viele weitere Berge und eine große Wüste.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85845" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Bodenständiger sind seine Radtouren. Aber nicht weniger ambitioniert. An der jährlichen „Schokofahrt“, bei der Schokolade von Amsterdam nach Flensburg per Lastenrad transportiert wird, nahm er 2024 teil. Die Schokolade ist im Flensburger Rumkontor an der Norderstraße erhältlich. Mit zwei Freunden ist er seit 1997 jeden Sommer für eine Woche auf zwei Rädern unterwegs. Ganz Dänemark, viele Ecken von Deutschland und Teile der Niederlande und Frankreich haben sie schon erkundet. Einmal ging es sogar über die Alpen nach Bozen. Das nächste Mal soll es von Freiburg aus am Neckar entlang bis nach Mannheim gehen. Zurück in Flensburg wartet dann wieder ein anderes der spannenden Projekte, die Joachim Pohl mit Herzblut begleitet.</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner<br>Fotos: Kirschner, privat   </em></p>
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		<title>Leon Bossen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jan 2026 16:15:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
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		<category><![CDATA[Kommunalpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ortstermin im Flensburger Rathaus: Wenn man am Ratssaal vorbeischreitet, stößt man auf einen langen Gang. Eine große Bilder-Galerie der früheren Stadtrepräsentanten signalisiert, dass hier die Kommunalpolitik beheimatet ist. Die Stadtpräsidentin hat hier ihr Büro – und auch die Fraktionen. Man muss noch um eine Ecke gehen, dann ist man bei den „Grünen/Bündnis ´90“, die in [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/leon-bossen/">Leon Bossen</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ortstermin im Flensburger Rathaus: Wenn man am Ratssaal vorbeischreitet, stößt man auf einen langen Gang. Eine große Bilder-Galerie der früheren Stadtrepräsentanten signalisiert, dass hier die Kommunalpolitik beheimatet ist. Die Stadtpräsidentin hat hier ihr Büro – und auch die Fraktionen. Man muss noch um eine Ecke gehen, dann ist man bei den „Grünen/Bündnis ´90“, die in Flensburg eine Fraktionsgemeinschaft mit der kleineren Partei „Volt“ pflegen. Tags zuvor war Fraktionssitzung. Es ging um den städtischen Haushalt und die anstehende Ratsversammlung. Einer von ihnen, nämlich Leon Bossen, nimmt jetzt erneut im Gesprächszimmer Platz. Umgeben von einigen Wahlplakaten stellt er sich einem Interview.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_1945-768x1024.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85609" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_1945-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_1945-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_1945-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_1945-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_1945.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure></div>


<p>Der junge Kommunalpolitiker ist ein waschechter Flensburger Kopf, denn er ist am 18. März 2001 in der Fördestadt geboren. Die ersten Kindheitserinnerungen sind auch mit der Rude, aber hauptsächlich mit Engelsby verbunden. Die Wohnblöcke im Trögelsbyer Weg entwickelten sich zum Orbit der Kindheit und Jugend. „Meine Eltern konnten mir nicht jeden Wunsch erfüllen, wir mussten immer auf das Geld achten“, verrät Leon Bossen. Seine Mutter ist Halbdänin und Verwaltungsfachangestellte. Sein Vater arbeitet als Koch und war zur Jahrtausendwende vor dem Kosovo-Krieg geflüchtet.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5713-683x1024.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85617" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5713-683x1024.jpg 683w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5713-200x300.jpg 200w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5713-768x1152.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5713-280x420.jpg 280w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5713-696x1044.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5713.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption">Leon Bossen und seine Mutter Sandra (bei „Huepåsættelse“, Abitur 2020, Duborg-Skolen)</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Dänische Schule und das erste ehrenamtliche Engagement</h2>



<p>Die Kindheit in Engelsby war von kurzen Wegen geprägt. Die Freunde wohnten alle in der Nähe, der Fußball flog beim IF Stjernen, und die Jörgensby-Skolen war sehr nah. Nach sechs Schuljahren eine Zäsur: Leon Bossen besuchte die Duborg-Skolen. Der Teenager hatte nun einen weiteren Schulweg. Er traf sich frühmorgens am Hafermarkt mit den Freunden und stieg mit ihnen in den Einsatzbus, der alle zur Schule auf der anderen Fördeseite brachte. Seine Vorliebe galt Wirtschaft, Politik, Deutsch, Dänisch oder Geographie. Die Naturwissenschaften entwickelten sich weniger zur Leidenschaft. Die Duborg-Skolen wurde damals umfangreich saniert, sodass zeitweise ganze Jahrgänge in die Schulgasse ausquartiert wurden. „Die Klassenzimmer waren zunächst nicht schön, der Unterricht lief noch mit Overhead-Projektor und Kreidetafeln“, erzählt Leon Bossen. „Schließlich war alles so richtig modern – mit Smartboard und allem Pipapo.“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="800" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/6C7F9F5A-9ECB-47A0-B3FB-88E020C5812D.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85605" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/6C7F9F5A-9ECB-47A0-B3FB-88E020C5812D.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/6C7F9F5A-9ECB-47A0-B3FB-88E020C5812D-300x300.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/6C7F9F5A-9ECB-47A0-B3FB-88E020C5812D-150x150.jpg 150w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/6C7F9F5A-9ECB-47A0-B3FB-88E020C5812D-768x768.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/6C7F9F5A-9ECB-47A0-B3FB-88E020C5812D-420x420.jpg 420w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/6C7F9F5A-9ECB-47A0-B3FB-88E020C5812D-696x696.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Leon Bossen mit Kaja Claussen&#8230;</figcaption></figure></div>


<p>Mit 16 Jahren engagierte er sich erstmals ehrenamtlich. Sein Herz gehörte der Kleiderkammer am Bahnhof und der Initiative „Flensburg hilft grenzenlos“, die Flüchtlinge und andere Zielgruppen unterstützte. „Ich war jeden Dienstag und Donnerstag am Bahnhof – das war wie eine Familie“, schwärmt Leon Bossen noch immer. Allerdings wurde diese Einrichtung im März 2018 geschlossen. Wegen eines geplanten Fahrrad-Parkhauses hätte die Räumlichkeit halbiert und eine Brandschutzmauer eingezogen werden müssen. Der Verein, der ohnehin Schwierigkeiten hatte, finanzielle Mittel zu generieren, hätte sich mit einer größeren Summe beteiligen müssen. „Das war alles wirklich traurig – und die Räumlichkeit steht immer noch leer“, erzählt Leon Bossen. „Die damalige Schließung war also überhaupt nicht nötig gewesen.“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2209.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85612" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2209.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2209-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2209-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2209-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2209-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">&#8230;und Lars Erik Bethge</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Anfänge in der Kommunalpolitik</h2>



<p>Er hatte sich sehr über die Kommunalpolitik geärgert und wollte es besser machen. Er verfolgte eine Sitzung bei den Linken, trat dann – noch nicht volljährig – Ende 2018 bei den Grünen ein. „Meine Mutter hat den Mitgliedsantrag unterschrieben“, schmunzelt er, um mit ernstem Ton zu ergänzen: „Die Grünen waren die einzige Partei, die sehr klar bei einigen Fragen war – zum Beispiel wurde intern nicht darüber gestritten, ob man solidarisch mit den Menschen in Not ist.“ Leon Bossen war sehr bald aktiv in der Grünen Jugend, die damals auf „nur drei bis vier Leute“ geschrumpft war. Vom Neuling stieg er zum Sprecher auf, war mit dem Organisationsaufbau beschäftigt, um Leben in die Nachwuchsgruppierung zu bringen. Er freute sich, dass sich nach zwei Jahren rund 30 junge Menschen beteiligten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_6378-683x1024.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85618" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_6378-683x1024.jpg 683w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_6378-200x300.jpg 200w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_6378-768x1152.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_6378-280x420.jpg 280w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_6378-696x1044.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_6378.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mitte: Catharina Nies und Claus Ruhe Madsen; Foto: Lasse Naeve</figcaption></figure></div>


<p>Sein Tag hätte damals schon gerne mehr als 24 Stunden umfassen dürfen. Leon Bossen beschäftigte sich immer mehr mit der Politik, feilte an seinem Abitur und jobbte nebenher bei einem Grenzhandel in Harrislee – bis plötzlich die Grenze geschlossen wurde. Die Welt steckte mitten in der Corona-Pandemie. In einer Tankstelle am Friedenshügel ging es weiter. Im Juni 2020 hatte Leon Bossen das Abitur bestanden. Gerade war der erste Corona-Lockdown etwas gelockert worden. Der Abi-Ball musste dennoch ausfallen. Die Zeugnisvergabe war „auf Abstand“ möglich. Die legendären Mützen wurden auf der Schulterrasse verteilt. Die jungen Abiturienten waren zwei Wochen in Flensburg unterwegs und feierten. „Ich habe aber weder im Neptunbrunnen gebadet noch bin ich in den Hafen gesprungen“, verrät Leon Bossen. „Asche auf mein Haupt, aber dafür bin ich nicht der Typ.“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_4734-768x1024.jpeg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85615" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_4734-768x1024.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_4734-225x300.jpeg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_4734-315x420.jpeg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_4734-696x928.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_4734.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Studienbeginn in Aarhus und Rückkehr nach Flensburg</h2>



<p>Der weitere Plan sah so aus: ein Germanistik-Studium in Aarhus. Der Flensburger richtete sich bereits in der jütländischen Stadt ein, als sich die Situation plötzlich änderte. „Zur Überraschung aller wurde nicht nur der Studiengang verkleinert, sondern auch ein hoher Numerus Clausus festgelegt, weil sich plötzlich deutlich mehr Menschen auf den Studiengang beworben hatten“, berichtet er. Spontan schrieb er sich für ein Lehramt ein. Der Studienbeginn paarte sich mit einem erneuten Corona-Lockdown. „Ich hatte mir alles etwas anders vorgestellt“, erzählt Leon Bossen. „Es war unter diesen Umständen sehr schwer, soziale Kontakte zu bekommen.“ Zu Weihnachten 2020 kehrte er zurück nach Flensburg und arbeitete erst einmal in der Paketausgabe bei der Hauptpost in der Bahnhofstraße. Interimsmäßig übernahm er die Geschäftsführung des Grünen-Kreisverbandes. Zudem kümmerte er sich beim Verein „Villekula“ um die Buchhaltung und einige Personalangelegenheiten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5631-768x1024.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85616" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5631-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5631-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5631-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5631-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5631.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Leon Bossen mit Michael Otten und Stefan Seidler</figcaption></figure></div>


<p>Leon Bossen stieg in die Kommunalpolitik ein und wurde bürgerliches Mitglied im Ausschuss für Bürgerservice, Schutz und Ordnung. Parallel dazu amtierte er als Sprecher der Grünen Jugend und äußerte sich kritisch zum Hotelprojekt am Bahnhofswald. Anfang 2021 lähmten Ausgangssperren und ein jegliches Kontaktverbot das öffentliche Leben in Flensburg. „Und das bei 40.000 Single-Haushalten im Stadtgebiet“, erinnert sich Leon Bossen. „Die Grüne Jugend schrieb einen Brief an Oberbürgermeisterin Simone Lange und an den Ministerpräsidenten Daniel Günther, der sogar handschriftlich antwortete.“ Das Ergebnis: In die allgemeine Verfügung wurde für Single-Haushalte der Kontakt zu einer festen Kontaktperson zugelassen. Als nächstes förderte die Grüne Jugend die Gründung eines Kinder- und Jugendbeirats für Flensburg.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_3443-768x1024.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85614" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_3443-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_3443-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_3443-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_3443-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_3443.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Leon Bossen mit Katja Claussen und Björn Ellenberg</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Wahlen auf Bundes- und Stadtebene</h2>



<p>Am 26. September 2021 wurde der Bundestag gewählt. Leon Bossen unterstützte den Wahlkampf des Direktkandidaten Robert Habeck vor allem im Social-Media-Auftritt. Nach der erfolgreichen Wahl stieg er als Mitarbeiter im Wahlkreisbüro ein. Er kümmerte sich um Bürger­anfragen, besuchte anstelle des oft in Berlin weilenden Ministers örtliche Veranstaltungen, bereitete Termine vor und moderierte Themen. Als Kreisvorstand hatte Leon Bossen einen direkten Draht zur Basis. Außerdem war er nun wieder Student. Zunächst hatte er sich in Kiel für Politik und Soziologie eingeschrieben, weil es in Flensburg nichts Vergleichbares gab. Ab 2022 wurde dann an der Europa-Universität ein sozialwissenschaftlicher Studiengang aufgebaut. Im Oktober wechselte Leon Bossen auf ein Fernstudium: Er hatte einfach zu viele Aufgaben, um an der Uni ausreichend Präsenz zeigen zu können.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2203.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85611" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2203.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2203-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2203-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2203-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2203-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Im Gespräch mit Rasmus Andresen</figcaption></figure></div>


<p>Gerade die Kommunalpolitik wurde ihm immer wichtiger. Bei der Kommunalwahl im Mai 2023 trat der junge Flensburger als einer von zwei Spitzenkandidaten der Grünen an. Mit Spannung verfolgte er am Wahltag in der Bürgerhalle das Eintreffen der Ergebnisse. Die Grünen erreichten stolze 23,6 Prozent. „Das kam sehr überraschend“, erzählt Leon Bossen. „Nach dem Heizungsgesetz waren wir bundesweit abgestürzt. Ich rechnete nur mit fünf oder sechs Sitzen, jetzt waren es zehn.“ Er selbst gewann auf dem Sandberg das Direktmandat und übernahm zusammen mit Katja Claussen die Fraktionsspitze.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2143.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85610" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2143.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2143-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2143-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2143-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2143-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2143-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2143-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ratsversammlung und Tourismus</h2>



<p>Aufgrund der bei den Grünen praktizierten Trennung von Amt und Mandat gehörte der Twen nicht mehr dem Kreisvorstand an, war dafür nun fast jeden Tag im Rathaus. Der damals 22-Jährige saß als nun jüngstes Ratsmitglied weiterhin im angestammten Ausschuss für Bürgerservice und nun auch im Hauptausschuss. Über dieses Gremium werden zahlreiche Beteiligungen der Stadt kontrolliert und Aufsichtsräte besetzt. Leon Bossen fungiert bei der Tourismus-Agentur Flensburger Förde – kurz TAFF – als Aufsichtsratsvorsitzender. „Es bieten sich spannende Perspektiven aus grüner Sicht, Nachhaltigkeit und Wertschöpfung zu Vereinen“, betont der Kommunalpolitiker.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20230802TR014.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85607" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20230802TR014.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20230802TR014-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20230802TR014-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20230802TR014-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20230802TR014-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Tim Riediger

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<p>Mit seinem Amt pflegt er eine Zusammenarbeit mit TAFF-Geschäftsführer Gorm Casper. Es ist eine Strategie für die Jahre bis 2028 entstanden, die aufgrund der städtischen Haushaltslage auf Konsolidierung setzen muss und das Marketing der Region als Kernkompetenz begreift. Im stetigen Austausch kommt Leon Bossen mit etlichen Themen in Berührung: die Folgen der Sturmflut von 2023, ein Wohnmobilkonzept, die Förde-Card oder auch die Belebung der Innenstadt durch Events. Zuletzt wurde der klassische Weihnachtsmarkt eine Woche früher gestartet, um die Einnahmen zu erhöhen. „Meine persönliche Meinung“, verrät Leon Bossen. „Das Modell hat sich bewährt. Das nächste Mal können wir gucken, wo wir noch kleinere Anpassungen mit den Erfahrungen aus dem letzten Jahr vornehmen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/60deebff-19b3-489c-8340-3c2559cea029.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85606" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/60deebff-19b3-489c-8340-3c2559cea029.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/60deebff-19b3-489c-8340-3c2559cea029-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/60deebff-19b3-489c-8340-3c2559cea029-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/60deebff-19b3-489c-8340-3c2559cea029-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/60deebff-19b3-489c-8340-3c2559cea029-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/60deebff-19b3-489c-8340-3c2559cea029-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/60deebff-19b3-489c-8340-3c2559cea029-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Neugewählter Vorstand Europa-Union Flensburg</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Mit 24 Jahren Vorsitzender des Hauptausschusses der Stadt Flensburg</h2>



<p>Vor rund einem Jahr gab es im Stadtrat einige Änderungen durch eine weitere Fraktionsbildung und Umstrukturierungen innerhalb der Parteien. Ein Ergebnis: Leon Bossen wurde Vorsitzender im Hauptausschuss. Er hat dadurch noch mehr mit den Stadtwerken, dem Polizeibeirat, diversen Zweckverbänden und dem Wirtschaftsbeirat zu tun. Neu eingeführt wurde ein Sitzungsplan mit Zeitlimits für die einzelnen Punkte der Tagesordnung. „Dann schließe ich die Redeliste“, erklärt er. „Wir wollen keine Fünf-Stunden-Sitzungen mehr. Für mich wären diese vielleicht noch machbar, aber für eine alleinerziehende Mutter sind sie kaum zu regeln.“ Es geht um die Verknüpfung von Ehrenamt, Familie und Beruf.</p>



<p>Die Kommunalpolitik ist keine Profession, sondern muss in die persönliche Freizeit integriert werden. Zeit für andere Hobbys bleibt da kaum. Leon Bossen schafft es dennoch ab und an, auf Reisen zu gehen. „Ich war fast in jeder europäischen Hauptstadt zumindest einmal gewesen“, erzählt er. Besonders erwähnenswert sind zwei Interrail-Touren. Mit 18 war er einmal eine Woche von Flensburg nach Lissabon und zurück unterwegs. „Wir haben jede Nacht irgendwo anders übernachtet“, verrät er. 2022 ging es auf Schienen nach Italien: Mailand, Rom, Neapel und Venedig.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/DSC_4180.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85608" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/DSC_4180.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/DSC_4180-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/DSC_4180-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/DSC_4180-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/DSC_4180-696x463.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Alltag zwischen Studium, Rathaus und Akademie Sankelmark</h2>



<p>Der Alltag ist dicht getaktet. Morgens beschäftigt sich Leon Bossen mit Kommunalpolitik oder dem Studium. Von 11 bis 16 Uhr ist er in der Akademie Sankelmark. Seit September 2023 hat er dort einen 20-Stunden-Job. „Robert Habeck hat mir viele Möglichkeiten eröffnet“, erklärt der 24-Jährige. „Nun habe ich aber eine Arbeit mit viel mehr Selbstständigkeit.“ Er kümmert sich im Minderheiten-Kompetenz-Netzwerk (MKN) um ein aktuelles Jahresprojekt, das vom Berliner Innenministerium gefördert wird. Im Dezember wurde die digitale Plattform „Who We Are“ gestartet, wo praktisch jeder eigene Beiträge hochladen und seine eigenen Geschichten erzählen kann.</p>



<p>In der Stadtpolitik drehte sich zuletzt viel um den Haushalt 2026, der zwei Wochen vor Weihnachten trotz eines Defizites von 48 Millionen Euro beschlossen wurde. In der Debatte ging es um Einsparungspotenziale und Streichungen von Projekten – auch für den Fall, dass nicht alle benötigten Kredite genehmigt werden. Im Hauptausschuss wurde vor dem Hintergrund der Stadt­entwicklungsstrategie „Flensburg 2030plus“ über Effekte gesprochen, die sich aus Digitalisierung, Entbürokratisierung und Entlastung von Mitarbeitern ergeben würden. Vieles kam auf den Prüfstein. „Den Nachtbürgermeister habe ich praktisch geboren und begraben“, sagt Leon Bossen. „Das Flensburger Nachtleben und die Nachtkultur sollten wir aber weiterhin politisch behandeln. Gerade bei jungen Menschen ist es wichtig für die Attraktivität einer Stadt, dass nicht schon ab 20 Uhr die Straßenbeleuchtung ausgeht.“</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner<br>Titelfoto: Marcus Dewanger<br>Fotos: Jan Kirschner, privat  </em> </p>
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		<title>Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Dec 2025 23:29:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
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		<category><![CDATA[Broschmann & Finke Theater]]></category>
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<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/michael-wempner-bildhauer-und-schauspieler/">Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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<p>Flensburg hat so einige versteckte Sackgassen in beschaulicher Lage. Wenn man dieses Grundstück in der Westlichen Höhe betritt, benutzt man einen gepflasterten, schmalen Weg, der von üppigem Grün und einer großen Skulptur begleitet wird – bis man an einer weinroten Tür stoppt. Wenn man erwartet wird, leitet der Hausherr den Besuch ins Wohnzimmer. Dort ist ein Aha-Effekt garantiert, insofern die Regenwolken nicht zu tief hängen oder der Nebel alles verhüllt. Denn vor den Fenstern erstreckt sich ein herrliches Panorama des Flensburger Hafens. Michael Wempner, der Schauspieler, der jüngst sein 50-jähriges Bühnenjubiläum feierte, wohnt hier seit fünf Jahren zusammen mit seiner Frau. Für ihn muss es „Wieder“ heißen, denn es ist das Haus seiner Kindheit. Er hat es übernommen, nachdem seine Mutter Irmgard im gesegneten Alter von 93 Jahren verstarb.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9773.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85064" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9773.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9773-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9773-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9773-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9773-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Sie und Vater Fritz waren bekannte Akteure der darstellenden Künste. Da fällt einem sofort ein Sprichwort ein: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Sohn Michael hatte aber zunächst andere Interessen. Besonders Sport und Fußball hatten es ihm angetan. In den 1960er Jahren befand sich die heimatliche Scholle in absoluter Stadtrandlage. Michael Wempner erinnert sich, wie er auf dem Gelände des heutigen Recyclinghofes am Lornsendamm Pfähle als Torpfosten in den Rasen gesteckt und auf der Wiese dann mit seinen Freunden Fußball gespielt hatte. Später wechselte er auf den DGF-Platz. Noch immer kickt er im Verein, und zwar bei den Altherren des TSV Nord. Punktspiele standen in jüngster Zeit aber nicht mehr im Terminplan. „Meine Schauspiel-Kollegen hatten die Sorge, dass ich mir etwas brechen könnte und mit einem Gipsbein ankommen würde“, lacht der Künstler.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" data-id="85074" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Marmorbearbeitung-in-der-Akademie-1989.jpeg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85074" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Marmorbearbeitung-in-der-Akademie-1989.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Marmorbearbeitung-in-der-Akademie-1989-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Marmorbearbeitung-in-der-Akademie-1989-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Marmorbearbeitung-in-der-Akademie-1989-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Marmorbearbeitung-in-der-Akademie-1989-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Marmorbearbeitung-in-der-Akademie-1989-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Marmorbearbeitung-in-der-Akademie-1989-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Wempner bei der Marmorbearbeitung mit dem „Martello“ an der Skulptur „Salzsäule“ (1989)</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="576" data-id="85076" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Marnorbearbeitung-Italien-1990.jpeg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85076" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Marnorbearbeitung-Italien-1990.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Marnorbearbeitung-Italien-1990-300x216.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Marnorbearbeitung-Italien-1990-768x553.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Marnorbearbeitung-Italien-1990-583x420.jpeg 583w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Marnorbearbeitung-Italien-1990-696x501.jpeg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Wempner während eines Bildhauer-Symposiums in Italien (1990)</figcaption></figure>
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<h2 class="wp-block-heading">Drehscheibe „Alter Friedhof“</h2>



<p>Eine andere Anekdote aus der Kindheit. Direkt an der Fußballer-Wiese sollte eine neue Schnellstraße gebaut werden, die 1968 als westliche Ortsumgehung eingeweiht wurde. Die Bevölkerung am Stadtrand war in Aufruhr, da die neue Verkehrsmagistrale den Zugang zur Marienhölzung versperren würde. Irmgard Wempner initiierte eine Unterschriftenliste. „Ich war noch zu klein, aber meine älteren Schwestern waren in der Nachbarschaft unterwegs“, erzählt Michael Wempner. „Das Ergebnis kann man übrigens immer noch sehen: ein kleiner Tunnel unter der Straße.“</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" data-id="85072" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/M.W.-in-Trump-Parodie-.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85072" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/M.W.-in-Trump-Parodie-.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/M.W.-in-Trump-Parodie--300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/M.W.-in-Trump-Parodie--768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/M.W.-in-Trump-Parodie--630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/M.W.-in-Trump-Parodie--696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Wempner bei einer Trump Parodie (2018)</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" data-id="85062" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Die-BroFi-Chefs-Michael-Wempner-u.-Dirk-Magnussen.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85062" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Die-BroFi-Chefs-Michael-Wempner-u.-Dirk-Magnussen.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Die-BroFi-Chefs-Michael-Wempner-u.-Dirk-Magnussen-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Die-BroFi-Chefs-Michael-Wempner-u.-Dirk-Magnussen-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Die-BroFi-Chefs-Michael-Wempner-u.-Dirk-Magnussen-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Die-BroFi-Chefs-Michael-Wempner-u.-Dirk-Magnussen-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Die-BroFi-Chefs-Michael-Wempner-u.-Dirk-Magnussen-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Die-BroFi-Chefs-Michael-Wempner-u.-Dirk-Magnussen-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Immer zu Scherzen aufgelegt. Die BroFi Chefs Michael Wempner und Dirk Magnussen</figcaption></figure>
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<p>Seine Schullaufbahn startete in der Waldschule und drehte sich dann um den Alten Friedhof: zunächst die Auguste-Viktoria-Schule, dann die ehemalige Nikolaischule auf dem Museumsberg und schließlich die Werkkunstschule, die sich damals im Obergeschoss des Museumshauptgebäudes befand. „Das war nicht nur wegen der räumlichen Nähe naheliegend“, erklärt er. „Ich hatte schon auf der Berufsfachschule einen Elektrotechnik-Schwerpunkt, wollte danach etwas Handwerkliches machen und interessierte mich besonders für die Bildhauerei.“ Der prägende Lehrer war Uwe Appold, der bekannte Bildhauer und Maler. Nach drei Jahren war Michael Wempner Holzbildhauer-Geselle. 1985 kürte man ihn zum Landessieger von Schleswig-Holstein.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" data-id="85068" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Flitsch-Gamasche.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85068" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Flitsch-Gamasche.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Flitsch-Gamasche-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Flitsch-Gamasche-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Flitsch-Gamasche-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Flitsch-Gamasche-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Wempner als Flitsch Gamasche in „Der Lebkuchenmann“ (2015)</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" data-id="85069" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Gummi-Gerd-in-der-WaschBar-.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85069" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Gummi-Gerd-in-der-WaschBar-.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Gummi-Gerd-in-der-WaschBar--300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Gummi-Gerd-in-der-WaschBar--768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Gummi-Gerd-in-der-WaschBar--630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Gummi-Gerd-in-der-WaschBar--696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Wempner als Gummi Gerd mit Lena Mahrt in der „WaschBar“ (2016)</figcaption></figure>
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<h2 class="wp-block-heading">Studium in Hamburg und Italien</h2>



<p>Ein direkter Berufseinstieg war schwer, aber er wollte akademische Schritte gehen: Er studierte unter Wolfgang Genoux an der Freien Kunstschule in Hamburg. Der Flensburger war fasziniert. „Dort wurde gar nicht so viel Kunst produziert, sondern hauptsächlich über künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten gesprochen“, erzählt er. Dann packte ihn das künstlerische Fernweh: Italien. Die Akademie in Carrara lag „dort, wo der Marmor herkommt“ – in der Toskana. Neben der Marmor-Bearbeitung beschäftigte sich der Student auch mit Bronzeguss und Malerei. Dazu viel Kunstgeschichte – alles auf Italienisch. „Das ging ganz gut“, lächelt Michael Wempner. „Die Inhalte hatte ich schon in der Werkkunstschule gelernt.“</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-5 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" data-id="85067" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/ewigjung2013a.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85067" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/ewigjung2013a.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/ewigjung2013a-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/ewigjung2013a-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/ewigjung2013a-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/ewigjung2013a-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wempner und Marita Dorsch-Persch im Song Drama „Ewig jung“ (2013)</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" data-id="85073" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-als-Zaubermeister-mit-Thore-Luethje.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85073" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-als-Zaubermeister-mit-Thore-Luethje.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-als-Zaubermeister-mit-Thore-Luethje-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-als-Zaubermeister-mit-Thore-Luethje-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-als-Zaubermeister-mit-Thore-Luethje-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-als-Zaubermeister-mit-Thore-Luethje-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Wempner als Meister mit dem „Zauberlehrling“ Joel Willerding</figcaption></figure>
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<p>Beim Italien-Aufenthalt mit dabei war Freundin Frauke, eine Krankenschwester aus Flensburg, die später seine Frau werden sollte. Das junge Paar lebte in einem kleinen Bergdorf in einer alten Wassermühle. Ganz in der Nähe befand sich ein Bach, der sich bei Niederschlägen zu einem reißenden Fluss ausweiten konnte. Land und Leute faszinierten ebenso wie Florenz und Rom mit ihren spannenden Kunstschätzen. Am produktivsten waren die Stippvisiten bei einigen Bronzeguss-Stätten. Das wichtigste Ergebnis steht im eigenen Vorgarten: „Die Schwangere“ war 1990 die Abschlussarbeit in Italien.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-6 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" data-id="85071" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Kuenstlertreffen-M.W.Kim-Schmidt-Dirk-Magnussen.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85071" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Kuenstlertreffen-M.W.Kim-Schmidt-Dirk-Magnussen.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Kuenstlertreffen-M.W.Kim-Schmidt-Dirk-Magnussen-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Kuenstlertreffen-M.W.Kim-Schmidt-Dirk-Magnussen-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Kuenstlertreffen-M.W.Kim-Schmidt-Dirk-Magnussen-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Kuenstlertreffen-M.W.Kim-Schmidt-Dirk-Magnussen-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Kuenstlertreffen-M.W.Kim-Schmidt-Dirk-Magnussen-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Kuenstlertreffen-M.W.Kim-Schmidt-Dirk-Magnussen-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Künstlertreffen beim Neujahrsempfang in Harrislee.<br>Michael Wempner, Kim Schmidt, Dirk Magnussen</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="772" data-id="85077" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Thore-Petersen-und-Carola-v.-Sturmfeder-im-Jubilaeumsstueck-_Champagner-to´n-Froehstueck.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85077" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Thore-Petersen-und-Carola-v.-Sturmfeder-im-Jubilaeumsstueck-_Champagner-to´n-Froehstueck.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Thore-Petersen-und-Carola-v.-Sturmfeder-im-Jubilaeumsstueck-_Champagner-to´n-Froehstueck-300x290.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Thore-Petersen-und-Carola-v.-Sturmfeder-im-Jubilaeumsstueck-_Champagner-to´n-Froehstueck-768x741.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Thore-Petersen-und-Carola-v.-Sturmfeder-im-Jubilaeumsstueck-_Champagner-to´n-Froehstueck-435x420.jpg 435w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Thore-Petersen-und-Carola-v.-Sturmfeder-im-Jubilaeumsstueck-_Champagner-to´n-Froehstueck-696x672.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Wempner, Thore Petersen und Carola v. Sturmfeder im<br>Jubiläumsstück „Champagner to´n Fröhstück“</figcaption></figure>
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<h2 class="wp-block-heading">Familiengründung und Kunst in Flensburg</h2>



<p>Ein Jahr zuvor kam Raphael, der erste Sohn, zur Welt. Die junge Familie orientierte sich zurück nach Flensburg – und wurde kontinuierlich größer: Isabel (1991), Lia Lorena (1996) und Dario (2000) wohnten bald auch hinter einer Haustür im Stadtteil Jürgensby. Ein Wohngebäude und eine Werkstatt unter einem Dach – das wurde zur Kombination für drei Dekaden. Die Aufträge für den Bildhauer kamen zumeist aus der Region. Ein norwegischer Indus­trieller lud Michael Wempner nach Oslo ein und beauftragte ihn schließlich, einige Skulpturen zu schaffen. Der Flensburger Künstler stellte in Galerien aus und verkaufte viele Werke. Eine müde, schwere Taube, die den Krieg auf dem Balkan symbolisierte und stellvertretend alle Kriege meint, steht noch heute im eigenen Treppenhaus.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-7 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" data-id="85083" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/BroFi-Show-Michael-Wempner-Dirk-Magnussen-Holger-Obbelode.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85083" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/BroFi-Show-Michael-Wempner-Dirk-Magnussen-Holger-Obbelode.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/BroFi-Show-Michael-Wempner-Dirk-Magnussen-Holger-Obbelode-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/BroFi-Show-Michael-Wempner-Dirk-Magnussen-Holger-Obbelode-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/BroFi-Show-Michael-Wempner-Dirk-Magnussen-Holger-Obbelode-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/BroFi-Show-Michael-Wempner-Dirk-Magnussen-Holger-Obbelode-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Wempner (links) und Holger Obbelode (rechts)<br>mit dem orientalischen Schattenspieler Dirk Magnussen (2020)</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" data-id="85086" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/brofi2019b.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85086" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/brofi2019b.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/brofi2019b-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/brofi2019b-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/brofi2019b-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/brofi2019b-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die BroFis beim Sketsch im Seniorenheim „Zum wackeren Knochen“ (2019)</figcaption></figure>
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<p>Michael Wempner fertigte auch plastische Objekte für die Niederdeutsche Bühne in Flensburg und das Ohnsorg-Theater in Hamburg. Die darstellende Kunst hatte während seines Studiums pausiert, hat aber noch tiefere Wurzeln als die Bildhauerei. Das Schauspiel lag ja quasi mit in der Wiege. Den ersten Impuls setzte die Mutter, als ihr Sohn 13 Jahre alt war. Er erhielt eine Rolle in der plattdeutschen Version von „Das tapfere Schneiderlein“. Im nächsten Stück war Michael Wempner der Tommi in „Pippi Langstrumpf“. Er war schnell ein Teil des Ensembles, stieg ins Abendtheater ein und schaute Theatergrößen wie Renate Delfs, Willy Bartelsen, Jens Exler, Dieter Pencik oder Günter Holz auf die Finger. Natürlich stand er auch mit seinen Eltern Irmgard und Fritz gemeinsam auf der Bühne.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-8 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" data-id="85084" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/BroFi-Holger-Obbelode-Dirk-Magnussen-Michael-Wempner.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85084" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/BroFi-Holger-Obbelode-Dirk-Magnussen-Michael-Wempner.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/BroFi-Holger-Obbelode-Dirk-Magnussen-Michael-Wempner-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/BroFi-Holger-Obbelode-Dirk-Magnussen-Michael-Wempner-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/BroFi-Holger-Obbelode-Dirk-Magnussen-Michael-Wempner-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/BroFi-Holger-Obbelode-Dirk-Magnussen-Michael-Wempner-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das BroFi Comedy-Trio Holger Obbelode, Dirk Magnussen, Michael Wempner</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" data-id="85085" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/brofi2019.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85085" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/brofi2019.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/brofi2019-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/brofi2019-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/brofi2019-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/brofi2019-696x463.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wempner mit Magnussen bei einer Simon and Garfunkel Parodie (2014)</figcaption></figure>
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<h2 class="wp-block-heading">Das Comeback als Schauspieler</h2>



<p>Gleich nach der Rückkehr aus Italien feierte Michael Wempner sein Theater-Comeback nach fünfjähriger Pause – als „Herr Funk“ im Stück „Rund um Kap Horn“, das sein Vater geschrieben hatte. Es war bis auf eine Panne ein reibungsloser Wiedereinstieg. „Ich ging durch einen Türrahmen und mir fiel plötzlich das Acrylglas der Eingangstür in den Arm“, erinnert sich der Schauspieler, der sich in verschiedensten Genres wohlfühlte. Kurz nach dem Tod des Vaters spielte er mit seiner Mutter gemeinsam den Familiendramen-Klassiker „Gespenster“ – als Sohn. Proben und Auftritte forderten viel Zeit ein: Das Schauspiel verdrängte die Bildhauerei immer mehr, bis sie ab der Jahrtausendwende von untergeordneter Bedeutung war.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-9 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="644" data-id="85087" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Butter-bei-die-Fische-M.W.-mit-Ensemble-2024.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85087" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Butter-bei-die-Fische-M.W.-mit-Ensemble-2024.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Butter-bei-die-Fische-M.W.-mit-Ensemble-2024-300x242.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Butter-bei-die-Fische-M.W.-mit-Ensemble-2024-768x618.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Butter-bei-die-Fische-M.W.-mit-Ensemble-2024-522x420.jpg 522w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Butter-bei-die-Fische-M.W.-mit-Ensemble-2024-696x560.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Wempner mit dem Ensemble von „Butter bei die Fische“ (2025)</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" data-id="85070" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/in-Hamburg-auf-dem-Kiez-768x1024.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85070" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/in-Hamburg-auf-dem-Kiez-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/in-Hamburg-auf-dem-Kiez-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/in-Hamburg-auf-dem-Kiez-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/in-Hamburg-auf-dem-Kiez-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/in-Hamburg-auf-dem-Kiez.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Wempner mit Frau Frauke auf dem Kiez in Hamburg</figcaption></figure>
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<p>Zu diesem Zeitpunkt betrat Michael Wempner abermals künstlerisches Neuland – mit seinem Erstling als Autor. „Alles Banane“ war ein quietschfideles Kinderstück, das beim jungen Publikum sehr gut ankam. Der Zuspruch verstärkte beim Urheber den Spaß am Geschichtenerzählen. Es folgten fünf weitere Werke für Kinder – bis hin zum „Zauberlehrling“ im Jahr 2009. Der schönste Beifall traf oft auf Umwegen ein. Einmal wandte sich ein kleiner Kinderheim-Bewohner nach einer Aufführung an seine Betreuerin: „Das war der schönste Tag in meinem Leben!“ Und nach einer Vorstellung im Orpheus-Theater landete Michael Wempner zusammen mit dem Schauspiel-Kollegen Dirk Magnussen einmal im Porticus, als drei junge Damen mit einem breiten Lächeln verrieten: „Ihr seid die Helden unserer Kindheit.“</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-10 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" data-id="85081" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Wandern-im-Harz-768x1024.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85081" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Wandern-im-Harz-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Wandern-im-Harz-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Wandern-im-Harz-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Wandern-im-Harz-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Wandern-im-Harz.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wempner beim Wandern im Harz</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" data-id="85080" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Urlaub-in-Spanien.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85080" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Urlaub-in-Spanien.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Urlaub-in-Spanien-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Urlaub-in-Spanien-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Urlaub-in-Spanien-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Urlaub-in-Spanien-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Urlaub-in-Spanien-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Urlaub-in-Spanien-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ausspannen vom Theaterstress beim Urlaub mit Ehefrau Frauke in Spanien</figcaption></figure>
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<h2 class="wp-block-heading">Broschmann &amp; Finke Theater Company</h2>



<p>Mit Dirk Magnussen hatte Michael Wempner 1996 ein eigenes Projekt gestartet, das in Kürze die „30“ vollmacht. „Frau Broschmann“ und „Frau Finke“ plauderten nicht Platt, sie waren die Protagonistinnen einer Comedy auf Hochdeutsch. Legendärer Hausfrauen-Tratsch, Pantomime und Varieté-Nummern prägten die zweite Show „Wo wir sind, ist vorne“, die bei den Norddeutschen Comedy-Tagen Lachsalven im Deutschen Haus auslösten. Fast anderthalb Dekaden lief das Programm unter der Schirmherrschaft der Niederdeutschen Bühne, ehe es 2010 zur Zäsur kam. „Wir wollten in eine andere Richtung, wir setzten auf Hochdeutsch und Musical“, erklärt Michael Wempner.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-11 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="732" height="1024" data-id="85079" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Schild--732x1024.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85079" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Schild--732x1024.jpg 732w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Schild--214x300.jpg 214w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Schild--768x1074.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Schild--300x420.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Schild--696x974.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Schild-.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 732px) 100vw, 732px" /><figcaption class="wp-element-caption">Immer für einen Scherz zu haben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" data-id="85063" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9757.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85063" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9757.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9757-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9757-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9757-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9757-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Wempner in seinem Büro, scherzhaft „Kommandozentrale“ genannt</figcaption></figure>
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<p>Zur neuen Heimat der „Broschmann &amp; Finke Theater Company“ avancierte das Bürgerhaus in Harrislee, wo eine Tournee-Theater-Bühne genutzt werden kann. Zum Klassiker entwickelte sich die Silvester-Aufführung in der Flensburger Waldorfschule vor 500 Leuten.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/mit-Hund-Malu.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85078" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/mit-Hund-Malu.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/mit-Hund-Malu-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/mit-Hund-Malu-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/mit-Hund-Malu-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/mit-Hund-Malu-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/mit-Hund-Malu-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/mit-Hund-Malu-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Wempner mit Hund Malu</figcaption></figure></div>


<p>Die durchweg humorvollen Inszenierungen füllen zur Weihnachtszeit mehrmals das C.ulturgut in Weiche und immer mal wieder andere Locations zwischen Schlei und Nordsee. „Direkt vor einem Publikum zu spielen – das hat eine ganz eigene Atmosphäre“, betont Michael Wempner. Seine Frau Frauke unterstützt ihn nicht nur privat, sondern auch beim BroFi-Theater, und zwar bei der Ausstattung und den Kostümen.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" data-id="85066" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9800.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85066" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9800.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9800-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9800-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9800-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9800-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Wempner mit der Skulptur „Friedenstaube“</figcaption></figure>
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<h2 class="wp-block-heading">„Ewig jung“, „Profi-Show“ und „Rock my Soul”</h2>



<p>Mit dem „Männerhort“ (2010) begann ein bunter Reigen schräger Stücke. Das skurrile Songdrama „Ewig jung“ (2013) blieb stets frisch und erhielt 2023 mit „Dritter Frühling“ eine Fortsetzung in Zusammenarbeit mit Co-Autor Arne Christophersen. Zu einem Sketch-Evergreen mauserte sich die „Brofi-Show“, in der Holger Obbelode neben Dirk Magnussen und Michael Wempner als dritter Vollblut-Comedian in Erscheinung trat. Beim Musical „Waschbar“ (2017) ging es um Liebe, Leid und Lust. Ein emotionales Dreiergestirn, das ein großes Darsteller-Ensemble involvierte. Ähnlich das nächste Musical: „Rock my Soul“ (2019) ließ die größten Hits der „Les Humphries Singers“ aufleben – dank einer Kooperation mit dem Musikrechte-Verlag. Zur 25. Aufführung tauchten plötzlich sogar zwei Original-Singers auf der Bühne auf. Plattdeutsch blieb eine heimliche Liebe. 2014 schrieb und inszenierte Michael Wempner die Komödie „Tiet to leven“. Die Geschichte um den Empfänger eines transplantierten Herzens, der sich in die Familie seines Spenders einschleicht, begeisterte eine Fachjury. Sie verlieh dem Autor für Aufbau, Wortwahl und Dramaturgie den Konrad-Hansen-Preis. Das Stück wurde inzwischen Bestandteil zweier Germanistik-Bachelor-Arbeiten. Michael Wempner selbst mischt sich gerne mal unter die Zuschauer, um über den berühmten Tellerrand zu blicken und sich inspirieren zu lassen – sei es in der „Heißen Ecke“ in Hamburg, beim „Hamilton“ im Operettenhaus oder in einem Bremer Variety-Theater.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="638" height="1024" data-id="85075" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-mit-dem-juengsten-Enkel-Jove-Bo-638x1024.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85075" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-mit-dem-juengsten-Enkel-Jove-Bo-638x1024.jpg 638w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-mit-dem-juengsten-Enkel-Jove-Bo-187x300.jpg 187w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-mit-dem-juengsten-Enkel-Jove-Bo-768x1233.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-mit-dem-juengsten-Enkel-Jove-Bo-262x420.jpg 262w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-mit-dem-juengsten-Enkel-Jove-Bo-696x1117.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-mit-dem-juengsten-Enkel-Jove-Bo.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 638px) 100vw, 638px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Wempner mit dem jüngsten Enkelkind Jove Bo</figcaption></figure>
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<h2 class="wp-block-heading">Sommerpause und Saison</h2>



<p>In der Saison ist oft wenig Zeit, aber es gibt ja die Sommerpause. In der letzten war der Künstler mit der ganzen Familie im Urlaub. Es bewegte sich ein 15-köpfiger Clan, darunter fünf Enkel, nach Dänemark. Ab Spätsommer häuften sich wieder Proben, Marketing und Terminierungen. In den letzten 50 Jahren bringt es Michael Wempner auf weit über 4000 Aufführungen.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="709" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Weihnachten-mit-der-ganzen-Familie.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85082" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Weihnachten-mit-der-ganzen-Familie.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Weihnachten-mit-der-ganzen-Familie-300x266.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Weihnachten-mit-der-ganzen-Familie-768x681.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Weihnachten-mit-der-ganzen-Familie-474x420.jpg 474w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Weihnachten-mit-der-ganzen-Familie-696x617.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Weihnachten mit der ganzen Familie</figcaption></figure></div>


<p>Seit Oktober spielt er in der plattdeutschen Komödie „Champagner to´n Fröhstück“ den Fabrikanten Valentin Müller, der aus dem Seniorenheim flüchtet und bei der Wohnungssuche eine Verbündete trifft. An Heiligabend hat Michael Wempner einen Sondertermin in einem Harrisleer Seniorenheim. „Meine Frau hat im Krankenhaus Dienst, dann habe ich Zeit, Gedichte und Geschichten vorzutragen“, sagt er mit einem Schmunzeln. Neue Projekte hat der Multi-Autor im Kopf, in der Schublade und in Vorbereitung. Unter dem Arbeitstitel „Das letzte Lachen“ entsteht ein Buch, das autobiografisch den Bogen zu seinem Vater Fritz schlägt. Dieser war im Zweiten Weltkrieg ein Soldat, der nicht an der Front kämpfte, sondern auf Unterhaltungsabenden seine Kameraden belustigen sollte. Viele lachten das letzte Mal, ehe sie zum Opfer des Krieges wurden. Erzählungen und Mitschriften dienen Michael Wempner als Grundlage für das Manuskript. Parallel schreitet das Musical „Stop and Go“ voran. Zwölf Songs sind zusammen mit dem Komponisten Benito Battiston zu arrangieren. Michael Wempner macht sich bereits Gedanken über die passenden Darsteller und regelt organisatorische Dinge. „Ob wir im Sommer oder zum Herbst fertigwerden, werden wir sehen“, sagt er. „Wir haben keinen Zeitdruck, und wir müssen viel unter einen Hut bringen.“ Im Arbeitszimmer laufen bisweilen aber schon erste Kostproben – von Gospel bis rockig.</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner<br>Fotos: Jan Kirschner, privat&nbsp;&nbsp;</em></p>
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