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	<title>Flensburger Köpfe Archive - Flensburgjournal</title>
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		<title>Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 May 2026 15:59:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
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<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/carsten-herzog-chef-der-flensburger-berufsfeuerwehr/">Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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<p>Wenige Meter entfernt von der Bushaltestelle an der Bahnhofstraße durchbricht eine kleine Gartenpforte einen sonst regelmäßigen Zaun. Öffnet man diese und geht ein paar Schritte weiter, kommt man direkt auf den Haupteingang eines größeren Gebäudes. An der Fassade hängt ein Schild: „Berufsfeuerwehr Flensburg“. Nach Betätigung eines Klingelknopfs erscheint ein Feuerwehrmann, der den Besuch über eine Wendeltreppe in den ersten Stock führt und dann durch einen längeren Bürotrakt begleitet. Der Besuch bekommt eine Ahnung: In diesem etwas verschachtelten Gebäude sind nicht weniger als 210 Personen beschäftigt. Wenn man endlich in der hintersten Ecke angekommen ist, steht man – zumindest wenn man angemeldet ist – vor Carsten Herzog, dem Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr. Das Fenster vor dem Schreibtisch ermöglicht einen guten Überblick über einen größeren Innenhof, der an einer üppig besetzten Fahrzeughalle endet.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5963.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86776" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5963.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5963-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5963-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5963-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5963-696x464.jpg 696w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">In der Fahrzeughalle der Hauptfeuerwache</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Kindheit und Jugend in Berlin</h2>



<p>Der Gesprächspartner war nicht immer im hohen Norden ansässig, und mit der Feuerwehr hatte er zunächst gar nichts zu tun. Carsten Herzog wurde in Neumünster geboren, wuchs aber in Berlin auf. Zu einer Zeit, als es Mauer, vier Sektoren und Transitstrecken noch gab. „Berlin war der einzige Ort in Deutschland, bei dem alle Himmelsrichtungen nach Osten führten“, schmunzelt der 58-Jährige heute. Damals lebte er im Westteil der Stadt, war aber häufiger in Ost-Berlin, wenn er eine Tante besuchte. Als Grundschüler war er in den Ferien sogar mal drei Wochen am Stück in der Hauptstadt der DDR.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img decoding="async" width="900" height="598" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040116_Carsten_01.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86765" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040116_Carsten_01.jpg 900w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040116_Carsten_01-300x199.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040116_Carsten_01-768x510.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040116_Carsten_01-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040116_Carsten_01-696x462.jpg 696w" sizes="(max-width: 900px) 100vw, 900px" /><figcaption class="wp-element-caption">2004: Als Wachvorsteher bei der Berufsfeuerwehr</figcaption></figure></div>


<p>In der Friedrichstraße wechselte der Junior stets vom Westen in den Ostblock. Der eigenwillige Geruch der Grenzübergänge verankerte sich so tief im Gedächtnis, dass er bei Stippvisiten in den neuen Bundesländern immer noch anschlägt. „Irgendwie“, erklärt Carsten Herzog, „gab es in der DDR nur ein Bohnerwachs als Reinigungsmittel, das offenbar so intensiv in die Gebäudestruktur eindrang, dass man es noch immer riechen kann.“ Was sich auch einprägte, war der Zwangsumtausch, der langfristig ein Sparbuch füllte. „Man tauschte immer 25 West in Ost-Mark, von denen man sich aber fast nichts kaufen konnte“, erinnert sich der Wahl-Flensburger. Als 15-Jähriger wollte er mal bei einem Schulausflug mit einigen Kumpels etwas auf den Putz hauen. „In einer Kneipe bekamen wir aber nur jeweils eine Fassbrause“, erzählt er mit einem Grinsen. „Am Alex­anderplatz haben wir es dann geschafft, etwas Bier zu organisieren. Dennoch hatte am Ende des Abends jeder von uns noch immer über 20 Ost-Mark in der Tasche.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img decoding="async" width="800" height="530" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/19970927_BF_VolluebungDangerex_16_CarstenHerzogPeterSamuelsen.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86764" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/19970927_BF_VolluebungDangerex_16_CarstenHerzogPeterSamuelsen.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/19970927_BF_VolluebungDangerex_16_CarstenHerzogPeterSamuelsen-300x199.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/19970927_BF_VolluebungDangerex_16_CarstenHerzogPeterSamuelsen-768x509.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/19970927_BF_VolluebungDangerex_16_CarstenHerzogPeterSamuelsen-634x420.jpg 634w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/19970927_BF_VolluebungDangerex_16_CarstenHerzogPeterSamuelsen-696x461.jpg 696w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Katastrophenschutzübung DanGerEx in Weiche</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ausbildung und Studium in der Werkstofftechnik</h2>



<p>Auf der Realschule hatten sich Chemie und Physik als persönliche Neigung herauskristallisiert. Als das damalige Berliner Arbeitsamt eine Berufsinformation in der Schule organisierte, landete Carsten Herzog in der Gruppe für die Naturwissenschaften. Mehrere Berufsbilder wurden präsentiert, darunter das des Werkstoffprüfers. „Sich mit Kunststoffen und Metallen beschäftigen, Materialeigenschaften bestätigen oder Schadensstellen feststellen – das klang alles spannend“, erzählt er. „Und es reichte tatsächlich, eine einzige Bewerbung abzuschicken.“ Die ging an die in Berlin ansässige Bundesanstalt für Materialforschung (BAM). Ab 1984 der Standort für eine dreijährige Ausbildung.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5971.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86777" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5971.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5971-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5971-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5971-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5971-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Carsten Herzog bearbeitete Material und nahm Messungen vor, stieß aber auch an die Grenzen dieses Berufs. „Man war der Messdiener des Ingenieurs“, sagt er. „Ich wollte nicht mein Leben lang nur Werte ermitteln, sondern diese auch bewerten.“ Für ihn stand rasch fest, die Fachhochschulreife anzustreben und dann zu studieren. Allerdings gab es in der damaligen Bundesrepublik nur drei Fachhochschulen, die ein Studium der Werkstofftechnik anboten. Da Carsten Herzog eine Freundin in Berlin hatte, entschied er sich für die Möglichkeit mit der kürzesten Anreise: Osnabrück, immerhin 440 Kilometer entfernt. „Ich fuhr immer mit dem Zug, da ich Student war und kein Geld verdiente“, erinnert er sich. „Meine damalige Freundin arbeitete als Physiklaborantin und besuchte mich mit dem Auto.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Annonce der Stadt Flensburg</h2>



<p>Das Diplom war nach der Wiedervereinigung in der Tasche – kein so günstiger Zeitpunkt. „Es war die erste Rezessionsphase nach dem Mauerfall“, berichtet Carsten Herzog. „Zwei Semester vor mir wurden die Absolventen von der Studienbank weg für den Job verpflichtet. Als ich fertig war, suchten Maschinen-, Auto- oder Flugzeugbau wesentlich weniger Personal.“ Er schrieb rund neun Monate lang eifrig Bewerbungen, aber es tat sich nichts. In der „Berliner Morgenpost“ entdeckte er eine Annonce der Stadt Flensburg, die eine Feuerwehr-Ausbildung im gehobenen Dienst versprach. „Von der Feuerwehr hatte ich keine Ahnung, aber ich war offen für alles“, verrät er. Mit dankenden Worten ergänzt er: „Das Schicksal hat mich in die richtige Richtung gelenkt.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="544" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040811_Buchpraesentation_CarstenHerzogGerdHansenSachaMuenster_FotoPrivat.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86766" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040811_Buchpraesentation_CarstenHerzogGerdHansenSachaMuenster_FotoPrivat.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040811_Buchpraesentation_CarstenHerzogGerdHansenSachaMuenster_FotoPrivat-300x204.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040811_Buchpraesentation_CarstenHerzogGerdHansenSachaMuenster_FotoPrivat-768x522.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040811_Buchpraesentation_CarstenHerzogGerdHansenSachaMuenster_FotoPrivat-618x420.jpg 618w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040811_Buchpraesentation_CarstenHerzogGerdHansenSachaMuenster_FotoPrivat-696x473.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">2004: Buchpräsentation „Wo is dat Füer?“ am Holm</figcaption></figure></div>


<p>Nach den Sommerferien 1992 kam Carsten Herzog das zweite Mal in seinem Leben nach Flensburg. Bei seiner Premiere war er als Jugendlicher mit dem Zug gekommen, um dann mit dem Fahrrad und einigen Kumpels im südlichen Dänemark zu radeln und zu zelten. Nun traf er wieder am Bahnhof ein und genoss die kurzen Wege. „In der Schleswiger Straße gegenüber der Brauerei gab es damals sogar ein Hotel“, erzählt er. „Ich kannte mich allerdings überhaupt nicht aus und lief den Berg hoch statt runter, als ich in die Innenstadt wollte.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86767" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Vorm Einsatzleitwagen der Berufsfeuerwehr</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Anwärter-Bezüge und Feuerwehr-Virus</h2>



<p>Die diversen Einstellungstests liefen weit besser. Carsten Herzog konnte eine zweijährige Ausbildung mit Anwärter-Bezügen beginnen, war aber fast gar nicht in Schleswig-Holstein, sondern an der Landesfeuerwehrschule Hamburg oder in Abschnitten in Salzgitter, in Berlin und in Heyrothsberge, der Landesfeuerwehrschule von Sachsen-Anhalt, wo noch mit alten DDR-Autos geübt wurde. Das Feuerwehr-Virus packte den Novizen. Bald werkelte er an kleinen Feuerwehrmodellen und sammelte Fachliteratur. 2004 schließlich ging er selbst unter die Autoren und erstellte zusammen mit zwei Mitstreitern eine Chronik über die Flensburger Feuerwehr.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="589" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20130503_SportfestBerufsfeuerwehren.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86769" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20130503_SportfestBerufsfeuerwehren.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20130503_SportfestBerufsfeuerwehren-300x221.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20130503_SportfestBerufsfeuerwehren-768x565.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20130503_SportfestBerufsfeuerwehren-570x420.jpg 570w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20130503_SportfestBerufsfeuerwehren-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20130503_SportfestBerufsfeuerwehren-696x512.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Beim Sportfest der Berufsfeuerwehren in Flensburg 2013</figcaption></figure></div>


<p>Mit Abschluss der Ausbildung zum gehobenen Dienst war Carsten Herzog Brandoberinspektor und übernahm eine der drei Flensburger Wachabteilungen. „Ich hatte etwas Glück, dass in Flensburg viele der Führungskräfte schon sehr bald in den Ruhestand gingen “, blickt er zurück. Schon 1998 war er Wachvorsteher und bekleidete damit die zentrale Funktion für die Organisation des Einsatzdienstes. „So schnell konnte ich gar nicht befördert werden“, erinnert er sich. „Zunächst einmal musste ich ja auf Lebenszeit verbeamtet werden.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Teddybaeren_20160007_BenjaminNolte.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86778" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Teddybaeren_20160007_BenjaminNolte.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Teddybaeren_20160007_BenjaminNolte-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Teddybaeren_20160007_BenjaminNolte-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Teddybaeren_20160007_BenjaminNolte-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Teddybaeren_20160007_BenjaminNolte-696x463.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">2016: Mit „Trösterbärchen“, die bei Rettungsdiensteinsätzen an kleine Patienten verteilt werden</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Aufstieg in die Leitungsgruppe und zum Feuerwehrchef</h2>



<p>Als Wachvorsteher gehörte die Führungskraft erstmals zu einer fünfköpfigen Leitungsgruppe. „Parallel zum Büroalltag hatte ich alle fünf Tage einen 24-Stunden-Dienst“, berichtet Carsten Herzog. „Freitag, Samstag und Sonntag blockten wir so, dass jeder nur alle fünf Wochen ein komplettes Wochenende opfern musste.“ Heute ist man während des Dienstes ständig auf der Wache und kann sich gegebenenfalls in einen der Ruheräume begeben. Damals durfte man mit einem kleinen Einsatzfahrzeug zu Hause oder an einer zentralen Stelle in Flensburg in Bereitschaft bleiben. Wenn dann Kinder das Auto und den Feuerwehrmann erblickten, waren diese hellauf begeistert – vor allem wenn sie Stiefel oder Helm anprobieren durften. Einmal mähte Carsten Herzog während der Bereitschaft den Rasen und hörte beim Leeren des Fangkorbes, wie eine Familie das Einsatzfahrzeug registrierte: „Hier wohnt der Notarzt!“ Der Feuerwehrmann war etwas erschrocken. „Ich hoffte“, erinnert er sich, „dass niemals jemand an der Haustür klingeln würde, um medizinische Hilfe einzufordern.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131209_DankFuerSturmeinsatz_MitOBFaber.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86771" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131209_DankFuerSturmeinsatz_MitOBFaber.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131209_DankFuerSturmeinsatz_MitOBFaber-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131209_DankFuerSturmeinsatz_MitOBFaber-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131209_DankFuerSturmeinsatz_MitOBFaber-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131209_DankFuerSturmeinsatz_MitOBFaber-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dezember 2013: Mit Oberbürgermeister Faber bei einer Dankesfeier</figcaption></figure></div>


<p>Er selbst kletterte in der Hierarchie der Flensburger Feuerwehr bald weiter nach oben. Im Juni 2008 ging der bisherige leitende Branddirektor Rudolf März in den Ruhestand: Frühzeitig zeichnete sich ab, dass Carsten Herzog der Nachfolger werden würde. Für den Aufstieg in den höheren Dienst waren allerdings eine ergänzende Ausbildung und eine Laufbahnprüfung nötig. Für ein Jahr war er abgeordnet und kaum in Flensburg. Zumindest der praktische Teil konnte in Schleswig-Holstein absolviert werden, nämlich bei der Feuerwehr und der Landespolizei in Kiel. Dann kam ein schöner Sommerabend. Rudolf März hatte zu seinem Abschied auf den Hof der Berufsfeuerwehr eingeladen: Weggefährten, Kollegen und Bürgermeister Henning Brüggemann. Letzterer hatte die Urkunden mit; um Mitternacht wechselte die Leitung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Brandschutz, Katastrophenschutz, Rettungsdienst und Verwaltungsaufgaben</h2>



<p>Seitdem ist Carsten Herzog der Chef des großen Ganzen. In seiner Verantwortung liegen Brandschutz, Katas­trophenschutz und zu zwei Dritteln die Fahrten des Rettungsdienstes, ebenso der vorbeugende Brandschutz und der Verwaltungssektor. Unter dem Dach der Berufsfeuerwehr befinden sich auch Spezialbereiche wie Tauchgruppe, Höhenrettung oder Gefahrenstoffbekämpfung – und ein Fuhrpark mit gut 100 Kennzeichen. Viele Fahrzeuge stehen allerdings an anderen Standorten. Auf dem Betriebsgelände in der Bahnhofstraße sind sechs Werkstätten für unterschiedliche Teile der Ausrüstung und eine Kleiderkammer lokalisiert.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20150918_KS_FluechtlingslageBahnhof_05.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86772" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20150918_KS_FluechtlingslageBahnhof_05.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20150918_KS_FluechtlingslageBahnhof_05-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20150918_KS_FluechtlingslageBahnhof_05-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20150918_KS_FluechtlingslageBahnhof_05-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20150918_KS_FluechtlingslageBahnhof_05-696x463.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Feuerwehrchef Carsten Herzog im Gespräch mit Helfern Per Dittrich und Lennart am Bahnhof. Wer ist zuständig für die Betreuung von Asylbeantragern?</figcaption></figure></div>


<p>Der Alltag ist jeden Tag anders. „Zu 50 Prozent vertrete ich die Berufsfeuerwehr nach außen“, erklärt Carsten Herzog. „Praktisch jeden zweiten Tag bin ich im Rathaus unterwegs, um mit Verwaltungsvorstand, Politik und verschiedenen Fachabteilungen diverse Themen zu erörtern und zu klären.“ Zu managen ist auch die Zusammenarbeit mit den sechs Freiwilligen Feuerwehren im Stadtgebiet, anderen Hilfsorganisationen und der Polizei.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wandel bei den Einsätzen und Sonderlagen</h2>



<p>Einen Dienst im Monat übernimmt der Feuerwehrchef weiterhin. Er sitzt dann in seinem Büro und begibt sich irgendwann zwischen 20 und 22 Uhr in den Ruheraum. Im Hinterkopf sitzt stets ein möglicher Einsatz. „Mir ist der Dienst wichtig, um im Kontakt zur Basis und am Puls der Zeit zu bleiben“, erklärt er. „Die Einsätze verändern sich, da in den Wohnungen viel mehr Kunststoffe verbaut sind, die anders brennen, oder die Zahl der Akku-Brände zugenommen hat.“ Bei den größeren Einsätzen ist Carsten Herzog normalerweise nicht sofort am Einsatzort, dafür aber in der Nachbereitung und in der Kommunikation besonders gefordert. Ein Beispiel: Nach einem tragischen Brandunglück in der Harrisleer Straße im Mai 2023 lud Oberbürgermeister Fabian Geyer zu einer Pressekonferenz. Carsten Herzog gab mehreren Zeitungen Interviews und nahm an einer Einwohnerversammlung als Vertreter der Feuerwehr teil. Sein Fazit: „Wir hatten die Rechtsvorgaben erfüllt, waren aber nicht rechtzeitig da, um zwei Menschenleben zu retten.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86773" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">2016: Beim Tag der offenen Tür auf der Hauptfeuerwache</figcaption></figure></div>


<p>Zumindest gefühlt gab es in den letzten Jahren eine Zunahme von Sonderlagen, die besondere Anforderungen an die Hilfsorganisationen stellen. 2015 strandeten infolge von Wanderungsbewegungen nach Skandinavien sehr viele Menschen über Nacht im Flensburger Bahnhof. Die Berufsfeuerwehr nutzte ihre Kata­­strophenschutz-Strukturen, um für einige Monate genug Übernachtungsmöglichkeiten in Turnhallen vorzuhalten. 2022 waren ähnliche Prozesse nötig, als viele Menschen aus der Ukraine eintrafen. 2023 dann die Oktober-Sturmflut. „Es war das einzige Mal, dass wir in Flensburg Einsatzkräfte aus anderen Kreisen benötigten“, erwähnt Carsten Herzog. „Zum einen musste das Wasser im Hafengebiet zurückgedrängt werden, zum anderen löste der Sturm viele weitere Einsätze aus – wie entwurzelte Bäume oder heruntergewehte Dachziegel.“</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="750" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20080630_AmtsuebergabeLeitungBF_RudolfMaerzHenningBrueggemannCarstenHerzog_FotoKarstenSoerensen-750x1024.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86768" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20080630_AmtsuebergabeLeitungBF_RudolfMaerzHenningBrueggemannCarstenHerzog_FotoKarstenSoerensen-750x1024.jpg 750w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20080630_AmtsuebergabeLeitungBF_RudolfMaerzHenningBrueggemannCarstenHerzog_FotoKarstenSoerensen-220x300.jpg 220w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20080630_AmtsuebergabeLeitungBF_RudolfMaerzHenningBrueggemannCarstenHerzog_FotoKarstenSoerensen-768x1048.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20080630_AmtsuebergabeLeitungBF_RudolfMaerzHenningBrueggemannCarstenHerzog_FotoKarstenSoerensen-308x420.jpg 308w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20080630_AmtsuebergabeLeitungBF_RudolfMaerzHenningBrueggemannCarstenHerzog_FotoKarstenSoerensen-696x950.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20080630_AmtsuebergabeLeitungBF_RudolfMaerzHenningBrueggemannCarstenHerzog_FotoKarstenSoerensen.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption class="wp-element-caption">Amtsübergabe durch Bürgermeister Brüggemann an Carsten Herzog
Foto: Karsten Sörensen</figcaption></figure>



<p>Ein ganz eigenes Kapitel war die Corona-Pandemie. Für eine zuverlässige Einsatzbereitschaft musste die Zahl gleichzeitiger Erkrankungen überschaubar gehalten werden. Innerhalb der Flensburger Berufsfeuerwehr wurden Kleingruppen gebildet und in Ferienwohnungen externe Mini-Feuerwachen installiert. Carsten Herzog selbst gehörte 2020 und 2021 dem Krisenstab der Stadt Flensburg an und war parallel dazu mit Lieferengpässen von Handschuhen oder Masken konfrontiert. Mitten in dieser denkwürdigen Phase wurde ein Weltkriegsblindgänger unter dem Eckener Platz entdeckt. Nach den Regeln der Pandemie musste eine Evakuierung von 16.000 Menschen gelenkt werden.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86770" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">2013: Mit dem ehem. Stadtbrandmeister Jürgen Sievers</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Eigener Ruhestand und die Standortfrage</h2>



<p>Inzwischen ist Carsten Herzog seit 18 Jahren der leitende Branddirektor der Stadt Flensburg. Der eigene Ruhestand rückt unweigerlich näher. In der Regel wäre schon mit 60 Jahren Schluss. „Derzeit steht es 51 zu 49, dass ich um drei Jahre verlängern werde“, verrät der 58-Jährige. „Es gibt ein Projekt, dass ich unbedingt noch weiter auf den Weg bringen möchte.“ Es geht um die Standortfrage der Berufsfeuerwehr. Der Sitz am Munketoft platzt nämlich aus allen Nähten. Einige Büros wurden bereits auf die andere Straßenseite verlegt. Die Fahrzeuge werden immer größer, sodass die vorgeschriebenen Abstände in den Hallen und Garagen nicht mehr einzuhalten sind. Zudem hat sich die Zahl der Einsätze erhöht. „Als ich 1992 nach Flensburg kam, gab es im Rettungsdienst 10.000 Einsätze, nun sind es drei Mal so viel“, verdeutlicht Carsten Herzog.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20210518_BombenraeumungWaehrendCoronaMitOBLange_BF-768x1024.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86774" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20210518_BombenraeumungWaehrendCoronaMitOBLange_BF-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20210518_BombenraeumungWaehrendCoronaMitOBLange_BF-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20210518_BombenraeumungWaehrendCoronaMitOBLange_BF-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20210518_BombenraeumungWaehrendCoronaMitOBLange_BF-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20210518_BombenraeumungWaehrendCoronaMitOBLange_BF.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">2021: Während Corona mit OB Simone Lange</figcaption></figure></div>


<p>Die Kommunalpolitik hat bereits beschlossen, den bisherigen Standort der Berufsfeuerwehr aufzugeben und zukünftig auf eine Zwei-Wachen-Variante zu setzen. Die Wache am Adelbyer Kirchenweg soll schon 2029 fertiggestellt sein. Für die zweite auf der Westlichen Höhe gibt es bereits erste Baupläne, aber noch keinen konkreten Zeitplan. Die interne Ausbildung ist bereits auf die neue Struktur ausgerichtet. „Zukünftig werden wir bis zu 50 Menschen mehr beschäftigen“, skizziert Carsten Herzog. „Die neuen Wachen werden eine Mischung aus Hotel, Spedition und Verwaltungsgebäude sein.“ Ruheräume, Fuhrpark und Organisation müssen berücksichtigt werden. Und es muss an jede Sekunde gedacht werden, um bei Einsätzen wertvolle Zeit nicht schon auf dem eigenen Gelände zu vergeuden.</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner         <br>Fotos: Jan Kirschner, privat</em></p>
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		<title>Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2026 15:27:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
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<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/dirk-luther-kuechendirektor-prokurist-und-hotelchef/">Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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<p>Das Handy meldet: „Herzlich willkommen in Dänemark!“ Diese Textnachricht ist nicht unüblich in Meierwik. Man ist zwar nicht ganz in Skandinavien, aber der Blick reicht an diesem sonnigen Tag bis auf die andere Seite der Flensburger Förde, wo sich der dänische Küstenstreifen vom blauen Himmel abhebt. Unweigerlich denkt der Besucher: Das hier ist doch ein idealer Standort für das Fünf-Sterne-Hotel „Alter Meierhof“. Der Frischeingetroffene nimmt in der Lobby-Bar kurz Platz, sitzt zwischen Flügel und Kamin. Bei diesem herrlichen Wetter drängt alles nach draußen, und es lassen sich zur Mittagszeit eher weniger Gäste als sonst verwöhnen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/DSC_3043.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86457" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/DSC_3043.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/DSC_3043-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/DSC_3043-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/DSC_3043-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/DSC_3043-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dirk Luther in seinem „Wohnzimmer“ im Alten Meierhof</figcaption></figure></div>


<p>Dirk Luther kümmert sich um das Dessert: ein Minzsorbet. Dann verlässt der renommierte Koch die Küche. Er führt einen Small-Talk mit einem Ehepaar, dann nähert er sich dem Journalisten. Nach einer kurzen Begrüßung gehen die beiden auf die andere Seite des Hotels und gelangen zu einem Ort, der jetzt ausgesprochen ruhig ist und das schönste Panorama bietet: das Restaurant, das seinen Namen trägt – die „Meierei Dirk Luther“.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine 20 Jahre währende erfolgreiche Symbiose</h2>



<p>Es sind inzwischen 20 Jahre, die diese gastronomische Ehe andauert. Der „Alte Meierhof“ und das kulinarische Gefühl von Dirk Luther sind 2006 eine erfolgreiche Symbiose eingegangen, die sich weit über Glücksburg und Flensburg herumgesprochen hat. Auch viele Dänen gehören zu den Stammgästen. „Es muss jeden Tag gleich sein“, mit diesem einfachen aber inhaltlich anspruchsvollem Satz beschreibt Dirk Luther sein handwerkliches Verständnis von Qualität und der Wahl bester Produkte. Dieser Anspruch mündete bislang in zwei Michelin-Sternen und vier Hauben von „Gault&amp;Millau“ – es sind die prestigeträchtigsten Auszeichnungen in der gehobenen Gastronomie.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="603" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-Ausbildung-im-Anglo-German-Club-Hamburg.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86454" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-Ausbildung-im-Anglo-German-Club-Hamburg.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-Ausbildung-im-Anglo-German-Club-Hamburg-300x226.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-Ausbildung-im-Anglo-German-Club-Hamburg-768x579.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-Ausbildung-im-Anglo-German-Club-Hamburg-557x420.jpg 557w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-Ausbildung-im-Anglo-German-Club-Hamburg-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-Ausbildung-im-Anglo-German-Club-Hamburg-696x525.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ausbildung im Anglo German Club Hamburg</figcaption></figure></div>


<p>Das 20-jährige Jubiläum wurde im März gleich doppelt gefeiert. Einmal kam am Privatsitz von Dirk Luther ein Bus vorgefahren. Das Team vom „Alten Meierhof“ entführte den Spitzenkoch in sein Eckernförder Lieblingslokal. Diesem internen Highlight vorausgegangen war ein offizieller Akt, der zugleich als Einweihung gedacht war. Das Hotel hat einen umfangreichen Umbau hinter sich und war im Winter 2024/25 sogar sechs Monate komplett geschlossen. Und dann dauerte es noch eine Weile, bis fast alle Bereiche im gewünschten Glanz vorzeigbar waren. Schließlich erlebten rund 250 Gäste, darunter Spitzenköche und langjährige Weggefährten, ein kulinarisches Event.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="573" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-und-Thomas-Martin-im-Hotel-Louis-C.-Jakob-Hamburg.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86455" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-und-Thomas-Martin-im-Hotel-Louis-C.-Jakob-Hamburg.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-und-Thomas-Martin-im-Hotel-Louis-C.-Jakob-Hamburg-300x215.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-und-Thomas-Martin-im-Hotel-Louis-C.-Jakob-Hamburg-768x550.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-und-Thomas-Martin-im-Hotel-Louis-C.-Jakob-Hamburg-586x420.jpg 586w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-und-Thomas-Martin-im-Hotel-Louis-C.-Jakob-Hamburg-696x499.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Thomas Martin im Hotel Louis C. Jakob Hamburg</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Leidenschaft für die Produkte der Natur seit der Kindheit</h2>



<p>Dirk Luther ist inzwischen 56 Jahre alt und kann auf eine fast ebenso lange Erfahrung in seiner Domäne zurückgreifen. Denn seine Leidenschaft für das Essen, das Trinken und vor allem für die Natur ist schon in der Kindheit erwacht. Sie wurde ihm – obwohl er in der Millionenstadt Hamburg geboren wurde – praktisch in die Wiege gelegt. Der Vater war Koch, der Großvater hatte einen Schrebergarten in Wandsbek. Dieser existiert noch immer in den schönsten Erinnerungen, die sich um die Ernte von Kartoffeln, Erdbeeren oder Gemüse legt. Es wurde Apfelsaft gepresst, Bohnen und Kirschen eingeweckt. Früh reifte das Gespür für die Produkte des Gartens. Schon vor der Mittleren Reife war für Dirk Luther klar: „Ich werde Koch“.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86453" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Rebschnitt in der Champagne</figcaption></figure></div>


<p>Seine berufliche Laufbahn begann in einer denkmalgeschützten Villa an der Außenalster: Der „Anglo-German Club“ in Hamburg war seine Ausbildungsstätte. „Diese drei Jahre waren eine unheimlich schöne Zeit mit einem sehr hohen Wert“, erzählt er. „Ich habe eine tolle handwerkliche Ausbildung genossen.“ Aus dem Elternhaus hatte er die gutbürgerliche Küche mitgenommen, die sich nun mit neuen Erfahrungen paarte – und mit einem besonderen Aha-Erlebnis. Ein Freund arbeitete in einem Sterne-Betrieb und gab ein paar inspirierende Einblicke. Auch rund 40 Jahre danach hat Dirk Luther noch genau vor Augen, wie Gemüse-Crêpes mit Garnelen und ein Früchtespiegel entstanden. Er war beeindruckt, ja fasziniert. Er fasste einen richtungsweisenden Beschluss: Sein Fokus sollte fortan auf die gehobene Küchenkunst gerichtet sein. „Schon damals war es für mich eine Freude, andere Menschen zu begeistern und Gerichte von höchster Qualität zuzubereiten“, verrät er.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420262-768x1024.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86452" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420262-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420262-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420262-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420262-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420262.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fang des Tages: Heilbutt</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Stationen in München, Frankreich und Hamburg</h2>



<p>Eine Unterbrechung des beabsichtigten Weges brachte der Wehrdienst. Als der Einberufungsbescheid bereits vorlag, war Dirk Luther noch etwas als Geselle im Ausbildungsbetrieb tätig. Dann war er in Lübeck-Blankensee stationiert. In der Truppenküche kümmerte er sich um die Versorgung der Kameraden, um direkt im Anschluss eine fachliche Veränderung wie Tag und Nacht zu erleben. Er tauschte den Kantinen-Charakter mit dem Hamburger Luxus-Hotel „Vier Jahreszeiten“. Der Standort am Jungfernstieg zählte zu Beginn der 1990er Jahre – wie auch heute – zu einer der führenden Adressen weltweit. Dirk Luther war einer von 78 Köchen. Sein Metier: die kalte Küche und der Fischposten.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="535" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/79.-Dirk-Luther-Produktion-1.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86464" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/79.-Dirk-Luther-Produktion-1.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/79.-Dirk-Luther-Produktion-1-300x201.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/79.-Dirk-Luther-Produktion-1-768x514.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/79.-Dirk-Luther-Produktion-1-628x420.jpg 628w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/79.-Dirk-Luther-Produktion-1-696x465.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Im „Vier Jahreszeiten“ verbrachte er eine Saison von 14 Monaten. Es folgten das Restaurant „Patrizierhof in Wolfratshausen, südlich von München, und der „Deichgraf“, ein maritimes Lokal unweit des Hamburger Hafens. „Damals war es so, dass man als junger Koch an keiner Station viel länger als ein Jahr geblieben ist“, erklärt Dirk Luther. „Es geht darum, viel Input zu bekommen, verschiedene Chefs und ihre Philosophien kennenzulernen – um schließlich ein eigenes Profil herauszubilden.“ Das hatte sich 1998 gefestigt – mit einem mehrmonatigen Austausch im Hotel „La Côte Saint-Jacques“ im Burgund. Danach lautete die persönliche Prämisse: „Klassische französische Küche mit regionalen und mediterranen Einflüssen“.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Feinschmecker-768x1024.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86458" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Feinschmecker-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Feinschmecker-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Feinschmecker-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Feinschmecker-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Feinschmecker.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Zum 50. Geburtstag des Magazins „Der Feinschmecker“</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Erste Führungsaufgaben, erste Auszeichnungen und ein neuer Kontakt</h2>



<p>In Hamburg hatte Dirk Luther seine erste längerfristige Beschäftigung angetreten – erstmals als stellvertretender Küchenchef. Das Hotel „Louis C. Jacob“ war ein neues Mitglied am Firmament der Premiumklasse – samt herrlichem Panorama am Elbufer. 2000 übernahm Dirk Luther erstmals die erste Position in einer Küche. Zugleich bewegte er sich gen Norden. Das „Seehotel Töpferhaus“ bestach schon damals mit seiner Lage am Bistensee in den Hüttener Bergen und hatte eine französisch ausgerichtete Küche. Es hatte einen Stern und wurde 2004 im „Guide Michelin“ erstmals mit einem zweiten geführt. Für diesen Aufstieg war Dirk Luther die entscheidende Person, sein persönlicher Stern stieg auch.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR.jpeg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86462" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">TV-Koch bei den Dreharbeiten für das NDR Schleswig-Holstein Magazin</figcaption></figure></div>


<p>Es war irgendwann im Herbst 2005, als die Familie Theilen den gebürtigen Hamburger kontaktierte. Ihr war sehr daran gelegen, ihr erst wenige Jahre altes Hotel „Alter Meierhof“ weiterzuentwickeln. Dirk Luther war bald erstmals vor Ort. Sein erster Eindruck: „ein Rohdiamant, der eine unheimlich schöne Lage und ein sehr gutes Potenzial hat“. Der Spitzenkoch war dann mehrmals in Glücksburg, übernachtete dort und merkte, dass sich sein anfängliches Gefühl mehr und mehr bestätigte. „Es ist wie in einer Partnerschaft“, erklärt er. „Es muss einfach alles passen.“ Auch die private Seite musste betrachtet werden. Dirk Luther hatte eine junge Familie, die in Kropp ein Eigenheim frischbezogen hatte. Und seine Frau hatte eine interessante Stellung als Kita-Leiterin.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Luther_TOP50.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86460" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Luther_TOP50.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Luther_TOP50-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Luther_TOP50-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Luther_TOP50-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Luther_TOP50-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dirk Luther bei der Busche-Gala TOP50 Köche in Deutschland</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Perfekter Start im „Alten Meierhof“</h2>



<p>Der Gastronom entschied sich schließlich gegen einen Umzug, aber für einen beruflichen Wechsel, für den er das tägliche Pendeln gerne in Kauf nahm. Im „Alten Meierhof“ hatte das Restaurant sofort ein individuelles Branding: „Meierei Dirk Luther“. Auf Anhieb regnete es Prämierungen: ein erster Michelin-Stern und 17 Punkte im Restaurantführer von „Gault&amp;Millau“. Die Experten lobten „die präzise Verarbeitung bester Produkte in harmonischer Verbindung mit modernen Elementen“. Seit 2008 sind es im „Guide Michelin“ fast schon traditionelle zwei Sterne. Dirk Luther selbst wurde im August jenes Jahres von einem Fachmagazin als „Koch des Monats“ ausgezeichnet. Seine Medienpräsenz hält bis heute an, da er regelmäßig als TV-Koch für den Norddeutschen Rundfunk aktiv ist. In der Mediathek findet sich eine eigene Plattform mit etlichen Video-Rezepten – anschaulich und humorvoll erklärt.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/ZDF-Kuechenschlacht.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86463" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/ZDF-Kuechenschlacht.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/ZDF-Kuechenschlacht-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/ZDF-Kuechenschlacht-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/ZDF-Kuechenschlacht-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/ZDF-Kuechenschlacht-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dirk Luther als Juror bei der Küchenschlacht Koch-Show im ZDF</figcaption></figure></div>


<p>Dirk Luther baute die Tischkultur des Hotels aus und zählt heute zu den besten Köchen der Republik. Viele weitere Auszeichnungen konnte er für den „Alten Meierhof“ gewinnen, darunter die vier schwarzen Hauben im „Gault&amp;Millau“ und zehn Pfannen im Gusto-Restaurantführer als Höchstauszeichnung. Für Dirk Luther ist Kochen kein erlerntes Handwerk, sondern ein lebenslanger Prozess, der nie endet. Es ist die ständige Suche nach neuen Aromen, Geschmackserlebnissen und Zubereitungstechniken. „Kochen ist Leidenschaft und ständige Disziplin“, betont er. „Konstanz ist keine Option, sondern kompromisslose Verpflichtung. Jeder Teller verlässt die Küche mit derselben Sorgfalt wie am ersten Tag.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86461" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Beim großen Spendentag der Benefizaktion „Hand in Hand für Norddeutschland“</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Organisation und Administration in einem 365-Tage-Betrieb</h2>



<p>Ein selbstkreiertes Champagner-Duo wird im „Alten Meierhof“ exklusiv serviert. Manchmal auch von Dirk Luther persönlich, der seit 2014 in Personal­union in weitere Rollen schlüpft. Er ist Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef. Längst gehören zu seinen Aufgaben auch viele administrative Dinge, die anfallen, wenn ein Betrieb an 365 Tagen im Jahr läuft. In der Küche herrscht von 4 bis 23 Uhr Bewegung. Im Schichtsystem werden Frühstück, Mittagsmenüs, Abend-Restaurant und die Nachtkarte besetzt. Ein Team von 22 Köchen samt Azubis ist zu dirigieren. Küchenchef Sebastian Buchta ist in den letzten 18 Jahren unter den Fittichen von Dirk Luther gereift. Der Chef packt selbst mit an. Gerade aus seinem Faible für Fisch macht er keinen Hehl, zeigt sich aber auch besorgt. „Wir bekommen noch genug geliefert“, erzählt er. „Man merkt aber, dass die Weltmeere überfischt sind und Plastik wie auch Umweltverschmutzung ein echtes Problem darstellen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/2025-11-09_martin_luther_rueffer-0807.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86451" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/2025-11-09_martin_luther_rueffer-0807.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/2025-11-09_martin_luther_rueffer-0807-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/2025-11-09_martin_luther_rueffer-0807-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/2025-11-09_martin_luther_rueffer-0807-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/2025-11-09_martin_luther_rueffer-0807-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Thomas Martin, Dirk Luther und Christoph Rüffer bei der großen Sterne-Gourmet-Gala im Alten Meierhof</figcaption></figure></div>


<p>Der „Alte Meierhof“, der jährlich 30.000 Gäste begrüßt, ist inzwischen wieder auf Normalniveau hochgefahren. Die 1999 errichtete Immobilie war in die Jahre gekommen und durchschritt einen großen Umbau – eine mehrmonatige Schließung inklusive. Der Hotelbereich erhielt einen Anbau und wurde dadurch auf 60 Zimmer aufgestockt. Ebenso die Plätze im Restaurant. Im Herzen befindet sich die Küche mit Show-Elementen. „Die Hardware ist geblieben, die Software ist komplett neu“, drückt es Dirk Luther plakativ aus. Einige ungewohnte Tage liegen hinter ihm. Statt um Rezepte und Speisekarten ging es um die Auswahl von Stoffen und Materialien. Ein Kapitel, das nun abgeschlossen ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Zuhause und die knappe Freizeit eines Spitzenkochs</h2>



<p>Ein normaler Tag beginnt mit Joggen, Duschen und einer Autofahrt. Dirk Luther hat das Pendeln beibehalten und ist mit seinen Lieben sogar noch etwas weiter weggezogen. In Fockbek wurde der Traum vom Haus am See erfüllt. Im Zentrum breitet sich eine große Wohnküche aus. Keine Frage: Seinen Beruf versteht er als Berufung. „Ich mag es unheimlich gern, mit Menschen gemeinsam zu kochen, zu essen, und dabei viel miteinander zu sprechen“, sagt Dirk Luther. Seine Kinder sieht er auch in Glücksburg. Das gilt vor allem für den Sohn, der im Hamburger „Vier Jahreszeiten“ gelernt hat und nun im „Alten Meierhof“ als Hotelfachmann tätig ist. Die Tochter studiert mittlerweile in Kiel Jura, ist aber auch noch als Aushilfe tätig.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="555" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86459" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon-300x208.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon-768x533.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon-605x420.jpg 605w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon-696x483.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dirk Luther beim Flensburg liebt dich Marathon</figcaption></figure></div>


<p>Familie, Freunde und Golf prägen die knappe Freizeit. Im Urlaub bevorzugt Dirk Luther Spanien und Frankreich – Besuche in ansprechenden Restaurants gehören dazu. „Ich bin immer neugierig und möchte mich inspirieren lassen“, sagt er. „Kochen ist für mich die Würze des Lebens.“ Und auch die Gartenarbeit gehört zu seinen Hobbys. Obst und Gemüse wachsen im heimischen Kleinod allerdings nicht. Für Pflege und Ernte fehlt es schlicht an Zeit. Eine Frage muss Dirk Luther zum Abschluss beantworten: Was ist sein Lieblingsgericht? Die Antwort: Rindertafelspitz mit Meerrettichsauce und Bouillonkartoffeln.</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner<br>Fotos: Jan Kirscher, privat   </em></p>
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		<title>Flensburger Kopf: Heiko Frost</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Mar 2026 16:12:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Wohnzimmer liegen Fotoalben aus mehreren Jahrzehnten auf dem Tisch. Einige Familienbilder hängen an der Wand und bilden den Rahmen für ein Gespräch, das für eine Biografie bis zu fünf Dekaden zurückgehen wird. Es ist eigentlich eine Vier-Augen-Konversation. Doch plötzlich kommt ein Dackel hereingeweht und legt sich unter den Tisch. „Willi wills wissen“, lacht Heiko [&#8230;]</p>
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<p>Im Wohnzimmer liegen Fotoalben aus mehreren Jahrzehnten auf dem Tisch. Einige Familienbilder hängen an der Wand und bilden den Rahmen für ein Gespräch, das für eine Biografie bis zu fünf Dekaden zurückgehen wird. Es ist eigentlich eine Vier-Augen-Konversation. Doch plötzlich kommt ein Dackel hereingeweht und legt sich unter den Tisch. „Willi wills wissen“, lacht Heiko Frost. Umringt von Frühlingsblumen und einem Teller mit vielen bunten Ostereiern starten wir in ein buntes Leben, das Privates, aber auch viel Beruf und Ehrenamt bietet.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_2473.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86193" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_2473.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_2473-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_2473-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_2473-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_2473-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Die Hauptperson ist im Oktober 1967 in Kiel geboren, aber aufgewachsen in Felde (Westensee) in einem eher konservativen Elternhaus. Der Vater war Verwaltungsjurist im Kieler Sozialministerium, die Mutter Lehrerin und Organistin. Zwei ältere Geschwister verstärkten den Eindruck, dass der kleine Heiko etwas anders ist. Er brachte schon aus der Grundschule nicht so prickelnde Noten mit nach Hause und wechselte in der dritten Klasse zur Waldorfschule in Rendsburg. Da lief es etwas besser, der Junge hinterfragte aber stets, warum denn nicht Wichtigeres in der Schule vermittelt werden würde.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="703" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_mit-22-703x1024.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86201" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_mit-22-703x1024.jpg 703w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_mit-22-206x300.jpg 206w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_mit-22-768x1118.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_mit-22-288x420.jpg 288w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_mit-22-696x1014.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_mit-22.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 703px) 100vw, 703px" /><figcaption class="wp-element-caption">Heiko mit 22</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Naturschutz und Landwirtschaft</h2>



<p>Heiko Frost war kein destruktiver Heranwachsender, eher etwas aufmüpfig – und vor allem ein Idealist. Ihm genügte es nicht mit Trompete und Gitarre zu musizieren, er engagierte sich für politische Themen. Schon als Elfjähriger trat er „Amnesty International“ bei und verteilte Flugblätter in Felde. Nicht viel später gründete er mit einigen Mitstreitern eine Art Verein, um sich für Natur und Umwelt einzusetzen – damit sich das beschauliche Felde nicht in eine „Betonwüste“ verwandeln würde.&nbsp; „Wie sich der Kreis schließt“, schmunzelt Heiko Frost. Gerade ist er Vorsitzender vom Flensburger „Klimapakt“ geworden.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="708" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Baltic-Sea-Race-1991-708x1024.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86198" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Baltic-Sea-Race-1991-708x1024.jpg 708w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Baltic-Sea-Race-1991-207x300.jpg 207w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Baltic-Sea-Race-1991-768x1111.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Baltic-Sea-Race-1991-290x420.jpg 290w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Baltic-Sea-Race-1991-696x1007.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Baltic-Sea-Race-1991.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 708px) 100vw, 708px" /><figcaption class="wp-element-caption">Baltic Sea Race, 1989</figcaption></figure></div>


<p>Seine Eltern waren geschockt, als er mit der elften Klasse und dem Realschulabschluss seine schulische Bildungslaufbahn beendete. „Der Heiko lebt von Luft und Liebe“, hieß es. „Mein Gott will, dass ich fröhlich bin“, dachte der Filius. Er hatte längst einen Plan und startete mit einer Ausbildung zum Landwirt, zunächst zwei Jahre in Ostenfeld, dann ein Jahr in Groß Vollstedt. Danach wollte Heiko Frost sein „Faible für Landwirtschaft mit der Pädagogik verbinden“. Als Trittbrett diente ausgerechnet der Zivildienst. Nachdem er im Kreiswehrersatzamt die Anhörungen überstanden hatte und er als Kriegsdienstverweigerer anerkannt war, lag ihm eine Liste möglicher Stellen vor. Ins Auge fiel der Flensburger Holländerhof. Die Arbeit mit behinderten Menschen interessierte ihn, zumal einige Pfadfinder-Kameraden auch gen Norden abwanderten.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="550" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86197" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992-300x206.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992-768x528.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992-611x420.jpg 611w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992-696x479.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Heiko Frost, 1992</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Wohnung in Flensburg und Segeltörns</h2>



<p>Ende der 1980er Jahre war Heiko Frost das einzige Mal in seinem Leben in Flensburg gemeldet. Seine Unterkunft befand sich in der Glücksburger Straße. Eingebrannt hat sich bei ihm das triste Industriegebiet am Hafen. Die Gegenwart gefällt ihm besser. „Flensburg ist sexy geworden“, findet der ehemalige Zivildienstleistende. „Die Stadt profitiert von der Lage an der Grenze und hat eine so tolle Silhouette, wenn man nachts das Ostufer entlangfährt.“ Damals war er häufiger in der Disco „Roxy“. Er war nicht allein, sondern hatte ein Motorrad, mit dem er viel in der Umgebung unterwegs war – auch nach Dänemark. Der Reiz dieses skandinavischen Landes ließ ihn nie los.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="526" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Bruder-Soenke-Vater-Gerd-1991.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86199" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Bruder-Soenke-Vater-Gerd-1991.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Bruder-Soenke-Vater-Gerd-1991-300x197.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Bruder-Soenke-Vater-Gerd-1991-768x505.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Bruder-Soenke-Vater-Gerd-1991-639x420.jpg 639w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Bruder-Soenke-Vater-Gerd-1991-696x458.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Bruder-Soenke-Vater-Gerd-1991-741x486.jpg 741w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Heiko Frost (rechts) mit Bruder Sönke und Vater Gerd (links), 1991</figcaption></figure></div>


<p>Die spektakulärsten Abenteuer ließen sich mit einem Kumpel erleben, der einen Traditionssegler unterhielt und häufiger Tagestörns organisierte. Heiko Frost, der bis dahin nur mit einem Paddelboot auf Eider oder Westensee unterwegs war, kam nun mit einer ganz anderen Gewässerkategorie in Berührung: dem offenen Meer. 1989 war er sogar Teilnehmer der Regatta „Baltic Sea Race“. Es ging einmal um die Ostsee. „Im Sturm mussten wir nach Helsinki, weil der Kulturattaché von Luxemburg dort an Bord wollte, um ein profitables Projekt zu besprechen“, erinnert sich Heiko Frost. „Was daraus geworden ist, weiß ich nicht.“</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="688" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Hochzeit-1997-688x1024.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86200" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Hochzeit-1997-688x1024.jpg 688w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Hochzeit-1997-202x300.jpg 202w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Hochzeit-1997-768x1142.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Hochzeit-1997-282x420.jpg 282w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Hochzeit-1997-696x1035.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Hochzeit-1997.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 688px) 100vw, 688px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hochzeit, 1997</figcaption></figure></div>


<p>Denn noch dramatischer war es im Baltikum. Damals ein Unruheherd in der noch existierenden Sowjetunion. Bei einem Landgang in Tallin wurde der Gast aus Deutschland plötzlich in ein Haus gezogen. „Jetzt ist es zu gefährlich, sich auf der Straße aufzuhalten“, meinten die Bewohner. Draußen rasten Fahrzeuge mit Sirenen vorbei. Weiter ging es in Richtung Litauen. „Vor Klaipeda kam uns eine Jacht entgegen, deren Besatzung uns davon berichtete, dass auf sie geschossen worden wäre“, erzählt Heiko Frost. Er selbst kam heil nach Hause und war auf den Geschmack gekommen. Bald erwarb er den Gaffelkutter „Hanta Yo“. Das Liebhaber-Stück stand einige Jahre in Büdelsdorf. „Vier Stunden waren es bis zur Holtenauer Schleuse, dann war man auf der Ostsee“, verrät Heiko Frost. Nach einigen Jahren verkaufte er das Schiff an einen Holländer. Jetzt besitzt er eine kleine Jolle, die am Limfjord vor Anker liegt.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="547" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_NOK-mit-Annika_2002.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86202" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_NOK-mit-Annika_2002.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_NOK-mit-Annika_2002-300x205.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_NOK-mit-Annika_2002-768x525.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_NOK-mit-Annika_2002-614x420.jpg 614w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_NOK-mit-Annika_2002-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_NOK-mit-Annika_2002-696x476.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Auf dem Nord-Ostsee-Kanal mit Annika, 2002</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Hamburg, Bauernhof und Familiengründung</h2>



<p>Relativ schnell nach dem 18-monatigen Zivildienst verließ der heute 58-Jährige Flensburg. In Hamburg startete er eine Ausbildung zum Erzieher, holte das Abitur nach und wurde zum Schulsprecher gewählt. Er beschäftigte sich mit politischer Bildungsarbeit und hatte 1993 einen ersten Job: bei einer Jugendhilfe auf der Halbinsel Schwansen. Der Liebe wegen landete er auf einem Bauernhof vor den Toren Flensburgs. Sein Schwiegervater war Landwirt. Zusammen mit seiner damaligen Frau hütete Heiko Frost 35 Schafe und züchtete Pferde. Gerade war eine Holsteinische Stute prämiert worden, da zerbrach die Ehe.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="695" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Rueterhof-Haby-Nachwuchs-bei-unseren-Schafen-2003-695x1024.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86203" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Rueterhof-Haby-Nachwuchs-bei-unseren-Schafen-2003-695x1024.jpg 695w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Rueterhof-Haby-Nachwuchs-bei-unseren-Schafen-2003-204x300.jpg 204w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Rueterhof-Haby-Nachwuchs-bei-unseren-Schafen-2003-768x1132.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Rueterhof-Haby-Nachwuchs-bei-unseren-Schafen-2003-285x420.jpg 285w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Rueterhof-Haby-Nachwuchs-bei-unseren-Schafen-2003-696x1026.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Rueterhof-Haby-Nachwuchs-bei-unseren-Schafen-2003.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 695px) 100vw, 695px" /><figcaption class="wp-element-caption">Rüterhof Haby Nachwuchs bei den Schafen 2003</figcaption></figure></div>


<p>Heiko Frost musste auf andere Gedanken kommen und wechselte zu einem privaten Träger nach Kiel. Wie es der Zufall so wollte, lernte er sehr bald eine ehemalige Arbeitskollegin besser kennen: seine heutige Frau Jeannette. Sie heirateten 1997 und wurden Eltern von drei Kindern: Finja, Annika und Robin. Der Familienvater war für das Diakonische Werk und eine Sozialtherapie in Eckernförde tätig. Nebenbei absolvierte er ein Qualifizierungsstudium der Betriebswirtschaftslehre. Der Titel der Diplomarbeit: „Vergleichende Studie über die sozialpsychiatrische Arbeit in Schleswig-Holstein und Süd-Dänemark.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86214" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Familie, Besuchsreise bei dt. Minderheiten in Rumänien, 2004</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Bullerbü und Gemeinderat</h2>



<p>Die Familie wohnte damals auf dem „Rüterhof“ in Haby, unweit vom Wittensee. Der Eigentümer war nicht nur der Vermieter, sondern auch einer der Nachbarn. Es war eine Gemeinschaft aus sieben Familien. „Wir sind gemeinsam in den Urlaub gefahren und haben Weihnachten oder Ostern zusammengefeiert“, erzählt Heiko Frost. „Es war ein Stück Bullerbü für unsere Kids.“ Der Vermieter gehörte zu den emsigen Zeitgenossen. Unter anderem gründete er einen Senioren-Förderverein ,,Reisen in Gemeinschaft“, der Tagestouren, zehntägige Reisen oder Ferntrips für Menschen organisiert, die sonst kaum verreisen könnten. Derzeit versucht Heiko Frost dieses Angebot in seinem heutigen Wohnort Schafflund zu etablieren. Im April ist ein nächstes Treffen geplant.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86204" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Besuch im Sozialministerium mit Kolleg*innen anlässlich Übernachtungsangebot in Kita</figcaption></figure></div>


<p>2002 trat er in die SPD ein. „Wenn ich etwas zu meckern habe, dann muss ich auch etwas einbringen“, sagt der 58-Jährige. Damals gehörte er dem Gemeinderat von Haby an. Es ging um den Aufbau eines Kindergartens und die Einrichtung eines Jugendraumes. Die eigenen Kinder besuchten bald eine dänische Schule. „Wenn man so dicht bei Dänemark wohnt, dann sollten die Kinder etwas von der dänischen Sprache und Kultur mitkriegen“, erklärt Heiko Frost.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86213" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Vorstandssitzung Förderverein Knivsberg, 2010</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der „geliebte“ Knivsberg</h2>



<p>Vielleicht war es eine weise Voraussicht. Denn der nächste Umzug überschritt die Grenze. 2007 übernahm Heiko Frost die Leitung der Bildungsstätte auf dem Knivsberg, dem Hotspot der deutschen Minderheit in Dänemark. In den nächsten Jahren baute er das Angebot kontinuierlich aus. Kreativ­freizeiten, Musikfestivals und Literaturabende gehörten zum Programm, hinter den Kulissen wurde an einer stärkeren Partizipation der Jugend und an europäischen Projekten gearbeitet. Die Zahl der Übernachtungen stieg binnen weniger Jahre von 7000 auf 20.000 Übernachtungen, während im Gegenzug die Jugendlichen nach Osteuropa reisten und andere deutsche Minderheiten trafen. Ein Austausch, der von Heiko Frost organisiert wurde.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86210" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Russland / Asowo, Kita Rübenstein, Präsentation der inklusiven Arbeit</figcaption></figure></div>


<p>In seiner Leitungsfunktion hatte er häufiger mit dänischen Medien zu tun, als er gedacht hätte. Immer mal wieder wurden in Archiven Dokumente ausgegraben, die auch die Gedenkstätte betrafen. „Wenn es belegt war, dass derjenige etwas Schlimmes getan hat, dann schleiften wir den eingravierten Namen“, berichtet Heiko Frost. Als im Sommer 2012 bei der Fußball-Europameisterschaft die dänischen und deutschen Teams gegeneinander spielten, veranstaltete der Knivsberg ein Public-Viewing. 350 Menschen erschienen und feierten ein Volksfest – entweder mit einem gemalten Danebrog im Gesicht oder einer Deutschland-Fahne in der Hand. Ein dänischer TV-Sender drehte. Am nächsten Tag wunderte sich Heiko Frost, dass der Beitrag überwiegend Szenen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs verwendete. „Da sitzt in der Chefredaktion jemand, der noch nicht so weit ist“, mutmaßte Peter Iver Johannsen, der Generalsekretär der deutschen Minderheit.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86208" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Delegation aus Sibirien, zum Austausch bei Stadtpräsidentin Krätzschmar 2017</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Austausch der Schullandheime und Bildungsstätten</h2>



<p>Heiko Frost hatte Kontakte nach Berlin, da dem Innenministerium die Unterstützung der deutschen Minderheiten in den Nachbarländern am Herzen lag. Er pflegte ein Netzwerk, das weit verzweigt war. So saß er als Knivsberg-Chef mit anderen Bildungsstätten der Grenzregion zusammen. Ein Austausch, den auch die Landespolitik begleitete. Teilnehmer der CDU war der heutige Ministerpräsident Daniel Günther.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/fpr-frost-3707.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86195" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/fpr-frost-3707.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/fpr-frost-3707-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/fpr-frost-3707-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/fpr-frost-3707-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/fpr-frost-3707-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Verleihung Bundesverdienstorden, 2025Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner aus.</figcaption></figure></div>


<p>2008 machte sich Heiko Frost auf den Weg, um in Klietz (Sachsen-Anhalt) einer Jahresversammlung des Bundesverbandes für Schullandheime beizuwohnen. Eigentlich hatte er den Mitgliedsbeitrag schon auf einer Streichliste notiert, doch vor Ort genoss er nicht nur die netten Gespräche, sondern erkannte auch die Sinnhaftigkeit einer Vertretung für 240 Schullandheime. „Sie haben nicht einfach nur Betten für Jugendgruppen, sondern im Haus auch immer ein pädagogisches Konzept“, erklärt Heiko Frost. Sehr bald wurde er Landesvorsitzender und fungiert seit 2016 sogar als Bundesvorsitzender, obwohl er sich da schon beruflich neuorientiert und seinen „geliebten Knivsberg“ verlassen hatte.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSCF4631.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86194" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSCF4631.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSCF4631-300x200.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSCF4631-768x512.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSCF4631-630x420.jpeg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSCF4631-696x464.jpeg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Henning Brüggemann, 50 Jahre Kita Preesterbarg, 2025</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Neue Aufgabe in Flensburg, Umzug nach Schafflund</h2>



<p>2014 hatte ihn der „Rechtsruck“ in Dänemark schockiert. Zudem hatte er das Gefühl, dass er manchen Mitstreitern zu aktiv wäre und an zu vielen Projekten arbeiten würde. Die Gedanken an eine Auswanderung wurden häufiger. Der Zufall wollte es, dass bei einer Veranstaltung auf dem Knivsberg auch ein ehemaliger Leiter auftauchte: Nis-Edwin List-Petersen. Im Gespräch ergab sich, dass seine Ehefrau Brigitte Handler als Geschäftsführerin der Flensburger Kinder- und Jugendinstitution „Adelby 1“ bald ausscheiden würde. Die Nachfolge musste geregelt werden.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="644" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/7ccb7e4a-0f7e-4c91-9741-1f4534b9fa84-644x1024.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86189" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/7ccb7e4a-0f7e-4c91-9741-1f4534b9fa84-644x1024.jpeg 644w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/7ccb7e4a-0f7e-4c91-9741-1f4534b9fa84-189x300.jpeg 189w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/7ccb7e4a-0f7e-4c91-9741-1f4534b9fa84-768x1221.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/7ccb7e4a-0f7e-4c91-9741-1f4534b9fa84-264x420.jpeg 264w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/7ccb7e4a-0f7e-4c91-9741-1f4534b9fa84-696x1107.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/7ccb7e4a-0f7e-4c91-9741-1f4534b9fa84.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 644px) 100vw, 644px" /><figcaption class="wp-element-caption">Jubiläum, 10 Jahre Adelby1, 2025</figcaption></figure></div>


<p>Auch Heiko Frost bewarb sich, wähnte sich gut im Rennen, bis ein Mitbewerber die besseren Karten besaß. Zwei weitere Optionen tauchten auf: die Nordsee-Akademie in Leck ähnelte aber zu sehr dem Profil vom Knivsberg und wirkte nicht wie der Ort einer beruflichen Veränderung. Sehr interessant erschien die Aufgabe, in Gifhorn zwei Kirchenkreise zu fusionieren. Doch für einen Umzug nach Niedersachsen fehlte die Rückendeckung der Familie. Plötzlich meldete sich „Adelby1“. Der Wunschkandidat stand doch nicht zur Verfügung, die vermeintlich zweite Wahl wurde zur Dauerlösung. Die war praktisch mit Antritt der Geschäftsführung mit einem nicht kostendeckenden Betrieb konfrontiert und häufiger Gast in den Krisenabteilungen der Banken. „Ich bin unschön aufgewacht“, erzählt Heiko Frost. „Es steckte viel Arbeit dahinter, das Jahr 2015 noch zu einem positiven Abschluss zu bringen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86205" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Präsentation Schullandheime, anlässlich Bürgerfest des Bundespräsidenten, 2025</figcaption></figure></div>


<p>Auch privat hatte der Wechsel von Knivsberg nach Flensburg seine hektischen Begleiterscheinungen. Das Leitungshaus mit Blick auf Wald­rand und Ostsee war zu räumen. In Wallsbüll stand ein Traumhaus mit Teich und Bäumen. „Ich hatte schon vor Augen, wie ich mit meinem Sohn ein Baumhaus errichte“, verrät Heiko Frost. Doch zwei Termine beim Notar platzten – und dann auch der Kauf. Unter Zeitdruck geriet eine Immobilie in Schafflund in den Fokus. „Eigentlich ein Bratwurst-Grundstück, bei dem jeder auf deinen Grill schauen kann“, dachte er damals. Nach einer Dekade freut sich der Schafflunder über die „hohe Lebensqualität“ seiner neuen Wahlheimat.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0022.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86190" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0022.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0022-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0022-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0022-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0022-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Aminata Toure zu Besuch bzgl. Inklusionsmodelle, 2025</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Inklusion vor Ort, national und international</h2>



<p>Viel Abwechslung bietet der Geschäftsführer-Posten von „Adelby 1“. Der Betrieb – 740 Beschäftigte, 30 Millionen Euro Umsatz – steht für weit mehr als nur für bekannte Kindergärten. Der Oberbegriff ist die Inklusion, die sich nicht auf Behinderte beschränkt, sondern eine gerechte Teilhabe für alle bei den Bildungsprofilen fordert. „Auch Hochbegabte benötigen für sie passende Angebote“, erklärt der Geschäftsführer. „Ebenso müssen sprachliche und kulturelle Barrieren für Migranten abgebaut werden.“ Modelle für frühkindliche und schulische Bildung begleiten seinen Alltag.&nbsp;</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="531" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0097.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86191" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0097.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0097-300x199.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0097-768x510.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0097-633x420.jpeg 633w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0097-696x462.jpeg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Standorganisation Jugendreisen SH durch Heiko, ITB, 2012</figcaption></figure></div>


<p>Schon etwa zehn Jahre ist es her, dass zwei Praktikanten vom Knivsberg bei „Adelby 1“ hospitierten. Sie stammten aus Russland. Es war der Beginn eines pädagogischen Austausches, der in internationalen Konferenzen zur Inklusion und Fortbildungen am ethnokulturellen Institut von Moskau mündeten. Heiko Frost reiste sogar nach Sibirien, um „über den Tellerrand zu schauen, wertneutral zu beobachten und nicht aus westeuropäischer Sicht zu erklären, was man besser machen kann“. Inzwischen ist diese Zusammenarbeit von der politischen Großwetterlage überholt worden.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86212" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hannelore und Jörg Grötzner, Vorstand Verband Schullandheime, Archivarbeit</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Wahlkampf eines Bildungsexperten</h2>



<p>2015 wurde der Schafflunder vom Bundesbildungsministerium in das „Fachforum Schule“ berufen. Es ging um eine systematische Umsetzung der Inklusion im deutschen Bildungssystem. „Nonformales Lernen und außerschulische Lernorte wären Lösungen für bessere Pisa-Ergebnisse“, ist Heiko Frost überzeugt. „Es ist genug Geld im System, niemand müsste für Bildung sparen, wenn sich getraut würde, die richtigen Prioritäten zu setzen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="534" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_01.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86196" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_01.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_01-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_01-768x513.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_01-629x420.jpg 629w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_01-696x465.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Familie Frost, Hochzeit Finja, 2025</figcaption></figure></div>


<p>Er gilt längst als Bildungsexperte und warf im Sommer 2020 seinen Hut für eine SPD-Kandidatur zum Bundestag in den Ring. Nach einigen Monaten der Rückzug: Die Corona-Pandemie erwies sich für „Adelby1“ als zu herausfordernd, um parallel einen Wahlkampf stemmen zu können. 2022 hatte sich die Lage weitgehend normalisiert, doch die Landtagswahl brachte nicht den gewünschten Erfolg. „Ich habe aber nie bereut, diese Erfahrung zu machen und so dicht an der Bevölkerung zu sein“, sagt Heiko Frost im Rückblick. Im letzten September überreichte ihm Ministerpräsident Daniel Günther das Bundesverdienstkreuz am Bande – für seine zahlreichen Tätigkeiten in der Inklusion und für den internationalen Jugendaustausch.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86207" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Familie der Schwester, Skiurlaub Neukirchen, 2026</figcaption></figure></div>


<p><em>Text: Jan Kirschner <br>Fotos: Jan Kirschner, privat   </em></p>
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		<title>Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Feb 2026 16:58:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
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<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/joachim-pohl-journalist-musiker-buchautor/">Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Auf dem Wohnzimmer-Tisch liegen Bücher und Zeitschriften, die einen Ruhestand dokumentieren, der gar keiner ist. Joachim Pohl war über Jahrzehnte Redakteur bei einer Tageszeitung, nun ist er offiziell Rentner, aber weiterhin als freier Mitarbeiter journalistisch tätig. Er arbeitet im Vorstand der Flensburger Hofkultur mit, ist aktives Mitglied im Deutschen Alpenverein und pflegt seine Musik-Passion in mehreren Variationen. Dazu gesellen sich die eine oder andere Reise.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="529" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85846" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024-300x198.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024-768x508.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024-635x420.jpg 635w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024-696x460.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Flens zum Abschluss der Hofkultur 2024</figcaption></figure></div>


<p>Joachim Pohl ist ein eingefleischter Flensburger Kopf, aber kein wasch­echter. Er wurde 1955 in Schleswig geboren und wuchs in Husum auf. Friesisch gehört bis heute in Teilen der weit verzweigten Familie zum guten Ton. Nach dem Abitur 1974 an der Hermann-Tast-Schule kam er erstmals mit Flensburg in Berührung: Die Briesen-Kaserne in Weiche war der Schauplatz für die dreimonatige Grundausbildung der Bundeswehr. Nach dem Wehrdienst entschied sich der junge Mann für ein Lehramtsstudium in Kiel: Geografie und Englisch. 1982 hatte er das erste Staatsexamen in der Tasche, 1984 das zweite. Dazwischen lag das Referendariat in Husum – auch an der früheren Schule.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="544" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85859" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03-300x204.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03-768x522.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03-618x420.jpg 618w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03-696x473.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Mutter und Großmutter vor dem Fährkrog, 1986</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Berufseinstieg in Flensburg</h2>



<p>So einfach war es damals nicht, eine passende Stelle zu ergattern. Die beste Möglichkeit bot Flensburg: eine Anstellung am Abendgymnasium, das schon damals im Förde-Gymnasium untergebracht war. Der Schulleiter hieß auch Pohl, war mit dem Junglehrer aber weder verwandt noch verschwägert. Der fuhr zunächst zwischen, zog jedoch nach wenigen Monaten auf die Westliche Höhe. Dennoch lag der Arbeitsplatz nun 27 Kilometer entfernt. Die deutsche Nachschule (Efterskole) in Tingleff, getragen von der deutschen Minderheit, war der neue Lehrort. Der Schwerpunkt: Deutsch. Aber auch das war nur ein kurzes Intermezzo. Joachim Pohl übernahm dann in Flensburg einen Lehr-Job in der Berufsqualifikation und arbeitete mit arbeitslosen Jugendlichen, die oftmals keinen Hauptschulabschluss hatten.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="538" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85860" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04-300x202.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04-768x516.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04-625x420.jpg 625w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04-696x468.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Führerschein, 1993 Mit der alternativen Stadtzeitung Hallimasch, 1987</figcaption></figure></div>


<p>Nebenbei hatte der Pädagoge eine freie Mitarbeit bei der Tageszeitung etabliert. Schon als Referendar hatte er für die „Husumer Nachrichten“ geschrieben. Nach seinem Umzug gen Ostsee war das „Flensburger Tageblatt“ der Auftraggeber. Das Steckenpferd war die Musik. 20 Jahre zuvor war „Rubber Soul“ von den Beatles das erste gekaufte Album gewesen. Rolling Stones, Chicago und Cream waren weitere Lieblinge der Jugend. Und ein legendärer Gitarrist und Sänger. „Auf meinem Husumer Zimmer hatte ich ein kleines Radio“, erinnert sich Joachim Pohl. „Als die Nachricht kam, dass Jimi Hendrix in London gestorben ist, brach für mich eine Welt zusammen.“ Das war 1970.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="549" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85861" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-300x206.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-768x527.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-612x420.jpg 612w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-696x478.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Im Rathaus mit Stadtpräsident Rautenberg (zweiter von rechts), 1991</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Musik mit der Band und als Journalist</h2>



<p>Natürlich drehte sich die Erde weiter. Joachim Pohl hatte nun eine eigene Gitarre – und sehr bald auch einen E-Bass. Den brauchte seine erste Band in Husum damals noch. Als Redakteur einer Schülerzeitung lernte er die nordfriesische Musik-Szene kennen. Einmal kam Udo Lindenberg, ein neuer Komet am deutschen Rocker-Himmel, für ein Konzert nach Husum. Und plötzlich bot sich Joachim Pohl die Chance für ein Interview. „Ich war so aufgeregt, dass ich gar nicht wusste, was ich fragen sollte“, schmunzelt er heute und versichert: „Ein Bericht ist entstanden.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="529" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85862" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993-300x198.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993-768x508.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993-635x420.jpg 635w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993-696x460.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Führerschein, 1993</figcaption></figure></div>


<p>Mit dem Studium hatte er das Musizieren vernachlässigt, die Musik war aber der Schwerpunkt der Berichterstattung. In den späten 1980er Jahren war der freie Mitarbeiter des „Flensburger Tageblatts“ häufiger bei Konzerten in der „Galerie“ am Holm, im „Roxy“ in der Norderstraße oder im „Lagerhaus“ an der Segelmacherstraße. Und das „Volksbad“ entwickelte sich immer mehr zu einem Kulturzentrum.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchauto" class="wp-image-85863" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit dem SG-Pokal, 2004</figcaption></figure></div>


<p>Joachim Pohl hatte offenbar eine gute Schreibe. Zumindest bot der Verlag ihm im Oktober 1988 ein Volontariat an. „Dieses Angebot habe ich als gute Chance gesehen“, erzählt er. „Mir brachte der Journalismus Spaß – und die Job-Aussichten waren gut.“ Der Neueinsteiger wanderte die nächsten beiden Jahre durch die Redaktionen. Allein ein halbes Jahr arbeitete er für das Wochenend-Magazin des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages. Dort hatte er bald eine eigene Rubrik: „Pohls Pop-Piste“. Ein hübsches Wortspielchen, denn Pop war nicht nur die Thematik, sondern auch sein Spitzname und Kürzel, unter dem unzählige Berichte erschienen.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85858" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Sohn Peter bei der Tour de France in Dinan, Juli 2004</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ein Redakteur der Flensburger Lokalredaktion</h2>



<p>Zum 1. Oktober 1990 war das Volontariat abgeschlossen – und eine Übernahme als Redakteur war sicher. Der damalige Chefredakteur fragte im Einstellungsgespräch, wo er denn am liebsten arbeiten würde. Joachim Pohl antwortete: „In der Flensburger Lokalredaktion.“ So geschah es. Die Arbeit eines Journalisten war noch eine ganz andere. Zwar tippte nur noch eine Kollegin die Texte auf einer Schreibmaschine, die diese dann mit in den Ruhestand nahm, aber die Computer-Anwendungen befanden sich vor 35 Jahren in der Steinzeit. Die Redaktion saß in der Holm-Passage, eine andere Abteilung auf der anderen Straßenseite gestaltete die Zeitung. Die Druckerei war gerade nach Rendsburg abgewandert. In den 1990er Jahre erreichte das Internet allmählich den Berufsalltag. In Fortbildungen wurden die Journalisten für neue Redaktionssysteme geschult, mit denen sie selbst die Seiten „bauten“.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" data-id="85850" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025-768x1024.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85850" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hofkultur, 2025</figcaption></figure>
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<p>Privat ist Joachim Pohl mehrmals in der Region umgezogen. Eine Zeit lang wohnte er zur Miete in der Norderstraße – fußläufig zum „Volksbad“. Er gründete eine Familie, Sohn Peter kam zur Welt. Kurz danach erfolgte der Umzug in ein Eigenheim. In Mürwik entstand Mitte der 1990er Jahre Flensburgs erste Öko-Siedlung, die einen besonderen Energiestandard hatte und auf deren Dächer das Gras wuchs. Die Eigentümergemeinschaft kümmerte sich um den gemeinsamen Innenhof und die Carports. Joachim Pohl saß jahrelang im Beirat und schätzt noch immer die Konstanz in der Nachbarschaft: Viele Pioniere leben seit gut drei Dekaden in der Siedlung.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85848" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hofkultur 2022</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der Schreibtisch in der Holm-Passage</h2>



<p>Beruflich gab es mehr Veränderungen. In der Flensburger Lokalredaktion arbeitete der Journalist bis 2018 mit vier verschiedenen Ressortleitern zusammen: zunächst mit Thomas Schunck, dann Gerhard Nowc sowie Helge Matthiesen und schließlich Carlo Jolly. Joachim Pohl berichtete über Kultur und Musik, aber auch sehr viel über Bauprojekte und Stadtentwicklung. Er war dabei, als die Osttangente 2001 dem Verkehr übergeben oder die Schiffbrücke aufwändig umgebaut wurde, sah aber auch manch hochtrabendes Vorhaben platzen – sei es ein großes Hotel am Hafen oder ein Spielcasino im Deutschen Haus.&nbsp; „Uns wurde immer eingebläut, nicht mit dem Rathaus zusammenzuarbeiten“, erklärt der langjährige Redakteur. „Wir sollten der Stadtverwaltung und der Kommunalpolitik auf die Finger schauen, sie kontrollieren und Konflikte nicht scheuen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="535" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85852" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2-300x201.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2-768x514.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2-628x420.jpg 628w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2-696x465.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Jubiläumsfeier mit Thomas Frahm, 2024</figcaption></figure></div>


<p>Die bis 2013 währende Innenstadtlage des Lokalressorts hatte durchaus ihre Vorteile. „In der Mittagspause traf man eigentlich immer Leute, sodass man viel erfahren konnte“, erzählt Joachim Pohl. „Man war schnell im Rathaus, bei den Stadtwerken, den Gewerkschaften oder den Museen.“ Der Umbau des ZOB vollzog sich Ende der 1990er Jahre praktisch vor dem Schreibtisch. Und manchmal rollte auf dem Bahndamm ein Zug, der zum Stadtfest sollte oder mit Panzern beladen war.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="531" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85854" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023-300x199.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023-768x510.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023-633x420.jpg 633w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023-696x462.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Band Engines, 2023</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Musik-Highlights in Flensburg, Hamburg und Dänemark</h2>



<p>Die Einweihung der Campushalle Ende 2001 brachte bis dahin ungeahnte musikalische Highlights nach Flensburg. Einmal konnte der Journalist Rick Parfitt, den Sänger von Status Quo, interviewen. Ein anderes Mal probte Peter Maffay die letzte Woche vor dem Tournee-Start in der Fördestadt. Joachim Pohl schaute spontan in der Halle vorbei, hatte ein ebenso spontanes wie lockeres Gespräch mit dem Musiker und hatte eine spannende Idee: In Flensburg gab es einen Lehrer, der einst im rumänischen Siebenbürgen mit Peter Maffay zur Schule gegangen war. Direkt vor dem ersten Konzert – auch in der Campushalle – kam es tatsächlich zum Treffen der Schulfreunde. Die beiden vertieften sich in Erinnerungen, bis sich die Musik-Legende erhob: „Jetzt muss ich ja wirklich auf die Bühne.“ Joachim Pohl erlebte diesen Tour-Auftakt im Backstage-Bereich.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-683x1024.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85840" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-683x1024.jpg 683w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-200x300.jpg 200w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-768x1152.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-280x420.jpg 280w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-696x1044.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption">Als Ansager bei der Hofkultur</figcaption></figure></div>


<p>Für andere Gigs fuhr er weiterhin nach Hamburg. David Bowie, Eric Clapton, Mark Knopfler oder Simply Red – Künstler aus dem obersten Regal. „Abends war ich oft mit einem Fotografen los und nach dem Konzert ging es wieder zurück nach Flensburg“, erzählt Joachim Pohl. „Am nächsten Morgen schrieb ich als erstes den Bericht, dann ging es wieder an die Lokalberichterstattung.“ Ein besonderes Kapitel waren die Ros­kilde-Festivals, von denen er in den 1990er Jahren mehrfach berichtete. Auf dem riesigen Gelände stand auch ein Journalisten-Zelt, in dem Computer aufgestellt waren. Die geschriebenen Texte wurden dann ausgedruckt und gefaxt. E-Mails gab es noch nicht. „Einmal habe ich auch in der Redaktion angerufen und meinen Bericht diktiert“, grinst der Flensburger.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25.jpeg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85855" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit den Geschwistern in Tangermünde, Mai 2025</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Berufliche Umzüge in die Fördestraße und nach Schleswig</h2>



<p>2013 zogen große Teile des Verlages, darunter auch das Lokalressort, an die Fördestraße. Joachim Pohl hatte vom eigenen Zuhause zum Großraumbüro nun einen sehr kurzen Weg. Eines Tages gruppierten sich ein paar Kollegen vor seinem Schreibtisch. Den Abend zuvor hatten sie beschlossen, eine Band zu gründen. „Pohl, du spielst doch Bass?“, fragte einer. Der Angesprochene reagierte zunächst zögerlich: „Das ist aber sehr lange her!“ Für die Kollegen war das so etwas wie eine Zusage. „Was man einmal gelernt hat, verlernt man doch nicht“, meinten sie. Joachim Pohl lieh sich vom Flensburger Musiker Niklas Heitmann einen E-Bass und probierte ihn aus. Ja, es ging wirklich. Also erwarb er bei der lokalen Musik-Legende „Cuddel“ Jensen ein Instrument und verstärkte die „Engines“. Sie trafen sich einmal die Woche im Proberaum und traten gelegentlich auf. Zuletzt ging bei einem Benefizkonzert in der Bergmühle der Hut herum für soziale Projekte in der Nordstadt. Die „Engines“ bereicherten aber auch schon das Flensburger Dampf-Rundum oder das Schleswiger Stadtfest. Auf der Setliste standen Rock- und Pop-Klassiker.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85853" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Matt in den Bergen, Sommer 2019</figcaption></figure></div>


<p>2018 wechselte Joachim Pohl eher unfreiwillig in die Schleswiger Stadtredaktion. In seiner Geburtsstadt gewöhnte er sich aber schnell ein. Drei Jahre lang fuhr er zwischen, dann begann das Rentner-Dasein, das gewiss kein Ruhestand ist. Der 70-Jährige ist weiterhin auch als Journalist tätig. Hauptsächlich in Flensburg und Schleswig – gelegentlich auch in Eckernförde oder Angeln – nimmt er Termine wahr und berichtet auf Honorar-Basis.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85841" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Am Kreuzbergpass, 2020</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">LPs, Hofkultur und Oluf-Samson-Gang</h2>



<p>Der Musik-Leidenschaft kann nun ausgiebiger ausgekostet werden. Mit sieben Leuten hat Joachim Pohl eine Vinyl-Gruppe gegründet, die sich Langspielplatten oder Singles anhört und dabei in die Musikgeschichte abschweift. Gerne besucht der langjährige Redakteur die Konzerte unbekannter Bands im Ex-Sultan-Markt oder die „Folk Baltica“. Die „Flensburger Hofkultur“ hat sich für ihn zu einem echten Projekt entwickelt. Jahrelang hatte er über dieses Sommerereignis berichtet und befand sich mit Organisator Thomas Frahm im regen Austausch. Mit dem Ausscheiden als Redakteur bestand kein Interessenskonflikt mehr: Joachim Pohl bot seine aktive Mitarbeit an. Es war kein einfacher Einstieg. 2021 war das Format wegen der Corona-Pandemie begrenzt. Dann zog sich das Flensburger Kulturbüro von der Veranstaltung zurück. Der Verein „Flensburger Hofkultur“ organisiert seitdem das Programm in Eigenregie und stellte einen Geschäftsführer ein.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85842" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Auf dem Gipfel des Jebel Toubkal, Oktober 2021</figcaption></figure></div>


<p>Joachim Pohl gehört als zweiter Vorsitzender dem Vorstand an und war mit einigen Mitstreitern Ende Januar für ein paar Tage in Freiburg. Bei der Internationalen Kulturbörse fahndeten die Nordlichter nach möglichen Künstlern für die Hofkultur. Das Motto lautete: anhören und buchen! Der Auftakt der 2026er Auflage war jedoch schon vorher fix. Am 24. Juli gastiert die Latin-Swing-Formation „Ayom“ im Hof des Schifffahrtsmuseums, wo 700 Leute Platz finden.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="525" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-525x1024.jpeg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85843" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-525x1024.jpeg 525w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-154x300.jpeg 154w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-768x1497.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-788x1536.jpeg 788w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-216x420.jpeg 216w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-696x1356.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px" /><figcaption class="wp-element-caption">Auf Schokofahrt mit Beate Falkenberg, April 2024</figcaption></figure></div>


<p>Vor zwei Jahren verfasste Joachim Pohl einen umfangreichen Rückblick auf die 30-jährige Geschichte der „Flensburger Hofkultur“, der sogar als Buch erschien. Der Titel: „Die Altstadt als Bühne“. Dieses Werk ist bei Weitem nicht das einzige publizistische Erzeugnis aus seiner Feder. Seit einigen Jahren arbeitet er an dem jährlich erscheinenden Magazin für das Norden-Festival in Schleswig mit. Im letzten Jahr recherchierte er gemeinsam mit Eiko Wenzel und Martin Müller zum Oluf-Samson-Gang. Der Journalist skizzierte die Entwicklung von der Rotlicht-Meile zur gutbürgerlichen Gasse. Dafür recherchierte er in alten Zeitungen und Akten und interviewte eine ehemalige Prostituierte, die viel erzählen konnte.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24.jpeg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85847" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Goldenes Abi-Jubiläum in Husum, September 2024</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Familie und ein Herzensverein</h2>



<p>Eine große Bedeutung hat die Familie. Seine drei Geschwister wohnen in Regensburg, Hamburg und England. Väterlicherseits gibt es häufiger ein Familientreffen mit Kusinen und Cousins. Derzeit plant er seine vierte Reise nach Namibia. Sein Sohn Peter lebt seit einigen Jahren mit seiner Tochter in der Hauptstadt Windhoek. Der Gast aus Deutschland fühlte sich bei der Tour durch die Wüsten Kalahari und Namib zur Hafenstadt Swakopmund wie in einem Road-Movie.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25.jpeg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85857" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Holger Heitmann beim Wandern auf Mallorca, März 2025</figcaption></figure></div>


<p>Der Sohn hatte einige Jahre im Nachwuchs der SG Flensburg-Handewitt gespielt, was das Interesse am Handball vergrößerte. Die eigentliche sportliche Liebe ist allerdings „grün-weiß“: Werder Bremen. Als Kind war Joachim Pohl einmal mit seinem Vater in der Hansestadt, da dieser bei seinem Arbeitgeber „Jacobs Kaffee“ einen Kleinbus abzuholen hatte. Es ging mit dem Zug in die Stadt des deutschen Meisters von 1965 und mit der Straßenbahn am Weserstadion vorbei. Seither schlug das Sportherz „grün-weiß“, was einige Besuche in Kino-Sportbars auslöste, heutzutage aber hauptsächlich mit Radio und Fernseher befriedigt wird.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="761" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-761x1024.jpeg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85856" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-761x1024.jpeg 761w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-223x300.jpeg 223w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-768x1034.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-312x420.jpeg 312w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-696x937.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Enkeltochter Zoë in Swakopmund/Namibia, Dezember 2023</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Bergwanderungen und Radtouren</h2>



<p>Seit 2021 gehört Joachim Pohl dem „Deutschen Alpenverein“, dem Fachverband fürs Klettern und Wandern, an. Die Flensburger Sektion ist die nördlichste, mit 1100 Mitgliedern aber gewiss nicht die kleinste. Der Journalist war kurzzeitig Klimaschutz-Referent und stellt das Vereinsheft „Bergblick“ zusammen. Für den Mai organisiert er eine Fahrt nach Oberhausen – eine Ausstellung im Gasometer zum Thema „Wald“. Häufiger gibt es Wanderungen in der Region – vom Mauseloch nach Solitüde, in die Fröruper Berge oder rund um den Westensee. Manchmal geht es auch wesentlich weiter. Im nordafrikanischen Atlasgebirge musste der 4100 Meter hohe Jbel Toubkal gemeistert werden. „Die Luft wird oben immer dünner“, berichtet Joachim Pohl. „Man kommt schwer atmend auf dem Gipfel an und blickt dann auf viele weitere Berge und eine große Wüste.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85845" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Bodenständiger sind seine Radtouren. Aber nicht weniger ambitioniert. An der jährlichen „Schokofahrt“, bei der Schokolade von Amsterdam nach Flensburg per Lastenrad transportiert wird, nahm er 2024 teil. Die Schokolade ist im Flensburger Rumkontor an der Norderstraße erhältlich. Mit zwei Freunden ist er seit 1997 jeden Sommer für eine Woche auf zwei Rädern unterwegs. Ganz Dänemark, viele Ecken von Deutschland und Teile der Niederlande und Frankreich haben sie schon erkundet. Einmal ging es sogar über die Alpen nach Bozen. Das nächste Mal soll es von Freiburg aus am Neckar entlang bis nach Mannheim gehen. Zurück in Flensburg wartet dann wieder ein anderes der spannenden Projekte, die Joachim Pohl mit Herzblut begleitet.</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner<br>Fotos: Kirschner, privat   </em></p>
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		<title>Leon Bossen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jan 2026 16:15:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
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		<category><![CDATA[Kommunalpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ortstermin im Flensburger Rathaus: Wenn man am Ratssaal vorbeischreitet, stößt man auf einen langen Gang. Eine große Bilder-Galerie der früheren Stadtrepräsentanten signalisiert, dass hier die Kommunalpolitik beheimatet ist. Die Stadtpräsidentin hat hier ihr Büro – und auch die Fraktionen. Man muss noch um eine Ecke gehen, dann ist man bei den „Grünen/Bündnis ´90“, die in [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/leon-bossen/">Leon Bossen</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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<p>Ortstermin im Flensburger Rathaus: Wenn man am Ratssaal vorbeischreitet, stößt man auf einen langen Gang. Eine große Bilder-Galerie der früheren Stadtrepräsentanten signalisiert, dass hier die Kommunalpolitik beheimatet ist. Die Stadtpräsidentin hat hier ihr Büro – und auch die Fraktionen. Man muss noch um eine Ecke gehen, dann ist man bei den „Grünen/Bündnis ´90“, die in Flensburg eine Fraktionsgemeinschaft mit der kleineren Partei „Volt“ pflegen. Tags zuvor war Fraktionssitzung. Es ging um den städtischen Haushalt und die anstehende Ratsversammlung. Einer von ihnen, nämlich Leon Bossen, nimmt jetzt erneut im Gesprächszimmer Platz. Umgeben von einigen Wahlplakaten stellt er sich einem Interview.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_1945-768x1024.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85609" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_1945-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_1945-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_1945-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_1945-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_1945.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure></div>


<p>Der junge Kommunalpolitiker ist ein waschechter Flensburger Kopf, denn er ist am 18. März 2001 in der Fördestadt geboren. Die ersten Kindheitserinnerungen sind auch mit der Rude, aber hauptsächlich mit Engelsby verbunden. Die Wohnblöcke im Trögelsbyer Weg entwickelten sich zum Orbit der Kindheit und Jugend. „Meine Eltern konnten mir nicht jeden Wunsch erfüllen, wir mussten immer auf das Geld achten“, verrät Leon Bossen. Seine Mutter ist Halbdänin und Verwaltungsfachangestellte. Sein Vater arbeitet als Koch und war zur Jahrtausendwende vor dem Kosovo-Krieg geflüchtet.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5713-683x1024.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85617" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5713-683x1024.jpg 683w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5713-200x300.jpg 200w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5713-768x1152.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5713-280x420.jpg 280w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5713-696x1044.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5713.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption">Leon Bossen und seine Mutter Sandra (bei „Huepåsættelse“, Abitur 2020, Duborg-Skolen)</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Dänische Schule und das erste ehrenamtliche Engagement</h2>



<p>Die Kindheit in Engelsby war von kurzen Wegen geprägt. Die Freunde wohnten alle in der Nähe, der Fußball flog beim IF Stjernen, und die Jörgensby-Skolen war sehr nah. Nach sechs Schuljahren eine Zäsur: Leon Bossen besuchte die Duborg-Skolen. Der Teenager hatte nun einen weiteren Schulweg. Er traf sich frühmorgens am Hafermarkt mit den Freunden und stieg mit ihnen in den Einsatzbus, der alle zur Schule auf der anderen Fördeseite brachte. Seine Vorliebe galt Wirtschaft, Politik, Deutsch, Dänisch oder Geographie. Die Naturwissenschaften entwickelten sich weniger zur Leidenschaft. Die Duborg-Skolen wurde damals umfangreich saniert, sodass zeitweise ganze Jahrgänge in die Schulgasse ausquartiert wurden. „Die Klassenzimmer waren zunächst nicht schön, der Unterricht lief noch mit Overhead-Projektor und Kreidetafeln“, erzählt Leon Bossen. „Schließlich war alles so richtig modern – mit Smartboard und allem Pipapo.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="800" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/6C7F9F5A-9ECB-47A0-B3FB-88E020C5812D.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85605" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/6C7F9F5A-9ECB-47A0-B3FB-88E020C5812D.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/6C7F9F5A-9ECB-47A0-B3FB-88E020C5812D-300x300.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/6C7F9F5A-9ECB-47A0-B3FB-88E020C5812D-150x150.jpg 150w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/6C7F9F5A-9ECB-47A0-B3FB-88E020C5812D-768x768.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/6C7F9F5A-9ECB-47A0-B3FB-88E020C5812D-420x420.jpg 420w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/6C7F9F5A-9ECB-47A0-B3FB-88E020C5812D-696x696.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Leon Bossen mit Kaja Claussen&#8230;</figcaption></figure></div>


<p>Mit 16 Jahren engagierte er sich erstmals ehrenamtlich. Sein Herz gehörte der Kleiderkammer am Bahnhof und der Initiative „Flensburg hilft grenzenlos“, die Flüchtlinge und andere Zielgruppen unterstützte. „Ich war jeden Dienstag und Donnerstag am Bahnhof – das war wie eine Familie“, schwärmt Leon Bossen noch immer. Allerdings wurde diese Einrichtung im März 2018 geschlossen. Wegen eines geplanten Fahrrad-Parkhauses hätte die Räumlichkeit halbiert und eine Brandschutzmauer eingezogen werden müssen. Der Verein, der ohnehin Schwierigkeiten hatte, finanzielle Mittel zu generieren, hätte sich mit einer größeren Summe beteiligen müssen. „Das war alles wirklich traurig – und die Räumlichkeit steht immer noch leer“, erzählt Leon Bossen. „Die damalige Schließung war also überhaupt nicht nötig gewesen.“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2209.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85612" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2209.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2209-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2209-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2209-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2209-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">&#8230;und Lars Erik Bethge</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Anfänge in der Kommunalpolitik</h2>



<p>Er hatte sich sehr über die Kommunalpolitik geärgert und wollte es besser machen. Er verfolgte eine Sitzung bei den Linken, trat dann – noch nicht volljährig – Ende 2018 bei den Grünen ein. „Meine Mutter hat den Mitgliedsantrag unterschrieben“, schmunzelt er, um mit ernstem Ton zu ergänzen: „Die Grünen waren die einzige Partei, die sehr klar bei einigen Fragen war – zum Beispiel wurde intern nicht darüber gestritten, ob man solidarisch mit den Menschen in Not ist.“ Leon Bossen war sehr bald aktiv in der Grünen Jugend, die damals auf „nur drei bis vier Leute“ geschrumpft war. Vom Neuling stieg er zum Sprecher auf, war mit dem Organisationsaufbau beschäftigt, um Leben in die Nachwuchsgruppierung zu bringen. Er freute sich, dass sich nach zwei Jahren rund 30 junge Menschen beteiligten.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_6378-683x1024.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85618" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_6378-683x1024.jpg 683w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_6378-200x300.jpg 200w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_6378-768x1152.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_6378-280x420.jpg 280w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_6378-696x1044.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_6378.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mitte: Catharina Nies und Claus Ruhe Madsen; Foto: Lasse Naeve</figcaption></figure></div>


<p>Sein Tag hätte damals schon gerne mehr als 24 Stunden umfassen dürfen. Leon Bossen beschäftigte sich immer mehr mit der Politik, feilte an seinem Abitur und jobbte nebenher bei einem Grenzhandel in Harrislee – bis plötzlich die Grenze geschlossen wurde. Die Welt steckte mitten in der Corona-Pandemie. In einer Tankstelle am Friedenshügel ging es weiter. Im Juni 2020 hatte Leon Bossen das Abitur bestanden. Gerade war der erste Corona-Lockdown etwas gelockert worden. Der Abi-Ball musste dennoch ausfallen. Die Zeugnisvergabe war „auf Abstand“ möglich. Die legendären Mützen wurden auf der Schulterrasse verteilt. Die jungen Abiturienten waren zwei Wochen in Flensburg unterwegs und feierten. „Ich habe aber weder im Neptunbrunnen gebadet noch bin ich in den Hafen gesprungen“, verrät Leon Bossen. „Asche auf mein Haupt, aber dafür bin ich nicht der Typ.“</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_4734-768x1024.jpeg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85615" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_4734-768x1024.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_4734-225x300.jpeg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_4734-315x420.jpeg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_4734-696x928.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_4734.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Studienbeginn in Aarhus und Rückkehr nach Flensburg</h2>



<p>Der weitere Plan sah so aus: ein Germanistik-Studium in Aarhus. Der Flensburger richtete sich bereits in der jütländischen Stadt ein, als sich die Situation plötzlich änderte. „Zur Überraschung aller wurde nicht nur der Studiengang verkleinert, sondern auch ein hoher Numerus Clausus festgelegt, weil sich plötzlich deutlich mehr Menschen auf den Studiengang beworben hatten“, berichtet er. Spontan schrieb er sich für ein Lehramt ein. Der Studienbeginn paarte sich mit einem erneuten Corona-Lockdown. „Ich hatte mir alles etwas anders vorgestellt“, erzählt Leon Bossen. „Es war unter diesen Umständen sehr schwer, soziale Kontakte zu bekommen.“ Zu Weihnachten 2020 kehrte er zurück nach Flensburg und arbeitete erst einmal in der Paketausgabe bei der Hauptpost in der Bahnhofstraße. Interimsmäßig übernahm er die Geschäftsführung des Grünen-Kreisverbandes. Zudem kümmerte er sich beim Verein „Villekula“ um die Buchhaltung und einige Personalangelegenheiten.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5631-768x1024.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85616" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5631-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5631-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5631-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5631-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5631.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Leon Bossen mit Michael Otten und Stefan Seidler</figcaption></figure></div>


<p>Leon Bossen stieg in die Kommunalpolitik ein und wurde bürgerliches Mitglied im Ausschuss für Bürgerservice, Schutz und Ordnung. Parallel dazu amtierte er als Sprecher der Grünen Jugend und äußerte sich kritisch zum Hotelprojekt am Bahnhofswald. Anfang 2021 lähmten Ausgangssperren und ein jegliches Kontaktverbot das öffentliche Leben in Flensburg. „Und das bei 40.000 Single-Haushalten im Stadtgebiet“, erinnert sich Leon Bossen. „Die Grüne Jugend schrieb einen Brief an Oberbürgermeisterin Simone Lange und an den Ministerpräsidenten Daniel Günther, der sogar handschriftlich antwortete.“ Das Ergebnis: In die allgemeine Verfügung wurde für Single-Haushalte der Kontakt zu einer festen Kontaktperson zugelassen. Als nächstes förderte die Grüne Jugend die Gründung eines Kinder- und Jugendbeirats für Flensburg.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_3443-768x1024.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85614" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_3443-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_3443-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_3443-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_3443-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_3443.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Leon Bossen mit Katja Claussen und Björn Ellenberg</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Wahlen auf Bundes- und Stadtebene</h2>



<p>Am 26. September 2021 wurde der Bundestag gewählt. Leon Bossen unterstützte den Wahlkampf des Direktkandidaten Robert Habeck vor allem im Social-Media-Auftritt. Nach der erfolgreichen Wahl stieg er als Mitarbeiter im Wahlkreisbüro ein. Er kümmerte sich um Bürger­anfragen, besuchte anstelle des oft in Berlin weilenden Ministers örtliche Veranstaltungen, bereitete Termine vor und moderierte Themen. Als Kreisvorstand hatte Leon Bossen einen direkten Draht zur Basis. Außerdem war er nun wieder Student. Zunächst hatte er sich in Kiel für Politik und Soziologie eingeschrieben, weil es in Flensburg nichts Vergleichbares gab. Ab 2022 wurde dann an der Europa-Universität ein sozialwissenschaftlicher Studiengang aufgebaut. Im Oktober wechselte Leon Bossen auf ein Fernstudium: Er hatte einfach zu viele Aufgaben, um an der Uni ausreichend Präsenz zeigen zu können.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2203.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85611" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2203.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2203-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2203-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2203-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2203-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Im Gespräch mit Rasmus Andresen</figcaption></figure></div>


<p>Gerade die Kommunalpolitik wurde ihm immer wichtiger. Bei der Kommunalwahl im Mai 2023 trat der junge Flensburger als einer von zwei Spitzenkandidaten der Grünen an. Mit Spannung verfolgte er am Wahltag in der Bürgerhalle das Eintreffen der Ergebnisse. Die Grünen erreichten stolze 23,6 Prozent. „Das kam sehr überraschend“, erzählt Leon Bossen. „Nach dem Heizungsgesetz waren wir bundesweit abgestürzt. Ich rechnete nur mit fünf oder sechs Sitzen, jetzt waren es zehn.“ Er selbst gewann auf dem Sandberg das Direktmandat und übernahm zusammen mit Katja Claussen die Fraktionsspitze.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2143.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85610" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2143.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2143-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2143-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2143-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2143-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2143-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2143-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ratsversammlung und Tourismus</h2>



<p>Aufgrund der bei den Grünen praktizierten Trennung von Amt und Mandat gehörte der Twen nicht mehr dem Kreisvorstand an, war dafür nun fast jeden Tag im Rathaus. Der damals 22-Jährige saß als nun jüngstes Ratsmitglied weiterhin im angestammten Ausschuss für Bürgerservice und nun auch im Hauptausschuss. Über dieses Gremium werden zahlreiche Beteiligungen der Stadt kontrolliert und Aufsichtsräte besetzt. Leon Bossen fungiert bei der Tourismus-Agentur Flensburger Förde – kurz TAFF – als Aufsichtsratsvorsitzender. „Es bieten sich spannende Perspektiven aus grüner Sicht, Nachhaltigkeit und Wertschöpfung zu Vereinen“, betont der Kommunalpolitiker.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20230802TR014.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85607" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20230802TR014.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20230802TR014-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20230802TR014-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20230802TR014-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20230802TR014-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Tim Riediger

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<p>Mit seinem Amt pflegt er eine Zusammenarbeit mit TAFF-Geschäftsführer Gorm Casper. Es ist eine Strategie für die Jahre bis 2028 entstanden, die aufgrund der städtischen Haushaltslage auf Konsolidierung setzen muss und das Marketing der Region als Kernkompetenz begreift. Im stetigen Austausch kommt Leon Bossen mit etlichen Themen in Berührung: die Folgen der Sturmflut von 2023, ein Wohnmobilkonzept, die Förde-Card oder auch die Belebung der Innenstadt durch Events. Zuletzt wurde der klassische Weihnachtsmarkt eine Woche früher gestartet, um die Einnahmen zu erhöhen. „Meine persönliche Meinung“, verrät Leon Bossen. „Das Modell hat sich bewährt. Das nächste Mal können wir gucken, wo wir noch kleinere Anpassungen mit den Erfahrungen aus dem letzten Jahr vornehmen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/60deebff-19b3-489c-8340-3c2559cea029.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85606" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/60deebff-19b3-489c-8340-3c2559cea029.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/60deebff-19b3-489c-8340-3c2559cea029-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/60deebff-19b3-489c-8340-3c2559cea029-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/60deebff-19b3-489c-8340-3c2559cea029-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/60deebff-19b3-489c-8340-3c2559cea029-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/60deebff-19b3-489c-8340-3c2559cea029-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/60deebff-19b3-489c-8340-3c2559cea029-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Neugewählter Vorstand Europa-Union Flensburg</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Mit 24 Jahren Vorsitzender des Hauptausschusses der Stadt Flensburg</h2>



<p>Vor rund einem Jahr gab es im Stadtrat einige Änderungen durch eine weitere Fraktionsbildung und Umstrukturierungen innerhalb der Parteien. Ein Ergebnis: Leon Bossen wurde Vorsitzender im Hauptausschuss. Er hat dadurch noch mehr mit den Stadtwerken, dem Polizeibeirat, diversen Zweckverbänden und dem Wirtschaftsbeirat zu tun. Neu eingeführt wurde ein Sitzungsplan mit Zeitlimits für die einzelnen Punkte der Tagesordnung. „Dann schließe ich die Redeliste“, erklärt er. „Wir wollen keine Fünf-Stunden-Sitzungen mehr. Für mich wären diese vielleicht noch machbar, aber für eine alleinerziehende Mutter sind sie kaum zu regeln.“ Es geht um die Verknüpfung von Ehrenamt, Familie und Beruf.</p>



<p>Die Kommunalpolitik ist keine Profession, sondern muss in die persönliche Freizeit integriert werden. Zeit für andere Hobbys bleibt da kaum. Leon Bossen schafft es dennoch ab und an, auf Reisen zu gehen. „Ich war fast in jeder europäischen Hauptstadt zumindest einmal gewesen“, erzählt er. Besonders erwähnenswert sind zwei Interrail-Touren. Mit 18 war er einmal eine Woche von Flensburg nach Lissabon und zurück unterwegs. „Wir haben jede Nacht irgendwo anders übernachtet“, verrät er. 2022 ging es auf Schienen nach Italien: Mailand, Rom, Neapel und Venedig.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/DSC_4180.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85608" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/DSC_4180.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/DSC_4180-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/DSC_4180-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/DSC_4180-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/DSC_4180-696x463.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Alltag zwischen Studium, Rathaus und Akademie Sankelmark</h2>



<p>Der Alltag ist dicht getaktet. Morgens beschäftigt sich Leon Bossen mit Kommunalpolitik oder dem Studium. Von 11 bis 16 Uhr ist er in der Akademie Sankelmark. Seit September 2023 hat er dort einen 20-Stunden-Job. „Robert Habeck hat mir viele Möglichkeiten eröffnet“, erklärt der 24-Jährige. „Nun habe ich aber eine Arbeit mit viel mehr Selbstständigkeit.“ Er kümmert sich im Minderheiten-Kompetenz-Netzwerk (MKN) um ein aktuelles Jahresprojekt, das vom Berliner Innenministerium gefördert wird. Im Dezember wurde die digitale Plattform „Who We Are“ gestartet, wo praktisch jeder eigene Beiträge hochladen und seine eigenen Geschichten erzählen kann.</p>



<p>In der Stadtpolitik drehte sich zuletzt viel um den Haushalt 2026, der zwei Wochen vor Weihnachten trotz eines Defizites von 48 Millionen Euro beschlossen wurde. In der Debatte ging es um Einsparungspotenziale und Streichungen von Projekten – auch für den Fall, dass nicht alle benötigten Kredite genehmigt werden. Im Hauptausschuss wurde vor dem Hintergrund der Stadt­entwicklungsstrategie „Flensburg 2030plus“ über Effekte gesprochen, die sich aus Digitalisierung, Entbürokratisierung und Entlastung von Mitarbeitern ergeben würden. Vieles kam auf den Prüfstein. „Den Nachtbürgermeister habe ich praktisch geboren und begraben“, sagt Leon Bossen. „Das Flensburger Nachtleben und die Nachtkultur sollten wir aber weiterhin politisch behandeln. Gerade bei jungen Menschen ist es wichtig für die Attraktivität einer Stadt, dass nicht schon ab 20 Uhr die Straßenbeleuchtung ausgeht.“</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner<br>Titelfoto: Marcus Dewanger<br>Fotos: Jan Kirschner, privat  </em> </p>
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		<title>Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Dec 2025 23:29:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
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		<category><![CDATA[Broschmann & Finke Theater]]></category>
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<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/michael-wempner-bildhauer-und-schauspieler/">Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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<p>Flensburg hat so einige versteckte Sackgassen in beschaulicher Lage. Wenn man dieses Grundstück in der Westlichen Höhe betritt, benutzt man einen gepflasterten, schmalen Weg, der von üppigem Grün und einer großen Skulptur begleitet wird – bis man an einer weinroten Tür stoppt. Wenn man erwartet wird, leitet der Hausherr den Besuch ins Wohnzimmer. Dort ist ein Aha-Effekt garantiert, insofern die Regenwolken nicht zu tief hängen oder der Nebel alles verhüllt. Denn vor den Fenstern erstreckt sich ein herrliches Panorama des Flensburger Hafens. Michael Wempner, der Schauspieler, der jüngst sein 50-jähriges Bühnenjubiläum feierte, wohnt hier seit fünf Jahren zusammen mit seiner Frau. Für ihn muss es „Wieder“ heißen, denn es ist das Haus seiner Kindheit. Er hat es übernommen, nachdem seine Mutter Irmgard im gesegneten Alter von 93 Jahren verstarb.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9773.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85064" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9773.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9773-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9773-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9773-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9773-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Sie und Vater Fritz waren bekannte Akteure der darstellenden Künste. Da fällt einem sofort ein Sprichwort ein: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Sohn Michael hatte aber zunächst andere Interessen. Besonders Sport und Fußball hatten es ihm angetan. In den 1960er Jahren befand sich die heimatliche Scholle in absoluter Stadtrandlage. Michael Wempner erinnert sich, wie er auf dem Gelände des heutigen Recyclinghofes am Lornsendamm Pfähle als Torpfosten in den Rasen gesteckt und auf der Wiese dann mit seinen Freunden Fußball gespielt hatte. Später wechselte er auf den DGF-Platz. Noch immer kickt er im Verein, und zwar bei den Altherren des TSV Nord. Punktspiele standen in jüngster Zeit aber nicht mehr im Terminplan. „Meine Schauspiel-Kollegen hatten die Sorge, dass ich mir etwas brechen könnte und mit einem Gipsbein ankommen würde“, lacht der Künstler.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" data-id="85074" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Marmorbearbeitung-in-der-Akademie-1989.jpeg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85074" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Marmorbearbeitung-in-der-Akademie-1989.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Marmorbearbeitung-in-der-Akademie-1989-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Marmorbearbeitung-in-der-Akademie-1989-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Marmorbearbeitung-in-der-Akademie-1989-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Marmorbearbeitung-in-der-Akademie-1989-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Marmorbearbeitung-in-der-Akademie-1989-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Marmorbearbeitung-in-der-Akademie-1989-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Wempner bei der Marmorbearbeitung mit dem „Martello“ an der Skulptur „Salzsäule“ (1989)</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="576" data-id="85076" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Marnorbearbeitung-Italien-1990.jpeg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85076" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Marnorbearbeitung-Italien-1990.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Marnorbearbeitung-Italien-1990-300x216.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Marnorbearbeitung-Italien-1990-768x553.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Marnorbearbeitung-Italien-1990-583x420.jpeg 583w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Marnorbearbeitung-Italien-1990-696x501.jpeg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Wempner während eines Bildhauer-Symposiums in Italien (1990)</figcaption></figure>
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<h2 class="wp-block-heading">Drehscheibe „Alter Friedhof“</h2>



<p>Eine andere Anekdote aus der Kindheit. Direkt an der Fußballer-Wiese sollte eine neue Schnellstraße gebaut werden, die 1968 als westliche Ortsumgehung eingeweiht wurde. Die Bevölkerung am Stadtrand war in Aufruhr, da die neue Verkehrsmagistrale den Zugang zur Marienhölzung versperren würde. Irmgard Wempner initiierte eine Unterschriftenliste. „Ich war noch zu klein, aber meine älteren Schwestern waren in der Nachbarschaft unterwegs“, erzählt Michael Wempner. „Das Ergebnis kann man übrigens immer noch sehen: ein kleiner Tunnel unter der Straße.“</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" data-id="85072" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/M.W.-in-Trump-Parodie-.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85072" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/M.W.-in-Trump-Parodie-.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/M.W.-in-Trump-Parodie--300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/M.W.-in-Trump-Parodie--768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/M.W.-in-Trump-Parodie--630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/M.W.-in-Trump-Parodie--696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Wempner bei einer Trump Parodie (2018)</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" data-id="85062" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Die-BroFi-Chefs-Michael-Wempner-u.-Dirk-Magnussen.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85062" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Die-BroFi-Chefs-Michael-Wempner-u.-Dirk-Magnussen.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Die-BroFi-Chefs-Michael-Wempner-u.-Dirk-Magnussen-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Die-BroFi-Chefs-Michael-Wempner-u.-Dirk-Magnussen-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Die-BroFi-Chefs-Michael-Wempner-u.-Dirk-Magnussen-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Die-BroFi-Chefs-Michael-Wempner-u.-Dirk-Magnussen-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Die-BroFi-Chefs-Michael-Wempner-u.-Dirk-Magnussen-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Die-BroFi-Chefs-Michael-Wempner-u.-Dirk-Magnussen-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Immer zu Scherzen aufgelegt. Die BroFi Chefs Michael Wempner und Dirk Magnussen</figcaption></figure>
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<p>Seine Schullaufbahn startete in der Waldschule und drehte sich dann um den Alten Friedhof: zunächst die Auguste-Viktoria-Schule, dann die ehemalige Nikolaischule auf dem Museumsberg und schließlich die Werkkunstschule, die sich damals im Obergeschoss des Museumshauptgebäudes befand. „Das war nicht nur wegen der räumlichen Nähe naheliegend“, erklärt er. „Ich hatte schon auf der Berufsfachschule einen Elektrotechnik-Schwerpunkt, wollte danach etwas Handwerkliches machen und interessierte mich besonders für die Bildhauerei.“ Der prägende Lehrer war Uwe Appold, der bekannte Bildhauer und Maler. Nach drei Jahren war Michael Wempner Holzbildhauer-Geselle. 1985 kürte man ihn zum Landessieger von Schleswig-Holstein.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" data-id="85068" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Flitsch-Gamasche.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85068" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Flitsch-Gamasche.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Flitsch-Gamasche-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Flitsch-Gamasche-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Flitsch-Gamasche-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Flitsch-Gamasche-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Wempner als Flitsch Gamasche in „Der Lebkuchenmann“ (2015)</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" data-id="85069" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Gummi-Gerd-in-der-WaschBar-.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85069" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Gummi-Gerd-in-der-WaschBar-.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Gummi-Gerd-in-der-WaschBar--300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Gummi-Gerd-in-der-WaschBar--768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Gummi-Gerd-in-der-WaschBar--630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Gummi-Gerd-in-der-WaschBar--696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Wempner als Gummi Gerd mit Lena Mahrt in der „WaschBar“ (2016)</figcaption></figure>
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<h2 class="wp-block-heading">Studium in Hamburg und Italien</h2>



<p>Ein direkter Berufseinstieg war schwer, aber er wollte akademische Schritte gehen: Er studierte unter Wolfgang Genoux an der Freien Kunstschule in Hamburg. Der Flensburger war fasziniert. „Dort wurde gar nicht so viel Kunst produziert, sondern hauptsächlich über künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten gesprochen“, erzählt er. Dann packte ihn das künstlerische Fernweh: Italien. Die Akademie in Carrara lag „dort, wo der Marmor herkommt“ – in der Toskana. Neben der Marmor-Bearbeitung beschäftigte sich der Student auch mit Bronzeguss und Malerei. Dazu viel Kunstgeschichte – alles auf Italienisch. „Das ging ganz gut“, lächelt Michael Wempner. „Die Inhalte hatte ich schon in der Werkkunstschule gelernt.“</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-5 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" data-id="85067" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/ewigjung2013a.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85067" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/ewigjung2013a.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/ewigjung2013a-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/ewigjung2013a-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/ewigjung2013a-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/ewigjung2013a-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wempner und Marita Dorsch-Persch im Song Drama „Ewig jung“ (2013)</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" data-id="85073" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-als-Zaubermeister-mit-Thore-Luethje.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85073" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-als-Zaubermeister-mit-Thore-Luethje.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-als-Zaubermeister-mit-Thore-Luethje-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-als-Zaubermeister-mit-Thore-Luethje-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-als-Zaubermeister-mit-Thore-Luethje-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-als-Zaubermeister-mit-Thore-Luethje-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Wempner als Meister mit dem „Zauberlehrling“ Joel Willerding</figcaption></figure>
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<p>Beim Italien-Aufenthalt mit dabei war Freundin Frauke, eine Krankenschwester aus Flensburg, die später seine Frau werden sollte. Das junge Paar lebte in einem kleinen Bergdorf in einer alten Wassermühle. Ganz in der Nähe befand sich ein Bach, der sich bei Niederschlägen zu einem reißenden Fluss ausweiten konnte. Land und Leute faszinierten ebenso wie Florenz und Rom mit ihren spannenden Kunstschätzen. Am produktivsten waren die Stippvisiten bei einigen Bronzeguss-Stätten. Das wichtigste Ergebnis steht im eigenen Vorgarten: „Die Schwangere“ war 1990 die Abschlussarbeit in Italien.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-6 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" data-id="85071" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Kuenstlertreffen-M.W.Kim-Schmidt-Dirk-Magnussen.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85071" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Kuenstlertreffen-M.W.Kim-Schmidt-Dirk-Magnussen.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Kuenstlertreffen-M.W.Kim-Schmidt-Dirk-Magnussen-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Kuenstlertreffen-M.W.Kim-Schmidt-Dirk-Magnussen-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Kuenstlertreffen-M.W.Kim-Schmidt-Dirk-Magnussen-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Kuenstlertreffen-M.W.Kim-Schmidt-Dirk-Magnussen-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Kuenstlertreffen-M.W.Kim-Schmidt-Dirk-Magnussen-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Kuenstlertreffen-M.W.Kim-Schmidt-Dirk-Magnussen-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Künstlertreffen beim Neujahrsempfang in Harrislee.<br>Michael Wempner, Kim Schmidt, Dirk Magnussen</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="772" data-id="85077" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Thore-Petersen-und-Carola-v.-Sturmfeder-im-Jubilaeumsstueck-_Champagner-to´n-Froehstueck.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85077" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Thore-Petersen-und-Carola-v.-Sturmfeder-im-Jubilaeumsstueck-_Champagner-to´n-Froehstueck.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Thore-Petersen-und-Carola-v.-Sturmfeder-im-Jubilaeumsstueck-_Champagner-to´n-Froehstueck-300x290.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Thore-Petersen-und-Carola-v.-Sturmfeder-im-Jubilaeumsstueck-_Champagner-to´n-Froehstueck-768x741.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Thore-Petersen-und-Carola-v.-Sturmfeder-im-Jubilaeumsstueck-_Champagner-to´n-Froehstueck-435x420.jpg 435w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-Thore-Petersen-und-Carola-v.-Sturmfeder-im-Jubilaeumsstueck-_Champagner-to´n-Froehstueck-696x672.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Wempner, Thore Petersen und Carola v. Sturmfeder im<br>Jubiläumsstück „Champagner to´n Fröhstück“</figcaption></figure>
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<h2 class="wp-block-heading">Familiengründung und Kunst in Flensburg</h2>



<p>Ein Jahr zuvor kam Raphael, der erste Sohn, zur Welt. Die junge Familie orientierte sich zurück nach Flensburg – und wurde kontinuierlich größer: Isabel (1991), Lia Lorena (1996) und Dario (2000) wohnten bald auch hinter einer Haustür im Stadtteil Jürgensby. Ein Wohngebäude und eine Werkstatt unter einem Dach – das wurde zur Kombination für drei Dekaden. Die Aufträge für den Bildhauer kamen zumeist aus der Region. Ein norwegischer Indus­trieller lud Michael Wempner nach Oslo ein und beauftragte ihn schließlich, einige Skulpturen zu schaffen. Der Flensburger Künstler stellte in Galerien aus und verkaufte viele Werke. Eine müde, schwere Taube, die den Krieg auf dem Balkan symbolisierte und stellvertretend alle Kriege meint, steht noch heute im eigenen Treppenhaus.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-7 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" data-id="85083" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/BroFi-Show-Michael-Wempner-Dirk-Magnussen-Holger-Obbelode.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85083" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/BroFi-Show-Michael-Wempner-Dirk-Magnussen-Holger-Obbelode.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/BroFi-Show-Michael-Wempner-Dirk-Magnussen-Holger-Obbelode-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/BroFi-Show-Michael-Wempner-Dirk-Magnussen-Holger-Obbelode-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/BroFi-Show-Michael-Wempner-Dirk-Magnussen-Holger-Obbelode-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/BroFi-Show-Michael-Wempner-Dirk-Magnussen-Holger-Obbelode-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Wempner (links) und Holger Obbelode (rechts)<br>mit dem orientalischen Schattenspieler Dirk Magnussen (2020)</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" data-id="85086" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/brofi2019b.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85086" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/brofi2019b.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/brofi2019b-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/brofi2019b-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/brofi2019b-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/brofi2019b-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die BroFis beim Sketsch im Seniorenheim „Zum wackeren Knochen“ (2019)</figcaption></figure>
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<p>Michael Wempner fertigte auch plastische Objekte für die Niederdeutsche Bühne in Flensburg und das Ohnsorg-Theater in Hamburg. Die darstellende Kunst hatte während seines Studiums pausiert, hat aber noch tiefere Wurzeln als die Bildhauerei. Das Schauspiel lag ja quasi mit in der Wiege. Den ersten Impuls setzte die Mutter, als ihr Sohn 13 Jahre alt war. Er erhielt eine Rolle in der plattdeutschen Version von „Das tapfere Schneiderlein“. Im nächsten Stück war Michael Wempner der Tommi in „Pippi Langstrumpf“. Er war schnell ein Teil des Ensembles, stieg ins Abendtheater ein und schaute Theatergrößen wie Renate Delfs, Willy Bartelsen, Jens Exler, Dieter Pencik oder Günter Holz auf die Finger. Natürlich stand er auch mit seinen Eltern Irmgard und Fritz gemeinsam auf der Bühne.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-8 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" data-id="85084" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/BroFi-Holger-Obbelode-Dirk-Magnussen-Michael-Wempner.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85084" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/BroFi-Holger-Obbelode-Dirk-Magnussen-Michael-Wempner.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/BroFi-Holger-Obbelode-Dirk-Magnussen-Michael-Wempner-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/BroFi-Holger-Obbelode-Dirk-Magnussen-Michael-Wempner-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/BroFi-Holger-Obbelode-Dirk-Magnussen-Michael-Wempner-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/BroFi-Holger-Obbelode-Dirk-Magnussen-Michael-Wempner-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das BroFi Comedy-Trio Holger Obbelode, Dirk Magnussen, Michael Wempner</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" data-id="85085" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/brofi2019.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85085" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/brofi2019.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/brofi2019-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/brofi2019-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/brofi2019-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/brofi2019-696x463.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wempner mit Magnussen bei einer Simon and Garfunkel Parodie (2014)</figcaption></figure>
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<h2 class="wp-block-heading">Das Comeback als Schauspieler</h2>



<p>Gleich nach der Rückkehr aus Italien feierte Michael Wempner sein Theater-Comeback nach fünfjähriger Pause – als „Herr Funk“ im Stück „Rund um Kap Horn“, das sein Vater geschrieben hatte. Es war bis auf eine Panne ein reibungsloser Wiedereinstieg. „Ich ging durch einen Türrahmen und mir fiel plötzlich das Acrylglas der Eingangstür in den Arm“, erinnert sich der Schauspieler, der sich in verschiedensten Genres wohlfühlte. Kurz nach dem Tod des Vaters spielte er mit seiner Mutter gemeinsam den Familiendramen-Klassiker „Gespenster“ – als Sohn. Proben und Auftritte forderten viel Zeit ein: Das Schauspiel verdrängte die Bildhauerei immer mehr, bis sie ab der Jahrtausendwende von untergeordneter Bedeutung war.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-9 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="644" data-id="85087" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Butter-bei-die-Fische-M.W.-mit-Ensemble-2024.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85087" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Butter-bei-die-Fische-M.W.-mit-Ensemble-2024.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Butter-bei-die-Fische-M.W.-mit-Ensemble-2024-300x242.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Butter-bei-die-Fische-M.W.-mit-Ensemble-2024-768x618.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Butter-bei-die-Fische-M.W.-mit-Ensemble-2024-522x420.jpg 522w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Butter-bei-die-Fische-M.W.-mit-Ensemble-2024-696x560.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Wempner mit dem Ensemble von „Butter bei die Fische“ (2025)</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" data-id="85070" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/in-Hamburg-auf-dem-Kiez-768x1024.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85070" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/in-Hamburg-auf-dem-Kiez-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/in-Hamburg-auf-dem-Kiez-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/in-Hamburg-auf-dem-Kiez-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/in-Hamburg-auf-dem-Kiez-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/in-Hamburg-auf-dem-Kiez.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Wempner mit Frau Frauke auf dem Kiez in Hamburg</figcaption></figure>
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<p>Zu diesem Zeitpunkt betrat Michael Wempner abermals künstlerisches Neuland – mit seinem Erstling als Autor. „Alles Banane“ war ein quietschfideles Kinderstück, das beim jungen Publikum sehr gut ankam. Der Zuspruch verstärkte beim Urheber den Spaß am Geschichtenerzählen. Es folgten fünf weitere Werke für Kinder – bis hin zum „Zauberlehrling“ im Jahr 2009. Der schönste Beifall traf oft auf Umwegen ein. Einmal wandte sich ein kleiner Kinderheim-Bewohner nach einer Aufführung an seine Betreuerin: „Das war der schönste Tag in meinem Leben!“ Und nach einer Vorstellung im Orpheus-Theater landete Michael Wempner zusammen mit dem Schauspiel-Kollegen Dirk Magnussen einmal im Porticus, als drei junge Damen mit einem breiten Lächeln verrieten: „Ihr seid die Helden unserer Kindheit.“</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-10 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" data-id="85081" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Wandern-im-Harz-768x1024.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85081" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Wandern-im-Harz-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Wandern-im-Harz-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Wandern-im-Harz-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Wandern-im-Harz-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Wandern-im-Harz.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wempner beim Wandern im Harz</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" data-id="85080" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Urlaub-in-Spanien.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85080" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Urlaub-in-Spanien.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Urlaub-in-Spanien-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Urlaub-in-Spanien-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Urlaub-in-Spanien-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Urlaub-in-Spanien-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Urlaub-in-Spanien-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Urlaub-in-Spanien-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ausspannen vom Theaterstress beim Urlaub mit Ehefrau Frauke in Spanien</figcaption></figure>
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<h2 class="wp-block-heading">Broschmann &amp; Finke Theater Company</h2>



<p>Mit Dirk Magnussen hatte Michael Wempner 1996 ein eigenes Projekt gestartet, das in Kürze die „30“ vollmacht. „Frau Broschmann“ und „Frau Finke“ plauderten nicht Platt, sie waren die Protagonistinnen einer Comedy auf Hochdeutsch. Legendärer Hausfrauen-Tratsch, Pantomime und Varieté-Nummern prägten die zweite Show „Wo wir sind, ist vorne“, die bei den Norddeutschen Comedy-Tagen Lachsalven im Deutschen Haus auslösten. Fast anderthalb Dekaden lief das Programm unter der Schirmherrschaft der Niederdeutschen Bühne, ehe es 2010 zur Zäsur kam. „Wir wollten in eine andere Richtung, wir setzten auf Hochdeutsch und Musical“, erklärt Michael Wempner.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-11 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="732" height="1024" data-id="85079" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Schild--732x1024.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85079" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Schild--732x1024.jpg 732w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Schild--214x300.jpg 214w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Schild--768x1074.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Schild--300x420.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Schild--696x974.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Schild-.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 732px) 100vw, 732px" /><figcaption class="wp-element-caption">Immer für einen Scherz zu haben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" data-id="85063" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9757.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85063" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9757.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9757-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9757-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9757-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9757-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Wempner in seinem Büro, scherzhaft „Kommandozentrale“ genannt</figcaption></figure>
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<p>Zur neuen Heimat der „Broschmann &amp; Finke Theater Company“ avancierte das Bürgerhaus in Harrislee, wo eine Tournee-Theater-Bühne genutzt werden kann. Zum Klassiker entwickelte sich die Silvester-Aufführung in der Flensburger Waldorfschule vor 500 Leuten.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/mit-Hund-Malu.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85078" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/mit-Hund-Malu.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/mit-Hund-Malu-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/mit-Hund-Malu-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/mit-Hund-Malu-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/mit-Hund-Malu-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/mit-Hund-Malu-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/mit-Hund-Malu-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Wempner mit Hund Malu</figcaption></figure></div>


<p>Die durchweg humorvollen Inszenierungen füllen zur Weihnachtszeit mehrmals das C.ulturgut in Weiche und immer mal wieder andere Locations zwischen Schlei und Nordsee. „Direkt vor einem Publikum zu spielen – das hat eine ganz eigene Atmosphäre“, betont Michael Wempner. Seine Frau Frauke unterstützt ihn nicht nur privat, sondern auch beim BroFi-Theater, und zwar bei der Ausstattung und den Kostümen.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" data-id="85066" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9800.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85066" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9800.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9800-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9800-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9800-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/DSC_9800-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Wempner mit der Skulptur „Friedenstaube“</figcaption></figure>
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<h2 class="wp-block-heading">„Ewig jung“, „Profi-Show“ und „Rock my Soul”</h2>



<p>Mit dem „Männerhort“ (2010) begann ein bunter Reigen schräger Stücke. Das skurrile Songdrama „Ewig jung“ (2013) blieb stets frisch und erhielt 2023 mit „Dritter Frühling“ eine Fortsetzung in Zusammenarbeit mit Co-Autor Arne Christophersen. Zu einem Sketch-Evergreen mauserte sich die „Brofi-Show“, in der Holger Obbelode neben Dirk Magnussen und Michael Wempner als dritter Vollblut-Comedian in Erscheinung trat. Beim Musical „Waschbar“ (2017) ging es um Liebe, Leid und Lust. Ein emotionales Dreiergestirn, das ein großes Darsteller-Ensemble involvierte. Ähnlich das nächste Musical: „Rock my Soul“ (2019) ließ die größten Hits der „Les Humphries Singers“ aufleben – dank einer Kooperation mit dem Musikrechte-Verlag. Zur 25. Aufführung tauchten plötzlich sogar zwei Original-Singers auf der Bühne auf. Plattdeutsch blieb eine heimliche Liebe. 2014 schrieb und inszenierte Michael Wempner die Komödie „Tiet to leven“. Die Geschichte um den Empfänger eines transplantierten Herzens, der sich in die Familie seines Spenders einschleicht, begeisterte eine Fachjury. Sie verlieh dem Autor für Aufbau, Wortwahl und Dramaturgie den Konrad-Hansen-Preis. Das Stück wurde inzwischen Bestandteil zweier Germanistik-Bachelor-Arbeiten. Michael Wempner selbst mischt sich gerne mal unter die Zuschauer, um über den berühmten Tellerrand zu blicken und sich inspirieren zu lassen – sei es in der „Heißen Ecke“ in Hamburg, beim „Hamilton“ im Operettenhaus oder in einem Bremer Variety-Theater.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="638" height="1024" data-id="85075" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-mit-dem-juengsten-Enkel-Jove-Bo-638x1024.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85075" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-mit-dem-juengsten-Enkel-Jove-Bo-638x1024.jpg 638w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-mit-dem-juengsten-Enkel-Jove-Bo-187x300.jpg 187w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-mit-dem-juengsten-Enkel-Jove-Bo-768x1233.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-mit-dem-juengsten-Enkel-Jove-Bo-262x420.jpg 262w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-mit-dem-juengsten-Enkel-Jove-Bo-696x1117.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Michael-Wempner-mit-dem-juengsten-Enkel-Jove-Bo.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 638px) 100vw, 638px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Wempner mit dem jüngsten Enkelkind Jove Bo</figcaption></figure>
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<h2 class="wp-block-heading">Sommerpause und Saison</h2>



<p>In der Saison ist oft wenig Zeit, aber es gibt ja die Sommerpause. In der letzten war der Künstler mit der ganzen Familie im Urlaub. Es bewegte sich ein 15-köpfiger Clan, darunter fünf Enkel, nach Dänemark. Ab Spätsommer häuften sich wieder Proben, Marketing und Terminierungen. In den letzten 50 Jahren bringt es Michael Wempner auf weit über 4000 Aufführungen.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="709" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Weihnachten-mit-der-ganzen-Familie.jpg" alt="Michael Wempner – Bildhauer und Schauspieler" class="wp-image-85082" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Weihnachten-mit-der-ganzen-Familie.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Weihnachten-mit-der-ganzen-Familie-300x266.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Weihnachten-mit-der-ganzen-Familie-768x681.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Weihnachten-mit-der-ganzen-Familie-474x420.jpg 474w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/11/Weihnachten-mit-der-ganzen-Familie-696x617.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Weihnachten mit der ganzen Familie</figcaption></figure></div>


<p>Seit Oktober spielt er in der plattdeutschen Komödie „Champagner to´n Fröhstück“ den Fabrikanten Valentin Müller, der aus dem Seniorenheim flüchtet und bei der Wohnungssuche eine Verbündete trifft. An Heiligabend hat Michael Wempner einen Sondertermin in einem Harrisleer Seniorenheim. „Meine Frau hat im Krankenhaus Dienst, dann habe ich Zeit, Gedichte und Geschichten vorzutragen“, sagt er mit einem Schmunzeln. Neue Projekte hat der Multi-Autor im Kopf, in der Schublade und in Vorbereitung. Unter dem Arbeitstitel „Das letzte Lachen“ entsteht ein Buch, das autobiografisch den Bogen zu seinem Vater Fritz schlägt. Dieser war im Zweiten Weltkrieg ein Soldat, der nicht an der Front kämpfte, sondern auf Unterhaltungsabenden seine Kameraden belustigen sollte. Viele lachten das letzte Mal, ehe sie zum Opfer des Krieges wurden. Erzählungen und Mitschriften dienen Michael Wempner als Grundlage für das Manuskript. Parallel schreitet das Musical „Stop and Go“ voran. Zwölf Songs sind zusammen mit dem Komponisten Benito Battiston zu arrangieren. Michael Wempner macht sich bereits Gedanken über die passenden Darsteller und regelt organisatorische Dinge. „Ob wir im Sommer oder zum Herbst fertigwerden, werden wir sehen“, sagt er. „Wir haben keinen Zeitdruck, und wir müssen viel unter einen Hut bringen.“ Im Arbeitszimmer laufen bisweilen aber schon erste Kostproben – von Gospel bis rockig.</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner<br>Fotos: Jan Kirschner, privat&nbsp;&nbsp;</em></p>
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		<title>Hanspeter Schwartz – Pressesprecher der Bundespolizei und Blaulichttag-Organisator</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Nov 2025 16:02:00 +0000</pubDate>
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<p>Das Telekom-Gebäude formt sich auf einem Eckgrundstück an der Eckernförder Landstraße wie ein Krake. Im nordwestlichen Arm sitzt die Bundespolizei. Unter einem gemeinsamen Dach finden sich Leitstelle, Büros und mehrere Besprechungsräume. In dem mit der Nummer zwei trifft sich jeden Morgen eine Runde mehrerer Einsatzleiter. Mittendrin Hanspeter Schwartz, der Pressesprecher der hiesigen Bundespolizeiinspektion. Im Austausch mit den anderen Beamten filtert er, was für die Medien von Interesse sein kann – und was mitgeteilt werden muss, um den Anforderungen des Landespressegesetzes gerecht zu werden. Der 59-Jährige bekleidet dieses Amt seit über einem Vierteljahrhundert. Seit rund 40 Jahren ist er Polizeibeamter. Die breite Öffentlichkeit bringt ihn vor allem mit dem Blaulichttag in Verbindung. Eine Großveranstaltung, die im Juli rund 25.000 Menschen an den Flensburger Hafen lockte. Mittendrin auch da Hanspeter Schwartz. Als Organisator ist er ein vertrauter „Flensburger Kopf“ – und laut Personalausweis sogar ein gebürtiger Flensburger. Was das offizielle Dokument allerdings nicht verrät: Er wuchs in Nordfriesland auf. Seine Mutter und der jüngere Bruder leben noch immer in Leck.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/170630-Blacky-Interview-FH-HH.jpg" alt="Hanspeter Schwartz – Pressesprecher der Bundespolizei und Blaulichttag-Organisator" class="wp-image-84708" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/170630-Blacky-Interview-FH-HH.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/170630-Blacky-Interview-FH-HH-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/170630-Blacky-Interview-FH-HH-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/170630-Blacky-Interview-FH-HH-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/170630-Blacky-Interview-FH-HH-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Im Interview; Foto: (c) by Stolze</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Anfänge beim Bundesgrenzschutz</h2>



<p>Nach der Realschule bewarb sich Hanspeter Schwartz erfolgreich beim Bundesgrenzschutz – so hieß die Bundespolizei damals. Den Polizeidienst hatte der Teenager als attraktiv empfunden. Sicherlich spielte bei der Berufsentscheidung auch der Vater eine Rolle. Dieser war Verwaltungsbeamter im Amt Karrharde und wünschte auch seinem Nachwuchs eine unkündbare Stelle und ein sicheres Gehalt. Hanspeter Schwartz selbst machte sich mit gemischten Gefühlen auf den Weg zur Grundausbildung in Lübeck und saß satte dreieinhalb Stunden im Zug. „Ich war damals das erste Mal weg von Mutters Rockzipfel und außerhalb der vertrauten Umgebung“, erinnert er sich heute. Er musste sich eine Stube teilen mit vier anderen jungen Männern, die allesamt unbekannte Gesichter waren und erst allmählich vertrauter wurden. „Privatsphäre war gleich null“, erzählt er. „Großgeschrieben war hingegen die Ordnung. So war für den Schrank genau festgelegt, was wie aufzubewahren war. Ein Hemd beispielsweise musste auf Zeitungsgröße gefaltet werden.“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="534" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/orden.jpg" alt="Hanspeter Schwartz – Pressesprecher der Bundespolizei und Blaulichttag-Organisator" class="wp-image-84705" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/orden.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/orden-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/orden-768x513.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/orden-629x420.jpg 629w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/orden-696x465.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Anerkennung für außerordentliche Leistungen</figcaption></figure></div>


<p>Rechtskunde, Schießen und Marschieren im Verbund gehörten zu den Unterrichtsinhalten – und viel Sport. Es kam schon mal vor, dass das Mittagessen kurz vor dem 5000-Meter-Lauf angesetzt wurde, was dem Magen nicht immer passte und manch jungem Mann die Leidenschaft am Laufen verdarb. Nach einem Jahr ging Hanspeter Schwartz nach Ratzeburg. Zu den Aufgaben seiner ersten Einsatzstelle gehörten Demonstrationen und Fußballspiele, aber auch Patrouillen direkt an der damaligen Zonengrenze. Auge in Auge mit den DDR-Grenzpolizisten. Einmal ratterte ein russisches Hubschrauber-Modell über dem äußersten Zipfel der DDR – wohl mit Raketen an Bord. Eine Szene, die eine mulmiges Gefühl auslöste, denn zu heiß war in den 80er Jahren der Kalte Krieg.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ratzeburg, Bredstedt und dann Flensburg</h2>



<p>Das letzte halbe Jahr der Grundausbildung war Hanspeter Schwartz in Bred­stedt. Das nordfriesische „Heimspiel“ diente der Prüfungsvorbereitung. Im Februar 1986 war er Polizeihauptwachtmeister und kehrte nach Ratzeburg zurück. Eine regelmäßige Fortbildung paarte sich mit Einsätzen. Bei Demos auf dem Hamburger Jungfernstieg wurden die Geschäfte gesichert, während im Rücken ein Wasserwerfer vorbereitet wurde, der sich dann durch die sich öffnende Polizisten-Kette schob und seine 9000 Liter Flüssigkeit auf gewaltbereite Personen feuerte. Das Nordlicht war auch in Bayern im Einsatz, und zwar bei den massiven Protesten, die die Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf begleiteten. Großangelegte Terroristen-Fahndungen standen ebenfalls im Wochenplan. Häufiger musste auch am Wochenende Dienst geleistet werden – manchmal auch ganz unvorbereitet. Hanspeter Schwartz erinnert sich: „Da ging auch am Freitagnachmittag mal das Tor zu. Dann hieß es: Wir haben eine andere Lage!“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="503" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/hubschrauber.jpg" alt="Hanspeter Schwartz – Pressesprecher der Bundespolizei und Blaulichttag-Organisator" class="wp-image-84704" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/hubschrauber.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/hubschrauber-300x189.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/hubschrauber-768x483.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/hubschrauber-668x420.jpg 668w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/hubschrauber-696x438.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bei einer Übung mit Helikoptern der Bundespolizei</figcaption></figure></div>


<p>Nach zwei Jahren entdeckte der Polizeihauptwachtmeister eine Stellenausschreibung. Das Profil für einen internen Fahrdienst der Polizei versprach eine Dienstzeit von Montag bis Freitag – das war besser planbar. Noch besser: Der Einsatzort war Bredstedt. Und am besten: Hanspeter Schwartz wurde genommen. Mit einem Lächeln im Gesicht betont er: „Ich hatte viel Glück an der richtigen Stelle gewesen zu sein.“ Das galt auch für eine weitere Stellenausschreibung: Der Amtsleiter des Bundesgrenzschutzes in Flensburg suchte einen Adjutanten. So kam er 1992 in seine Geburtsstadt. Der Dienstsitz befand sich damals noch in der Schleswiger Straße.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Private Veränderungen</h2>



<p>Hanspeter Schwartz wohnte mit seiner Freundin Bettina zunächst in Weding. 1994 sicherte sich das junge Paar eine Baulücke in Schafflund. 1995 zogen beide in die Geestgemeinde und heirateten im Jahr darauf. Zwei Töchter – Jule und Rieke – kamen bald zur Welt. Lange Zeit gehörte auch ein Hund zur Familie. Beruflich kam es kurz vor der Jahrtausendwende zu einer Veränderung. Klaus-Peter Heldt, der Leiter der Presseabteilung, lief Hanspeter Schwartz häufiger über den Weg. Man kam ins Gespräch – und auf den Geschmack. Er ging 1999 als Stellvertreter in die Presseabteilung und trat die Nachfolge an, als sich sein Vorgänger in den Ruhestand verabschiedete.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="557" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/youmm4.jpg" alt="Hanspeter Schwartz – Pressesprecher der Bundespolizei und Blaulichttag-Organisator" class="wp-image-84707" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/youmm4.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/youmm4-300x209.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/youmm4-768x535.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/youmm4-603x420.jpg 603w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/youmm4-696x485.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/youmm4-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Teilnehmer beim YOU!MM Marathon in Flensburg</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Aufgaben der Presseabteilung</h2>



<p>Während ein Kollege Kiel, Lübeck und die östlichen Kreise betreut, hat Hanspeter Schwartz die Einsätze im westlichen Schleswig-Holstein im Blick – von Flensburg bis Hamburg. Zu seinem Gebiet gehören die 69 Kilometer lange Grenze mit Dänemark, insgesamt 750 Kilometer Bahnstrecke und die Küstenbereiche zweier viel befahrener Meere. Da passiert natürlich jeden Tag etwas. Der Pressesprecher hat 70 Journalisten in seinem Verteiler. Als „Sprachrohr des Dienststellenleiters“ fragt er in den Runden mit den Einsatzleitern viel nach, schreibt eine Menge auf und überlegt, was in die Öffentlichkeit soll. „Ich muss alles wissen“, erklärt er. „Ich kann aber nicht alles herausgeben und darf vor allem nichts Falsches schreiben.“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/g7-ederkanzel.jpg" alt="Hanspeter Schwartz – Pressesprecher der Bundespolizei und Blaulichttag-Organisator" class="wp-image-84702" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/g7-ederkanzel.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/g7-ederkanzel-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/g7-ederkanzel-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/g7-ederkanzel-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/g7-ederkanzel-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/g7-ederkanzel-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/g7-ederkanzel-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ederkanzel beim G7-Gipfel, 2022</figcaption></figure></div>


<p>Vieles läuft telefonisch und digital. Oft ist Hanspeter Schwartz aber auch an den Einsatzstellen anzutreffen. Für einen Unfall am Bahngleis in Tornesch sind es zwei Stunden mit dem Auto. Manchmal bietet sich der Luftweg an. „Wenn der Einsatzleiter einen Hubschrauber bestellt, bin ich der erste, der sich meldet und mitfliegt“, verrät Hanspeter Schwartz. Er steht dann für Interviews bereit und bespricht mit den Journalisten, wann sie ihre Aufnahmen machen können. „Wenn ich den Medien-Teams sage, dass sie ihre O-Töne und Fotos bekommen, dann bekommen sie diese auch“, erklärt der Pressesprecher der Bundespolizei. „Den richtigen Zeitpunkt muss ich aber abstimmen und festlegen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Besondere Einsätze der Pressearbeit</h2>



<p>Wenn keine Fotografen vor Ort sind, dann verschickt Hanspeter Schwartz selbst Bilder-Dateien. Ein extremes Beispiel datiert von Januar 2014. Es stürmte kräftig. Auf dem Autozug nach Sylt befand sich ein mit Styropor beladener Lastwagen. Dieses Leichtgewicht war auf dem Waggon nicht ausreichend befestigt und wurde ins Wattenmeer gepustet. Der Fahrer starb, der Verkehr mit der Insel war mehrere Stunden unterbrochen. „Sylt hat einen besonderen Stellenwert“, weiß der Pressesprecher. „Wenn die Lieblingsinsel vieler Deutscher von der Außenwelt abgeschnitten ist, interessieren sich dafür auch Medien in München.“ Natürlich ist dann auch Bildmaterial gefragt. Doch bei diesem rauen Wetter konnte kein Fotograf zur Unglücksstelle ins Wattenmeer. Hanspeter Schwartz hingegen kletterte in den Polizei-Hubschrauber und machte die Aufnahmen aus der Luft. Das Fotografieren gehört übrigens zu seinen Hobbys. Seit einigen Jahren ist er Mitglied in der Schafflunder Foto-Gruppe. „Dort erhält man immer mal wieder Tipps, wie man die Blende hätte einsetzen sollen, um ein noch besseres Ergebnis zu erhalten“, erzählt der 59-Jährige.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="738" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/hede-skagen.jpg" alt="Hanspeter Schwartz – Pressesprecher der Bundespolizei und Blaulichttag-Organisator" class="wp-image-84703" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/hede-skagen.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/hede-skagen-300x277.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/hede-skagen-768x708.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/hede-skagen-455x420.jpg 455w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/hede-skagen-696x642.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Urlaub da, wo Nord- und Ostsee sich treffen: Skagen</figcaption></figure></div>


<p>Beruflich steht er häufig vor der Kamera. Das sicherlich kurioseste Foto entstand beim Empfang des „Metal-Trains“ zum Wacken-Festival. Ein Agenturbild ging viral durch die Republik: Hanspeter Schwartz vor einem Einsatzfahrzeug – mit einer aufblasbaren Gummi-Gitarre in den Händen. Er ist schon mal für einen Spaß zu haben und blickt auch gerne über den Tellerrand. Er war schon zu großen Politiker-Treffen im Schloss Elmau oder in Hamburg und gab dann als Polizeibeamter Interviews vor einer Alpenkulisse oder in einem Hauptbahnhof. „Häufiger werden bundesweit einige Pressesprecher für mehrtägige Einsätze gesucht“, erklärt Hanspeter Schwartz. „Ich arbeite gerne in einem mobilen Team.“ Auch als Dozent an der Landesfeuerwehrschule Harrislee ist er tätig und schult Feuerwehrleute für die richtige Pressearbeit.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/20250510_Blaulichttag_020.jpg" alt="Hanspeter Schwartz – Pressesprecher der Bundespolizei und Blaulichttag-Organisator" class="wp-image-84710" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/20250510_Blaulichttag_020.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/20250510_Blaulichttag_020-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/20250510_Blaulichttag_020-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/20250510_Blaulichttag_020-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/20250510_Blaulichttag_020-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Flensburger Blaulichttag 2025</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der Blaulichttag</h2>



<p>Zu seinem Bereich gehört auch die Öffentlichkeitsarbeit. Darunter fällt der Blaulichttag. Kleinere Auflagen gibt es an anderen Dienststellen in Schleswig-Holstein, am größten fällt er in Flensburg aus. 2012 hatte Hanspeter Schwartz diese Veranstaltung ins Leben gerufen, um „zu zeigen, was wir können und was wir machen“. Ein weiteres Anliegen war die Nachwuchswerbung. Als Location war zunächst der Carlisle Park am Bahnhof angedacht. Dann schlug ein Bekannter von der Berufsfeuerwehr vor: „Lass uns doch etwas zusammen machen!“ Die Premiere fand auf der Exe statt. Beim zweiten Mal wechselte der Blaulichttag an den Hafen. Der Vorteil: Es konnten auch Schiffe anlegen, sodass auch Einsatzlagen auf der See berücksichtigt werden konnten. Im Sommer war es die fünfte Auflage. 31 Hilfs- und Rettungsorganisationen – auch aus Dänemark – wirkten mit. Das Interesse war riesig. Hanspeter Schwartz erntete viel Lob und Anerkennung – bis hin zu einem Dankesorden vom Malteser Hilfsdienst.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/20250510_Blaulichttag_001.jpg" alt="Hanspeter Schwartz – Pressesprecher der Bundespolizei und Blaulichttag-Organisator" class="wp-image-84709" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/20250510_Blaulichttag_001.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/20250510_Blaulichttag_001-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/20250510_Blaulichttag_001-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/20250510_Blaulichttag_001-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/20250510_Blaulichttag_001-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Teilnehmerbesprechung beim Flensburger Blaulichttag</figcaption></figure></div>


<p>Zufrieden bilanziert er: „Es ist mein Baby geworden, aber es steckt auch viel Arbeit dahinter.“ Telefonate und E-Mails lassen sich gar nicht zählen. Dazu ergeben sich plötzlich besondere Aufgabenstellungen. Dieses Mal war es die unterbrochene Kaikante. Die Frage: Wie lässt sich trotz Absperrgitter eine lückenlose Veranstaltungsfläche schaffen? Die Lösung war eine Sondergenehmigung, die Schiffbrücke für den Straßenverkehr zu sperren, um so zwischen den Aktionsbereichen an der Hafenspitze und den Fahrzeugwerken ein 900 Meter langes Band mit Vorführungen und Ständen zu schaffen. Und wann kommt der nächste Blaulichttag? „Wenn ich ihn noch einmal organisieren soll, muss er 2027 stattfinden“, sagt Hanspeter Schwartz. „Denn in zweieinhalb Jahren gehe ich in den Ruhestand.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="586" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/surfen2.jpg" alt="Hanspeter Schwartz – Pressesprecher der Bundespolizei und Blaulichttag-Organisator" class="wp-image-84706" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/surfen2.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/surfen2-300x220.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/surfen2-768x563.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/surfen2-573x420.jpg 573w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/surfen2-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/surfen2-696x510.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Lieblingshobby: Ederkanzel beim G7-Gipfel, 2022 Windsurfen</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Campen, Joggen und Handball</h2>



<p>Dann werden sicherlich seine Hobbys einen größeren zeitlichen Raum einnehmen. Neben dem Fotografieren ist da vor allem das Campen zu nennen. Häufiger lenkt der Schafflunder das Wohnmobil für einen Kurztrip nach Kollund, Fünen oder Röm. Dann ist er mit dem „Wohnzimmer“ zum Abschalten direkt am Wasser. Früher war er oft zum Surfen am Ringköbingfjord. Er joggt gerne. Der Halbmarathon in Flensburg, Handewitt oder Kiel muss es aber nicht mehr sein. Eine andere sportliche Leidenschaft: die Handballer der SG Flensburg-Handewitt. Tochter Rieke kommt mit zu den Heimspielen. „Diese Stimmung kann man nicht am Fernseher erleben“, erzählt Hanspeter Schwartz. „Man muss hautnah dabei sein, wie die Zuschauer in der Halle mehr stehen denn sitzen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/familie-768x1024.jpg" alt="Hanspeter Schwartz – Pressesprecher der Bundespolizei und Blaulichttag-Organisator" class="wp-image-84701" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/familie-768x1023.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/familie-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/familie-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/familie-696x927.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/10/familie.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit der Familie</figcaption></figure></div>


<p>Ehefrau Bettina wird es sicherlich am meisten freuen, wenn mit dem Ruhestand die beruflichen Pflichten der Vergangenheit angehören werden. „Man muss immer sprechfähig sein“, erklärt der Bundespolizist. „Auch abends oder am Wochenende können Anrufe von den Journalisten kommen, da immer etwas passieren kann.“ Hanspeter Schwartz hat das Dienst-Handy immer dabei. „Wenn es klingelt, bin ich gedanklich sofort beim Einsatz“, verrät er. „So einen Job kann man nur mit Herzblut machen und wenn man den Rückhalt in der Familie hat.“ Der Reiz seines Amtes liegt auch in der Vielfalt. Kein Tag ist wie der andere. Aktuell hat er das Intranet und ein Rundschreiben auf der To-Do-Liste. Plötzlich geht das Telefon. Nach diesem Anruf ist klar: Der Rest des Tages wird anders verlaufen als geplant.</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner<br>Fotos: Kirschner, privat </em>  </p>
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		<title>Lena Mahrt – Musik ist ihr Leben&#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Sep 2025 22:42:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
		<category><![CDATA[Lena Mahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Keine Frage: Sie ist eine waschechte Flensburgerin. Lena Mahrt wurde 1984 als ein Kind der Küste geboren und kennt seit jeher alles, was zum norddeutschen Flair gehört. „Wasser, Wind und Meer“, zählt sie mit einem Lächeln auf. Dieses geht flugs in ein herzliches Lachen über. „Und Regen“, ergänzt sie spontan, als in Wees ein Schauer [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/lena-mahrt-musik-ist-ihr-leben/">Lena Mahrt – Musik ist ihr Leben&#8230;</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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<p>Keine Frage: Sie ist eine waschechte Flensburgerin. Lena Mahrt wurde 1984 als ein Kind der Küste geboren und kennt seit jeher alles, was zum norddeutschen Flair gehört. „Wasser, Wind und Meer“, zählt sie mit einem Lächeln auf. Dieses geht flugs in ein herzliches Lachen über. „Und Regen“, ergänzt sie spontan, als in Wees ein Schauer gegen das Fenster einer umgebauten Garage klatscht. Diese ist das Reich einer Musikerin und Sängerin, ihr Proberaum und die Keimzelle für etliche Songtexte. Klavier und Gitarren stehen nur eine Armlänge entfernt. An den Wänden hängen etliche Bilder und auch Musik-Charts, darunter auch die von 2002, als „Total Eclipse of the Heart” bis auf Platz 13 kletterte. Ihr größter Kracher!</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/GSM6680_Q-Verbessert-RR-683x1024.jpg" alt="Lena Mahrt – Musik ist ihr Leben..." class="wp-image-84355" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/GSM6680_Q-Verbessert-RR-683x1024.jpg 683w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/GSM6680_Q-Verbessert-RR-200x300.jpg 200w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/GSM6680_Q-Verbessert-RR-768x1152.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/GSM6680_Q-Verbessert-RR-280x420.jpg 280w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/GSM6680_Q-Verbessert-RR-696x1044.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/GSM6680_Q-Verbessert-RR.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption">Lena als Küstenkehlchen in Aktion</figcaption></figure></div>


<p>Es gibt ein Foto, das ein kleines Mädchen im Glücksburger ADS-Kindergarten mit einem Mikrofon zeigt. „Ich habe immer gesungen“, lacht Lena Mahrt. „Und damit habe ich andere auch genervt.“ Dann hieß es: „Sei mal ruhig, musst du immer singen!“ Das Singen war früh ihre Leidenschaft – an der Grundschule Friedheim und erst recht an der IGS, der heutigen Fridtjof-Nansen-Schule. Diese neue Bildungsform war in den 90er Jahren noch ganz jung und wurde von frischen Strukturen getragen. „Die habe ich für den Musikbereich gleich voll gefordert, da ich eine Schülerband gründen wollte“, erzählt Lena Mahrt. Sie war – natürlich – die Sängerin.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="540" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/Lena-Mahrt_08.jpg" alt="Lena Mahrt – Musik ist ihr Leben..." class="wp-image-84370" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/Lena-Mahrt_08.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/Lena-Mahrt_08-300x203.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/Lena-Mahrt_08-768x518.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/Lena-Mahrt_08-622x420.jpg 622w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/Lena-Mahrt_08-696x470.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Lena schon am Mikro im ADS Kindergarten Glücksburg</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Demos für eine Hit-Maschine</h2>



<p>Bald gab es Gesangsunterricht als Schul-AG. Aber ist das für ein großes Talent ausreichend? Frank Rühmann von der damaligen Musikschule „Bandland“ sah es anders. „In der Gruppe ist das nichts für dich“, sagte er: „Komme mal zu mir – zum Einzelunterricht!“ Nach nur einem Jahr bestand eine Verbindung zu den Produzenten von „Elephant Music“, der aufstrebenden Flensburger Hit-Maschine. Das Gesangsjuwel sang Demo-Stücke ein, die dann etablierten Künstlern angeboten wurden. Damals bekannte Größen wie „X-Perience“ oder „Passion Fruit“ gehörten zu den Abnehmern. „Das war eine gute Schule, da ich schnell viele Genres kennengelernt habe“, erinnert sich Lena Mahrt.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="762" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/lena-als-Kind-762x1024.jpg" alt="Lena Mahrt – Musik ist ihr Leben..." class="wp-image-84369" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/lena-als-Kind-762x1024.jpg 762w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/lena-als-Kind-223x300.jpg 223w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/lena-als-Kind-768x1032.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/lena-als-Kind-313x420.jpg 313w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/lena-als-Kind-696x935.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/lena-als-Kind.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 762px) 100vw, 762px" /><figcaption class="wp-element-caption">Lena ca. 8 Jahre alt</figcaption></figure></div>


<p>Einen ersten Song für die junge Sängerin schrieb der viel zu früh verstorbene Flensburger Musiker Michael Hanke. Der Titel: „Meine Tränen“, ein emotionales Stück. Kurzzeitig stand sogar eine Teilnahme am Vorentscheid zum Eurovision Song Contest im Raum. Die junge Flensburgerin fühlte sich aber nicht ganz so wohl bei der Sache. War es eine zu große Bühne? Oder könnte sie in der Schlager-Schublade landen?</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="800" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/1900x1900-000000-80-0-0.jpg" alt="Lena Mahrt – Musik ist ihr Leben..." class="wp-image-84358" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/1900x1900-000000-80-0-0.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/1900x1900-000000-80-0-0-300x300.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/1900x1900-000000-80-0-0-150x150.jpg 150w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/1900x1900-000000-80-0-0-768x768.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/1900x1900-000000-80-0-0-420x420.jpg 420w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/1900x1900-000000-80-0-0-696x696.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mayors Destiny, Lenas Mädchen Band Project</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der erste Hit</h2>



<p>Der 17-jährige Teenager sang weiter Demos, eines Tages einen alten Hit von Bonnie Tyler. Mit „Total Eclipse of the Heart“ wollte der Husumer DJ Jan Wayne aus einem 80er-Klassiker einen Pop-Techno kreieren. Die erste Überraschung: Der Gesang sollte von keinem etablierten Profi beigesteuert werden, die Veröffentlichung firmierte unter dem Motto „Jan Wayne meets Lena“. Und die zweite Überraschung: Es wurde ein Hit. Platz 13 in Deutschland, und in Italien, Spanien oder Österreich ging es sogar in die Top 10. Schließlich waren 200.000 Einheiten verkauft. Das Erstaunliche: Das Techno-Stückchen hatte zunächst nur über die Discos an Bekanntheit gewonnen, während die populären Musik-TV-Sender höchstens mal das Cover zeigten, weil „Total Eclipse of the Heart“ die Hitparade hochgeschossen war. Der Grund: Es gab kein Video. Das wurde mit satten Beats und grellen Lichteffekten rasch nachgeholt.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="800" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/R-324686-1643257751-3061.jpg" alt="Lena Mahrt – Musik ist ihr Leben..." class="wp-image-84372" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/R-324686-1643257751-3061.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/R-324686-1643257751-3061-300x300.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/R-324686-1643257751-3061-150x150.jpg 150w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/R-324686-1643257751-3061-768x768.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/R-324686-1643257751-3061-420x420.jpg 420w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/R-324686-1643257751-3061-696x696.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der erste große Charthit</figcaption></figure></div>


<p>Für Lena war die bodenständige Flensburger Jugendzeit mit einem Schlag vorbei. Sie war nun oft unterwegs. „Ein Fahrer holte mich immer ab“, berichtet sie. „Es gab viele Auftritte, vor allem in den neuen Bundesländern und in Südeuropa.“ Das Leben in jenen Tagen: Musik, Musik und nochmals Musik! Es bot sich die Chance, sich in der Show-Branche zu etablieren. Das Nordlicht hätte mit Jan Wayne den nächsten Hit aufnehmen können. „Because the Night“ sprang im Frühling 2002 sogar auf Rang vier – aber ohne Lena. Sie hatte verzichtet, wollte sich nicht auf Techno spezialisieren.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="800" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/1900x1900-000000-80-0-0-1.jpg" alt="Lena Mahrt – Musik ist ihr Leben..." class="wp-image-84357" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/1900x1900-000000-80-0-0-1.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/1900x1900-000000-80-0-0-1-300x300.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/1900x1900-000000-80-0-0-1-150x150.jpg 150w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/1900x1900-000000-80-0-0-1-768x768.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/1900x1900-000000-80-0-0-1-420x420.jpg 420w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/1900x1900-000000-80-0-0-1-696x696.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Lena als Rokkha</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Pop-Dance und „Rokkha“</h2>



<p>Es reizte eher der Pop-Dance. „Elephant Music“ feilte an einem eigenen Projekt für das Nordlicht. Der Titel lautete: „It´s My Hymn“. Das Stück war rasch fertig, das Video wurde abgedreht, aber irgendwie wurde es nie veröffentlicht. Warum auch immer! Somit war ein kommerzieller Erfolg ausgeschlossen. Im Januar 2003 gab es zumindest ein erstes „Heimspiel“. Lena gab bei einem Handball-Derby in der Idraetshalle eine Kostprobe ihrer Songs und eine A-capella-Zugabe. Als nächstes wurde aus der Flensburgerin „Rokkha“. Es entstand eine professionell produzierte CD mit deutschsprachigen Rocksongs.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="979" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/Rokkha-Kyoto-Abkommen.jpg" alt="Lena Mahrt – Musik ist ihr Leben..." class="wp-image-84373" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/Rokkha-Kyoto-Abkommen.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/Rokkha-Kyoto-Abkommen-245x300.jpg 245w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/Rokkha-Kyoto-Abkommen-768x940.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/Rokkha-Kyoto-Abkommen-343x420.jpg 343w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/Rokkha-Kyoto-Abkommen-696x852.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Lena als Rokkha mit Jürgen Trittin beim Auftritt mit dem
Song „Wir sind Jung“ in Berlin für das Kyoto-Abkommen</figcaption></figure>



<p>Es war die Zeit, als Bands wie „Juli“ auf einer „perfekten Welle“ ritten. Für das Projekt fanden sich genug Geldgeber – und auch ein Promoter für die Auftritte. Doch der brannte plötzlich mit dem Geld durch. Wieder nichts!</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="800" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/its-my-Hymn-Platte.jpg" alt="Lena Mahrt – Musik ist ihr Leben..." class="wp-image-84368" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/its-my-Hymn-Platte.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/its-my-Hymn-Platte-300x300.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/its-my-Hymn-Platte-150x150.jpg 150w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/its-my-Hymn-Platte-768x768.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/its-my-Hymn-Platte-420x420.jpg 420w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/its-my-Hymn-Platte-696x696.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">„It´s My hymn“, erste eigene Single nach „Total eclipse of the Heart“</figcaption></figure></div>


<p>Als nächstes nahm die junge Flensburgerin mit dem Soap-Sternchen Dominic Saleh-Zaki ein Duett auf. Der Schauspieler hatte den Part des Sprechgesangs, Lena zelebrierte den Ohrwurm „Love is a Message“. Das Nordlicht fuhr nach Köln zum Studio, schlüpfte für die ARD-Serie „Verbotene Liebe“ in eine kleine Rolle und interpretierte den Song, der so eine ideale Reichweite erhielt. Immerhin Platz 22! Es wäre mehr drin gewesen. Doch bei der geplanten Promotion-Tour spielte der Hauptdarsteller nicht mit. Er scheute die Bühne.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/DSC_8198.jpg" alt="Lena Mahrt – Musik ist ihr Leben..." class="wp-image-84366" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/DSC_8198.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/DSC_8198-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/DSC_8198-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/DSC_8198-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/DSC_8198-696x463.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Lena als „Schwester Lena“ im Stück „ Ewig Jung“ Broschmann&#038;Finke Theater Company</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Friseur-Handwerk oder Bühne?</h2>



<p>Inzwischen war Lena Mahrt 20 Jahre alt. Da in der Pop-Branche der Durchbruch ausgeblieben war und sich immer wieder Hindernisse aufgetürmt hatten, entschied sie sich für eine klassische Ausbildung zur Friseurin, die sie bis zum Gesellenbrief durchzog. „Das war ein Gegensatz von schwarz und weiß“, erzählt die Flensburgerin heute. „Auf der Bühne stand ich im Vordergrund, nun erfüllte ich eine Dienstleistung wie viele andere.“ Die Musik blieb aber natürlich das große Hobby. Lena Mahrt sang im Duo mit Ingo Obermüller, der sie bis heute auf der Gitarre begleitet. Außerdem schloss sie sich der „Käpt’n Kümo’s Marching Band“ an, womit sie in der Flensburger Musiker-Szene bestens verankert war.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/DSC_7933.jpg" alt="Lena Mahrt – Musik ist ihr Leben..." class="wp-image-84365" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/DSC_7933.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/DSC_7933-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/DSC_7933-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/DSC_7933-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/DSC_7933-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Lena führt als Rentier das Weihnachtsingen im Manfred-Werner-Stadion an</figcaption></figure></div>


<p>Plötzlich ein Anruf aus Basel. War es die nächste Chance zum Pop-Himmel? Es meldete sich ein Produzent, der gerade eine weibliche Rockband als Klienten verloren hatte und eine neue Frauen-Formation aufbauen wollte. Er wollte Lena Mahrt als eine der Sängerinnen. Sie jettete nun mehrfach vom hohen Norden nach Weil am Rhein ganz im Süden der Republik. Zusammen mit zwei Freiburgerinnen und zwei Engländerinnen bildete sich die Gruppe „Mayor´s Destiny“. Das war Girl-Power im Western-Style mit Country-Anleihen. Die Single „Cross Your Heart“ wurde aufgenommen – und „das fetteste Video ever“. Das Nordlicht trug dabei eine Cowboy-Kluft. Es folgten Auftritte bei „The Dome“, im ZDF-Fernsehgarten und auch bei RSH. Der Track landete aber nicht auf der Playliste von Musik-Sender „Viva“, da der Produzent aufgrund früherer Chart-Manipulationen in seiner Reputation arg angekratzt war. So reichte es im Frühling 2008 nur zu Platz 53 in der deutschen Hitparade. Eine zweite Single war in Planung, doch Lena Mahrt verließ „Mayor´s Destiny“ vorzeitig.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="531" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/DSC_1144-1.jpg" alt="Lena Mahrt – Musik ist ihr Leben..." class="wp-image-84363" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/DSC_1144-1.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/DSC_1144-1-300x199.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/DSC_1144-1-768x510.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/DSC_1144-1-633x420.jpg 633w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/DSC_1144-1-696x462.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Lena Mahrt Acoustic Project: Johnnes Sominka, Bernd Zich, Lena Mahrt, Gabriel Köppen</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Aufbau einer Gesangsschule</h2>



<p>In Flensburg prägten wieder Frisuren und Haarmoden den Alltag. 2011 dann eine neue musikalische Idee: Wäre der Job als Gesangscoach nicht eine echte Alternative? „Ich habe viele Erfahrungen gesammelt und ein gutes Gefühl für Menschen“, sagte sich Lena Mahrt. „Ich möchte das, was ich kann, an andere weitergeben.“ Sie angelte sich Räumlichkeiten am Hafermarkt und traf mit ihrer Gesangsschule „Voice­beats“ offenbar einen Nerv. Rasch füllte sich ein Wochenplan mit 60 bis 70 Stunden. „Vormittags kamen die Mütter und Studenten, ab Nachmittag erschienen dann Schülerinnen und Berufstätige“, berichtet die Gesangstrainerin.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/SSM7714-Verbessert-RR.jpg" alt="Lena Mahrt – Musik ist ihr Leben..." class="wp-image-84356" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/SSM7714-Verbessert-RR.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/SSM7714-Verbessert-RR-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/SSM7714-Verbessert-RR-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/SSM7714-Verbessert-RR-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/SSM7714-Verbessert-RR-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Lena macht jede Freie Trauung mit ihrem Gesang zu etwas ganz Besonderem</figcaption></figure></div>


<p>Sie war nun Unternehmerin – und Arbeitgeberin. Allein wäre der Ansturm nie zu schaffen gewesen. Lena Mahrt installierte auch in einigen staatlichen Schulen einen Gesangsunterricht und leitete Chöre. Als Künstlerin trat sie häufiger in der Region auf und beteiligte sich rege an sozialen Projekten, Benefiz- und Sportveranstaltungen. Zudem entdeckte die fast schon omnipräsente Frau ihr Herz für das Theater. Sie schloss sich der Flensburger Formation „Broschmann &amp; Finke“ an. Bei „Ewig jung“ mimte sie eine Krankenschwester, im Musical „Die Waschbar“ (von Michael Wempner) war sie gleich in mehreren Rollen zu sehen. Lena inszenierte die Chor-Stimmen für das Musical „Rock My Soul“ und stand auch bei vielen weihnachtlichen Theater-Stücken für Kinder auf den Bühnen von Flensburg und Harrislee.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="681" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG-20220812-WA0084-681x1024.jpg" alt="Lena Mahrt – Musik ist ihr Leben..." class="wp-image-84367" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG-20220812-WA0084-681x1024.jpg 681w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG-20220812-WA0084-200x300.jpg 200w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG-20220812-WA0084-768x1155.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG-20220812-WA0084-279x420.jpg 279w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG-20220812-WA0084-696x1047.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/IMG-20220812-WA0084.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 681px) 100vw, 681px" /><figcaption class="wp-element-caption">Lena und Stefan</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Flensburg-Hymne und Familienglück</h2>



<p>Keine Frage: In jener Zeit versprühte Lena Mahrt verdammt viel Lokalkolorit. Da war es nur logisch, dass sich die Initiatoren der regionalen Image-Kampagne „Flensburg liebt dich“ bei der Musikerin ein Song führ ihre Heimatstadt in Auftrag gaben. Sie komponierte, sie textete, sie tüftelte und holte den Produzenten Benito Battiston mit ins Boot. Die Hymne „Zwischen Himmel und Förde“ entstand und feierte beim Nospa-Open-Air 2018 an der Hafenspitze ihre Premiere.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/die-famielie.jpg" alt="Lena Mahrt – Musik ist ihr Leben..." class="wp-image-84362" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/die-famielie.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/die-famielie-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/die-famielie-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/die-famielie-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/die-famielie-696x463.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Freie Trauung in Westerholz: Juli 2022</figcaption></figure></div>


<p>Da war die Sängerin seit vier Monaten frischgebackene Mama. In ihrem Leben hatte sich vieles verändert und sollte sich weiterhin verändern. Es gab nun einen jungen Mann namens Stefan, den sie zufällig in einer Flensburger Disco kennengelernt hatte. Die beiden gründeten eine Familie und wurden Eltern von drei Töchtern: Emma, Ewa und Ella. Die drei bekamen Namen mit demselben Anfangsbuchstaben – aus einer familiären Tradition heraus. Denn die Schwestern von Lena heißen Lisa und Laura. Mitten im Kinderreigen zog die junge Familie nach Wees. „Ich mochte schon immer das Dorf, wo man nicht dicht an dicht lebt“, sagt die dreifache Mutter. „Wees ist noch ein bisschen wie Klein-Bullerbü.“ Zum Alltag gehören ein Haushalt mit Einkauf und Kochen sowie Hündin „Momo“, die mit treuen Augen herumschleicht.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/20240321_111833.jpg" alt="Lena Mahrt – Musik ist ihr Leben..." class="wp-image-84359" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/20240321_111833.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/20240321_111833-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/20240321_111833-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/20240321_111833-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/20240321_111833-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/20240321_111833-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/20240321_111833-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Emma, Ewa und Ella</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Corona-Pandemie und neue Ideen</h2>



<p>Kurz danach traf die Corona-Pandemie die Künstler-Branche wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Alles wurde anders. Musikschulen mussten schließen, Treffen waren nicht mehr möglich. Lena Mahrt musste alles herunterfahren. Sie organisierte alles ein wenig kleiner, als Musikunterricht wieder erlaubt war. Sie leitet nun „Dein Chor“, und zwar jeden Montag für Erwachsene in Wees. Kinder ab acht Jahren versammeln sich jeden Mittwoch als „Young Voices“ im Engelsbyer Piccolo-Eiscafé-Eventraum. Es gibt zwei Gruppen – sortiert nach dem Alter der Kleinen. Das Konzept: Singen nach Gefühl, ohne Noten und Partitur. Am 30. November ist im Deutschen Haus ein großes Mitmach-Konzert der „Lichterkinder“ mit den „Young Voices“.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="750" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/20250108_152643.jpg-dichter-750x1024.jpg" alt="Lena Mahrt – Musik ist ihr Leben..." class="wp-image-84360" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/20250108_152643.jpg-dichter-750x1024.jpg 750w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/20250108_152643.jpg-dichter-220x300.jpg 220w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/20250108_152643.jpg-dichter-768x1048.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/20250108_152643.jpg-dichter-308x420.jpg 308w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/20250108_152643.jpg-dichter-696x950.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/20250108_152643.jpg-dichter.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption class="wp-element-caption">Lena bei einer Freien Trauung&#8230;</figcaption></figure></div>


<p>Weiterhin gibt Lena Mahrt Gesangsunterricht. Aber nicht mehr in einem angemieteten Ambiente, sondern nur ein paar Privatstunden im hauseigenen Proberaum. Für eine kleine Zahl von Klienten. Eine der Gesangsabsolventinnen war zugleich Impulsgeberin für eine neue Idee und ein dazugehöriges einwöchiges Seminar. Lena Mahrt ist seitdem Rednerin für freie Trauungen. Als „Küstenkehlchen“ schreibt sie Lieder und Reden, lässt sich von Ingo Obermüller an der Gitarre begleiten und hat 15 bis 20 Hochzeiten zwischen April und September im Terminkalender. „Mit viel Herz und spontanem Witz erzähle ich persönliche Liebesgeschichten“, erklärt Lena Mahrt. „Ich liebe einfach alles, was mit Musik, Liebe, Menschen und Kreativität in Verbindung steht.“</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="684" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/Lena-spricht-684x1024.jpg" alt="Lena Mahrt – Musik ist ihr Leben..." class="wp-image-84371" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/Lena-spricht-684x1024.jpg 684w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/Lena-spricht-200x300.jpg 200w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/Lena-spricht-768x1150.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/Lena-spricht-280x420.jpg 280w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/Lena-spricht-696x1042.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/Lena-spricht.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 684px) 100vw, 684px" /><figcaption class="wp-element-caption">&#8230; als Küstenkehlchen</figcaption></figure></div>


<p>Immer noch probiert sie gerne etwas Neues aus. Derzeit probt sie häufiger mit zwei erfahrenen Kollegen aus dem Jazz- und Chanson-Sektor. „Auf der Bühne bin ich einfach zu Hause“, stellt Lena Mahrt klar. „Nichts erfüllt mich mehr als in die strahlenden Augen um mich herum zu blicken, wenn ich es geschafft habe, zu berühren – sei es mit einem gefühlvollen Song oder einfach nur mit meinen Erzählungen.“ Sie beginnt zur Melodie von „Wind of Change“ zu pfeifen. „Lena wurde kein Popstar, es sollte einfach nicht sein“, bilanziert sie. „Aber das war nicht schlecht, denn so öffneten sich für mich ganz andere Tore und Türen…“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="800" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/469141590_18293135194224214_1973217866243837572_n.jpg" alt="Lena Mahrt – Musik ist ihr Leben..." class="wp-image-84361" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/469141590_18293135194224214_1973217866243837572_n.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/469141590_18293135194224214_1973217866243837572_n-300x300.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/469141590_18293135194224214_1973217866243837572_n-150x150.jpg 150w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/469141590_18293135194224214_1973217866243837572_n-768x768.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/469141590_18293135194224214_1973217866243837572_n-420x420.jpg 420w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/09/469141590_18293135194224214_1973217866243837572_n-696x696.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Lena Mahrt Acoustic Project</figcaption></figure></div>


<p><em>Text: Jan Kirschner<br>Fotos: Jan Kirschner, privat  </em> </p>
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		<title>Volker Masuhr – Handballer, Pädagoge, Jakobsweg-Bezwinger</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 30 Aug 2025 10:02:00 +0000</pubDate>
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<p>Im Hochfeld, dort wo Flensburg in die Feldmark übergeht, da wohnt Volker Masuhr. Das fast schon ländliche Flair betont eine Amsel, die fleißig für den Nestbau sammelt. Der Hausherr wälzt Fotoalben und saust durch einen Vortrag über den Jakobsweg. Die rund 800 Kilometer durch Nordspanien hat er im letzten Jahr gemeistert. „Man ist nur mit sich, reflektiert viel und beschäftigt sich mit einigen Fragen, die das Leben aufgeworfen hat“, erzählt er. Die Ergebnisse erscheinen in Kürze in einem Buch. Für das Flensburg Journal gibt es schon jetzt einen persönlichen Streifzug durch die letzten 70 Jahre. Der Pädagoge gewährt spannende Einblicke in Beruf, Handball und Kultur.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/DSC_1134.jpg" alt="Volker Masuhr – Handballer, Pädagoge, Jakobsweg-Bezwinger" class="wp-image-84032" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/DSC_1134.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/DSC_1134-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/DSC_1134-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/DSC_1134-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/DSC_1134-696x463.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Beim Durchstöbern von Erinnerungen</figcaption></figure></div>


<p>Volker Masuhr lebte fast immer in Flensburg. Die ersten kleinkindlichen Erinnerungen sind allerdings mit der Landeshauptstadt Kiel verbunden. Ein sportliches Talent bekam er mit in die Wiege gelegt: Seine inzwischen 99-jährige Mutter war eine sehr gute Leichtathletin. Der Vater kletterte die Leiter einer Polizei-Karriere hoch. Er sollte später Polizeidirektor werden und zog 1960 mit seiner Familie nach Flensburg. Der neue Lebensmittelpunkt war der Ochsenmarkt, der wie ein Stadtrand-Kleinod wirkte. Die Westliche Höhe war damals eine riesige Ansammlung von Kleingärten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_1991-768x1024.jpg" alt="Volker Masuhr – Handballer, Pädagoge, Jakobsweg-Bezwinger" class="wp-image-84039" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_1991-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_1991-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_1991-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_1991-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_1991.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit 5 Jahren im Geburtsort Kiel</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Lieber Sport statt Schule</h2>



<p>Die Sportbegeisterung erwachte vor dem Interesse am ABC. „Ich war schnell beim Kinderturnen des Flensburger TB“, erinnert sich Volker Masuhr. „Der Ballsport war aber mehr meine Sache. Als Straßensportler spielten wir auf die Garagentore – entweder Hand- oder Fußball.“ Er besuchte zunächst vier Jahre die St. Nikolaischule, deren Gebäude heute zum Museumsberg gehört. Dann wurde der Flensburger Junge ein Sextaner am Alten Gymnasium. Sport war das Lieblingsfach, Kunst war auch gut. Die Hauptfächer waren weniger interessant, sodass Volker Masuhr zwei Ehrenrunden einlegen musste. „Es sollte bis zur Oberstufe dauern, dass ich die Freude am Lernen entdeckte“, gibt er zu. „Lange brachte mir Schule gar keinen Spaß.“ Er war wohl auch ein Wildfang. In seinem Buch wird auch eine Passage auftauchen, die erzählt, wie er einmal von seinem eigenen Vater auf dem Polizeirevier verhört wurde.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="723" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_8004-723x1024.jpg" alt="Volker Masuhr – Handballer, Pädagoge, Jakobsweg-Bezwinger" class="wp-image-84049" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_8004-723x1024.jpg 723w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_8004-212x300.jpg 212w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_8004-768x1088.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_8004-297x420.jpg 297w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_8004-696x986.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_8004.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 723px) 100vw, 723px" /><figcaption class="wp-element-caption">Saxofon in Schweden 2004</figcaption></figure></div>


<p>Der Sport erreichte immer den persönlichen Spitzenplatz – ganz besonders galt es für den Handball. Die kleine Duburghalle war damals das Eldorado der Ballwerfer. Die Infrastruktur war bescheiden: Einen Schwingboden gab es nicht. Der Untergrund war hart, und nach einem Sturz hatte sich Volker Masuhr einmal den Arm gebrochen. Populär war damals der Feldhandball, und zwar am Schützenhof unter freiem Himmel. „Ich hatte allerdings keinen harten Schlagwurf und war auch etwas schlaksig“, verrät der ehemalige Leistungssportler. „So stand ich schnell im Tor. Da merkte ich dann, dass ich gute Reflexe hatte, aus denen man noch mehr machen konnte.“ Mit 14 Jahren war der Flensburger erstmals in der Landesauswahl. Er durfte auch zur „Norddeutschen“ und sogar zu einer DHB-Sichtung, bei der sogar der spätere Weltmeister-Trainer Vlado Stenzel vorbeischaute.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-14 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="502" data-id="84051" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_8023.jpg" alt="Volker Masuhr – Handballer, Pädagoge, Jakobsweg-Bezwinger" class="wp-image-84051" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_8023.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_8023-300x188.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_8023-768x482.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_8023-669x420.jpg 669w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_8023-696x437.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">1. Handball-Bundesliga-Mannschaft 1979/80</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="506" data-id="84050" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_8009.jpg" alt="Volker Masuhr – Handballer, Pädagoge, Jakobsweg-Bezwinger" class="wp-image-84050" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_8009.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_8009-300x190.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_8009-768x486.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_8009-664x420.jpg 664w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_8009-696x440.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Internationales Städteturnier in der Idrætshalle 1979</figcaption></figure>
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<h2 class="wp-block-heading">Abitur und Pädagogik</h2>



<p>Handball war ein wichtiger Teil im Leben, damals aber kein Profi-Sport. 1976 schaffte Volker Masuhr das Abitur – mit einem denkwürdigen Finale. „Der Direktor hatte sich darüber mokiert, dass wir mit langen Haaren und zerschlissenen Jeans zur mündlichen Prüfung erschienen waren“, erzählt er. „Ein Freund und ich haben es ihm dann gezeigt. Für die Entlassungen liehen wir uns zwei Fracks für 50 Mark aus.“ Diese Begebenheit war noch Jahre später Gesprächsstoff in den Gängen des Alten Gymnasiums. Volker Masuhr selbst begann mit einem Studium an der Pädagogischen Hochschule. „Ich kann es besser, sagte ich damals“, verrät der 70-Jährige mit einem Schmunzeln. „Ich wollte Freude am Lernen vermitteln und etwas Wichtiges tun.“ Die Medizin galt zunächst auch als Option, der Numerus Clausus stellte allerdings eine unüberwindliche Hürde dar. Sein Fach war natürlich Sport. Mit den PH-Handballern schaffte er es sogar zu den Hochschul-Meisterschaften in Köln, wo die Gastgeber mit den späteren Weltmeistern Joachim Deckarm und Claus Fey noch stärker waren.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" data-id="84034" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/DSC06229A.jpg" alt="Volker Masuhr – Handballer, Pädagoge, Jakobsweg-Bezwinger" class="wp-image-84034" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/DSC06229A.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/DSC06229A-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/DSC06229A-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/DSC06229A-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/DSC06229A-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/DSC06229A-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/DSC06229A-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Entgegennahme des Deutschen Schulpreises aus den Händen von Pinar Atalay</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" data-id="84036" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_0411_filtered.jpg" alt="Volker Masuhr – Handballer, Pädagoge, Jakobsweg-Bezwinger" class="wp-image-84036" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_0411_filtered.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_0411_filtered-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_0411_filtered-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_0411_filtered-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_0411_filtered-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Als Zirkusdirektor in der Waldschule (2009)</figcaption></figure>
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<h2 class="wp-block-heading">TSB, SG, Altjührden und die Bundesliga</h2>



<p>Volker Masuhr fasste im Regionalliga-Team vom TSB Flensburg rasch Fuß, wechselte aber schon zur Serie 1977 zur SG Weiche-Handewitt. Dort war er einer von drei starken Torhütern und verzeichnete relativ wenig Spielanteile. Ende 1978 machte ihm ein Klub ein für damalige Verhältnisse unglaubliches Angebot: 10.000 D-Mark für vier Monate. Absender der Offerte war der niedersächsische Ligakontrahent SG VTB/Altjührden. Volker Masuhr musste nicht am Jadebusen wohnen und trainieren, sondern nur zu den Spielen dorthin fahren. Das Probe-Training war allerdings knifflig. „Ich musste mit einem Kasten über dem Kopf laufen, bekam dann unendlich viele Würfe ins Tor und sackte schließlich völlig kaputt ins Hotelbett“, erinnert sich der frühere Handball-Torwart.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-16 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="573" data-id="84047" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_6250.jpg" alt="Volker Masuhr – Handballer, Pädagoge, Jakobsweg-Bezwinger" class="wp-image-84047" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_6250.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_6250-300x215.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_6250-768x550.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_6250-586x420.jpg 586w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_6250-696x499.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Delegation von Eltern, Kindern und Lehrkräften bei der Preisverleihung in Berlin 2015</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" data-id="84031" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/DAT2014Bildungspreis128.jpg" alt="Volker Masuhr – Handballer, Pädagoge, Jakobsweg-Bezwinger" class="wp-image-84031" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/DAT2014Bildungspreis128.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/DAT2014Bildungspreis128-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/DAT2014Bildungspreis128-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/DAT2014Bildungspreis128-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/DAT2014Bildungspreis128-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Verleihung des Deutschen Arbeitgeberpreises für Bildung in Berlin mit Andrea Kliem, 2014</figcaption></figure>
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<p>Im Sommer 1979 kehrte er zurück zum TSB Flensburg. Acht Jahre zuvor hatte er als jugendlicher Fan den Bundesliga-Aufstieg seines Stammvereins miterlebt. Nun lockte erneut das Handball-Oberhaus. Volker Masuhr hat das Mannschaftsfoto von damals vor sich und rattert die Namen seiner damaligen Mannschaftskameraden runter. Die Heimspiele fanden in der KGS Adelby statt, wo sogar ein Sieg im Landesderby gegen den THW Kiel glückte. „Ich hielt zwei Siebenmeter“, betont der 70-Jährige mit einem stolzen Lächeln. Der TSB stieg dennoch am Ende der Saison wieder ab. Volker Masuhr blieb seinem Verein nun treu, wenngleich es oft viel Disziplin erforderte, Training, Spiele und Studium unter einen Hut zu kriegen. „Vor dem Staatsexamen hatte ich mich bei den Auswärtsfahrten vorne zum Busfahrer gesetzt“, erinnert er sich. „Ich habe für die Prüfung gelernt, während die anderen feierten oder Karten spielten.“</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="571" data-id="84041" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_2218.jpg" alt="Volker Masuhr – Handballer, Pädagoge, Jakobsweg-Bezwinger" class="wp-image-84041" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_2218.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_2218-300x214.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_2218-768x548.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_2218-588x420.jpg 588w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_2218-696x497.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_2218-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Im Gespräch mit Britta Ernst, Gattin des Ex-Kanzlers O. Scholz,<br>bei der Verleihung des Deutschen Schulpreises, 2015</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="747" height="1024" data-id="84035" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_0356-747x1024.jpg" alt="Volker Masuhr – Handballer, Pädagoge, Jakobsweg-Bezwinger" class="wp-image-84035" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_0356-747x1024.jpg 747w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_0356-219x300.jpg 219w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_0356-768x1053.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_0356-306x420.jpg 306w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_0356-696x954.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_0356.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 747px) 100vw, 747px" /><figcaption class="wp-element-caption">70er Jahre Style, als Mitglied des Tanz Ensembles Waldschule, 2019</figcaption></figure>
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<h2 class="wp-block-heading">Vom Lehrer zum Schulleiter</h2>



<p>1986 war endgültig Schluss mit dem aktiven Handball. „Man hörte damals früher auf als heutzutage“, erklärt Volker Masuhr. „Mit Beruf und Familie stellten drei wöchentliche Trainingseinheiten und die Spiele am Wochenende einen sehr großen Zeitaufwand dar.“ Er hatte inzwischen seine erste Frau kennengelernt, und in kurzer Reihenfolge kamen die Söhne Finn, Mats und Bent zur Welt. Der junge Familienvater trat seine erste Stelle bei der Pestalozzi-Schule in der Waitzstraße an. 1987 entdeckte Volker Masuhr eine Stellenausschreibung: Die Paulus-Paulsen-Schule, eine kleine Sonderschule, suchte einen neuen Schulleiter. Das klang interessant. Es folgten ein Lehrgang, eine Bewerbung und ein Gespräch. Mit 32 Jahren hatte ein junger Pädagoge eine neue Funktion in einem alten Kollegium.</p>



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<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="610" data-id="84048" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_7557.jpg" alt="Volker Masuhr – Handballer, Pädagoge, Jakobsweg-Bezwinger" class="wp-image-84048" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_7557.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_7557-300x229.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_7557-768x586.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_7557-551x420.jpg 551w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_7557-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_7557-696x531.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Jubiläumskonzert Central-Park 2014 in Niebüll mit S. Goldmann<br>und G. Birkenbach (Foto: Fichtner)</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="443" data-id="84053" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-06-23-um-08.32.51.jpg" alt="Volker Masuhr – Handballer, Pädagoge, Jakobsweg-Bezwinger" class="wp-image-84053" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-06-23-um-08.32.51.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-06-23-um-08.32.51-300x166.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-06-23-um-08.32.51-768x425.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-06-23-um-08.32.51-758x420.jpg 758w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-06-23-um-08.32.51-696x385.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Policia Do Samba bei der Kieler Woche 2025</figcaption></figure>
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<p>Die kleine Sonderschule gedieh. Allmählich wurden weitere Standorte im Flensburger Stadtgebiet übernommen, sodass langfristig ein Förderzentrum entstand. Ab 2006 leitete Volker Masuhr mit der Waldschule zusätzlich eine alteingesessene Grundschule. Zuletzt hatte er zusammengenommen 120 Kollegen. „Wenn etwas lief, habe ich immer etwas Neues angefangen“, erzählt er. „Ich habe einen hohen Leistungsanspruch an mich und auch an andere. Ich setzte mir immer wieder neue Ziele.“</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-19 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" data-id="84046" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_4796.jpg" alt="Volker Masuhr – Handballer, Pädagoge, Jakobsweg-Bezwinger" class="wp-image-84046" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_4796.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_4796-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_4796-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_4796-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_4796-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit den Söhnen beim Skilaufen 2015</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="601" data-id="84044" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_3641.jpg" alt="Volker Masuhr – Handballer, Pädagoge, Jakobsweg-Bezwinger" class="wp-image-84044" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_3641.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_3641-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_3641-768x577.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_3641-559x420.jpg 559w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_3641-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_3641-696x523.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_3641-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Sylvester-Baden mit seinen Söhnen, Sylt 2017</figcaption></figure>
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<p>Die Strukturen waren nach der Jahrtausendwende ganz andere als in den 1980er Jahren, der persönlichen Pionierzeit. Mit der Inklusion wurden die Förderschüler der Paulus-Paulsen-Schule auf diverse Schulstandorte in Flensburg verteilt. Volker Masuhr hatte ein zentrales Büro – in der Waldschule. Diese Bildungsstätte wuchs kontinuierlich, verzeichnete fast eine Verdopplung der Schülerzahl und entwickelte sich zu einer vierzügigen Grundschule mit annähernd 400 Kindern. Das Schulkonzept gewann sogar mehrere Bundespreise. An einer Feierstunde in Berlin nahm sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel teil.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_2078.jpg" alt="Volker Masuhr – Handballer, Pädagoge, Jakobsweg-Bezwinger" class="wp-image-84040" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_2078.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_2078-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_2078-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_2078-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_2078-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_2078-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_2078-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Handball mit anderen Perspektiven</h2>



<p>Dem Handball blieb Volker Masuhr stets ein treuer Weggefährte. Er hat immer noch eine Dauerkarte im Block&nbsp;J. „Man fühlt sich als ein Teil der SG“, sagt der Handball-Veteran. Er hat mit dem Fahrrad nur fünf Minuten bis zur „Hölle Nord“ zu fahren, analysiert die Spiele eifrig und diskutiert gerne die Personalentscheidungen der SG. Nach seiner aktiven Sportlerkarriere gehörte er dem Vorstand vom TSB Flensburg als Leiter der Handball-Jugendabteilung an und wurde somit zum unmittelbaren Zeitzeugen der Gründung der SG Flensburg-Handewitt. Volker Masuhr trainierte seine Söhne, etliche Jugend-Mannschaften und sogar SG-Legende Jacob Heinl. Die Wochenenden waren oftmals verplant – und einmal sogar der Vormittag an Heiligabend. „Da konnten die Eltern ihre Kinder in der Duburghalle abgeben und in Ruhe die letzten Vorbereitungen für Weihnachten treffen“, verrät der leidenschaftliche Handballer. „Denn wir trainierten.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_1892-2.jpeg" alt="Volker Masuhr – Handballer, Pädagoge, Jakobsweg-Bezwinger" class="wp-image-84037" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_1892-2.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_1892-2-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_1892-2-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_1892-2-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_1892-2-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_1892-2-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_1892-2-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Mit Hobbys in den Ruhestand</h2>



<p>Volker Masuhr blieb drei Jahre länger im Schuldienst als er musste. „Die Schulaufsicht hat dem zugestimmt“, sagt er. „Ich hatte ein sehr gutes Kollegium und bin keinen Tag ungern zur Schule gegangen. Es war wie im Sport: Die besten Leistungen im Team erreicht man, wenn man es schafft,&nbsp; alle Charaktere zu integrieren.“ Einst hatte er selbst Deutsch, Kunst und Sport unterrichtet. Zuletzt hatte er noch einige Schwimmkurse und war nur außerhalb des Klassenzimmers am Puls. Schließlich war vor den Sommerferien 2024 der rote Teppich ausgerollt: der Abschied – aber nicht komplett von der Pädagogik. Seit 2018 ist Volker Masuhr in die Beratung und in Schulentwicklungswerkstätten der Robert-Bosch-Stiftung involviert – bundesweit, aber auch regional.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_1942.jpg" alt="Volker Masuhr – Handballer, Pädagoge, Jakobsweg-Bezwinger" class="wp-image-84038" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_1942.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_1942-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_1942-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_1942-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_1942-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_1942-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_1942-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Außer Handball trieb der Flensburger etliche andere Sportarten: Aikido, Tennis, Fußball und aktuell Schwimmen – weil es so gut für die Gelenke ist. Der 70-Jährige, der seit vier Jahren mit seiner zweiten Frau und deren Tochter am Stadtrand lebt, hat auch eine künstlerische Tendenz: Malerei, Fotografie und Musik. Er spielt mehrere Musikinstrumente und trommelt in der Percussion-Band „Policia Do Samba“. Die wöchentlichen Proben bereiten zehn bis 15 Auftritte im Jahr vor – von der Kieler Woche bis zur „Hölle Nord“.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_3863.jpg" alt="Volker Masuhr – Handballer, Pädagoge, Jakobsweg-Bezwinger" class="wp-image-84045" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_3863.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_3863-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_3863-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_3863-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_3863-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_3863-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_3863-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Impressionen vom Jakobsweg</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der Jakobsweg</h2>



<p>Von Langeweile ist keine Spur. Dennoch war Volker Masuhr vor dem beruflichen Ruhestand etwas in Sorge: „Wie schaffe ich den Absprung? Was kommt dann?“ Womöglich könnte er in ein mentales Loch fallen, wenn niemand ihn mehr nach etwas fragen würde oder Rat bräuchte. Da erinnerte er sich an einen älteren Vorschlag eines Freundes: der Jakobsweg. Dort könnte man zu sich finden, Gedanken sammeln und Ideen einfangen. Volker Masuhr war nie wirklich gewandert, probierte es aber vor zwei Jahren einmal aus und marschierte über Sterup und Kappeln nach Eckernförde: 72 Kilometer in drei Tagen. „Ich kam an meine Grenzen“, erzählt er. „Der erste Tag war schwer, am zweiten machten sich die Knie bemerkbar, und am dritten schmerzten sie.“ Der ehemalige Leistungssportler wollte nicht so schnell aufgeben, aber auch die folgenden Wanderungen endeten mit brennenden Füßen oder Blasen an den Zehen. „Der Arzt meinte, ich sollte es mir mit dem Jakobsweg gut überlegen“, verrät er. „Ich buchte aber dennoch einen Flug und die ersten drei Übernachtungen, um mir ein Ziel zu setzen. Und siehe da: kurz vor dem Start waren alle Beschwerden weg.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="505" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_2275.jpg" alt="Volker Masuhr – Handballer, Pädagoge, Jakobsweg-Bezwinger" class="wp-image-84042" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_2275.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_2275-300x189.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_2275-768x485.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_2275-665x420.jpg 665w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_2275-696x439.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Am 20. August des letzten Jahres startete er in Saint-Jean-Pied-de-Port, direkt an der französisch-spanischen Grenze, das Unternehmen „Jakobsweg“. Der Flensburger durchquerte die Pyrenäen und nebelgefüllte Täler. Er meisterte steinige Wege und auch den Asphalt einer Großstadt wie Pamplona. „Die ersten Tage waren es 22 oder 17 Kilometer“, berichtet Volker Masuhr. „Ich wollte es langsam angehen. Aber es ging hoch und runter – und mein Puls ebenso.“</p>



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<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" data-id="84043" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_3085.jpg" alt="Volker Masuhr – Handballer, Pädagoge, Jakobsweg-Bezwinger" class="wp-image-84043" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_3085.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_3085-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_3085-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_3085-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_3085-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_3085-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_3085-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure>
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<p>Der Rucksack wog nur 6,5 Kilogramm, der Wanderer hatte sich auf das Nötigste beschränkt, um die Komfortzone zu verlassen. Bei den Übernachtungen traf man immer dieselben Gesichter, es entstanden Freundschaften. Man half sich gegenseitig mit Tipps für die richtige Behandlung von Blasen. Volker Masuhr tapte sich die Füße wie einst beim Handball die Hände. Er sollte die 800 Kilometer in fünf Wochen bewältigen. Er fand seinen Rhythmus, am Ende wurde es aber wühlig. Die letzten 100 Kilometer vor Santiago de Compostela waren Gott und die Welt unterwegs.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="582" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_8083.jpeg" alt="Volker Masuhr – Handballer, Pädagoge, Jakobsweg-Bezwinger" class="wp-image-84052" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_8083.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_8083-300x218.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_8083-768x559.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_8083-577x420.jpeg 577w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_8083-696x506.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_8083-324x235.jpeg 324w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Zusammen mit Mutter Ortrud (99 Jahre) 2025</figcaption></figure></div>


<p>Das Nordlicht machte sich in den fünf Wochen viele Gedanken über das Leben und brachte auch eine konkrete Idee mit: ein Buch. Die Erlebnisse, Geistesblitze und Rückblicke schrieb Volker Masuhr die nächsten Monate nieder – bis zu sieben Stunden täglich. Der Ihleo Verlag aus Husum legte das Werk auf und wird es vertreiben. Der Autor hielt einen ersten Vortrag im Wohnzimmer. Inzwischen sind weitere Lesungen terminiert. Keine Frage: Die 70 ist für Volker Masuhr kein Ruhepolster. „Ich fühle mich nicht so alt, wie ich wirklich bin – mein Arzt behauptet, ich befinde mich im Körper eines 50-Jährigen“, bestätigt er. Man darf gespannt sein, was als nächstes kommt…</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner <br>Fotos: Jan Kirschner, privat</em></p>
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		<title>Matthias Janz – Chorleiter und Kirchenmusikdirektor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Aug 2025 22:38:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
		<category><![CDATA[Chorleiter]]></category>
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<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/matthias-janz-chorleiter-und-kirchenmusikdirektor/">Matthias Janz – Chorleiter und Kirchenmusikdirektor</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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<p>Dieses Haus befindet sich in einer Stichstraße auf der Westlichen Höhe – und gewiss abseits von Lärm und Stress. Der Besucher steht nach dem Durchschreiten des Eingangs direkt vor einer Tür, die mit ein paar Noten verziert ist. Dahinter verbirgt sich ein Zimmer, wie man es sich für einen Musik-Profi vorstellt: Flügel und Cembalo, etwas versteckt eine silbrige Stereoanlage älteren Jahrgangs. An den Wänden hängen viele Gemälde mit Komponisten. In Längsrichtung steht ein Schreibtisch – für die organisatorischen Dinge. Das Telefon klingelt: Für die Probe einer bekannten Konzertreihe ist etwas zu regeln. Die Blicke des Gastes schweifen derweil zum Bücherregal. Der Name „Mozart“ steht auf vielen Titeln. Es gibt aber auch eine Festschrift, die das Wirken des Gastgebers würdigt. Matthias Janz ist Kirchenmusiker und Dirigent und dank seiner Passion seit inzwischen 50 Jahren mit Flensburg verwurzelt.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="601" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Brahmspreis-in-den-Haenden-shz1.1.19-Foto-Bohde.jpg" alt="Matthias Janz – Chorleiter und Kirchenmusikdirektor" class="wp-image-83692" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Brahmspreis-in-den-Haenden-shz1.1.19-Foto-Bohde.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Brahmspreis-in-den-Haenden-shz1.1.19-Foto-Bohde-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Brahmspreis-in-den-Haenden-shz1.1.19-Foto-Bohde-768x577.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Brahmspreis-in-den-Haenden-shz1.1.19-Foto-Bohde-559x420.jpg 559w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Brahmspreis-in-den-Haenden-shz1.1.19-Foto-Bohde-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Brahmspreis-in-den-Haenden-shz1.1.19-Foto-Bohde-696x523.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Brahmspreis-in-den-Haenden-shz1.1.19-Foto-Bohde-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Im Lebenslauf taucht allerdings auch ein Vierteljahrhundert ohne Fördestadt auf; denn Matthias Janz wurde 1947 in Lübeck geboren. In der Hansestadt, die sehr unter den Bombenangriffen des Weltkrieges gelitten hatte, lebte er die ersten sechs Jahre der Kindheit. Dann wollte der Vater, ein Pastor, seiner Frau und den vier kleinen Kindern vermutlich eine andere Umgebung bieten und übernahm eine Kirchengemeinde in Altenau. Die kleine Stadt im Oberharz erschien in den Kinderaugen als eine heile Bergwelt mit viel Schnee und Wintersport. Langlauf und Skispringen waren die Klassiker.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="556" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/MatthiasDirigat-Foto-Remmer-gigapixel-low-resolution-v2-2x-faceai-v1.jpeg" alt="Matthias Janz – Chorleiter und Kirchenmusikdirektor" class="wp-image-83704" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/MatthiasDirigat-Foto-Remmer-gigapixel-low-resolution-v2-2x-faceai-v1.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/MatthiasDirigat-Foto-Remmer-gigapixel-low-resolution-v2-2x-faceai-v1-300x209.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/MatthiasDirigat-Foto-Remmer-gigapixel-low-resolution-v2-2x-faceai-v1-768x534.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/MatthiasDirigat-Foto-Remmer-gigapixel-low-resolution-v2-2x-faceai-v1-604x420.jpeg 604w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/MatthiasDirigat-Foto-Remmer-gigapixel-low-resolution-v2-2x-faceai-v1-696x484.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/MatthiasDirigat-Foto-Remmer-gigapixel-low-resolution-v2-2x-faceai-v1-100x70.jpeg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Matthias, Dirigat; Foto Remmer</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Musik in die Wiege gelegt</h2>



<p>Innerhalb der privaten Wände dominierte die Musik. In der sechsköpfigen Familie spielten alle mindestens ein Instrument und pflegten das gemeinsame Singen. „Meine Mutter war Grundschullehrerin und hatte eine sehr schöne Stimme“, erzählt Mat­thias Janz. „Bevor ich zur Schule kam, konnte ich bereits Flöte spielen und Noten lesen.“ In der Schulzeit kamen Klavier und Violoncello hinzu, später Posaune. Spannend war auch die große Kirchenorgel. Eines Tages, mitten im tiefen Winter, brach sich ausgerechnet die Organistin den Arm. „Mein Vater fragte mich, ob ich einspringen könnte“, erinnert sich Matthias Janz. „Ich spielte aber ohne die Fußpedale.“ Das war in dieser besonderen Situation ausreichend. Davon inspiriert legte er schnell eine Prüfung ab und bediente mit 14 Jahren in der Kirche die Orgel, während sein Vater predigte.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="485" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/FoerdefuchsFoerdefuchs-2009-gigapixel-recover-v2-2x.jpeg" alt="Matthias Janz – Chorleiter und Kirchenmusikdirektor" class="wp-image-83697" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/FoerdefuchsFoerdefuchs-2009-gigapixel-recover-v2-2x.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/FoerdefuchsFoerdefuchs-2009-gigapixel-recover-v2-2x-300x182.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/FoerdefuchsFoerdefuchs-2009-gigapixel-recover-v2-2x-768x466.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/FoerdefuchsFoerdefuchs-2009-gigapixel-recover-v2-2x-693x420.jpeg 693w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/FoerdefuchsFoerdefuchs-2009-gigapixel-recover-v2-2x-696x422.jpeg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fördefuchs-Verleihung 2009</figcaption></figure></div>


<p>Eine andere Anekdote dreht sich um einen Jungen, der vor dem Radio auf einen Stuhl stieg und zu etlichen Sinfonien dirigierte. So war früh klar, dass sich Matthias Janz nach seinem Abitur 1966 den musischen Künsten widmen würde. Er schrieb sich zunächst in Göttingen ein und studierte Musikwissenschaften und Theologie. Recht bald folgte Station zwei: Heidelberg. „Das war eine tolle Universitätsstadt“, schwärmt Matthias Janz. „Es ist immer anregend, etwas anderes zu sehen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="528" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/ChorsaalChorsaal-St.-Marien-Foto-Eckard-Colberg-gigapixel-recover-v2-2x.jpeg" alt="Matthias Janz – Chorleiter und Kirchenmusikdirektor" class="wp-image-83693" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/ChorsaalChorsaal-St.-Marien-Foto-Eckard-Colberg-gigapixel-recover-v2-2x.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/ChorsaalChorsaal-St.-Marien-Foto-Eckard-Colberg-gigapixel-recover-v2-2x-300x198.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/ChorsaalChorsaal-St.-Marien-Foto-Eckard-Colberg-gigapixel-recover-v2-2x-768x507.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/ChorsaalChorsaal-St.-Marien-Foto-Eckard-Colberg-gigapixel-recover-v2-2x-636x420.jpeg 636w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/ChorsaalChorsaal-St.-Marien-Foto-Eckard-Colberg-gigapixel-recover-v2-2x-696x459.jpeg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Im Chorsaal St. Marien; Foto: Eckard Colberg</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Volle Konzentration auf das Studium der Musik</h2>



<p>Es war aber auch die Zeit der Studenten-Unruhen. Am Neckar gehörten Demonstrationen und Polizei-Einsätze mit Wasserwerfern für viele Gleichaltrige fast schon zum Alltag, für den Norddeutschen allerdings nicht. „Als Soziologe war so etwas vielleicht ein Teil des Studiums, ich habe mich aber auf die Musik konzentriert“, betont er. Kirchenmusik, Gesang und Dirigieren prägten den persönlichen Kanon der Musikschule. Und dann war da eine junge Frau: Eva-Maria, eine verzückende Sopranistin. „In Heidelberg habe ich mein Herz verloren“, verrät Matthias Janz. Das junge Paar machte nicht nur zusammen Musik, es baute auch eine Familie auf. 1974 wurde Sohn Tobias geboren. Wohnort war damals Karlsruhe. Der junge Absolvent hatte nach kurzen Engagements in Frankfurt, Heidelberg und Stuttgart eine erste Stelle in der Kirchengemeinde Durlach als Kantor und Organist angetreten.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="316" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/ensemble_doppelpunkt-NEU.jpg" alt="Matthias Janz – Chorleiter und Kirchenmusikdirektor" class="wp-image-83696" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/ensemble_doppelpunkt-NEU.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/ensemble_doppelpunkt-NEU-300x119.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/ensemble_doppelpunkt-NEU-768x303.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/ensemble_doppelpunkt-NEU-696x275.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">gehöensemble_doppelpunkt</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der Weg nach Flensburg</h2>



<p>Als Organist gehörte Matthias Janz zu den Protagonisten eines Weihnachtskonzerts in Würzburg. Danach saßen alle bei einem Gläschen Wein oder einem Bier noch für eine Weile beisammen. Dabei erzählte ein Kollege, dass eine Kirchengemeinde einen Organisten und Chorleiter suchen würde, und zwar in Flensburg. „Wo ist denn das? Das kenne ich ja gar nicht“, dachte Matthias Janz und war drauf und dran, sich einer Möglichkeit zu verschließen. Zufällig saß die Tochter des Flensburger Diako-Rektors mit am Tisch. Sie hatte es in den Süden verschlagen, brach aber eine Lanze für den hohen Norden: „Zu dieser Kirchengemeinde gehört der Bach-Chor – und der ist ganz hervorragend.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="450" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/2024.jpg" alt="Matthias Janz – Chorleiter und Kirchenmusikdirektor" class="wp-image-83691" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/2024.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/2024-300x169.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/2024-768x432.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/2024-747x420.jpg 747w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/2024-696x392.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Vielleicht doch interessant, dachte Matthias Janz. Da seine Frau – wie er – auch in Norddeutschland aufgewachsen war, schickte er eine Bewerbung ab. Und siehe da: Er gehörte zu den vier Kandidaten, die für ein Orgelkonzert und eine Chor-Probe nach Flensburg geladen wurden. Sein Bruder setzte sich ins Publikum und schnappte zufällig eine eher entmutigende Behauptung auf. „Die Stelle ist ja schon vergeben“, tuschelten die Leute. „Es gibt einen Abiturienten vom Alten Gymnasium. Und der bisherige Chorleiter, der nach Hannover geht, wird ihn bei den großen Auftritten unterstützen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="550" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Giacomo-Foto-Eckard-Colberg.jpg" alt="Matthias Janz – Chorleiter und Kirchenmusikdirektor" class="wp-image-83699" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Giacomo-Foto-Eckard-Colberg.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Giacomo-Foto-Eckard-Colberg-300x206.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Giacomo-Foto-Eckard-Colberg-768x528.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Giacomo-Foto-Eckard-Colberg-611x420.jpg 611w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Giacomo-Foto-Eckard-Colberg-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Giacomo-Foto-Eckard-Colberg-696x479.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Giacomo-Foto-Eckard-Colberg-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Giacomo; Foto: Eckard Colberg</figcaption></figure></div>


<p>Matthias Janz plagten andere Zweifel. Er war zwar älter als der Flensburger Abiturient, aber er war auch erst 28 Jahre alt. „Ist er vielleicht zu locker und zu jung für den seriösen Kirchenchor?“, fragte er sich. Der Bach-Chor sollte letztendlich entscheiden – und der sprach sich für den Bewerber aus Karlsruhe aus. Es ging also in den hohen Norden. Als davon Professor Helmuth Rilling, der einstige Lehrer an der Musikhochschule Frankfurt, erfuhr, schüttelte dieser mit dem Kopf: „Was willst du da oben in der Kulturwüste? Gibt es da mehr als grüne Wiesen und Kühe?“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="548" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Jugendkantorei-Foto-Elke-Schmidt-Hansen.jpg" alt="Matthias Janz – Chorleiter und Kirchenmusikdirektor" class="wp-image-83700" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Jugendkantorei-Foto-Elke-Schmidt-Hansen.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Jugendkantorei-Foto-Elke-Schmidt-Hansen-300x206.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Jugendkantorei-Foto-Elke-Schmidt-Hansen-768x526.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Jugendkantorei-Foto-Elke-Schmidt-Hansen-613x420.jpg 613w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Jugendkantorei-Foto-Elke-Schmidt-Hansen-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Jugendkantorei-Foto-Elke-Schmidt-Hansen-696x477.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Jugendkantorei-Foto-Elke-Schmidt-Hansen-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Jugendkantorei; Foto: Elke Schmidt-Hansen</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Anfänge in Flensburg</h2>



<p>Matthias Janz hatte die Neugier auf das Neue gepackt. Er und seine Familie zogen 1975 in das Haus des Organisten ein. Nach zwei Jahren kam Tochter Ine zur Welt. Die Vorführungen im Deutschen Haus und in der Marienkirche hatten ihren Reiz. Das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach entwickelte sich zum alljährlichen Klassiker. Lediglich die Orgel entsprach nicht ganz den Vorstellungen. Ihr Klang war bescheiden, und sie war nicht immer zuverlässig. Matthias Janz kaufte schließlich das Wohnhaus, wodurch die Gemeinde genug Einnahmen für eine Neuanschaffung genierte. Ab 1983 erklang in der Marienkirche eine „wundervolle“ Marcussen-Orgel. Und den Organisten hatte die Stadt Flensburg da bereits mit dem Kulturpreis und dem Titel „Kirchenmusikdirektor“ bedacht.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="457" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Foto-Remmer.jpg" alt="Matthias Janz – Chorleiter und Kirchenmusikdirektor" class="wp-image-83698" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Foto-Remmer.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Foto-Remmer-300x171.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Foto-Remmer-768x439.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Foto-Remmer-735x420.jpg 735w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Foto-Remmer-696x398.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Matthias Janz schlug weitere Wurzeln in Schleswig-Holstein. An der Musikhochschule Lübeck unterrichtete er von 1978 an zunächst in den Fächern Orgel und Chorleitung und danach im Fach Oratorien-Gestaltung. 1991 wurde er vom Land Schleswig-Holstein zum Professor ernannt. Zeitzeugen beschrieben ihn als locker, unkompliziert, schnörkellos, aber doch fordernd. 1993 übernahm der Flensburger den Landesjugendchor Schleswig-Holstein – für 28 Jahre. Die Nachwuchsförderung liegt ihm bis heute am Herzen. „Es ist für mich beglückend, wenn ich das, was ich liebe und gelernt habe, an junge Menschen weitergeben kann“, erklärt er. Mit einem Schmunzeln erzählt er von der anfänglichen Kritik, als er in Flensburg eine Jugendkantorei einrichtete: „Eine mitsingende Oberstudienrätin meinte tatsächlich: Da muss man sich schon morgens mit den Gören herumschlagen, und jetzt kommen sie auch noch zum Bach-Chor.“ 1997 erhielt er – nicht zuletzt wegen seiner Verdienste um die Nachwuchsförderung – das Bundesverdienstkreuz.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Landesjugendchor-shz-24.5.19-Foto-Peter-Schulze.webp" alt="Matthias Janz – Chorleiter und Kirchenmusikdirektor" class="wp-image-83701" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Landesjugendchor-shz-24.5.19-Foto-Peter-Schulze.webp 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Landesjugendchor-shz-24.5.19-Foto-Peter-Schulze-300x200.webp 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Landesjugendchor-shz-24.5.19-Foto-Peter-Schulze-768x512.webp 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Landesjugendchor-shz-24.5.19-Foto-Peter-Schulze-630x420.webp 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Landesjugendchor-shz-24.5.19-Foto-Peter-Schulze-696x464.webp 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Landesjugendchor 2019; Foto: Peter Schulze</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Eine besondere Reise nach Polen</h2>



<p>Qualität spricht sich herum – und setzt sich durch. 1985 hatte Matthias Janz bei einem Probe-Dirigat gesiegt und leitete seit 1985 auch den Symphonischen Chor Hamburg. Die Zahl der Konzerte nahm zu und erhielten zunehmend einen internationalen Touch. Paris, Orleans oder Rouen – Frankreich stand häufiger im Kursbuch. „Flensburg ist schön, liegt aber auch abseits“, erklärt das Nordlicht die vielen zurückgelegten Kilometer. „Schon Hamburg ist nicht mehr um die Ecke.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="465" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Matthias-lesend-im-Musikzimmer-shz-7.11.2009.jpg" alt="Matthias Janz – Chorleiter und Kirchenmusikdirektor" class="wp-image-83702" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Matthias-lesend-im-Musikzimmer-shz-7.11.2009.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Matthias-lesend-im-Musikzimmer-shz-7.11.2009-300x174.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Matthias-lesend-im-Musikzimmer-shz-7.11.2009-768x446.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Matthias-lesend-im-Musikzimmer-shz-7.11.2009-723x420.jpg 723w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Matthias-lesend-im-Musikzimmer-shz-7.11.2009-696x405.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Mit dem Bach-Chor ging es 1979 erstmals nach Polen, in besonderer Erinnerung blieb eine kleine Osteuropa-Tournee acht Jahre später. Nach einer Aufführung der Johannes-Passion im Theater von Olszytyn begaben sich Chor und Orchester ins vorher gebuchte Hotel. Aber das war schon so gut wie voll: eine ärgerliche Doppelbuchung. Die Gäste aus Deutschland mussten in der Hotel-Lobby und in den wenigen verbliebenen Zimmern die Nacht überstehen.</p>



<p>Zum Glück wartete auf die übernächtigte Reisegesellschaft am nächsten Tag kein Auftritt, sondern nur der Transfer nach Warschau. Dort kündigte sich für den Abend darauf das nächste Konzert an: Der polnische Rundfunk übertrug. Matthias Janz betrat mit den Gesangssolisten die Bühne, verbeugte sich vor dem Publikum und drehte sich um. Er traute seinen Augen nicht: Das Orchester war präsent, aber der Chor fehlte. Die Organisatoren hatten vergessen, die Sängerinnen und Sänger zu informieren. „Ich bin nach draußen gegangen und habe den Chor in den weitläufigen Gängen der Hochschule gesucht“, erinnert sich der Dirigent. „Irgendwann kam er mir auf den Treppen entgegen.“ Mit Verspätung konnte der Auftritt beginnen.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="449" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Matthias-mit-Chormitgliedern-Foto-Ulf-Ramminger.jpg" alt="Matthias Janz – Chorleiter und Kirchenmusikdirektor" class="wp-image-83703" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Matthias-mit-Chormitgliedern-Foto-Ulf-Ramminger.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Matthias-mit-Chormitgliedern-Foto-Ulf-Ramminger-300x168.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Matthias-mit-Chormitgliedern-Foto-Ulf-Ramminger-768x431.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Matthias-mit-Chormitgliedern-Foto-Ulf-Ramminger-748x420.jpg 748w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Matthias-mit-Chormitgliedern-Foto-Ulf-Ramminger-696x391.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Konzerte in Übersee, Europa und in der Grenzregion</h2>



<p>Als Organist und Cembalist konzertierte Matthias Janz in vielen Ländern Europas, in Südafrika und in den USA. Er war auch als Gastdirigent tätig. 1986 trat er in Tondern, Sonderburg und Lögumkloster mit verschiedenen dänischen Chören auf. Die bis heute andauernde Zusammenarbeit mit dem „Sønderjyllands Symfoniorkester“ entstand. Der „Messiah“ von Georg Friedrich Händel ertönte in der Nikolaikirche. Manch Flensburger fragte sich: Warum nicht in der Marienkirche? Und: Wo ist der Bach-Chor? Gemeinsame Konzerte boten sich an. Sie wurden zu einer deutsch-dänischen Tradition.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="545" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Weihnachtskonzert-2004-Remmer.jpg" alt="Matthias Janz – Chorleiter und Kirchenmusikdirektor" class="wp-image-83706" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Weihnachtskonzert-2004-Remmer.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Weihnachtskonzert-2004-Remmer-300x204.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Weihnachtskonzert-2004-Remmer-768x523.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Weihnachtskonzert-2004-Remmer-617x420.jpg 617w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Weihnachtskonzert-2004-Remmer-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/Weihnachtskonzert-2004-Remmer-696x474.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Weihnachtskonzert 2004; Foto: Remmer</figcaption></figure></div>


<p>2006 feierte der Bach-Chor sein hundertjähriges Bestehen. Dieses Jubiläum begleiteten Diskussionen über Sparmaßnahmen der Kirche. Die Idee für ein Stadtkantorat mehrerer Kirchengemeinden stand im Raum. Der Bach-Chor wollte seine Eigenständigkeit behalten. Matthias Janz konnte nicht gekündigt werden. Aber es war klar, dass es mit seinem Ruhestand keine Neubesetzung gegeben hätte. Der Bach-Chor entschied sich für eine Vereinslösung und verpflichtete Matthias Janz als Chorleiter auf Lebenszeit. „Es ist ein schöner Beruf, um alt zu werden“, betont der Dirigent. „Musik ist mein Hobby, das ich zum Beruf machen konnte.“ Sein schwedischer Kollege Herbert Blomstedt ist bereits 98 Jahre alt.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="543" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/MatthiasFoto-Gabriella-Jozsa-gigapixel-low-resolution-v2-1x-faceai-v1.jpeg" alt="Matthias Janz – Chorleiter und Kirchenmusikdirektor" class="wp-image-83705" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/MatthiasFoto-Gabriella-Jozsa-gigapixel-low-resolution-v2-1x-faceai-v1.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/MatthiasFoto-Gabriella-Jozsa-gigapixel-low-resolution-v2-1x-faceai-v1-300x204.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/MatthiasFoto-Gabriella-Jozsa-gigapixel-low-resolution-v2-1x-faceai-v1-768x521.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/MatthiasFoto-Gabriella-Jozsa-gigapixel-low-resolution-v2-1x-faceai-v1-619x420.jpeg 619w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/MatthiasFoto-Gabriella-Jozsa-gigapixel-low-resolution-v2-1x-faceai-v1-696x472.jpeg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Kein Ruhestand in der Musik-Branche</h2>



<p>Den Lehrstuhl in Lübeck hat Matthias Janz zwar abgegeben, aber auch so ist er viel zwischen Sonderborg und Elbe unterwegs. Neben dem Bach-Chor leitet der 78-Jährige noch ein Ensemble junger Musiker und den Symphonischen Chor in Hamburg, wo er einmal die Woche aufschlägt. Zuletzt gab es einen zusätzlichen Termin. Für die Weihnachtszeit kündigen sich drei Konzerte im Michel vor 2000 Leuten an. Da müssen schon im Sommer Absprachen getroffen werden.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="569" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/100-Jahre-Bach-Chor-Foto_-Eckard-Colberg.jpg" alt="Matthias Janz – Chorleiter und Kirchenmusikdirektor" class="wp-image-83690" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/100-Jahre-Bach-Chor-Foto_-Eckard-Colberg.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/100-Jahre-Bach-Chor-Foto_-Eckard-Colberg-300x213.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/100-Jahre-Bach-Chor-Foto_-Eckard-Colberg-768x546.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/100-Jahre-Bach-Chor-Foto_-Eckard-Colberg-591x420.jpg 591w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/100-Jahre-Bach-Chor-Foto_-Eckard-Colberg-696x495.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/100-Jahre-Bach-Chor-Foto_-Eckard-Colberg-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Höhepunkte sind nach wie vor die Chorwochenenden. Früher dienten das Schloss Salzau oder das Nordkolleg Rendsburg als musikalisches Domizil, jetzt ist es die Nordseeakademie Leck. Zwei Übernachtungen mit Abendessen und Frühstück verstärken den sozialen Kitt. „Der Bach-Chor ist wie eine große Familie“, weiß Matthias Janz. Die eigene Familie genießt einen hohen Stellenwert. Dazu gehören inzwischen vier Enkelkinder. Zwei kicken ambitioniert im Nachwuchsbereich, weshalb der Musiker gerne auch mal am Fußballplatz steht und mitfiebert. Ein anderer Enkel hat das Cello des Großvaters übernommen. Der Senior geht gerne mal in den Keller ans Fitness-Gerät und fährt Rad. Sonst dreht sich aber alles um die Musik, die Passion, Profession und Hobby gleichermaßen ist. Reisen führen zu den Salzburger Festspielen oder zum Bayreuther Opernhaus. Im Auto laufen Klassik oder Kirchenmusik. „Pop höre ich nicht“, sagt Matthias Janz. „Aber jeder soll das hören, was er möchte – da bin ich tolerant.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/DSC_0978.jpg" alt="Matthias Janz – Chorleiter und Kirchenmusikdirektor" class="wp-image-83695" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/DSC_0978.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/DSC_0978-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/DSC_0978-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/DSC_0978-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/07/DSC_0978-696x463.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Das Gespräch endet. Der Dirigent möchte eine vielseitige Partitur weiter studieren. Mit einem Schmunzeln erzählt er eine Weisheit: „Wenn man einen Tag nicht übt, merkt man es selbst, bei zwei Tagen hören es die Fachleute, und bei drei Tagen merkt es das Publikum.“ Die nächsten Konzert-Ereignisse stehen bevor. Das große Festkonzert zu seinem 50-jährigen Chorleiter-Jubiläum liegt aber bereits hinter Matthias Janz. Am 31. Mai dirigierte er den Bach-Chor durch die monumentale h-Moll-Messe, spornte das Orchester gleichermaßen zu fulminanten Höchstleistungen an und erntete von den 1500 Plätzen im Deutschen Haus stehende Ovationen. Mit einem Lächeln sagte Matthias Janz: „Es ist ein großes Glück, dass ich den Bach-Chor seit 50 Jahren leiten darf.“</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner<br>Fotos: privat, Jan Kirschner    </em></p>
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