Es ist unbestritten, dass Flensburg eine Stadt mit Potential ist. Noch haben es die modernen Stadtdenker, Investoren und Architekten nicht geschafft, sämtliche stadtbildprägenden Altbauten aus Flensburg zu verbannen.

Nordermarkt Flensburg
Nordermarkt Flensburg

Gerade in der Innenstadt kommt dieses Potential besonders zur Geltung. Eine Fussgängerzone geprägt von prächtigen Altbauten, malerischen Cafes, kleinen Gassen und Hinterhöfe. Eigentlich Grund genug, den Weihnachtsmarkt an dieses Stadtbild anzugleichen. So dachte sich auch die Chefin der Flensburg Fjord Tourismus GmbH, als sie die avisierte Losbude kurzerhand vom Nordermarkt verbannte.







Eine Aktion, die gleichermaßen mutig wie umstritten ist. Denn nun erstrahlt der Nordermarkt höchstens im Glanz der winterlichen Sonne – am Abend wird es dunkel. Der Nordermarkt ist historisch gesehen ein Kleinod der Flensburger Innenstadt. Für die Geschäftsleute ist er indess eine Totgeburt – am Holm und Südermarkt ist einfach mehr Weihnachtsgeschäft zu erwarten. Und weil auch hier das Geld entscheidet, wird keine Bude freiwillig auf den Nordermarkt ziehen, nur um das Stadtbild zu komplettieren.

So haben wir auf dem Nordermarkt halt keine Losbude – aber auch kein Leben. Und hier findet sich die neue Aufgabe der Organisatoren. Gerade auch die Nähe zu Dänemark macht es möglich, einen kulturell breit aufgestellten Weihnachtsmarkt zu präsentieren, um ein Ausflugsziel für die Umgebung zu etablieren. Die reine Aneinanderreihung von Fressbuden aller Art ist sicherlich nicht dass, was der Tourist in Flensburg sehen möchte.

Ein Weihnachtsmarkt im Einklang mit der Stadt und deren schönen Plätzen. Wie kann eine solche Lösung aussehen? Solange ein Ungleichgewicht zwischen Holm und Großer Straße existiert, werden die Geschäftsleute wohl kaum auf den Nordermarkt drängen. Würde es sich lohnen, 2 Weihnachtsmärkte auf 2 Plätzen zu etablieren – und die Masse an Buden zwischendrin auszudünnen? Oder sollte man den Weihnachtsmarkt auf Holm und Südermarkt konzentrieren?

Es ist nicht leicht in Flensburg – nicht nur zur Weihnachtszeit. Die Innenstadt fristet ein Dasein im Mittelmaß, längst haben Citti Park, Gallerie und auch der Förde Park gezeigt, wie angenehm modernes Einkaufen sein kann. Es wird Zeit, sich neu zu positionieren. Und da gab es in den vergangenen Tagen ja erfreuliche Ansätze.

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Anne Ivers
Gast

es macht wirklich keinen Spass mehr ab Rathausstr.,richtung Nordermarkt zu schlendern,soviele leere Objekte und das bischen an Buden,reisst es nicht raus,schade das es in jedem Jahr weniger geworden ist .Vielleicht sollte man sich ein beispiel an anderen Städten nehmen,die in der Weihnachtszeit ,Kunsthandwerk und Besonderes favorisieren ,nur Punsch und Wurst,kann es ja auch nicht sein .Ich denke es wäre viel Schönes möglich so das es nicht nur für Touristen sondern auch für Einheimische wieder spannender wäre.

Fabian Horst
Gast

Naja Handtaschen und Jacken in „bester“ Qualität sind doch auch was… und besonders diese Hütten atmosphäre drumherum xDDDD

Anne Ivers
Gast

Das ist auf jeden fall ein Anfang aber ich bin sicher da geht noch mehr!

Ariadne
Gast
Ariadne

Das Konzept dass sie gefahren haben ist das gleiche Konzept wie unter Erich Honecker. Die Innenstädte verkommen lassen und nicht fördern, auch nicht den Wohnungsbau und den Vermietern beim Sanieren so helfen, dass hinterher nicht höhere Mieten genommen werden müssen. Sie bauen auf der grünen Wiese und haben immer mehr zersiedelt und betoniert. Dabei geht der Denkmalschutz kaputt. Das Problem ist in Lübeck dann das Gleiche gewesen. Vor allem durch die hohen Ladenmieten überteuerte Preise in der Innenstadt. Außerdem liegt es auch daran, dass es unglaublich viel gibt und dass an den den Weihnachtsmarktständen oft noch mehr Ramsch verkauft wird.… Weiterlesen »

Mario Lenz
Gast

Warum wird der Weihnachtsmarkt nicht jedes Jahr zwischen Südermarkt und Nordermarkt gewechselt? Würde doch Sinn machen….

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