Flensburg und die ganze Welt







Winterliche Temperaturen in der Stadt, trotzdem reger Betrieb in der Touristeninformation in der Roten Straße. Die Zeiten, da im Herbst in den Touristenorten der Region die Bürgersteige hochgeklappt wurden, sind vorbei. Von Kappeln bis an die Förde sind die Urlaubsquartiere, wenn auch nicht ausgebucht, dann doch weiterhin gefragt. Voraussetzung allerdings, hohe Qualität und ein attraktives Angebot an Veranstaltungen und Aktivitätsangeboten.

Voraussetzung ist auch eine für die Region gemeinsame Vermarktung. Seit letztem Jahr hat das Neben-, teilweise Gegeneinander der Urlaubsorte Flensburg, Glücksburg, Harrislee und Langballig ein Ende gefunden. Insbesondere Glücksburg hatte sich schwergetan, einer gemeinsamen Vertretung der Tourismusinteressen zuzustimmen.

Im Sommer letzten Jahres jedoch gab auch der Hauptausschuss in Glücksburg Grünes Licht für die Gründung einer ‚Lokalen Tourismus Organisation‘ LTO, wie sie vom Land gefordert worden war. Damit war es nicht getan. Eine professionelle Vermarktung kann weder von Politikern noch von kommunalen Verwaltern erwartet werden. Die Stelle eines Geschäftsführers wurde ausgeschrieben und der Gewinner war Gorm Casper. Wer sich gerade an das Kürzel LTO gewöhnt hatte, musste noch einmal umlernen. Aus LTO wurde TAFF ‚Tourismusagentur Flensburger Förde‘. Die beteiligten Flensburger hatten damit nicht nur den Namen gerettet, sondern auch den Sitz ihrer ehemaligen Tourismuszentrale in der Roten Straße, der nun die vier Städte und Gemeinden touristisch verwaltet.

Die TAFF ist nicht nur Arbeitgeber, sondern auch Ausbildungsbetrieb, etwa für Philip Rutzen.
Der 27-jährige ist angehender ‚Kaufmann für Tourismus und Freizeit‘, Auszubildender im ersten Lehrjahr und bereits voll integriert in den komplexen Betrieb der Tourismus-Vermarkter.
Dass Philip Rutzen trotz seines vorgerückten Alters als ‚Lehrling‘ eingestellt wurde, hat er nicht zuletzt seiner Vorerfahrung zu verdanken. Den Eckernförder zog es nach Abitur und Grundwehrdienst in die Metropole Hamburg. Knapp drei Jahre jobbte er in einer Werbeagentur als Bühnen- und Kulissenbauer, lernte die Marketingwelt kennen, das Wirken vor und hinter den Kulissen der Werbe- und Unternehmensfilmproduktion.
Ein harter Job ohne fixierte Arbeitszeiten, mit der Forderung nach Flexibilität, Kommunikation und Kreativität und dennoch ökonomischem Denken.

Damit sind auch die notwendigen Fähigkeiten für die Arbeit bei der Tourismusagentur beschrieben. Philip Rutzen besitzt sie und deshalb bekam er den Ausbildungsplatz.

Nach der Praxis bleibt ihm die Theorie allerdings nicht erspart. In jeweils 5-6 wöchigem Blockunterricht werden die Azubis in Malente für die unterschiedlichen Tätigkeiten in der Tourismusbranche fit gemacht.
Der Stundenplan ist gut gefüllt mit Fächern und Lernfeldern:

  • Fachenglisch
  • Das richtige Verhalten beim Telefonkontakt
  • Beschwerdemanagement
  • Geografische Kenntnisse (weltweit)
  • EDV-Fähigkeiten bis hin zur Erstellung einer Homepage
  • Kaufmännisches Rechnen
  • Arbeits- und Vertragsrecht
  • Der Katalog zeigt die ganze Bandbreite der erwarteten und geforderten ‚Skills‘, Fähigkeiten, die ein zukünftiger Touristiker schließlich in einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer beweisen muss.
    In Flensburg lernt der Auszubildende vor Ort die Ansprüche einer Touristikzentrale.
    Vieles hat mit Organisieren zu tun, seien es Stadtführungen oder An­gebotspakete, Quartierbeurteilungen oder das Planen von Events.

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