Anke Spoorendonk
Anke Spoorendonk

Von der Minderheit an die Spitze

Ein Schloss mit Seeblick. So erscheint das 1894 in wilhelminischem Stil erbaute Justizministerium in Kiel. Der Schriftzug über dem Eingangsportal entspricht nicht mehr der inzwischen erweiterten Funktion. In den Jahrzehnten nach 1948 wurde zunächst das Ressort ‚Europa‘, in der Amtszeit des jetzigen Ministerpräsidenten Albig der Bereich ‚Kultur‘ dem Ministerium zugeschlagen. Anke Spoorendonk ist demnach seit 12. Juni 2012 Ministerin für Justiz, Kultur und Europa. Noch zwei Jahre wird sie dieses Amt innehaben, wenn alles gut geht. Dass ein Ministeramt kein sicherer Thron ist, mussten einige von Anke Spoorendonks Ministerkollegen bereits erfahren. Zuerst traf es die Bildungsministerin Waltraud „Wara“ Wende. Sie stolperte über eine umstrittene Wiedereinstellungsgarantie der Flensburger Uni. Dann folgte Innenminister Andreas Breitner. Er allerdings wurde nicht gegangen, sondern traf eine persönliche Entscheidung. Vor kurzem schoss sich die Opposition auf die Sozialministerin Kristin Alheit ein. Der Vorwurf: Sie sei nicht über massive Missstände des Jugendheimes „Friesenhof“ informiert gewesen. Auch Anke Spoorendonk musste im letzten Winter erleben, wie ein vergleichsweise randständiges Ereignis aus dem weiteren Umfeld ihres Verantwortungsbereiches, eine vereitelte Geiselnahme in der JVA Lübeck, zur Existenzfrage hochstilisiert wurde. Nicht nur die Oppositionsparteien, auch die Medien befeuerten den Konflikt über Wochen. Bei einem Gespräch mit dem Flensburg Journal Mitte Juni in Kiel sieht die Ministerin das inzwischen gelassen. „Die Medienwirklichkeit stimmt in solchen Situationen selten mit der real existierenden Wirklichkeit überein. Die Medien neigen eher dazu, zu skandalisieren, anstatt sachlich mit einem Vorgang umzugehen. Was ich in diesem Fall tat, ist, dass ich den zuständigen Ausschuss im Landtag umfänglich informiert habe. Ich sah den Parlamentsausschuss dabei eher als Partner denn als Gegner.“
Zur Kritik, dass die Informationen nur scheibchenweise erfolgten, meint sie:
„Meine Linie ist, diejenigen Informationen weiterzugeben, die ich zum jeweiligen Zeitpunkt habe.“
Inzwischen scheint die Luft aus dem aufgeblasenen Konflikt entwichen zu sein. Die Opposition hatte Akteneinsicht verlangt, worauf die Ministerin, so sagt sie in unserem Gespräch, vor Ostern 46 Aktenordner dem Innen- und Rechtsausschuss zur Verfügung gestellt hat. Dieser hatte über drei Monate Zeit, sich damit zu beschäftigen. Bis Mitte Juni gab es dazu keine Reaktion. Der am Gespräch beteiligte Pressesprecher der Ministerin, Oliver Breuer, meint dazu: „Offensichtlich ist von den ursprünglichen Vorwürfen nichts übrig geblieben.“
Inzwischen, so könnte man salopp formulieren, wurden ‚andere Säue durchs Dorf getrieben‘.







Das mag ich
Das mag ich Ich liebe es Ich muss lachen Einfach WOW! Das macht mich traurig Das macht mich wütend

Weitere Artikel anzeigen
Lade mehr Flensburger Köpfe

Jetzt gleich kommentieren:

avatar
  
smilegrinwinkmrgreenneutraltwistedarrowshockunamusedcooleviloopsrazzrollcryeeklolmadsadexclamationquestionideahmmbegwhewchucklesillyenvyshutmouth
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei

Auch interessant

Flensburger Köpfe – Dr. Michael Fuhr: „Flensburg hat so viel Potenzial!“

Der Museumsdirektor steht nicht gern still. Eigentlich soll er in den Räumen des Heinrich-…